Unterstützt die Partizan Minsk-Tour 2013!

Es gibt in Weißrussland einen ganz besonderen Fußballclub. Bis 2010 hieß er MTZ-Ripo.Der Verein erlangte internationale Aufmerksamkeit nicht so sehr durch seine sportlichen Erfolge, sondern vor allem durch das antirassistische Engagement seiner Fans und eine aktive antifaschistische Fankultur, die in Osteuropa einzigartig war und ist. Heute nennt sich der Club Partizan Minsk und ist ein selbstverwalteter Fußballverein. Die Fans haben ihn nach der Insolvenz im Frühjahr 2012 neu gegründet. Dabei wurden sie durch eine internationale Solidaritätskampagne unterstützt, die zu Beginn des vergangenen Jahres in zahlreichen Aktionen auf die Situation von Partizan Minsk aufmerksam machte und Geld für die Rettung sammelte.

Der Verein startete mit 24 Spielern, zwei Trainern, einem Arzt und neuem Personal in der Geschäftsstelle in der vierten Liga, der Minsker Stadtliga. Alle Aktiven, bis auf die Trainer,engagieren sich ehrenamtlich. Die erste Saison wurde erfolgreich abgeschlossen. Die neue Saison steht schon in den Startlöchern. Zuvor stellt sich das Team von Partizan Minsk vom 17. bis 22. März seinen Unterstützer_innen im Rahmen einer Solidaritätstour in Deutschland vor. Es finden Freundschaftsspiele gegen Tennis Borussia Berlin, Victoria Hamburg, St. Pauli, Roter Stern Leipzig und Babelsberg 03 statt. Der junge Club Partizan Minsk wird mit seinem kompletten Kader inklusive Vereinsführung und Fans nach Deutschland kommen. Die Tour wird von Informationsveranstaltungen in Berlin, Hamburg und Leipzig begleitet.

Wir, ein Bündnis aktiver Fans von Babelsberg 03 und St. Pauli, vom Roten Stern Leipzig sowie den Fußballclubs Tennis Borussia Berlin und Victoria Hamburg, möchten Euch das Team von Partizan Minsk vorstellen und beweisen, dass die Idee von einem anderen Fußball auch im Osten Europas lebt. Dafür benötigen wir aber Eure finanzielle Hilfe.

Bitte unterstützt uns und spendet auf folgendes Konto:

Empfänger: RoterBaum ev Leipzig
BLZ: 86020500 (Bank für Sozialwirtschaft)
KTN: 3474500
Verwendungszweck: Bildungsreise

Empfänger: RoterBaum ev Leipzig
IBAN: DE49850205000003474500
BIC: BFSWDE33DRE
Bank: Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: Bildungsreise

Im März heißt es dann Fußball gucken, informieren und mit den Gästen Spaß haben. Kommt zu den Spielen und besucht die Infoveranstaltungen!

Gemeinsam für Partizan Minsk!
Ein anderer Fußball ist möglich!

Linke Fankultur in Minsk darf nicht sterben!

Antiracist Fans Standing Together!
Linke Fankultur in Minsk darf nicht sterben!

Zum Heimspiel unserer Babelsberger Equipe gegen Carl Zeiss Jena gibt es einige Aktionen, um auf die Rettungsaktion von MTZ Ripo Minsk aufmerksam zu machen und diese zu unterstützen. Wenn ihr also etwas Klimper- oder Papiergeld übrig habt, spendet es! Weitere Infos hier im Aufruf….

MTZ-Ripo ist ein Fußballklub aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk, der seit 2009 unter dem Namen Partizan spielt. In den vergangenen Jahren entwickelte sich bei dem Verein eine starke, antifaschistische Fan- und Ultrà-Szene. Damit ist der Club nicht nur in der ehemaligen Sowjetunion, sondern im gesamten Ostblock einzigartig. Natürlich gibt es auch bei anderen Vereinen Ansätze einer progressiven Fankultur, doch bei MTZ Ripo steht eine Masse dahinter. Bis zu einige Hundert zumeist junge Leute zählen zur Fanszene, darunter viele Angehörige alternativer Subkulturen (u.a. Punkrock, Hardcore, Veganismus). Die Fans widersetzen sich nicht nur der krassen Repression des autoritären Staates, sondern konnten im Laufe der Zeit die Dominanz faschistischer und neonazistischer Hooligans (u.a. vom Traditionsklub Dinamo Minsk) brechen – das Klima in der Stadt hat sich gewandelt. Der Verein mit seiner Fanszene bildet eine enorm wichtige Gegenkultur zum autoritären und extrem rechten Mainstream in der Gesellschaft. Die Ausstrahlungskraft reicht weit über das Fußballstadion und die Landesgrenzen hinaus und zeigt, dass auch unter schwierigsten Bedingungen eine Alternative möglich ist.

Unterstützen wir die Rettung von MTZ Ripo Minsk

Im letzten Jahr konnte MTZ Ripo den Aufstieg in die höchste Spielklasse feiern, was die positiven Entwicklungen weiter beförderte.
Im Dezember 2011 hat sich allerdings der Klubbesitzer und Sponsor Vladimir Romanov zurückgezogen. Die Suche nach neuen Sponsoren war nicht erfolgreich, die Mannschaft stellte den Spielbetrieb ein und es droht das endgültige Aus.
Mit einer Rettungskampagne wollen die Fans und Ultràs ihren Verein retten und zumindest die 2. Liga ermöglichen. Der Verein benötigt insgesamt ca. 80.000 Euro für die Registrierung zur 2.Liga, die Stadionmiete und den Bürobetrieb. Bis zum April müssen die ersten 10.000 Euro gesammelt werden. Um diese Aufgabe zu stemmen wurde eine Genossenschaft gegründet, bei der jede/r Teilnehmende (bisher etwa 400; Stand 23.02.2012) einen monatlichen Beitrag zahlt. Dieser Schritt zur Selbstorganisation gewährleistet, dass alle Teilhaber ihres Clubs werden und die zukünftigen Entwicklungen – wie beispielsweise Personalentscheidungen – mitbestimmen können.

Für uns kann es nur heißen, diesen Club mit seiner einzigartigen Fankultur zu unterstützen. Helfen wir mit, dass sich auch in Zukunft die antifaschistische Fankultur in Minsk im Speziellen und die progressiven, sowie antifaschistischen Subkulturen im Allgemeinen weiter entwickeln können!

PayPal: —||| szymon666@poczta.onet.pl |||- Betreff: MTZ und gebt bitte auch euren Verein an, damit die Leute vor Ort wissen, wer zu ihnen steht!

26.11.2011 K9/Berlin: Trash against repression!

Am Abend des 26.11.2011 wird es in der Berliner K9 eine Soliparty u.a. zu Gunsten der in Warschau verhafteten geben. Da subkulturelle und antifaschistische Arbeit immer wieder Repression mit sich bringt und auch wir davon nicht immer verschont bleiben, hoffen wir auf eure Solidarität und Unterstüzung sowie auf eure Tanz – und Trinklaune :) Es gibt natürlich auch Solicocktails, Longdrinks, Pfeffi und wohl einen der besten Mexikaner der Stadt!

Es legen auf:

North Korean Rude Boys and Girls
(Ska, Reggae, Soul)

Team Ram Rod
(80er Jahre TRASH)

Anachronism
(Alltimes Geballer)

Wo? K9 (Kinzigstr.9 Berlin Friedrichshain)

Einlass ab: 22Uhr

Soliparty für Repressionskosten wegen Naziaufmarsch in Warschau!

Am 11. November fand in Warschau ein Naziaufmarsch mit rund 10.000 Neonazis statt. 104 Antifaschist_innen wurden gegen 12 Uhr in diesem Zusammenhang verhaftet. Gegen 14/15 Uhr begannen die Neonazis die antifaschistische Blockade anzugreifen, Polizisten ins Krankenhaus zu
prügeln und die Innenstadt Warschaus zu zertrümmern…

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Kamenitza Sons

Den ehrenwerten Idefixer und meiner einer verschlug es im April erneut in den Osten, genauer gesagt nach Bulgarien. Doch nicht der (schn)öde Fussball, nein, Kultur stand auf dem Zettel.

Nach sehr angenehmem Flug aus Berlin („Macht es ihnen etwas aus, am Notausgang zu sitzen?“-“Äh, ne.“) landete man (ja, ich benutze nicht die Form „mensch“) in den Mittagsstunden in Sofia und begab sich per Bus in das Zentrum dieser unerwartet riesigen Stadt. Das beste Hostel Osteuropas, das „Hostel Mostel“, war zwar ausgebucht, Unterschlupf fanden wir aber in einer nicht minder geilen Unterkunft. Der Betreiber lebte in dem Hostel und verlangte horrende 9 Euro mit Frühstück. Leckere Pizzastücken und das die Überschrift bezeichnende Bier rundeten den schönen ersten Abend gelungen ab. Am nächsten Morgen stand der am Vortag gebuchte Ausflug zu dem kulturellen Highlight Bulgariens an, dem Kloster Rila. Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Alleine die Lage, eingeschlossen in den Bergen und umspielt von einem Fluss, war schon traumhaft, die Anlage selbst stand dem aber in nichts nach. Wahnsinn! Am Abend natürlich noch der obligatorische Fußmarsch zur Nevski-Kathedrale und insgesamtes Ausklingen in der wirklich überzeugenden Stadt Sofia.

Am nächsten Morgen super Timing bewiesen, ein immer wiederkehrendes Merkmal unserer Tour. 7:56 Tickets kaufen, 8:00 in den überraschend neuen und sauberen Bus eingestiegen und 3 Stunden später die alte Hauptstadt Veliko Tarnovo erreicht. Eingecheckt im „Hostel Mostel“ und hernach die große Burganlage Zarewez sowie die Altstadt (unzählige Hangbauten) erkundet. Prädikat wertvoll, zumal der Abend mit einem kleinen Schwippserken abgerundet wurde.

Weiter ging es am nächsten Morgen per Bus an die Schwarzmeerküste nach Varna. Wackelkandidat war die Stadt in unseren Plänen schon im Vorhinein, bei Ankunft fiel sie sogar um. Ein freundlicher Einheimischer half uns bei den Umsteigeplänen („Meine Tochter studiert in Halle“-> Kommentare von uns wie „Ach, da ist ja auch schön!“ wären nur geheuchelt gewesen, man schwieg einfach). Der einzige Bus in die Weltkulturerbestadt Nessebar fuhr natürlich 20 Minuten später (Timing ist alles) und am Nachmittag erreichten wir unser Ziel, welches umgeben von tausenden modernen Hotels sein Dasein fristet. Unterkunft mit Blick aufs Meer + Frühstück für 15 Euro….joa, ab geht es zur Erkundung dieser kleinen Halbinsel. Traumhaft: Alle 5 Meter irgendein byzantinischer Bau, eingebettet zwischen dem Meer und engen Gassen mit Holzbauten. Wir durchquerten alles bestimmt 7 Mal, satt sehen war unmöglich. Abends noch dem Meeresrauschen zugehört und sich zum xten Male gefreut.

Südlich sollte es nun gehen, ab nach Burgas. Eventuell war es ja sogar möglich, einen Kurztrip nach Sosopol zu organisieren, schließlich wurde es als Nessebar in klein tituliert. Tja, was soll ich sagen: Ankunft in Burgas 11:28, Abfahrt eines Minibusses nach Sosopol direkt vor unserer Schnauze um 11:30 Uhr. Sosopol selbst ohne Frage sehenswert, an Nessebar kommt es aber sicherlich nicht heran. Burgas hingegen ist ne recht interessante Stadt. Sehr quirlig, ein sehr langer Sandstrand und ein typisch osteuropäischer Park am Meer luden zum Verweilen ein. Auch die Heimstätten von Chernomorets Burgas (inmitten von Plattenbauten mit lustigen Graffitis) und das alte Stadion von Naftar Burgas (aber nur aus dem Bus, Gegend furchteinflößend) wussten zu gefallen. Dachten wir im Vorhinein, die Stadt wäre von westlichen Touristen in den Sommermonaten bevölkert, widerlegte uns eine Kellnerin in einem Seitenstraßenrestaurant dahingehend. Sie betonte, dass dies gerade ein sehr, sehr seltener Anblick sei und versprach uns ein typisch bulgarisches Essen. Keinen Gedanken ans Abzocken verschwendend, brachte sie uns den obligatorischen Schopska-Salat (jeden Tag gegessen) und eingelegtes Hühnchenfleisch, anstatt uns mit teurem Fisch und Ähnlichem auszunehmen. Ingesamt erhalten 99% aller Bulgaren bezüglich der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit ein „sehr gut“!

Am nächsten Tag stand endlich das Zugfahren an, 5 Stunden Gemütlichkeit nach Plovdiv, der zweitgrößten Stadt des Landes mit knapp 380.000 Einwohnern. Machte uns ein seit einem Jahr startender Billigflieger von London nach Plovdiv betreffs des Tourismus`, respektive der damit einhergehenden Ablehnung des Selbigen seitens der Bevölkerung, diesbezüglich Angst, gilt auch hier zu konstatieren: Wenn Touristen, dann eigentlich nur Bulgaren. Von unserer Unterkunft schlenderten wir gemütlich in die lebendige Einkaufsstraße, bewunderten die integrierten alten römischen Bauwerke und begaben uns, nach einer kurzen Bierstärkung in einem Biergarten mit Blick über ganz Plovdiv, alsbald in die verwinkelte Altstadt. Letztere ist sehr groß, verwinkelt und geil. Das Sahnehäubchen bildet ein sehr gut erhaltenes römisches Amphitheater, an deren Ende wir das nächste Bier zu uns nahmen. Keine Sorge, dies artet jetzt nicht in einen Ultra-Unfug-Bericht aus (3 Würste hier, 4 Bier da….), aber zugegebenermaßen waren wir am Ende dieses Tages „gut zurechtgemacht“. Dementsprechend startete der nächste Tag sehr gemütlich. Auf dem Plan stand Stadionhopping und ein nochmaliges Besuchen der Altstadt. Die Stadien von Lokomotive und Botev natürlich Spitzenklasse, abgerammelt ohne Ende und inmitten der Wohnblocks. Altstadt natürlich erneut Bombe, ebenso wie Messis Traumtor gegen Real, welches von uns am letzten Abend in unserem Pensionszimmer bewundert wurde. Tags drauf ging es per Zug durch beeindruckende Täler zurück nach Sofia und über München per Flugzeug in die Heimat.

Was sonst noch?:

Wirklich arm sind nur die Sinti und Roma, welche teilweise unter grausamen Verhältnissen zu leiden haben. Auch die Bulgaren treten nur nach unten.

Allgegenwärtige antisemitische Tags und Hakenkreuze in den Plattenbauten, linke Jugendliche in der Innenstadt und auf den öffentlichen Plätzen ergaben ein ambivalentes Bild.

Super: Preisniveau, Essen, Freundlichkeit, kulturelle Vielfalt, Kamenitza-Bier sowie das Ausbleiben von Massentourismus (bis auf Nessebar).

Perfekt: Der Urlaub, an dem mir wirklich nichts Negatives einfallen würde.

Danke fürs Lesen.