Mal eben nach Luckenwalde

Die erste Fahrt der Saison mit dem Bus stand an. Naja, es waren nur 45 Minuten Anreise. Aber immerhin.
Vor Ort dann die erwartet hohe Anzahl 03er_innen. Bevor es in Richtung Nordkurven-Möbchen ging, erstmal kurz Richtung Bierstand orientiert. Es sollte wohl Krombacher geben, was bereits nicht so prall gewesen wäre, aber da muss irgendwas anderes (schlimmes) aus dem Hahn gekommen sein. Immerhin war der Preis ok. Der Rest der Versorgung beschränkte sich auf Brat- und Bockwurscht. Gut für mich, denn ich mag Bocki. Schlecht für Leute, die Fleisch von ihrem Speiseplan gestrichen haben.
Bei der Suche nach dem Support-Willigen, kam bei mir schnell der Gedanke „Boah, diese Ultras.“ hoch. Die gesamte Gegengerade kann genutzt werden und wo stellt man sich hin? Auf den kleinen Teil der Hintertorgerade. Dazu kamen noch die ungünstigen Stufen (=> Sitzschalen weglassen und das dann Stehplatz nennen) und die eher suboptimale Sicht war perfekt. Obwohl…dafür hätte noch ein Flutlichmast im Sichtfeld gefehlt. Aber egal, Platz gesucht und ab dafür. Der Support war für einen Mittwochs-Spiel auch durchaus sehenswert. Auch witzig zu sehen war, wie die staatlichen Ordnungshüter schnell die Kamera bereit machten, als die Blockfahne für das Intro zur zwoten Halbzeit vorbereitet wurde. Sie hofften anscheinend auf hübsche Bilder von Pyro-Chaoten. Aber es ist einfach nichts passiert…kleiner „Ätsch!“-Moment unsererseits.
Am Ende stand das wahrscheinlich schon allseits bekannte 1:1. Warum der Schiri so lange hat nachspielen lassen, konnte mir in meinem Umkreis auch niemand beantworten. Trotzdem hätte 03 das besser runterspielen können. Sei es drum…ab zum Bus und ab auf die feucht-fröhlich-kurzweilige Rückfahrt. Und morgen alle ab zum Spiel gegen Nordhausen!

Danke!

Am Sonntag stand das letzte Saisonspiel der Frauen an und es ging noch darum, den Staffelsieg auch rechnerisch sicher zu machen. Das Ganze auwärts in Treuenbrietzen, wo es beim letzten Mal einen zweistelligen Sieg und erstaunlich gutes Flüssig-Catering zu bewundern gab. Also, noch einmal ein paar Leute zusammengetrommelt und ab dafür.
Wie gegen Brandenburg im Pokal fanden sich auch hier relativ viele Zuschauer_innen ein. Der Weg er Mitreisenden führte meistens jedoch zunächst in Richtung Versorgungsstand, in der Hoffnung, dass es wieder die schon fast legendären 1-Liter-Becher gibt. Ich kann an dieser Stelle vermelden: Es gab sie! Vorm Spiel wurde Elke, die nebenbei als Schiedsrichterin agieren musste, verabschiedet. Sie hat mit dieser Saison ihre aktive Karriere beendet. Danke für die tollen Leistungen!
Auf dem Platz standen bei 03 am Anfang eher Spielerinnen, die in der Saison weniger zum Zuge kamen. Treuenbrietzen nutzte die Gelegenheit und markierte das 1:0. Mitte der ersten Halbzeit dann fast kompletter Wechsel bei 03 und innerhalb von ein paar Minuten drehten Denise (2x) und Lisa das Spiel auf 1:3. Kurz danach allerdings noch einmal Treuenbrietzen mit dem 2:3. Halbzeit – kurz durchatmen, neue Molle holen und ein wenig auf dem Spielplatz nach dem Rechten schauen.
In der zweiten Hälfte dominierte 03 wieder mehr und dank Selina und Nicole stand es am Ende 2:5. Was wiederum bedeutete: Kreismeister! Natürlich nicht ohne fehlende Sekt- und Bierduschen. Auch wenn manche dummerweise Qualitätsprosecco gegriffen hatten und etwas länger brauchten, um in den lustigen Reigen einzusteigen…
Einige der Gäste genossen noch Wetter und Atmosphäre und schauten sich später Treuenbrietzen II vs. SG Saarmund II an…aber das ist eine andere Geschichte.
Viel wichtiger ist es auch an dieser Stelle einmal „Danke!“ für die Saison zu sagen! Es hat riesenviel Spaß gemacht die neue Mannschaft, trotz der oft unmenschlichen Anstoßzeiten, zu Hause und auswärts zu begleiten. Den Verletzten gute Besserung und wir sehen uns in der Landesliga!

Schollefeeling

Nachdem das vorletzte Wochenende fußballtechnisch ziemlich in die Hose ging, sollte das letzte zumindest besser werden. Praktischerweise konnten wieder die Frauen und die Herren besucht werden. Bei erstgenannten ging es sogar um das Kreispokalfinale. Und das auch noch auf der heimischen Sandscholle.
Eine sehr angenehme Anstoßzeit und sonniges Wetter machten schon beim Spaziergang zum Platz Laune. Drinnen dann eine recht große Zuschauerkulisse, auch Brandenburg lies sich nicht lumpen. Deshalb schnell einen schnell einen guten Platz gesichert. Drumherum noch ein mehr oder weniger spannendes Rahmenprogramm und die Bestätigung, dass das Team für die nächste Saison eine Klasse höher gemeldet hat. Das stand ja noch etwas in den Sternen, weil sich dafür nur langsam die nötige Jugendequipe zusammenfand.
Dass die beiden besten Teams der Liga auf dem Platz standen zeigte sich daran, dass es lange 0:0 stand. Erst in der zweiten Hälfte zappelte der Ball das erste Mal im Netz. Leider im falschen. Und es sollte leider nicht das letzte Tor der Brandenburgerinnen bleiben…Hiobsbotschaft Nr. 2 in der zweiten Hälfte: Bier ist alle! Klasse…irgendwann stand es auch noch 0:4. Trotzdem ließen sich die Nulldreierinnen nicht hängen und machten noch den Anschlusstreffer und einige der Sitzplatzultras veranstalteten eine entspannte Rauch-und-Licht-Aktion. Ob die der Grund dafür war, dass 03 kurz darauf das 2:4 nachlegten? Wir werden es wohl nie erfahren. Jedenfalls war die blauweiße Equipe jetzt am Drücker und wenn das Spiel noch länger gedauert hätte…naja…hätte, hätte, Fahrradkette.
So wurde noch einmal gebührend zusammen der zweite Platz gefeiert. Nächsten Sonntag dann nach Treuenbrietzen zum letzten Saisonspiel!

Du sollst den Sekt nicht vor dem Abpfiff trinken

Nach der absolut enttäuschenden Leistung der Ersten am Freitag sollten es die Frauen am Sonntag besser machen. Doch bevor ich dazu komme, muss ich noch kurz zu zwei Sachen vom Freitag meinen Senf zum Besten geben.
Erstens: Warum will der Verein neuerdings generell Portemonnaie-Ketten, Nietengürtel und Ähnliches verbieten? Gegen Cotzbus – ok. Dieses vor dem Cotzbus-Spiel nicht anzukündigen – scheiße. Der jetzt eingeschlagene Kurs, ohne jegliche Ankündigung und Begründung, obwohl die Sachen schon bei vielen „Problem-Spielen“ der vergangenen Jahre zugelassen waren – richtig scheiße und peinlich!
Zweitens: Wie konnte es soweit kommen, dass bei jedem, aber auch wirklich jedem, Gegner, beim Tor für unser Team ein kräftiges „Viel zu viel, scheiß Verein!“ hinterher geschickt wird? Wenn Vereine und deren Anhang wirklich unsympathisch (Lok, nächste Saison RBL, …) sind, habe ich durchaus Verständnis dafür. Auch wenn man darüber sicher diskutieren kann. Aber gegen Mannschaften wie Halberstadt?! Es kotzt (sicher nicht nur mich) an!

-Schnitt-

Wie schon angedeutet, sollten es die Frauen am Sonntag besser machen. Endlich mal gab es auch eine angenehme Anstoßzeit. Leider hat es unser Verein mal wieder nicht geschafft, auch nur für ein klein wenig Verpflegung zu sorgen. Gut, wer das schon geahnt hatte, und sich selbst seine Ration packte. Das Spiel ging wie gewünscht los und 03 führte bald durch 2 Tore von Nicole. Kurz danach knallten tatsächlich die ersten Sektkorken. Wenn das mal kein schlechtes Omen ist – hätte sich ein abergläubischer Mensch gedacht. Jedenfalls machte Wachow/Tremmen noch vor der Halbzeit den Anschlusstreffer. Zusätzlich wurde uns eins klarer Ölfmeter von der ansonsten souveränen Schiedsrichterin verwehrt. Soweit war noch alles im Rahmen, unser Team hat nicht nur einmal in der Saison erst in der zweiten Halbzeit richtig aufgedreht. Aber dann…der Ausgleich. Der hätte auch noch für den vorzeitigen Aufstieg gereicht. Wachow/Tremmen rührte nun hinten Beton an und wartete auf eventuelle Chancen. 03 rannte dagegen an, fand aber nicht wirklich ein Mittel gegen die robust und gut verteidigenden Wachowerinnen/Tremmerinnen. So kam es wie es kommen musste…2:3. Der endgültige Aufstieg ist also verschoben.

Vorher aber erstmal alle am Freitag auf die Sandscholle!

eieieieiei….

Der Tag begann mal wieder viel zu früh, dennoch wurde der Treffpunkt am Rathaus halbwegs rechtzeitig erreicht. Immerhin gut 35 Leute fanden sich dort ebenfalls ein und es ging geschlossen zum Fanladen. Dort angekommen erfuhren wir, dass bereits die ersten BFCler auf der Suche nach 03er_innen vorbeigeschaut hatten. Die in der Nähe stehenden Cops interessierte das herzlich wenig. Also, jetzt bloß keinen Fehler machen…erstmal n Bier. Die entspannte Atmosphäre währte aber nicht lange. Schon kam der nächste Mob der Vorstädtler vorbei, auch dieses Mal eindeutig sportlich orientiert. Irgendwann hatten das auch die Cops gecheckt und geleiteten die Tiefflieger vorbei. Die eigentliche Frechheit folgte aber erst im Anschluss: Die Ordnungsmacht war anscheinend aufgewacht und hatte nichts Besseres zu tun, als sich behelmt vorm Fanladen aufzubauen und die Anwesenden abzufilmen. Dazu noch ein paar Drohungen aussprechen und schon konnte man wieder einen kleinen Arbeitsnachweis ins Muttiheft schreiben.
Im Stadion das erwartete Bild im Gästeblock: Recht voll, dafür größtenteils mit lahmen Support. Als „Höhepunkt“ wurde ein offizielles BlauWeißBunt-Banner präsentiert, garniert von einer der schlechtesten Pyro-Aktionen, die ich je im Karli gesehen hab…Hammer-Aktion! Nächste Saison hol ich mir bei eBay irgendwelchen BFC-Merch und häng den auch am Zaun auf.
Mit unserem Support konnte man zufrieden sein, auch wenn nach oben noch Luft ist. Dank dem kleinen Intro werde ich auch noch einige Wochen Konfetti in der Wohnung finden, aber das nimmt man ja gerne in Kauf. Leider gelang es dem Team auch dieses Mal wieder nicht, 3 Punkte zu gewinnen. Hoffen wir mal, dass der Knoten gegen Cotzbus endlich platzt.

Treuenbrietzen hat die Bombe

Das letzte Auswärtsspiel des Jahres stand an: Die Frauen im Viertelfinale des Kreispokals in Treuenbrietzen.
Doch schon einen Tag vorher ging es mal wieder nach Zipsendorf. Die Nacht davor war für einige vielleicht etwas kurz, trotzdem waren alle erstaunlich pünktlich am Lutherplatz. Die Anfahrt dann so entspannt wie unspektakulär. Angekommen in der lächerlichsten „Arena“ der Liga kam das erste wirklich Erfreuliche des Tages – 7 Euro Eintritt für Vollzahler. Sehr schön. Auch die staatliche Ordnungsmacht war soweit entspannt, wenn auch sehr zahlreich vertreten. Im Stadion konnte heute nicht die gewohnte Versorgungsstelle angesteuert werden, da dieses wegen Umbaumaßnahmen zur Zeit geschlossen ist. Ebenfalls waren die Toiletten nicht zugänglich, weshalb Dixis aufgestellt wurden. Für sowas hab ich ja an sich Verständnis. Aber wer kam denn bitteschön auf die Idee, gerademal 2 (in Worten: zwei!) von den Teilen hinzustellen?! Anstellen war also angesagt. Leicht angefressen ging es zur zweiten Fressbude, die nicht von der Baustelle betroffen ist. Auf Grund der letztjährigen Vorfälle beschlich mit die ungute Vorahnung, dass es nur Leicht- oder sogar alkoholfreies Bier geben könnte. Die Nachfrage wurde vom Versorgungsmenschen freundlich und bestimmt mit einem „Wiar veroarschn doch de Leude nisch!“ beantwortet. Daumen hoch dafür! Auch der Glühwein hat später sehr gemundet…
Zu Beginn des Spiels dann ein Spruchband vom kleinen Support-Haufen gegenüber. Irgendwas mit „Zipsendorfer Sturm gegen Rassismus und Extremismus…“. Das erste unterschreibe ich sofort. Aber das mit diesem „Extremismus“ ist unkommentiert ja immer so eine Sache. „Was genau meinen die wohl damit?“ ging es kurz durch meinen Kopf…immerhin wurde dann fleißig locker 20 Minuten eine rote Fahne geschwenkt. Das lasse ich jetzt mal unkommentiert. Unser Support war ganz ok für meinen Geschmack, aber irgendwie wollte mal wieder der Funken nicht ganz überspringen. Keine Ahnung, was da zur Zeit los ist. Am Spiel kann es nicht gelegen haben. 03 dominierte den Großteil des Spiels und nahm völlig zu Recht die 3 Punkte mit ins schöne Nowawes. Bewegte Bilder wie so oft auf MDR und sogar der RBB hat mal mitbekommen, dass es uns noch gibt.
Die Rückfahrt war entsprechend kurzweilig und der Abend wurde von der ein oder anderen Gerstenkaltschale begleitet. Mich zog es dennoch vor dem Morgengrauen nach Hause, denn…
Sonntag früh sollte es ja noch nach Treuenbrietzen gehen! Da mein Taxi in Werder wartete, klingelte der Wecker etwas früher als sonst. Fast pünktlich dort aufgeschlagen, ging es geschwind in die Sabinchenstadt, die nebenbei wirklich hübsch anzusehen ist. Genauso wie das im Wald gelegene Stadion. Trotzdem wurden die ersten Minuten des Spiels verpasst, was uns nicht daran hinderte, zunächste die Versorgungslage zu checken. Was soll ich sagen? 4 Euro für 1 Liter leckeres Bier (auch andere Getränke fanden wohl ihren Weg in die großen Becher…) und Bockwürste als feste Nahrung. (Nicht vegetarisches) Fußballfanherz, wat willste mehr?! Da kann sich auch unser Verein für das nächste Heimspiel der Frauen mal eine Scheibe von abschneiden! Am Spielfeldrand angekommen, zunächst mal „Hallo!“ in die Runde und nach dem Spielstand erkundigt. Ok, wir hatten also die ersten 2 Tore für uns verpasst. Da wir aber davon ausgehen konnten, dass noch mehr folgen würden, war das aber nicht so wild. Etwas überrascht war ich dann doch von den anderen Angereisten. Ganz mondän wurde es sich da auf Gartenstühlen gemütlich gemacht. Support und Banner gab es nicht. Lag es an dem schönen Wetter? An der Fahrt vom Tag davor? An den großen Bierbechern? Ich weiß es nicht. Aber egal, immerhin wurde sich zu jedem Tor erhoben. Von denen kamen noch so einige. Bis es irgendwann wieder zweistellig wurde, was die bereits in Rathenow eingeübte Feier-Choreo zur Folge hatte. Wer sich jetzt fragt, was das wohl ist, muss eben mal mitkommen. Aber auch die Treuenbrietzenerinnen musste sich mit ihrem Torjubel nicht verstecken, als nach Konter irgendwann das 11(+/-1):1 fiel. Die Präsentation einer formvollendete „Bombe“ wurde völlig zu Recht mit Szenenapplaus honoriert. Danach war wieder 03 am Zug, bis es schlussendlich 13:1 stand. Sehr geil! Anschließend kurz die Mannschaft abgefeiert und in die Winterpause verabschiedet. Ich freu mich, wenn es weitergeht. Besonders auf das Rückspiel in Treuenbrietzen.

Nennhausen und Babelsberg – Die Freundschaft!

Was für ein lustiger Abend im Fanladen! Weniger lustig war es denn, sich Sonntag morgen zum Lutherplatz zu schleppen. Aber egal, der Bus wartet nicht auf jede_n und es sollte zu den Frauen nach Rathenow gehen. So stand ein kleines sympathisches Möbchen am altbekannten Treffpunkt, noch bevor beim Fahrland die Bio-Brötchen ausverkauft waren. Und dann bog auch noch der Bus pünktlich auf die Minute um die Ecke – gute Voraussetzungen also!
Die Fahrt noch genutzt, um ein wenig Schlaf nachzuholen, waren wir relativ schnell fast am Ziel. Allerdings stand eine Baustelle im Weg, was uns zu einer „kleinen“ Extra-Runde zwang. Aber alles kein Ding, rechtzeitig am Stadiongelände angekommen, verwunderte Blicke der anwesenden Zuschauer kassiert und erstmal was zu essen suchen…denkste! Nix da – weiter hungern.
Da der Anstoß nach hinten geschoben wurde (nachdem ja erst einen Tag zuvor nach vorne verlegt), blieb noch Zeit, sich die D-Jugend von BSC Rathenow gegen Rot Weiß Nennhausen anzusehen und zu klären, ob eine Halbzeit davon ausreicht, den „Ground zu machen“. Die Sympathien waren schnell verteilt, auch wenn Nennhausen schon vor dem Seitenwechsel 1:3 zurücklag. Doch zeigte sich mal wieder, was eine gute Kurve ausmacht! Unermüdlich wurden die Spieler_innen (Ja, die hatten auch ein Mädchen dabei, das gefälligst mal von Nulldrei verpflichtet werden sollte!) nach vorne getrieben und drehten das Ergebnis auf 4:3. Ganz großer Sport!
Gut gelaunt fieberte die Kurve nun dem Highlight des Tages entgegen. Inzwischen war auch klar, wer die wichtigste Pfeife des Tages sein sollte: Der Imperator vom letzten Spiel! Da konnte nix mehr schief gehen. Die Kurve, ausgestattet mit Schwenker und geölten Stimmbändern, legte gut los und konnte den Support auch fast durchgängig halten. Trotzdem stand es zur Halbzeit „nur“ 1:0. Da ging noch was. Also, erstmal rüber zum Restaurant und für neuen Gerstensaft gesorgt. Der Rest versuchte auf dem Platz sein fußballerisches Können unter Beweis zu stellen, kritisch beäugt von der ImperaTine. Wenig überraschend wurde wieder klar, warum die meisten von denen eben doch lieber in der Kurve stehen. Jedenfalls ging es irgendwann weiter mit richtigem Ballsport. Nulldrei erhöhte jetzt den Druck. So sehr, dass dem Imperator auch mal die Pfeife aus dem Mund flog und es zum Schluss 7:1 für uns stand. Rathenow wusste sich nicht weiter zu helfen, als ordentlich in die Knochen zu gehen. Ergebnis: 2 verletzte Lisas. Hoffentlich nix ernstes.
Schnell noch die Mannschaft abgefeiert, Möbchen-Foto mit selbiger und den verbliebenen Nennhausernern (Nennhäuser?) und ab in den Bus. Rückfahrt kurzweilig und…naja…lassen wir ein Beweisvideo sprechen.

Nu? … Nu!

Urlaub in Kombination mit einem 03-Spiel am Sonntag ergaben für mich die Möglichkeit endlich, mal wieder drei Spiele an drei Tagen zu sehen. Hab ja sonst nix zu tun. Los gings mit…

Victoria Seelow vs. FC Frankfurt (Oder)

Freitag, Flutlich, Derbyzeit im Oderbruchstadion! Und dazu noch Spitzenspiel der Brandenburgliga. Zugegeben, es war erst der zweite Spieltag. Aber immerhin hatten die Gastgeber ihr erstes Spiel in Hohenleipisch 4:0 gewonnen. FF machte es da noch besser und gewann sogar 5:0 in Oranienburg. Es konnte also ein spannendes Spiel erwartet werden. Wurde es aber am Ende leider nicht, denn die Kleiststädter waren überlegen und deutlich abgeklärter. Stand es zur Pause noch 0:0, netzten sie kurz danach zweimal ein, überstanden die Druckphase von Seelow mit nur einem Gegentor und siegte am Ende gar 5:1. Mit Frankfurt scheint diese Saison zu rechnen zu sein. Aber 03 hat bekanntlich auch in der letzten Spielzeit sehr gut begonnen.
Der Samstag bot wiederum Zeit für gepflegtes Kreisklasse-Hopping beim Spiel…

Rot-Weiß Reitwein vs. Eintracht Ahrensdorf

Für die vier Prozent der Leser_innen, die nicht wissen, welche Liga das ist: 1. Kreisklasse Ostbrandenburg Mitte. Auf Grund von leichtem Trödeln wurde auch gleich das erste Tor nach 30 Sekunden für Ahrensdorf verpasst. Zum Glück sollten noch einige folgen. Aber erstmal den Platz in Augenschein nehmen. Herrlicher Dorfplatz, was an dieser Stelle natürlich positiv gemeint ist! Ok, der Rasen hat den Namen nicht verdient und gerade lag wohl auch nur im Auge der Erbauer, aber genau das wollte man doch sehen. Das Spiel selbst ließ auch keine Wünsche übrig. Ab und zu mal ordentlich in die Knochen treten, ein Schiri, der selbstverständlich nichts richtig machen konnte, ein aufgenommener Rückpass zum Torwart, eine Gelb-Rote wegen Schiri-Beleidigung, ein Spieler, der die erste Halbzeit noch Zuschauer war und zur zweiten auflaufen musste, damit Reitwein wieder vollständig war und am Ende noch ein 3:3. Große kleine Fußballwelt!
Das Highlight dann natürlich am Sonntag…

03 vs. Bautzen

Kein Bock auf Zug und kein fahrender Bus ließen uns zu einer vierköpfigen Auto-Reisegesellschaft mehr oder weniger ergrauter Herren zusammenrücken. Sollte mir recht sein, denn ich war nicht der Fahrer. Der war, wie es der Zufall auch noch wollte, Ur-Sachse und wuchs auch noch in der Nähe von Bautzen auf. Somit stand einem kulturellem Rahmen nichts mehr im Weg. Der Bestand zunächst darin, sich Kamenz anzusehen. Sehr schön, nur leider im Dauerregen. Aber die kredenzten Kamenzer mit Nudelsalat machten auch das wieder wett. Danach gings getarnt im anderen Auto weiter in die Senfstadt. Noch in Brandenburg wurde nebenbei beschlossen, dass im Zweifel nur der Einheimische redet und die anderen sich auf ein zustimmendes oder ablehnendes „Nu.“ beschränken sollten. Hat auch gut funktioniert und die kurze Stadtrundfahrt in Bautzen wurde ohne Zwischenfälle gemeistert.
Am Stadion weiterhin Dauerregen und die Lust, noch 2 Stunden ohne Dach rumzustehen, sank irgendwie. Immerhin wurde es mit dem Anpfiff der Partie minütlich trockener. Das Stadion selbst passt irgendwie mehr zur Leichtathletik als zum Fußball. Allerdings waren die Preise fair und das Bier lecker. Nur die angebotene Kamenzer soll wohl nicht ganz der Knaller gewesen sein. Gut, dass wir vorgesorgt hatten.
Ebenfalls nicht der Knaller war leider das Spiel. 03 zwar motoviert, aber ohne Durchschlagskraft. Bautzen auch nicht viel besser, aber dafür mit zwei Toren auf der Habenseite. Auch der Support wollte über das Spiel hindurch, auch bei mir, nicht wirklich in Fahrt kommen…geschenkt. Ab nach Hause. Und wer kann, ab nach Klosterfelde!