Nachdem unser Gast ein wenig für den Spielbericht Zeit brauchte und Zack in gewohnt (Achtung Wortwitz!) zackiger ( 😀 ) Manier vorgelegt hat, soll euch der Bericht mit dem nicaraguanischem Blickwinkel von vilson auf das Geschehen nicht vorenthalten bleiben.

Con mi primera visita en el Karli, yo recibo el honor a escribir un pequeño informe del último partido. Y tenia suerte, vino Meuselwitz y cada vez en los últimos años – este oponente significa goles y más goles. Y así podríamos celebrar goles y nuestro equipo y las cervezas y las salchichas y más y más…

Pero por orden, aquí el informe:

El partido de Futbol inició! La gente  super simpática, genial.

El ambiente estaba un poco flojo, pues ha faltado un poco más de animación. Tal vez; porque estaban jugando en casa contra Meuselwitz … no era necesario.

El Juego en sí en los primeros 20 minutos un poco violento; hasta tarjetas incluidas. Estas pudieron  haber cambiado de amarillas a rojas.

Los tres goles…bien para el equipo!

A  celebrar!!!

El primer Gol inesperado, un poco antes de la pausa, ha hecho emoción en las gradas del estadio. Claro! Con una pequeña ayuda del portero turingio; así como el segundo.

La barra pidiendo un tercero y logrando este su último Gol.

Me ha gustado!

También la buena acción , en apoyo al pueblo  Griego en un pequeño estadio; espero que haya llegado de alguna manera el mensaje.

 

Y al fin solamente celebración. Por mi primera vez en la curva no se podría recibir más.

Una lástima que he visto muy pocos fanáticos del equipo contrario.

 

Suerte este  domingo 9 contra el Lindower SV en la copa!!!

Der Sieger ist der Fußball!!

Für den Bericht zum letzten Heimspiel unserer Equipe konnten wir einen Gastautor gewinnen. An dieser Stelle nun Danger Dans Sicht auf das gestriege Geschehen.

Dieser Titel (und ähnliche) wurde mir gestern nach dem Spiel, bei Bier und Halloumi, augenzwinkernd für meinen ersten Spielbericht vorgeschlagen. Augenzwinkernd deshalb, weil das, was auf dem Platz gezeigt wurde, sicher nichts für Fußballästheten war – trotzdem verdient gewonnen – aber eins nach dem anderen:

Sonntagvormittag, die Wolken verziehen sich, super Fußballwetter, also rauf aufs Rad, ein paar Leute eingesackt und ab zum Fanladen – schön ist er geworden. Gestärkt durch geschmierte Brötchen „mit ohne Fleisch“ ging’s dann zum Karli. Einlasskontrolle fand praktisch nicht statt, dafür gab’s unglaublich freundliche Ordner_innen, deren „viel Spaß“ auch ernst gemeint war – so stand ich dann mit Bier in der Hand und Lächeln im Gesicht in der Nordkurve. Rund 1600 andere Zuschauer_innen haben auch nen Fünfer springen lassen, das bedeutet keine Schlangen vor Bierständen und Klos aber auch wenig Leute auf den Rängen.

Anpfiff und Fahnenmeer in der Kurve. Auch die Staatsmacht wird berücksichtigt „Still not loving the police“-Doppelhalter in Richtung der rund zehn Cops, die angenehm unauffällig das Spiel begleiteten. Auf dem Platz lief das ganze eher uninspiriert, aber nach dem Sieg in Plauen zumindest etwas gelöster – was sich im Führungstreffer auszahlte. Die Gäste aus Thüringen lieferten allerdings auch keine nennenswerte Gegenwehr. Die gelöste Stimmung übertrug sich auch auf die Kurve – was sich aber nicht in mehr Support äußerte, sondern in mehr oder weniger Konzentration auf das Spielgeschehen. Bei den Gästen waren einige schöne sportliche Gesten zu beobachten, was allerdings durch eine gelbe Karte im späteren Verlauf relativiert wurde. Die Tore zwei und drei folgten dem gleichen Muster.

Insgesamt war das Ergebnis des letzten Heimspieltages, der unter dem Motto „Tag der Jugend“ stattfand (was man auf und neben dem Platz auch erkennen konnte), also durchaus versöhnlich. In diesem Sinne: Allez les Bleus!

Dankeschön!

Die erste Tor gleich zu Beginn im Estadio Archiv: Ein langer Ball auf den Flügel, kurzer Rückpass an die Strafraumkante und von dort butterweich geflankt. Flugkopfball von Ichsucht, direkt in den Winkel. Hurra! Kaum Zeit zum Durchatmen. Die Notgemeinschaft Peter Pan erobert souverän das Leder, feines Kurzpassspiel durch das Mittelfeld und dann aus der Distanz abgezogen. 2:0 für die Guten! Ekstase pur! Contra Real nun auf dem Spielfeld. Dribbling an der Außenbahn, die halbe Abwehr wird ausgetanzt und mit einem schönen Flachschuss den Torwart getunnelt. 3:0. So geht Fussi! Und schon die nächste Offensivaktion. Traumpass aus dem eigenen Strafraum, per Direktabnahme weitergeleitet und Fallrückzieher von Loser Youth. Das war das vierte Ding! Das sachkundige Publikum liegt sich in den Armen. Vier Tore sind eins zu wenig denken sich BEATE X OUZO und starten kurz vor Ende nochmal durch: Eine sehenswerte Kombination wird durch einen mindestens genau so sehenswerten Dropkick hinein ins Glück abgeschlossen. 5:0! Was für eine Glanzleistung! Sämtliche Angriffe natürlich konsequent über links. Danke an alle Beteiligten!

Den allerliebsten Dank auch an unsere Lieblingsskinheads! Merci RASH! Ihr seid die Größten, nicht nur bei der Veranstaltung von Konzerten. Politisch sowieso.

Danke auch an Nulldrei. Zuhause immer noch ungeschlagen. Das fetzt!

Aktionstag zum Thema Asyl- & Flüchtlingspolitik

BABELSBERG 03 und seine aktive Fanszene zeigen, dass beim Verein Integration nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch wirklich gelebt wird. Als erster aktiver Profifußballverein in Deutschland gibt es seit Juli diesen Jahres ein vereinseigenes Team, bestehend aus Flüchtlingen mit dem Namen „Welcome United Nulldrei“.

Um auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam zu machen, veranstaltet BABELSBERG 03, zusammen mit dem FC Lampedusa (Flüchtlingsteam aus Hamburg), dem Fanprojekt des FC St. Pauli und dem Fanprojekt Babelsberg sowie in Kooperation mit Viva con Agua St. Pauli (Local Crew Potsdam & Zelle Berlin), am 18. Oktober 2014 einen Aktionstag im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg.

Neben dem sportlichen Vergleich wollen wir an diesem Tag auch über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland informieren. Eingeladen sind Vereine wie Amnesty International, Pro Asyl, Kein Mensch ist illegal, Flüchtlingsräte und Projekte aus Berlin und Brandenburg sowie weitere Initiativen die sich gegen Rassismus und Homophobie sowie für Toleranz und ein buntes Miteinander engagieren. An Infoständen werden unsere Partner über ihre Arbeit informieren.


Der Aktionstag flankiert den kommenden Heimspieltag unserer Equipe gegen die Reservemannschaft des 1.FC Union Berlin. Die Regionalligapartie markiert somit auch den Startpunkt des Programms.

Im Anschluss an das Spiel der Blau-Weißen hat unser Welcome-United-Nulldrei-Team seinen Auftritt. Unsere Mannschaft tritt gegen den FC Lampedusa aus Hamburg an. Spielort wird der Kunstrasenplatz im KarLi sein. Beide Mannschaften trainieren seit längerer Zeit und werden einen sehenswerten Fußball präsentieren.

Die Verbindung von Nulldrei zum FC St. Pauli ist kein Geheimnis. Zum Ende des sportlichen Teils werden daher schlussendlich Fanvertretungen des FC St. Pauli und von BABELSBERG 03 im freundschaftlichen Vergleich auf Torejagd gehen. Die Partie wird ebenfalls auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen.

Damit ist der Abend jedoch noch nicht beendet. Neben dem oberen Trainingsplatz wartet ein tolles Bühnenprogramm auf die Gäste. Den Anfang macht der Berliner Rapper -PyroOne-. Nach einer kleinen Umbaupause ist dann Punk angesagt. Die nicht ganz unbekannten -Radio Havanna- werden die Bühne rocken. Als Highlight des Abends wird das Irie Révoltés Soundsystem die Bühne entern. Wir danken allen Künstlern für die Unterstützung unseres Projekts!


Allgemeines: Es wird an diesem Tag verschiedene Soliaktionen geben. Wir wollen mit dem Geld unter anderem unser -Welcome-United-Team- unterstützen. Während des ganzen Tages findet eine Pfandbecheraktion statt. Jeder Becher wird mit einem Euro Pfand versehen. Als Pfandmarke bekommt der Besucher einen Button. Da es verschiedene Buttons geben wird, können diese gesammelt oder inkl. Becher zurückgegeben werden. In zweitem Fall erhält man natürlich seinen Pfand zurück.

Zudem werden überall Spendenboxen und Büchsen postiert. Wer möchte, kann auch Geld spenden.

Wer den Eintritt für die Regionalliga-Partie Babelsberg 03 vs. Union Berlin II entrichtet oder eine Dauerkarte besitzt, hat freien Eintritt zu den Konzerten am Abend. Wer ausschließlich die Konzerte besuchen möchte, bezahlt am Abend an der Kasse 5 Euro + Solibeitrag. Der Solibeitrag ist selbstverständllich frei wählbar.

Ab 23:00 Uhr startet dann die Aftershowparty im Archiv Potsdam. Hier erwartet den Besucher Musik aus den goldenen 80er und 90er Jahren.

Alle Flüchtlinge haben an diesem Tag freien Eintritt!


Der aktuelle Ablaufplan sieht folgendes Programm vor:

13:30 – 15:15 Uhr SV Babelsberg 03 gegen 1. FC Union Berlin II 15:45 – 17:30 Uhr Welcome United Nulldrei gegen FC Lampedusa Hamburg 18:00 – 19:00 Uhr Fanteam Babelsberg 03 gegen Fanteam FC St. Pauli

Bühne im Stadion

18:30 – 19:15 PyroOne 19:45 – 20:30  Radio Havanna 21:00 – 22:00 Irie Révoltés Soundsystem

Alles Gute, FI99!

Eines vorneweg: In einem saustarken Spiel unserer Mannschaft vor guter, leider nur teilweise lauter Kulisse gewann Nulldrei mit Dreinull gegen die Zweete von Erna. Der Bericht hierzu muss leider hintenanstehen.

Seit nunmehr 15 Jahren schon,

blanker Hass, blanker Hohn,

euch oftmals schon entgegentrat,

von Nazis, Bullen und dem Staat,

von Hooltragruppen, selbsternannten

und Ordnerdödeln, hirnverbrannten,

von Vereinsvertretern, zwielichtigen,

ergo: Von genau den Richtigen…….

Ihr habt euch nie verbogen,

nie geduckt und nie gelogen,

authentisch, offen, engagiert,

und wie so oft schon propagiert,

nicht nur im Stadion präsent,

politisch „links“ gar omnipotent!

Der Karlkopf als Erkennungszeichen,

sucht man vergebens Euresgleichen,

ob Süd, Nord, Ost und West,

und man euch gern`manch Sünde erlässt:

Choreos wie von Kindern gemalt,

manch Nappel hat mit euren Klamotten geprahlt,

und, man kann es nicht genug erwidern,

zuviel Lala in manchen Liedern.

Doch genug dem negativen Wort,

ist dies nun auch der rechte Ort,

um endlich einmal Danke zu sagen,

Für was? wird mancher gleich erfragen:

Nunja, für 15 Jahre Ultra in Nowawes,

für manch gemeinsam geleertes Gefäß,

für unzählige Stunden im Bus,

für allerlei Genuss,

mit euch beim Dönermampfen, Labern, Grillen,

beim Saufen, Demonstrieren und Chillen,

bei all den Spätis und Konzerten,

in all den Häusern und den Gärten,

für die Postille „Ultra Unfug“,

als Klolektüre mehr als genug,

und einfach dafür, wie ihr seid,

doch allmählich dem Schwulste leid,

sei das letzte was mir entfahre:

Alles Gute, FI99, auf die nächsten 15 Jahre!

 

fi99-geburtstag_10x15

Die Bande holen wir uns!

Die Bande holen wir uns!
Eine Spendenaktion der Fans des SV Babelsberg 03

Einst genügte uns noch das Trikot, jetzt wollen wir die (freie) Werbebande!

Ja liebe Nulldreier_innen, wir,
engagierte Fans aus der Nordkurve Babelsberg, haben uns etwas überlegt: Wie allseits bekannt sein dürfte, sind die Bemühungen um eine Konsolidierung des Vereins bisher erfolgreich, doch ist unser geliebter SV Babelsberg 03 finanziell noch immer nicht auf Rosen gebettet. Die finanzielle Lage ist weiterhin immens schwierig. Das haben auch die Gespräche in der kürzeren Vergangenheit mit Vereinsverantwortlichen gezeigt.

Um einen kleinen, aber dafür mehr als ehrlich gemeinten Teil dazu beizutragen, dass sich dies ändert und darüber hinaus auch Impulse an potenzielle Sponsoren gesendet werden, die sich aufgrund der Lage noch abwartend verhalten, wollen wir dem Verein nun aktiv finanziell unter die Arme greifen und für eine Saison mindestens eine Werbebande mit dem Slogan WE ♥ NULLDREI versehen, der „Weiterentwicklung“ des bekannten I ♥ NULLDREI-Slogan aus den Tagen im Mai 2011.

Um eine Werbebande im Regionalbereich mit einer Länge von 5 Metern erwerben zu können, benötigen wir genau 2.000 – in Worten: Zweitausend – Euro! Bei 4.000 Euro, kaufen wir einfach zwei, bei 6.000 Euro, drei. Dies machen wir so lange, bis kein freier Platz mehr im Stadion ist, treten sie bis auf eine aber gern wieder ab, wenn sich ein Sponsor anstelle unserer Banden findet.

Ihr ALLE, Fans und Fanclubs aus allen Bereichen des Stadions, seid also gefordert: Öffnet eure Herzen und eure Geldbeutel und lasst ein paar Taler springen (Hier gilt natürlich das Motto „Klotzen statt Kleckern!“ – Kleinvieh macht allerdings auch Mist.).

Eure Spenden für die WE ♥ NULLDREI-Werbebande könnt ihr ab sofort an jedem Spieltag in die Spendeneimer der fleißigen Spendensammler_innen werfen, oder auch ganz entspannt per Überweisung an:

Kontoinhaber: SV Babelsberg 03 e.V.
Bank: Commerzbank Potsdam
IBAN: DE 26 1604 0000 0131 1422 00
BIC: COBADEFFXXX

mit dem Verwendungszweck „Die Bande holen wir uns“ tätigen.

Wir und sicherlich auch der Verein sagen euch jetzt schon Danke für eure Unterstützung!

Engagierte Fans aus der Nordkurve Babelsberg
Babelsberg, 15.04.2014

Kurz und Knapp

Preisfrage: Was passiert, wenn man mitten im Spiel von hinten angetippt wird und spontan zum Schreiben des Spielberichts verdonnert wird? Richtig, das Aufgezwungene rückt natürlich in den Hintergrund und findet sich in der Kammer der Vergesslichkeit in der hinteren Ecke meines Kopfes wieder. So nun geschehen mit eben jener Spielberichtsverpflichtung. Kaum einer vor mir hat es geschafft, den Spielbericht um exakt eine Woche aufzuschieben. Spart euch den Applaus, ich schäme mich und gelobe hiermit öffentlich Besserung. Natürlich nur dann, wenn mir das Schreiben a) nicht spontan übergeholfen wird oder b) ich bereits vor Spielbeginn darüber in Kenntnis bin.

An jenem Tag vor einer Woche selbst, trottete ich gewohnt freitagserschöpft ins Stadion und sah ein munteres, erstes Finalspiel des diesjährigen Karli-Cups a.k.a. Schulcup zwischen der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule und dem FC Rhoter Rhombus, welche die Schule klar mit 5:0 für sich entschied und somit die Grundlage für den Gewinn eben jenes bedeutsamen Cups legte.

Dann, ab in die Kurve, die an jenem Abend eigentlich recht gut drauf war. Zumindest machte der Support nach Albrechts Blitz-Treffer schon ziemlich Laune, obwohl ich Mitmachquote nach wie vor für ausbaufähig halte. Naja, der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Elfmeter, Distanzschuss und Konter führten der Reihe nach zum Gegentor 1, 2 und 3. Schlusspfiff, verloren, fertig. Astra Bier ist immer noch der absolute Killer auf den  Freitag Abend.

Am Sonntag, also übermorgen gehts schon weiter mit der wilden Fahrt, und zwar ins schöne Jena zum FC Carl Zeiss. Der Zugmob startet um 8.00 Uhr ab P-Hbf. Schließt euch an und gebt alles für unsere Equipe!

Frauen* in die Kurve – alles andere ist Quark

So stand es Freitagabend auf einem neuen Banner in der Nordkurve zu lesen. Doch der Reihe nach.
Das erste Flutlichtspiel der Rückrunde stand an. Die bisherige Punkte- und Torausbeute ließ doch etwas zu wünschen übrig, trotzdem ging es für mich recht gut gelaunt Richtung Fanladen. Dort das übliche Prozedere – großes „Moin.“ in die Runde, Gerstensaft in die Hand und erstmal schnacken. Soweit alles wie gewohnt.
Überraschung dann am Karli. Das hieß heute nicht mehr Karli, sondern wurde kurzerhand per Transpete in Rosa-Luxemburg-Stadion umbenannt. Schöne Gedächtnisstütze für alle, die vergessen hatten, dass am Samstag Internationaler Frauenkampftag war. Wie nötig dieser Kampf noch immer ist, zeigte sich ganz nebenbei am Samstag in der Sportschau. Dort wurde gezeigt, wie irgendein Spieler von Leverkusen irgendeinen anderen Spieler von Leverkusen beim Aufwärmprogramm ordentlich umgrätscht. Interessant war aber nicht die Szene selbst, sondern der Kommentar eines gewissen Rudi Völlers dazu. Nachdem dieser unter anderem bereits 2011 Schiri Deniz Aytekin nach einem verlorenen Spiel mit den Worten „Pfeif doch Frauenfußball!“ belegte, kam nun eine neue Perle. Auf die Frage vom Reporter, was er zu der Aktion meint, antwortete der Rudi sinngemäß: „Wir sind hier ja nicht beim Schach. Wir spielen auch keinen Frauenfußball. Das ist Männerfußball!“. Aber ich schweife ab…
Im Stadion dann zunächst geschaut, wie denn der Verkauf der nachgedruckten T-Shirts so läuft. Und er lief. An dieser Stelle auch von mir nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Käufer_innen. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass die Teile so gut ankommen. Weiter in die Kurve. Auf dem Weg dahin, bekam ich noch einen A4-Zettel mit Text und ohne Bilder in die Hand. Da noch ein wenig Zeit bis zum Anstoß war, konnte ich diesen noch kurz überfliegen (und in der Halbzeit dann richtig lesen). Urheber_in war die neue FMT-Gruppe der Nordkurve (FMT = FrauenMädchenTrans* / eigentlich auch keine Gruppe, sondern ein loser Zusammenschluss), welche auch gleich ein feines Banner mit dem Konterfei Rosa Luxemburgs und dem oben erwähnten Spruch in Anlehnung eines ihrer berühmtesten Zitate am Start hatten. Den Text selber findet ihr unter diesem Bericht. Sehr gelungen das Ganze und regt auch zum Denken an. Wir wünschen viel Erfolg bei der Erreichung eurer Ziele und sichern hiermit unsere Unterstützung zu!
Nun zum Spiel. Den Auftakt in der Nordkurve machte heute mal wieder eine Choreo. Leider aus traurigem Anlass, da sie dem verstorbenen ‚Schupo‘ Tietz gewidmet war. Eine gelungene Aktion und in meinen Augen ein würdiger Abschied. Danach wurde gut auf den Rängen losgelegt und auch die Mannschaft zeigte wieder eine Steigerung im Vergleich zum Zwickau-Spiel. Dennoch ist noch Luft nach oben und ich hoffe, dass die Leistungsreserven noch abgerufen werden. Für ein Tor reichte es in der ersten Halbzeit noch nicht. Das wiederum führte bei mir zu dem Gedanken, dass die Mannschaft die drei Punkte mitnimmt, welche das erste Tor macht. Glücklicherweise markierte Enes Uzun für Nulldrei das 1:0 in der 51. Minute. Was für eine Erleichterung! Endlich mal wieder ein Tor für die Guten! Leider hielt dieses Gefühl nur 10 Minuten, bis der BAK ausglich. Das war zuviel für mich, es wurde Zeit für eine Bratwurst. In der Folge war es mir in der 73. Minute nicht vergönnt in der Kurve das 2:1 durch Dennis Lemke zu feiern, da ich mich noch auf Höhe der Mittellinie mit Essen beschäftigte. Selbst schuld, aber auch völlig nebensächlich. Endlich wieder drei Punkte geholt!

“…SELBSTKRITIK IST LEBENSLUFT!“

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass am 07.03.2014 irgendetwas anders war als sonst. Ihr seid nicht ins “Karli” gegangen, sondern ins Rosa-Luxemburg-Stadion. Darüberhinaus wurde ein neues Banner an den Zaun der Nordkurve gehangen. Gut, das fällt nun wirklich kaum auf, da kaum eine_r von uns mitrkiegt, was vorm Zaun passiert.
Dieser Text soll´s erklären.

Am 8. März war Frauentag!

Das wollen wir zum Anlass nehmen um hier ein paar Worte loszuwerden.
Es ist wirklich schön und das kann immer wieder betont werden, dass es viele Frauen* in der Nordkurve gibt, die sich wohl und akzeptiert fühlen können. Dennoch passiert es häufig, dass dieses Wohlfühlen sich reduziert – nicht nur aus weiblicher Perspektive. Kritik gab es beispielsweise an mackrigem Verhalten schon oft, ob im Ultra Unfug oder anderen Kurvenkommunikationsmitteln. Leider blieb die Kritik bisher unkommentiert, undiskutiert und vorallem war sie nicht nachhaltig. Die damit einhergehenden Veränderungen schienen auszubleiben.
Wir wollen die Aktion dazu nutzen eine nachhaltige Diskussion anzuregen und dazu aufrufen das Thema Frauen* in der Kurve zu sensibilisieren. Zur Erklärung sei zu erwähnen, dass all diese Aktionen nicht von Typen gemacht/gedacht wurden um symbolisch eine Antisexistische Kurve darzustellen, sondern uns geht es darum auch als gruppenlose supportende FrauenMädchenTrans* Positionen klarzustellen und wahrgenommen zu werden. Vielen lieben Dank aber an dieser Stelle für die Unterstützung bei unserem Vorhaben!

Wie kommts?
In der Vergangenheit kam bei einigen der Wunsch auf sich einerseits aktiv in die Kurve einzubringen, ohne jedoch gleich in einer Gruppe sein zu wollen oder als eigenständige Gruppe zu agieren. Bei der Frage wohin der gewünschte Aktionismus wohl ginge und wie wir die Kurve als klar männlich dominierten Bereich wahrnehmen, kam schnell der Gedanke in die Kurve hinein zu intervenieren ohne den Zeigefinger zu erheben.

Was es für uns ausmacht, Fussballfan/Ultra zu sein:
gemeinsam den selben Verein zu supporten, sich zusammen über drei Punkte freuen, aber auch gemeinsam traurig sein, sich ärgern, wenn´s mal nicht so läuft, sich im Stadion zur Gesamtscheiße zu positionieren, Emotionen zeigen, auch mal Angst haben, gemeinsam party machen, die gleiche musik feiern. In guten und in schlechten zeiten im Stadion stehen – darum geht es! Bestenfalls auch die Tage und Wochen zwischen den Spieltagen gemeinsam gestalten.
Dennoch ist es manchmal ein komisches Gefühl in der Kurve zu sein, als Frau* und vorallem als Person, die (bewusst) in keiner Gruppe aktiv ist. Damit ist mensch in keine feste Struktur eingebunden und es ist nicht immer klar wie sie funktionieren. Das ist aber auch okay, solange das nicht zum Vorwurf wird. Komisch ist aber damit konfrontiert zu werden, ‚Freudin von‘ zu sein oder den Druck zu verspüren das eigene Interesse an Fussball – und allem was dazu gehört – stärker rechtfertigen zu müssen, als männliche Genossen.
Der Umgang in der Nordkurve scheint auf den ersten Blick harmonisch, es macht Spaß auswärts im Zug zu sitzen und ein bisschen rumzualbern. Miteinander Quatsch machen ist super, aber nicht den Quatsch, bei dem Andere übergangen werden oder Einzelne für Konsequenzen für alle sorgen.
Das passiert echt häufig, sei es durch übermäßigen Alkoholkonsum oder dynamische Gruppenprozesse. Was in diesen Situationen am meisten nervt, ist diese Ignoranz gegenüber einer Kritik. Wenn blödes Verhalten in jenen Momenten angesprochen wird, ist es wie gegen eine Wand zu reden oder noch schlimmer, mit noch blöderen Sprüchen abgespeist zu werden. Wenn es laut durch die Bahn tönt “Saufen is geil” ja dann ist es manchmal peinlich Teil dessen zu sein. Dann ist es nicht nur unangenehm daneben zu sitzen, sondern es bestätigt das Klischeebild von “ein Fussballfan sei versoffen, laut und prollig” und Fussball eben nix für Frauen*. Dem ist doch aber absolut nicht so und das möchten wir nicht ständig bestätigt sehen und in der Außenwelt auch nicht immer anders rechtfertigen müssen. Nicht allzu selten fühlt es sich dann an wie ein innerlicher Spagat zwischen einerseits wirklich dummdeutschem männlichen Prolloverhalten, wie wir es sonst ablehnen. Und andererseits eine Kurve voller Menschen, mit denen wir uns wohlfühlen und wissen, dass sie doch sonst eigentlich nicht so sind.Hinzu kommt, dass ein Bild eines mackrigen, sportlich versoffenen Typen als Vorbild an den Kurvennachwuchs transportiert wird.
Vielmehr wollen wir gemeinsam hinter einer politischen Idee stehen und inakzeptable Vereine ausbuhen, deren menschenverachtenden Positionen widersprechen und klare Statements
formulieren.Klar wollen wir auch zusammen feiern. Jedoch schreckt es uns ab wenn dann hin und wieder die Ansprüche Einiger mit Ausrastern, lauter Stimme, ignoranten Aktionen oder Fachgesimpel durchgesetzt werden.
Es ist extrem schwer Entgleisungen von Einzelpersonen hinzunehmen, gar zu ignorieren. Wir nehmen wahr, dass Konflikte untereinander oft unzulänglich bewältigt werden. Dass die Auseinandersetzung mit Empfindungen von Genoss_innen nicht einmal ansatzweise so respekt- und verständnisvoll stattfindet, wie es in einer linksalternativen, solidarischen Kurve zu erwarten wäre.
Emotional reagieren ist immer besser als Frust in sich hineinzufressen, doch sollte bedacht werden, dass dabei Menschen eventuell unnötig verletzt werden, Grenzen überschritten werden und nachträgliche halbherzige Entschuldigungen die tiefen Wunden der Beschimpfungen auch Monate später nicht heilen können.
Es ist auch klar, dass nicht immer alle mit Allen können. Jedoch sollte versucht werden füreinander Verständnis aufzubringen.
Unsere Fußballkurve ist ein so bunt gemischter Haufen mit unterschiedlichsten sozialen und ökonomischen Hintergründen, alle sollen sich wohlfühlen können. Wir wollen nicht die gesamte Szene umkrempeln, sondern nur, dass ein offenes Ohr oder die Bereitschaft zum Nachdenken gegeben ist, wenn der Wunsch geäußert wird, dass die T-shirts bei Sonne und Hitze anbehalten werden oder dass der Alkoholkonsum nicht lautstark abgefeiert wird. Bevor losgemeckert wird, einfach mal kurz inne halten und überlegen was die Person gegenüber meint oder nachfragen.

Engagierte Supporterinnen aus der Nordkurve.

Fragen, Anregungen oder Kritik an: fmt_03@gmx.net

Frauen* = Die Schreibweise der Wörter Mann* und Frau* mit diesem Sternchen dahinter soll vorallem verbildlichen, dass Männer und Frauen gesellschaftliche Konstrukte sind. Das Sternchen kann auch als Mitdenken und Platz für queere Verortungen gesehen werden.
rosaBBG