Stadt für Alle – Demo!

 

Unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden?
Wohncontainer am Rand der Stadt?
Kein Platz für selbstverwaltete Kultur in preußisch Disneyland?

Am 13.06.2015 demonstrieren wir gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum in einer lebendigen Stadt. Wir stehen ein gegen Ausgrenzung und Verdrängung. Die Stadt gehört uns allen!
Die Unterbringung von Menschen in Containern ist trauriger Tiefpunkt der seit Jahren asozialen Wohnpolitik im Interesse des Profits. Es gibt immer mehr Luxusdomizile und weniger bezahlbaren Wohnraum. Bald gehen wir nur noch für die Miete arbeiten. Wer da nicht mithält, muss wegziehen. Wir brauchen eine radikale Änderung der Wohnpolitik. Daher gehen wir auf die Straße und kämpfen gemeinsam – Geflüchtete, Zugezogene, Hiergeborene, Junge und Alte, Familien, Arbeitslose und Beschäftigte – für eine lebendige und solidarische Stadt.

Wohnraum ist existenziell und keine Ware!
Wir fordern:

  • Wohnungsneubau der ProPotsdam nur mit bezahlbaren Mieten
  • Bedarfsgerechte Modernisierung statt Luxussanierung
  • Keine staatlichen Subventionen für teure Wohnungen
  • Wohnungen für Geflüchtete schaffen! Keine Container!
  • Keinen Cent mehr für die Umgestaltung der Innenstadt zum barocken Luxusquartier
  • Einkommensorientierte Mietpreissenkung
  • Übernahme aller Wohnkosten für finanziell Bedürftige – unabhängig von der Wohnlage
  • Wohnungsbaugesellschaften unter demokratische Kontrolle der Mieter*innen
  • Häuser denen, die drin wohnen

Die Stadt gehört uns allen – Vielfalt statt Verdrängung und Ausgrenzung!
Wir fordern:

  • Willkommenskultur leben: Abschiebungen stoppen – Bleiberecht für alle
  • Sondergesetze für MigrantInnen abschaffen: unbürokratische Gesundheitsversorgung und Arbeitserlaubnis für alle
  • Kein Abriss der Fachhochschule und des Rechenzentrums: Erhalt und Schaffung von selbstverwalteten Kulturzentren und öffentlichen Begegnungsräumen ohne ökonomische, bürokratische und rassistische Hürden

Aktionstag zum Thema Asyl- & Flüchtlingspolitik

BABELSBERG 03 und seine aktive Fanszene zeigen, dass beim Verein Integration nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch wirklich gelebt wird. Als erster aktiver Profifußballverein in Deutschland gibt es seit Juli diesen Jahres ein vereinseigenes Team, bestehend aus Flüchtlingen mit dem Namen „Welcome United Nulldrei“.

Um auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam zu machen, veranstaltet BABELSBERG 03, zusammen mit dem FC Lampedusa (Flüchtlingsteam aus Hamburg), dem Fanprojekt des FC St. Pauli und dem Fanprojekt Babelsberg sowie in Kooperation mit Viva con Agua St. Pauli (Local Crew Potsdam & Zelle Berlin), am 18. Oktober 2014 einen Aktionstag im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg.

Neben dem sportlichen Vergleich wollen wir an diesem Tag auch über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland informieren. Eingeladen sind Vereine wie Amnesty International, Pro Asyl, Kein Mensch ist illegal, Flüchtlingsräte und Projekte aus Berlin und Brandenburg sowie weitere Initiativen die sich gegen Rassismus und Homophobie sowie für Toleranz und ein buntes Miteinander engagieren. An Infoständen werden unsere Partner über ihre Arbeit informieren.


Der Aktionstag flankiert den kommenden Heimspieltag unserer Equipe gegen die Reservemannschaft des 1.FC Union Berlin. Die Regionalligapartie markiert somit auch den Startpunkt des Programms.

Im Anschluss an das Spiel der Blau-Weißen hat unser Welcome-United-Nulldrei-Team seinen Auftritt. Unsere Mannschaft tritt gegen den FC Lampedusa aus Hamburg an. Spielort wird der Kunstrasenplatz im KarLi sein. Beide Mannschaften trainieren seit längerer Zeit und werden einen sehenswerten Fußball präsentieren.

Die Verbindung von Nulldrei zum FC St. Pauli ist kein Geheimnis. Zum Ende des sportlichen Teils werden daher schlussendlich Fanvertretungen des FC St. Pauli und von BABELSBERG 03 im freundschaftlichen Vergleich auf Torejagd gehen. Die Partie wird ebenfalls auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen.

Damit ist der Abend jedoch noch nicht beendet. Neben dem oberen Trainingsplatz wartet ein tolles Bühnenprogramm auf die Gäste. Den Anfang macht der Berliner Rapper -PyroOne-. Nach einer kleinen Umbaupause ist dann Punk angesagt. Die nicht ganz unbekannten -Radio Havanna- werden die Bühne rocken. Als Highlight des Abends wird das Irie Révoltés Soundsystem die Bühne entern. Wir danken allen Künstlern für die Unterstützung unseres Projekts!


Allgemeines: Es wird an diesem Tag verschiedene Soliaktionen geben. Wir wollen mit dem Geld unter anderem unser -Welcome-United-Team- unterstützen. Während des ganzen Tages findet eine Pfandbecheraktion statt. Jeder Becher wird mit einem Euro Pfand versehen. Als Pfandmarke bekommt der Besucher einen Button. Da es verschiedene Buttons geben wird, können diese gesammelt oder inkl. Becher zurückgegeben werden. In zweitem Fall erhält man natürlich seinen Pfand zurück.

Zudem werden überall Spendenboxen und Büchsen postiert. Wer möchte, kann auch Geld spenden.

Wer den Eintritt für die Regionalliga-Partie Babelsberg 03 vs. Union Berlin II entrichtet oder eine Dauerkarte besitzt, hat freien Eintritt zu den Konzerten am Abend. Wer ausschließlich die Konzerte besuchen möchte, bezahlt am Abend an der Kasse 5 Euro + Solibeitrag. Der Solibeitrag ist selbstverständllich frei wählbar.

Ab 23:00 Uhr startet dann die Aftershowparty im Archiv Potsdam. Hier erwartet den Besucher Musik aus den goldenen 80er und 90er Jahren.

Alle Flüchtlinge haben an diesem Tag freien Eintritt!


Der aktuelle Ablaufplan sieht folgendes Programm vor:

13:30 – 15:15 Uhr SV Babelsberg 03 gegen 1. FC Union Berlin II 15:45 – 17:30 Uhr Welcome United Nulldrei gegen FC Lampedusa Hamburg 18:00 – 19:00 Uhr Fanteam Babelsberg 03 gegen Fanteam FC St. Pauli

Bühne im Stadion

18:30 – 19:15 PyroOne 19:45 – 20:30  Radio Havanna 21:00 – 22:00 Irie Révoltés Soundsystem

Frauen* in die Kurve – alles andere ist Quark

So stand es Freitagabend auf einem neuen Banner in der Nordkurve zu lesen. Doch der Reihe nach.
Das erste Flutlichtspiel der Rückrunde stand an. Die bisherige Punkte- und Torausbeute ließ doch etwas zu wünschen übrig, trotzdem ging es für mich recht gut gelaunt Richtung Fanladen. Dort das übliche Prozedere – großes „Moin.“ in die Runde, Gerstensaft in die Hand und erstmal schnacken. Soweit alles wie gewohnt.
Überraschung dann am Karli. Das hieß heute nicht mehr Karli, sondern wurde kurzerhand per Transpete in Rosa-Luxemburg-Stadion umbenannt. Schöne Gedächtnisstütze für alle, die vergessen hatten, dass am Samstag Internationaler Frauenkampftag war. Wie nötig dieser Kampf noch immer ist, zeigte sich ganz nebenbei am Samstag in der Sportschau. Dort wurde gezeigt, wie irgendein Spieler von Leverkusen irgendeinen anderen Spieler von Leverkusen beim Aufwärmprogramm ordentlich umgrätscht. Interessant war aber nicht die Szene selbst, sondern der Kommentar eines gewissen Rudi Völlers dazu. Nachdem dieser unter anderem bereits 2011 Schiri Deniz Aytekin nach einem verlorenen Spiel mit den Worten „Pfeif doch Frauenfußball!“ belegte, kam nun eine neue Perle. Auf die Frage vom Reporter, was er zu der Aktion meint, antwortete der Rudi sinngemäß: „Wir sind hier ja nicht beim Schach. Wir spielen auch keinen Frauenfußball. Das ist Männerfußball!“. Aber ich schweife ab…
Im Stadion dann zunächst geschaut, wie denn der Verkauf der nachgedruckten T-Shirts so läuft. Und er lief. An dieser Stelle auch von mir nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Käufer_innen. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass die Teile so gut ankommen. Weiter in die Kurve. Auf dem Weg dahin, bekam ich noch einen A4-Zettel mit Text und ohne Bilder in die Hand. Da noch ein wenig Zeit bis zum Anstoß war, konnte ich diesen noch kurz überfliegen (und in der Halbzeit dann richtig lesen). Urheber_in war die neue FMT-Gruppe der Nordkurve (FMT = FrauenMädchenTrans* / eigentlich auch keine Gruppe, sondern ein loser Zusammenschluss), welche auch gleich ein feines Banner mit dem Konterfei Rosa Luxemburgs und dem oben erwähnten Spruch in Anlehnung eines ihrer berühmtesten Zitate am Start hatten. Den Text selber findet ihr unter diesem Bericht. Sehr gelungen das Ganze und regt auch zum Denken an. Wir wünschen viel Erfolg bei der Erreichung eurer Ziele und sichern hiermit unsere Unterstützung zu!
Nun zum Spiel. Den Auftakt in der Nordkurve machte heute mal wieder eine Choreo. Leider aus traurigem Anlass, da sie dem verstorbenen ‚Schupo‘ Tietz gewidmet war. Eine gelungene Aktion und in meinen Augen ein würdiger Abschied. Danach wurde gut auf den Rängen losgelegt und auch die Mannschaft zeigte wieder eine Steigerung im Vergleich zum Zwickau-Spiel. Dennoch ist noch Luft nach oben und ich hoffe, dass die Leistungsreserven noch abgerufen werden. Für ein Tor reichte es in der ersten Halbzeit noch nicht. Das wiederum führte bei mir zu dem Gedanken, dass die Mannschaft die drei Punkte mitnimmt, welche das erste Tor macht. Glücklicherweise markierte Enes Uzun für Nulldrei das 1:0 in der 51. Minute. Was für eine Erleichterung! Endlich mal wieder ein Tor für die Guten! Leider hielt dieses Gefühl nur 10 Minuten, bis der BAK ausglich. Das war zuviel für mich, es wurde Zeit für eine Bratwurst. In der Folge war es mir in der 73. Minute nicht vergönnt in der Kurve das 2:1 durch Dennis Lemke zu feiern, da ich mich noch auf Höhe der Mittellinie mit Essen beschäftigte. Selbst schuld, aber auch völlig nebensächlich. Endlich wieder drei Punkte geholt!

“…SELBSTKRITIK IST LEBENSLUFT!“

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass am 07.03.2014 irgendetwas anders war als sonst. Ihr seid nicht ins “Karli” gegangen, sondern ins Rosa-Luxemburg-Stadion. Darüberhinaus wurde ein neues Banner an den Zaun der Nordkurve gehangen. Gut, das fällt nun wirklich kaum auf, da kaum eine_r von uns mitrkiegt, was vorm Zaun passiert.
Dieser Text soll´s erklären.

Am 8. März war Frauentag!

Das wollen wir zum Anlass nehmen um hier ein paar Worte loszuwerden.
Es ist wirklich schön und das kann immer wieder betont werden, dass es viele Frauen* in der Nordkurve gibt, die sich wohl und akzeptiert fühlen können. Dennoch passiert es häufig, dass dieses Wohlfühlen sich reduziert – nicht nur aus weiblicher Perspektive. Kritik gab es beispielsweise an mackrigem Verhalten schon oft, ob im Ultra Unfug oder anderen Kurvenkommunikationsmitteln. Leider blieb die Kritik bisher unkommentiert, undiskutiert und vorallem war sie nicht nachhaltig. Die damit einhergehenden Veränderungen schienen auszubleiben.
Wir wollen die Aktion dazu nutzen eine nachhaltige Diskussion anzuregen und dazu aufrufen das Thema Frauen* in der Kurve zu sensibilisieren. Zur Erklärung sei zu erwähnen, dass all diese Aktionen nicht von Typen gemacht/gedacht wurden um symbolisch eine Antisexistische Kurve darzustellen, sondern uns geht es darum auch als gruppenlose supportende FrauenMädchenTrans* Positionen klarzustellen und wahrgenommen zu werden. Vielen lieben Dank aber an dieser Stelle für die Unterstützung bei unserem Vorhaben!

Wie kommts?
In der Vergangenheit kam bei einigen der Wunsch auf sich einerseits aktiv in die Kurve einzubringen, ohne jedoch gleich in einer Gruppe sein zu wollen oder als eigenständige Gruppe zu agieren. Bei der Frage wohin der gewünschte Aktionismus wohl ginge und wie wir die Kurve als klar männlich dominierten Bereich wahrnehmen, kam schnell der Gedanke in die Kurve hinein zu intervenieren ohne den Zeigefinger zu erheben.

Was es für uns ausmacht, Fussballfan/Ultra zu sein:
gemeinsam den selben Verein zu supporten, sich zusammen über drei Punkte freuen, aber auch gemeinsam traurig sein, sich ärgern, wenn´s mal nicht so läuft, sich im Stadion zur Gesamtscheiße zu positionieren, Emotionen zeigen, auch mal Angst haben, gemeinsam party machen, die gleiche musik feiern. In guten und in schlechten zeiten im Stadion stehen – darum geht es! Bestenfalls auch die Tage und Wochen zwischen den Spieltagen gemeinsam gestalten.
Dennoch ist es manchmal ein komisches Gefühl in der Kurve zu sein, als Frau* und vorallem als Person, die (bewusst) in keiner Gruppe aktiv ist. Damit ist mensch in keine feste Struktur eingebunden und es ist nicht immer klar wie sie funktionieren. Das ist aber auch okay, solange das nicht zum Vorwurf wird. Komisch ist aber damit konfrontiert zu werden, ‚Freudin von‘ zu sein oder den Druck zu verspüren das eigene Interesse an Fussball – und allem was dazu gehört – stärker rechtfertigen zu müssen, als männliche Genossen.
Der Umgang in der Nordkurve scheint auf den ersten Blick harmonisch, es macht Spaß auswärts im Zug zu sitzen und ein bisschen rumzualbern. Miteinander Quatsch machen ist super, aber nicht den Quatsch, bei dem Andere übergangen werden oder Einzelne für Konsequenzen für alle sorgen.
Das passiert echt häufig, sei es durch übermäßigen Alkoholkonsum oder dynamische Gruppenprozesse. Was in diesen Situationen am meisten nervt, ist diese Ignoranz gegenüber einer Kritik. Wenn blödes Verhalten in jenen Momenten angesprochen wird, ist es wie gegen eine Wand zu reden oder noch schlimmer, mit noch blöderen Sprüchen abgespeist zu werden. Wenn es laut durch die Bahn tönt “Saufen is geil” ja dann ist es manchmal peinlich Teil dessen zu sein. Dann ist es nicht nur unangenehm daneben zu sitzen, sondern es bestätigt das Klischeebild von “ein Fussballfan sei versoffen, laut und prollig” und Fussball eben nix für Frauen*. Dem ist doch aber absolut nicht so und das möchten wir nicht ständig bestätigt sehen und in der Außenwelt auch nicht immer anders rechtfertigen müssen. Nicht allzu selten fühlt es sich dann an wie ein innerlicher Spagat zwischen einerseits wirklich dummdeutschem männlichen Prolloverhalten, wie wir es sonst ablehnen. Und andererseits eine Kurve voller Menschen, mit denen wir uns wohlfühlen und wissen, dass sie doch sonst eigentlich nicht so sind.Hinzu kommt, dass ein Bild eines mackrigen, sportlich versoffenen Typen als Vorbild an den Kurvennachwuchs transportiert wird.
Vielmehr wollen wir gemeinsam hinter einer politischen Idee stehen und inakzeptable Vereine ausbuhen, deren menschenverachtenden Positionen widersprechen und klare Statements
formulieren.Klar wollen wir auch zusammen feiern. Jedoch schreckt es uns ab wenn dann hin und wieder die Ansprüche Einiger mit Ausrastern, lauter Stimme, ignoranten Aktionen oder Fachgesimpel durchgesetzt werden.
Es ist extrem schwer Entgleisungen von Einzelpersonen hinzunehmen, gar zu ignorieren. Wir nehmen wahr, dass Konflikte untereinander oft unzulänglich bewältigt werden. Dass die Auseinandersetzung mit Empfindungen von Genoss_innen nicht einmal ansatzweise so respekt- und verständnisvoll stattfindet, wie es in einer linksalternativen, solidarischen Kurve zu erwarten wäre.
Emotional reagieren ist immer besser als Frust in sich hineinzufressen, doch sollte bedacht werden, dass dabei Menschen eventuell unnötig verletzt werden, Grenzen überschritten werden und nachträgliche halbherzige Entschuldigungen die tiefen Wunden der Beschimpfungen auch Monate später nicht heilen können.
Es ist auch klar, dass nicht immer alle mit Allen können. Jedoch sollte versucht werden füreinander Verständnis aufzubringen.
Unsere Fußballkurve ist ein so bunt gemischter Haufen mit unterschiedlichsten sozialen und ökonomischen Hintergründen, alle sollen sich wohlfühlen können. Wir wollen nicht die gesamte Szene umkrempeln, sondern nur, dass ein offenes Ohr oder die Bereitschaft zum Nachdenken gegeben ist, wenn der Wunsch geäußert wird, dass die T-shirts bei Sonne und Hitze anbehalten werden oder dass der Alkoholkonsum nicht lautstark abgefeiert wird. Bevor losgemeckert wird, einfach mal kurz inne halten und überlegen was die Person gegenüber meint oder nachfragen.

Engagierte Supporterinnen aus der Nordkurve.

Fragen, Anregungen oder Kritik an: fmt_03@gmx.net

Frauen* = Die Schreibweise der Wörter Mann* und Frau* mit diesem Sternchen dahinter soll vorallem verbildlichen, dass Männer und Frauen gesellschaftliche Konstrukte sind. Das Sternchen kann auch als Mitdenken und Platz für queere Verortungen gesehen werden.
rosaBBG

SHICE auf die SZENE heute im Karli 23.10.13 um 19.30 Uhr

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NEONAZIS IN DER HIP-HOP-SUBKULTUR

Die Öff­nung der rech­ten Szene für Ein­flüs­se aus frem­den Sub­kul­tu­ren hat zu einer Er­wei­te­rung ihres Be­tä­ti­gungs­fel­des ge­führt.

Neo­na­zis haben er­kannt, dass der An­schluss an Ju­gend­li­che nicht mehr al­lein durch klas­si­schen Rechts­rock und der Aus­sicht

auf po­li­ti­sche Ak­tio­nen funk­tio­nie­ren kann.

Durch den stra­te­gi­schen Zu­griff auf fast alle Spar­ten sub­kul­tu­rel­ler Sze­nen er­hofft man sich einen Zu­ge­winn neuer Sym­pa­thi­san­t_in­nen.

So wie sich im Hard­core der NSHC und im Metal der NSBM eta­blier­te, kommt es nun zu einer ei­ge­nen NS-Hip­Hop-Sze­ne.

Wäh­rend der Ver­an­stal­tung wer­den aus­ge­wähl­te rech­te und neo­na­zis­ti­sche Hip­Hop-Pro­jek­te vor­ge­stellt.

Wei­ter­hin wird der Frage nach­ge­gan­gen, worin die An­knüp­fungs­punk­te für die Neo­na­zis be­ste­hen könn­ten.

23.10.2013 | 19:30 Uhr | Presseraum im Karl-Liebknecht-Stadion des SV Babelsberg 03

Aktionen rund um das Halberstadt-Heimspiel

Zum heutigen Heimspiel wird es diverse Aktionen rund um das Thema Grauzone und Rechtsoffenheit geben. Unter anderem wird im Stadionheft ein Info-Text veröffentlicht und in der Nordkurve der folgende Aufruf verteilt:

Hallo liebe Nordkurve,

mit diesem Text, der gleichzeitig als Einladung verstanden werden kann, wenden wir uns als ein Teil der Nordkurve an Euch im Allgemeinen und an Dich im Speziellen.

Sicherlich ist es auch Deiner Aufmerksamkeit nicht entgangen, dass es in den letzten Monaten verstärkt Debatten innerhalb und außerhalb der Kurve gab, in denen über die Problematik rechtsoffener Bands diskutiert wurde. Leider blieben nicht alle Auseinandersetzungen auf einer verbalen Ebene. Nach dem Sankt-Pauli-Spiel kam es zu einem handgreiflichen Konflikt. Dazu wollen wir es nicht wieder kommen lassen und versuchen nun, Mittel und Wege zu finden, wie wir einen vernünftigen Umgang und eine Diskussionskultur zu den Thematiken der Rechtsoffenheit und der Grauzone schaffen können.

Die Vergangenheit hat uns zwei Dinge bewiesen:

  1. Das Interesse am Thema ist in weiten Teilen der Kurve vorhanden. Eine erste Informationsveranstaltung zur „subkulturellen Farbenlehre“, die der Fanbeirat mit dem apabiz organisierte, fand großen Zuspruch.
  2. Um für das Thema zu sensibilisieren, muss eine Form der Aufklärungsarbeit gefunden werden, bei welcher sich Leute nicht vor den Kopf gestoßen sondern mitgenommen fühlen.

Aus diesen Gründen ist es uns enorm wichtig, dass der Prozess des Umganges mit der Thematik von weiten Teilen der Nordkurve mitdiskutiert und mitgetragen wird. Dabei spielt es in erster Linie keine Rolle, ob ihr damit schon konfrontiert wurdet oder erstmalig damit in Berührung kommt.

Fakt ist, dass es nahezu an jedem Spieltag der Fall ist, dass sich in der Nordkurve Bekleidungsstücke von rechtsoffenen Bands wiederfinden. Diese Bands agieren in einem Spektrum, in welchem es zu personellen und inhaltlichen Überschneidungen zu bspw. rassistischem, sexistischem und nationalistischem Gedankengut und Strukturen kommt. Es sollte klar sein, dass eine Tolerierung dessen für eine Kurve, die sich als weltoffen und progressiv versteht, unmöglich ist. Dies hat die Nordkurve immer wieder auch öffentlichkeitswirksam bewiesen und es besteht ein ungeschriebener Konsens.

Gerade in Bezug auf die „Grauzone“ ist die Sache dann aber doch nicht ganz so klar und es gibt einen großen Interpretationsspielraum, da die Musikbranche bekanntlich riesig und kaum überschaubar ist. So finden sich in nahezu allen Richtungen (vom Hardcore über Rock bis hin zum HipHop) auch rechte Strukturen, denen es entschieden entgegen zu treten gilt. Insbesondere im großen, unpolitischen Gemenge von Bands gibt es daher auch viele, bei denen die politische Ausrichtung anderer (auch befreundeter) Bands keine so große Rolle spielt. Die Folge ist eine rechte Unterwanderung von Subkulturen. Aber: Wo fängt sie an? Schützt schlichte Unwissenheit vor Konsequenzen? Setzen sich die Leute, die Merchandise einer rechtsoffenen Band tragen damit auseinander? Finden Reaktionen nach dem Konfrontieren mit der Thematik statt oder wird es einfach nur als Antifa-Gequatsche abgetan?

All diese Fragen wollen wir gemeinsam mit DIR bearbeiten, um Lösungen zu finden, wie wir zukünftig in der Nordkurve damit umgehen, wenn Menschen mit entsprechenden Kleidungsstücken auftauchen.

Scheue dich also nicht und komm‘ zu unserer ersten Diskussionsrunde in den Fanladen. Diese findet am 05.09.2013 um 19 Uhr statt! 

In einem ergebnisoffenen Prozess ist deine Meinung gefragt. Nur wenn wir es schaffen, jetzt den Stein ins Rollen zu bringen und alle Leute mit ins Boot nehmen, können wir zukünftig verhindern, dass es zu Unstimmigkeiten innerhalb der Kurve kommt, da dies ein Versuch einer gemeinsam abgestimmten Vorgehensweise ist.

Darüber hinaus wollen wir auch die breite Masse im Stadion für das Thema sensibilisieren, weshalb in den nächsten Stadionheften (heute gegen Halberstadt und gegen Jena) Texte zu den Themen Grauzone und den in der breiten Gesellschaft akzeptierten Bands „Böhse Onkelz“ und „Frei.Wild“ erscheinen.

Weiterhin soll es auch weitere Informationsveranstaltungen zum Thema geben. Eine erste plant der Fanbeirat gerade zum Thema „Grauzone im HipHop“.

Wir freuen uns auf eine diskussionsfreudige und ergebnisorientierte Zukunft =)

Die Stadt sind wir Alle! Demo am Sa., 17. August 2013

 

Aufruf der Initiative „Recht auf Stadt“:

Am Samstag den 17.08.2013 gehen wir in Potsdam wieder auf die Straße. Gegen hohe Mieten, gegen Verarmung und Verdrängung, für eine Stadt für alle!

Nicht schon wieder, könnte mensch denken, doch das Thema ist nicht vom Tisch, im Gegenteil es geht gerade erst los. Wenn wir die letzten zwei Jahre betrachten, dann hat gemeinsames, solidarisches Handeln und entschlossenes Auftreten etwas bewirkt. Wir haben immer wieder mehr oder minder geheime Aktionen von Pro Potsdam, Gewoba und Co. öffentlich gemacht. In Potsdam kommen mittlerweile nicht einmal mehr die sonst so stadtnahen Printmedien an der skandalösen Wohnungsnot vorbei. MieterInnen, die schon fast resigniert hatten und nur allzu oft glaubten, dass sie eh nichts ändern könnten, haben sich zusammengeschlossen und sind gemeinsam aufgetreten. Laut haben sie auf die Missstände aufmerksam gemacht und mehr als einmal ihr Recht wahrgenommen, in der Stadtverordnetenversammlung zu sprechen, ob nun mit oder ohne Einladung.

Zum Beispiel in der Heidesiedlung am Findling, die hinter dem Rücken der MieterInnen verkauft werden sollte und es gelungen ist, die Privatisierung zu verhindern. Oder das „Archiv“, das die Stadt als unkommerzielles Wohn- und Kulturprojekt durch fadenscheinige Argumente zu zerstören versuchte, es ihnen aber nicht gelang. Auch der Versuch die Wohnprojekte in der Stadt zu diskreditieren und die Pachtzinsen exorbitant zu erhöhen ist nicht unbeobachtet geblieben und wurde öffentlich gemacht.

Doch immer noch ist es so, dass Prestigeobjekte und Preußenkitsch wie Stadtschloss, Palast Barberini, Garnisonkirche und vieles mehr Vorrang vor guten Wohnungen für alle haben, dass diese Stadt plant, Flüchtlinge in Containern im Industriegebiet zu lagern während in der Innenstadt Schlösser gebaut werden. Und nicht nur das. Alles was da nicht ins Bild der Preußenfans passt, soll verschwinden. Alternative Lebensentwürfe und Wohnideen müssen immer wieder gegen reaktionäre Stadtplanung und Verwertungslogik verteidigt werden.

Wir wissen, dass jede Veränderung erkämpft werden muss, denn die Verantwortlichen haben kein Interesse daran, dass sich etwas ändert. In den letzten zwei Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir solche Veränderungen auch erkämpfen können. Das kostete viel Kraft und ist oft schwer, aber wir lernen dabei auch neue Leute kennen und machen Erfahrungen, die uns stärker machen.

Deshalb werden wir auch die Wohnungen in der Behlertstraße verteidigen. Eigentlich sind die Bedingungen genau wie am Findling, doch auch hier wird hinter dem Rücken der BewohnerInnen agiert. Fehlinformationen an die MieterInnen, Wohnungsleerstand und Verkaufsüberlegungen sind Teile einer Strategie der Pro Potsdam um das ganze Areal mit ca. 264 Wohnungen gewinnbringend zu verkaufen. Doch die Pro Potsdam hat sich geschnitten, wenn sie dachte es geht mal wieder so. Nichts da! Wir werden überhaupt nicht mehr leise sein und werden das nicht zulassen. Weder in der Behlertstraße, noch am Staudenhof oder sonst wo.

Der Ausverkauf von städtischem Wohneigentum führt dazu, dass mittlere und untere Einkommensschichten sich die Mieten nicht mehr leisten können. Luxussanierte Wohnungen zu extrem hohen Preisen sind die Folge. Durch diesen Umstand steigen aber auch die Mieten von langen Verträgen immer weiter. Leerstand von einzelnen Wohnungen und ganzen Häusern sind immer noch zuträglich für Spekulationen in dieser Stadt. Höchste Renditen können erzielt werden, wenn aus Beständen der Gewoba oder Pro Potsdam gekauft wird. Menschen werden nicht nur an den Stadtrand oder aus bestimmten Vierteln verdrängt, sondern müssen gleich ganz aus der Stadt abhauen. Das zahlungskräftige Klientel will unter sich bleiben. Und nicht zuletzt gehören viele der EntscheidungsträgerInnen der Stadtpolitik auch dazu.

Hier geht es längst nicht mehr nur um Wohnungen oder Miete, hier geht es darum, wer darüber bestimmt, wer, wie in dieser Stadt leben darf und wer nicht. Deshalb rufen wir alle auf, die von der Politik der Verdrängung betroffen sind, ob Mieterinnen vom Staudenhof oder BewohnerInnen der Behlertstraße, ob Flüchtlinge, Betroffene von Zwangsräumung oder Luxussanierung, ob Leute aus Wohnprojekten, Wagenburgen und besetzten Häusern oder Familien in zu kleinen Wohnungen am Schlaatz, ob sofasurfende Jugendliche oder Studis die jeden Tag anderthalb Stunden zur Uni fahren müssen… die Liste ließe sich unendlich fortsetzen… gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen und zu zeigen: Wir sind da und wir gehen hier nicht mehr weg! Wir werden es nicht mehr hinnehmen, daß die Mieten steigen und steigen, dass der Mietspiegel (eigentlich ein Instrument um Mietpreise zu deckeln) seinen Sinn verliert, Pachtzinsen erhöht werden, Leerstand trotz Wohnungsnot gefördert wird und die kommunalen Verwaltungen sich aus ihrer sozialen Verantwortung stehlen.

Schluss mit der ganzen Scheiße!

Wir lassen uns nicht vertreiben.

Miete-Abriss-Schicksanierung – Wir haben es satt!

Plätze-Häuser-Alles – Für alle in der Stadt!

http://www.rechtaufstadt-potsdam.de/