Husefaggishonzaroschtog Ahusrufezoischen

Es gibt Spiele, die vergisst man nicht! Aber der Reihe nach.

Samstag, Auswärtsfahrt. „Wir zünden doch am Dienstag, oder?“-„He, wieso?“-„Na, volle Hütte, Gegner…!“-„Hä? Who the fuck is Hansa Rostock?“ Dienstag, Heimspiel: „Sag mal, zünden wir heute wirklich nicht?“-„Nein! Wieso denn? Sag bitte net, wegen Hansa! Who the fuck is Hansa Rostock? Sag mir, who?“

Dann habe ich mir meine Gedanken gemacht, who sind die eigentlich? Nach den Eindrücken von gestern (und 8 Spielen zuvor) muss ich sagen, dass sie viele sind, partiell laut sind und das Zielen aber mächtig verlernt haben. Und wenn man mal 9 Sekunden einen Hauch von Sympathie für sie empfindet (aufgrund einer feinen Pyroshow), zerstören sie alles durch Sinnlosböller und Geschosse, welche erneut(!) in den eigenen Reihen landeten.

Kommen wir lieber zu unserem Team, welches sich das Motto auch zu eigen machte und nach anfänglichen eher zurückhaltenden 30 Minuten das Heft in Form von Reiche, Koc und Müller in die Hand nahm und verdientermaßen das Spiel drehen konnte. In der 2. Hälfte gab es mehrfach die Gelegenheit (teilweise nach tollen Spielzügen) die Führung auszubauen, da aber Hansa nie wirklich gefährlich wurde, konnte man hernach mit dem Chancenleichtsinn leben. Samstag nachlegen, heißt die Devise!

Und das Drumherum? 9.000 Zuseher im Karli (geil, und wir fahren mit 31 Leuten auswärts nach Karlsruhe…), darunter geschätzte 150 Hopper (auf deren „neutrale“ Berichte ich mich schon wieder freue), Flutlicht und eine Nordkurve, wie ich sie noch nicht besser erlebt habe. Manche Lieder standen der Brachialität der Gäste in nichts nach, dazu gab es genau die gesunde Melange aus Oldschool und Ultra. Dazu eine unfassbar bunt gemischte geile Kurve und eine fast schon pathetische Ansprache der Vorsänger. Heraus kommt die Erkenntnis, dass Kurve und Team sich an diesem unvergesslichen Abend gegenseitig pushten, die Gänsehaut lange anhielt, manch einer Pippi in den Augen hatte, die Nordkurve an solchen Tagen sogar mit Hansa mithalten kann und Böller auf ewig Scheiße sein werden.

Hach, manchmal kann man so etwas einfach nicht in Worte fassen! Geil!

Aufbruch – Alme – Pyro

Vorfreude – Aufregung- Treffpunkt-  Alex – S Bahn – Bierchen – Quatschen – Lachen- Ankommen – Späti – Kiezgefühl – Loslaufen – Fanladen – Freundinnen – Freunde – Karli – Merch – Stadionheft –  Nordkurve – Banner –Supporter – Ultras- Vorsänger – Alme – Mannschaft – Schiedsrichter –   Spielbeginn – Pyro –  Choreo  – Trommel – Fahnen – Singen – Klatschen – Anfeuern – Leiden – Lieben – Engagement – Roar – Halbzeitpause – Torwand – Karlicharts – Catering – Zweiter Durchgang – Nervosität – Kippe – Hoffen – Support – Schlusspfiff – Ratlosigkeit – Sammeln – Fanladen –S-Bahn – Umsteigen – U-Bahn –Gute Nacht!

 

Video vom Filmstadt Inferno 99:

 

Filmstadt Inferno 1999 – Always with you! from Filmstadt Inferno 1999 on Vimeo.

Hinter Glas

230.gif  noch Fragen? Ich fühl`mich so Klaus………

Als ob es eigentlich nicht schon schlimm genug ist, von Arminia Bielefeld im eigenen Stadion mit ihren unfassbar langweiligen Liedern (aber immerhin laut) in Grund und Boden gesungen zu werden (wenn Protest, dann bitte konsequent, liebe Nordkurve), kotzt das Drumherum einen nur noch an. Krankheitsbedingt verbrachte ich das Gros des Spiels hinter „Glas“ im Presseraum, welches jedoch sogleich eine gelungene Metapher bezüglich meiner Gefühle zu meinem Verein darstellt.

In dieser Saison wurde völlig ohne Not vieles von dem zerstört, was Nulldrei für lange Zeit ausmachte. Falsche Entscheidungen und eine nicht zu leugnende Hybris demontierten Vertrauen und Freundschaften, auch und gerade im so wichtigen ehrenamtlichen Bereich. Pumper-Paule Brüggemann stellt eigentlich nur das Sahnehäubchen dar, noch weniger zu unserem Verein hätte wohl nur Udo Pastörs gepasst. Die Kombination unfähig und größenwahnsinnig sucht wohl ihresgleichen im deutschen Profifußball, in welchem wir nachweislich, außer den kläglichen Resten unseres Rufes, nichts verloren haben. In einer Melange aus Lethargie, Melancholie und bloßer Ablehnung dümpeln wir also vor uns hin, gehen pflichtbewußt zu den permanent frustrierenden Spielen im Karli, erfreuen uns kurz an den Überresten (Merch, Stadionheft und Mukke) besserer Zeiten, lassen uns den Spielball präsentieren und schauen einer hilflosen Mannschaft zu, wie sie von einem noch hilfloseren Trainer an das (inexistente) Spielkonzept erinnert wird. Montags dann der Blick in die Zeitung……..Überraschung: Negative Presse, der Vorstand spricht Superbrüggi das Vertrauen aus und ein Großsponsor befindet sich in Sichtweite, wer hätte das gedacht?

Wann hat diese Farce ein Ende? Wem nützt es, dass natürlich alle „Schwarzseher“ bezüglich des Trainerpostens und der „Verstärkungen“ im Winter Recht behielten? Welche Steigerungsformen erwarten uns noch…waren die Anzeigen das Ende der Fahnenstange? Wer hat eigentlich momentan das Sagen in diesem Verein? Was für eine beschissene Homepage ist das denn bitte? Wo sind die Typen in unserem Kader?………………………

Leckt mich doch alle und gebt uns Nulldrei zurück!

 

Unterstützt die Partizan Minsk-Tour 2013!

Es gibt in Weißrussland einen ganz besonderen Fußballclub. Bis 2010 hieß er MTZ-Ripo.Der Verein erlangte internationale Aufmerksamkeit nicht so sehr durch seine sportlichen Erfolge, sondern vor allem durch das antirassistische Engagement seiner Fans und eine aktive antifaschistische Fankultur, die in Osteuropa einzigartig war und ist. Heute nennt sich der Club Partizan Minsk und ist ein selbstverwalteter Fußballverein. Die Fans haben ihn nach der Insolvenz im Frühjahr 2012 neu gegründet. Dabei wurden sie durch eine internationale Solidaritätskampagne unterstützt, die zu Beginn des vergangenen Jahres in zahlreichen Aktionen auf die Situation von Partizan Minsk aufmerksam machte und Geld für die Rettung sammelte.

Der Verein startete mit 24 Spielern, zwei Trainern, einem Arzt und neuem Personal in der Geschäftsstelle in der vierten Liga, der Minsker Stadtliga. Alle Aktiven, bis auf die Trainer,engagieren sich ehrenamtlich. Die erste Saison wurde erfolgreich abgeschlossen. Die neue Saison steht schon in den Startlöchern. Zuvor stellt sich das Team von Partizan Minsk vom 17. bis 22. März seinen Unterstützer_innen im Rahmen einer Solidaritätstour in Deutschland vor. Es finden Freundschaftsspiele gegen Tennis Borussia Berlin, Victoria Hamburg, St. Pauli, Roter Stern Leipzig und Babelsberg 03 statt. Der junge Club Partizan Minsk wird mit seinem kompletten Kader inklusive Vereinsführung und Fans nach Deutschland kommen. Die Tour wird von Informationsveranstaltungen in Berlin, Hamburg und Leipzig begleitet.

Wir, ein Bündnis aktiver Fans von Babelsberg 03 und St. Pauli, vom Roten Stern Leipzig sowie den Fußballclubs Tennis Borussia Berlin und Victoria Hamburg, möchten Euch das Team von Partizan Minsk vorstellen und beweisen, dass die Idee von einem anderen Fußball auch im Osten Europas lebt. Dafür benötigen wir aber Eure finanzielle Hilfe.

Bitte unterstützt uns und spendet auf folgendes Konto:

Empfänger: RoterBaum ev Leipzig
BLZ: 86020500 (Bank für Sozialwirtschaft)
KTN: 3474500
Verwendungszweck: Bildungsreise

Empfänger: RoterBaum ev Leipzig
IBAN: DE49850205000003474500
BIC: BFSWDE33DRE
Bank: Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: Bildungsreise

Im März heißt es dann Fußball gucken, informieren und mit den Gästen Spaß haben. Kommt zu den Spielen und besucht die Infoveranstaltungen!

Gemeinsam für Partizan Minsk!
Ein anderer Fußball ist möglich!

Das ist mein Babelsberg!

Keine 40 Minuten nach einer frustrierenden, unverdienten Niederlage vor stimmgewaltiger Nordkurve, respektive flummymässig auf und ab hüpfenden (wenigen) Gästen aus Heidenheim bietet sich in einer Kleingartensiedlung eben jenes Bild, welches die für Außenstehende nicht greifbare Faszination an Nulldrei ausmacht:

Friedlich vereint sieht man hier Munker, Bierholer, Antifas, Ultras, Rhomben, Scortesis, Zujezogene und sonstigen Pöbel. Ein jeder weiß, dass es hier in den folgenden Stunden kein böses Wort, keine sinnlose Diskussion geben wird. Jeder wird selbstverständlich integriert, sei er nun über 70, Gast aus Marseille oder einfach nur völlig fußballunaffin. Es wird gescherzt, gelacht, angestoßen, gefeiert. Die Musikauswahl, irgendwo zwischen Ostalgie, Achtziger und Punkrock, lässt das Tanzbein schwingen. Für jeden gibt es mindestens ein nettes Wort und so mancher lehnt sich für einen kurzen Augenblick zurück, legt das zufriedenste Lächeln auf und denkt: „Wo ist das sonst noch möglich? Wo? Das ist mein Babelsberg!“