Sattes Grün, auffälliges Schwarz

So, da sind wir wieder in Lichterfelde, beim FC Viktoria Berlin. Diese Saison einmal nicht zum fanfreundlichen Flutlichtereignis, sondern zum familienfreundlichen Nachmittagsgekicke bei wärmender Oktober-Sonne. Ich bin in dieser Sache ja selbst sehr uneins, aber aufgrund der optimalen Bedingungen am gestrigen Tag doch hocherfreut über die familiäre Begleitung.

Apropos perfekte Bedingungen. Diese galten augenscheinlich lediglich für meine selbst gewählte Anreise und alles, was noch vor dem Stadiontor war. Mit Betreten des durchaus charmanten Rundes konnte umgehend mit dem Abhaken der Meckerliste begonnen werden:

Wo sind denn die Toilettencontainer der Vorsaison hin? Wieso stehen da viel zu wenig Dixis herum, an der sich regelmäßig eine Schlange bildete, garniert und scharf bewacht von penetrant herumstehenden, schwarz gekleideten, staatlichem Sicherheitspersonal? Wieso gilt dieses Spiel überhaupt als Sicherheitsrisiko? Wer ist dieser sog. „Sicherheitsrisiko“ und wo kommt der her? Warum braut der „Sicherheitsrisiko“ nur halbprozentiges Bier? Und wieso spart man hier an sanitären Einrichtungen zugunsten eines sichtachsenbehindernden Zauns, der hübsch hässlich um den gesamten Gästebereich gezogen ist – natürlich im schönen schwarz?

Und das Schärfste noch zum Schluss: Wieso geht der Greenkeeper nicht seiner eigentlichen Berufung nach und mäht das Geläuf auf fußballübliche, sondern auf spielverderberische, knietiefe Höhe? Von Mahd kann hier keine Rede mehr sein! Klarer Fall von Wuchs. Wohlgemerkt: Gut sah er ja aus, der Rasen. Schön satt und grün. So manch Kleingärtner erstarrte vor Neid. Unser Team dagegen bekam mit fortschreitendem Spielverlauf eher schwere Beine. AHA! Klares, hinterhältiges, aber gewieft taktisches Vorgehen seitens der Gastgeber, um unser leichtfüßiges, auf dominanten Ballbesitz ausgelegtes Spiel zu unterbinden – oder mindestens, um das eigene Unvermögen zu kaschieren. Gar nicht mal so dumm…

Hätte ja auch fast geklappt. Die 1:0 Führung für Viktoria resultierend aus einer Standardsituation, die Ümit gekonnt ins Netz des ehemaligen Arbeitgebers nickte. Naja, seine Zeit bei Nulldrei ist ja auch schon länger her. Und so bemühte sich unser Team redlich, mit dem Platz Freundschaft zu schließen, um das eigene Spiel besser in den Griff zu bekommen. Gelang dann auch etwas stocherhaft nach Ecke von rechts durch Lukas Albrecht. 1:1. Das war dann auch der Endstand.

Eigentlich hätte ich noch etwas auf meiner Meckerliste, aber ich verwende hier einmal lieber ein viel schöneres Stilmittel. Kommen wir also zur fanseitigen Unterstützung – dem Support: Leute! Was für ein Knaller! An die 800 Nulldreier_innen, gefühltes Heimspiel. Die Emotionen und Begeisterung sprudelten nur so heraus. Ich war nach der ersten Hälfte von der Vielzahl an Hüpf- und Klatscheinlagen so fertig, dass ich mir die zweite Hälfte in großer Vorfreude am Rund hinterm Tor anschaute. Außerdem klingelten meine Ohren von dieser derben Lautstärke in Halbzeit eins. Und was soll ich sagen? Halbzeit zwei überzeugte noch mehr! Chorische Gesangseinlagen, Wippen, Hüpfen, Klatschen – einfach super!
OK… Ironie off. Satz mit X: Das war scheiße! Es kann doch nicht sein, dass das Team und die Kurve nur an Freitagabenden unter Flutlicht funktionieren. Das nächste Mal bitte Kopf an, Augen auf, Mund auf, Arme hoch, auch wenn Sonntag ist!

Achso. Noch einen kleinen Gruß an Mister Amore: Eisdielen-Hopping ist keine Entschuldigung für das Fernbleiben eines Nulldrei-Auswärtsspiels direkt vor den Toren Babelsbergs!!!

Meckerliste abarbeiten: Check.

Freitag, 10.10.2014, 19.30 Uhr – Landespokal in Luckenwalde rocken!
Achtet auf die Nordkurven-Mobi!

Den Letzten beißen die Hunde

Man stelle sich mal richtigen Abstiegskampf vor. Einer läuft für den Anderen, grätscht, flankt, schießt, kämpft, beißt die Zähne zusammen und frisst Gras. Platzwunden, Schienbeinbrüche, Wadenkrämpfe, alles egal, nur nicht absteigen. Ja, so kann Abstiegskampf sein. Nicht aber beim SVB 03 im Jahre 2014.

Die Konstellation war eigentlich so mathematisch einfach, wie praktisch umsetzbar. Nulldrei darf nicht verlieren, sollte Lok gewinnen bei Erna II. Also, alles in eigener Hand und mit oben beschriebenen Abstiegskampf auch ohne weiteres realisierbar, denn selbst ein dreckiges 0:0 oder ein zuschauerfreundliches 5:5 hätten den Tag einfach perfekt gemacht.

Hätte, hätte…
Am Ende bleibt eigentlich nur der beschissene Geschmack und der trockene Mund vom Nicht-Abstiegs-Frust-Bier. Ja, wir leben noch. Wir sind nach einer desaströsen Leistung in Meuselwitz und eigentlich drei Vierteln der Saison tatsächlich nicht abgestiegen. Warum? Weil Lok scheiße genug ist, um nicht noch ein Tor zu machen und weil Erna II uns aus unerfindlichen Gründen irgendwie den Arsch gerettet hat. Unser Team hingegen ließ an diesem Tag erneut alles vermissen, außer unangemessene Freude über den Nicht-Abstieg im Angesicht des eigenen Unvermögens.

Es ist ein gefühlter Abstieg gewesen am vergangenen Samstag in Meuselwitz, feurig gewürzt mit jeder Menge Pfeffer von den scheiß Cops, versalzen von Aushilfsköchen unter den eigenen Anhängern und garniert mit etwas Rauch, der auch schon mal frischer aussah.

Wir sind nicht die Letzten. Uns beißen zumindest nicht die Hunde. Zum Glück. Wir bleiben drin und sehen uns wieder in der Regionalliga.

Jetzt bleibt noch der Landespokal, der die Suppe doch noch irgendwie schmackhaft machen kann. Ein kleines und verhaltenes „avanti babelsberg…!“.

Wir lieben dich trotzdem, Nulldrei!

Kurz und Knapp

Preisfrage: Was passiert, wenn man mitten im Spiel von hinten angetippt wird und spontan zum Schreiben des Spielberichts verdonnert wird? Richtig, das Aufgezwungene rückt natürlich in den Hintergrund und findet sich in der Kammer der Vergesslichkeit in der hinteren Ecke meines Kopfes wieder. So nun geschehen mit eben jener Spielberichtsverpflichtung. Kaum einer vor mir hat es geschafft, den Spielbericht um exakt eine Woche aufzuschieben. Spart euch den Applaus, ich schäme mich und gelobe hiermit öffentlich Besserung. Natürlich nur dann, wenn mir das Schreiben a) nicht spontan übergeholfen wird oder b) ich bereits vor Spielbeginn darüber in Kenntnis bin.

An jenem Tag vor einer Woche selbst, trottete ich gewohnt freitagserschöpft ins Stadion und sah ein munteres, erstes Finalspiel des diesjährigen Karli-Cups a.k.a. Schulcup zwischen der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule und dem FC Rhoter Rhombus, welche die Schule klar mit 5:0 für sich entschied und somit die Grundlage für den Gewinn eben jenes bedeutsamen Cups legte.

Dann, ab in die Kurve, die an jenem Abend eigentlich recht gut drauf war. Zumindest machte der Support nach Albrechts Blitz-Treffer schon ziemlich Laune, obwohl ich Mitmachquote nach wie vor für ausbaufähig halte. Naja, der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Elfmeter, Distanzschuss und Konter führten der Reihe nach zum Gegentor 1, 2 und 3. Schlusspfiff, verloren, fertig. Astra Bier ist immer noch der absolute Killer auf den  Freitag Abend.

Am Sonntag, also übermorgen gehts schon weiter mit der wilden Fahrt, und zwar ins schöne Jena zum FC Carl Zeiss. Der Zugmob startet um 8.00 Uhr ab P-Hbf. Schließt euch an und gebt alles für unsere Equipe!

+++ UPDATE +++ T-Shirts – Sticker – Stoffis! +++ UPDATE +++

+++ Wir sind immer noch sehr überwältigt von der Nachfrage nach unseren Shirts beim vergangenen Heimspiel gegen Auerbach. Da ihr uns förmlich beinahe alle Shirts aus der Hand gerissen habt und viele aufgrund vergriffener Größen leider keins mehr kaufen konnten, haben wir beschlossen, noch einmal eine Mini-Auflage von 30 Shirts in Herren-M-L-und-XL und Damen-M-und-L unters Nordkurven-Volk zu bringen. Checkt also unseren Stand beim morgigen Heimspiel gegen den BAK hinter der Nordkurve, an dem es natürlich auch wieder unsere Sticker und ein paar Restbestände Stoffbeutel geben wird. +++

 

Hey, Nordkurve!

Zum Rückrundenstart gegen Auerbach hauen wir anlässlich unseres bald schon 5-jährigen Bestehens ein zunächst auf 70 Stück limitiertes T-Shirt im tollen „Vintage Denim Blue“ und „Nulldrei“-Aufdruck auf den Markt. Das Fair-Trade-Shirt aus feinster Bio-Baumwolle wird es für läppische 12 € sowohl in Herren-, als auch Damen-Größen vor und nach dem Spiel unserer Ersten am Merch-Stand hinter der Nordkurve geben. Zusätzlich gibt es auch noch jede Menge (neue) Sticker und Stoffis.

Schaut vorbei!

ABSEITS – Wieder da!

Das Jahr beginnt mit einer tollen Nachricht! Die Abseits-Redaktion hat sich wieder zusammengefunden und nach mehrjähriger Kreativpause die legendäre Fanzeitung des SV Babelsberg 03 als Online-Ausgabe neu aufgelegt. Wir findens klasse und rufen zum Mitschreiben auf!

Da sind wir wieder!

Oft kopiert und nie erreicht. 1991 gaben Babelsberger Fußballfans erstmals das Abseits als Ersatz für ein Stadionheft heraus, aber auch als Sprachrohr der Fanszene des SVB. Bis 2003 erschien das A5 Heft regelmäßig in über 50 Ausgaben und informierte über Auswärtsfahrten, Vereinspolitik, Fußballgeschichte und mehr aus unserem Kiez. Lange bevor Groundhopping in Mode kam, berichteten Abseits-Reporter von den Fußballplätzen aller Herren Länder. Als nach der Insolvenz 2003 die Chance bestand, das offizielle Stadionprogramm zu gestalten, stellten die Abseits-Schreiber den Grundstock der Stadionheft-Redaktion. Wieder zehn Jahre später wollen wir das traditionelle Abseits als Online-Ausgabe wiederbeleben. Im Mittelpunkt stehen die wohlwollende und kritische Auseinandersetzung mit dem Fußballgeschehen bei Nulldrei und auch weiterhin die Pflege der Babelsberger Fußballtradition. Der Blick über den Tellerrand des Kiezes und des Fußballsports soll dabei nicht zu kurz kommen. Noch ist die Seite nicht komplett, aber wir arbeiten dran. Wie beim Abseits-Original steht die Redaktion für Mitmacher offen. Wer Fußball mag, auf Babelsberg steht und was auf sich hält, haut in die Tasten.

Eure Abseits-Redaktion

Infos und Link: http://abseits03.de/

Lichterfelde in zwei Sternis

Da war sie nun, die kürzeste Auswärtsfahrt in dieser Saison und sie hinterlässt 10 Erkenntnisse:

  1. Von Babelsberg bis Lichterfelde (S-Bahnhof Botanischer Garten) ist es nicht weit und demnach auch schwer, einen solchen Zug an den Tag zu legen, zwei Sternis zu schaffen. Den Beweis trat mein Reisebegleiter an. Völlig unnötig, bei diesem Gesöff.
  2. Ersteres wäre gar nicht so wild gewesen, denn der Weg zum Stadion hätte auch noch genug Zeit geboten, für das zweite Sterni als Wegbier. So schuf sich mein Reisebegleiter einen zusätzlichen Mangel an Getränken vom S-Bahnhof bis zum Stadion.
  3. Ich verließ mich unterdessen auf die großzügige Spende an polnischem Bier kurz vorm Verfallsdatum. Schmeckte aber immer noch vorzüglich. Vielen Dank dafür!
  4. Der Mob zum Stadion bewegte sich durchs Dunkel der Lichterfelder Straßen. „Alles sehr leer hier, alles sehr wohlhabend“ These: Der Wohlhabensfaktor wirkt sich gleichzeitig auf den Bürgersteige-Hochklapp-Faktor aus.
  5. Die Theken-Frau wurde angesprochen und darauf hingewiesen, sicherheitshalber nochmal am Getränkestand aufzurüsten, weil ja noch einige kommen werden. Antwort: „Achso?“, Reaktion: null.
  6. Ca. 900 Babelsberger_innen auf einen Zapfstand ist definitiv zu wenig. Was wird eigentlich in Sicherheitsbesprechungen vereinbart? Das ist doch schon Absicht!
  7. Sehr schicke Tribüne. Und ein kleiner Viki-Support-Mob, der sich sehr bemühte.
  8. Unser Team kann rasanten und aufopferungsvollen Fußball spielen und mehr als überzeugend 3:1 gewinnen. Das Darum-feiern-wir ist doch immer noch am schönsten, wenn wir es mit dem Team zusammen nach dem Spiel anstimmen können. Merken für Magdeburg!
  9. Die ein oder andere Chance wurde dennoch zu flapsig liegen gelassen. Kantersiege fetzen eigentlich auch mal.
  10. Wir machten das Spiel mit gutem Support zu unserem Heimspiel. Danke Nordkurve!

Endlich wieder gewonnen!

Aktionen rund um das Halberstadt-Heimspiel

Zum heutigen Heimspiel wird es diverse Aktionen rund um das Thema Grauzone und Rechtsoffenheit geben. Unter anderem wird im Stadionheft ein Info-Text veröffentlicht und in der Nordkurve der folgende Aufruf verteilt:

Hallo liebe Nordkurve,

mit diesem Text, der gleichzeitig als Einladung verstanden werden kann, wenden wir uns als ein Teil der Nordkurve an Euch im Allgemeinen und an Dich im Speziellen.

Sicherlich ist es auch Deiner Aufmerksamkeit nicht entgangen, dass es in den letzten Monaten verstärkt Debatten innerhalb und außerhalb der Kurve gab, in denen über die Problematik rechtsoffener Bands diskutiert wurde. Leider blieben nicht alle Auseinandersetzungen auf einer verbalen Ebene. Nach dem Sankt-Pauli-Spiel kam es zu einem handgreiflichen Konflikt. Dazu wollen wir es nicht wieder kommen lassen und versuchen nun, Mittel und Wege zu finden, wie wir einen vernünftigen Umgang und eine Diskussionskultur zu den Thematiken der Rechtsoffenheit und der Grauzone schaffen können.

Die Vergangenheit hat uns zwei Dinge bewiesen:

  1. Das Interesse am Thema ist in weiten Teilen der Kurve vorhanden. Eine erste Informationsveranstaltung zur „subkulturellen Farbenlehre“, die der Fanbeirat mit dem apabiz organisierte, fand großen Zuspruch.
  2. Um für das Thema zu sensibilisieren, muss eine Form der Aufklärungsarbeit gefunden werden, bei welcher sich Leute nicht vor den Kopf gestoßen sondern mitgenommen fühlen.

Aus diesen Gründen ist es uns enorm wichtig, dass der Prozess des Umganges mit der Thematik von weiten Teilen der Nordkurve mitdiskutiert und mitgetragen wird. Dabei spielt es in erster Linie keine Rolle, ob ihr damit schon konfrontiert wurdet oder erstmalig damit in Berührung kommt.

Fakt ist, dass es nahezu an jedem Spieltag der Fall ist, dass sich in der Nordkurve Bekleidungsstücke von rechtsoffenen Bands wiederfinden. Diese Bands agieren in einem Spektrum, in welchem es zu personellen und inhaltlichen Überschneidungen zu bspw. rassistischem, sexistischem und nationalistischem Gedankengut und Strukturen kommt. Es sollte klar sein, dass eine Tolerierung dessen für eine Kurve, die sich als weltoffen und progressiv versteht, unmöglich ist. Dies hat die Nordkurve immer wieder auch öffentlichkeitswirksam bewiesen und es besteht ein ungeschriebener Konsens.

Gerade in Bezug auf die „Grauzone“ ist die Sache dann aber doch nicht ganz so klar und es gibt einen großen Interpretationsspielraum, da die Musikbranche bekanntlich riesig und kaum überschaubar ist. So finden sich in nahezu allen Richtungen (vom Hardcore über Rock bis hin zum HipHop) auch rechte Strukturen, denen es entschieden entgegen zu treten gilt. Insbesondere im großen, unpolitischen Gemenge von Bands gibt es daher auch viele, bei denen die politische Ausrichtung anderer (auch befreundeter) Bands keine so große Rolle spielt. Die Folge ist eine rechte Unterwanderung von Subkulturen. Aber: Wo fängt sie an? Schützt schlichte Unwissenheit vor Konsequenzen? Setzen sich die Leute, die Merchandise einer rechtsoffenen Band tragen damit auseinander? Finden Reaktionen nach dem Konfrontieren mit der Thematik statt oder wird es einfach nur als Antifa-Gequatsche abgetan?

All diese Fragen wollen wir gemeinsam mit DIR bearbeiten, um Lösungen zu finden, wie wir zukünftig in der Nordkurve damit umgehen, wenn Menschen mit entsprechenden Kleidungsstücken auftauchen.

Scheue dich also nicht und komm‘ zu unserer ersten Diskussionsrunde in den Fanladen. Diese findet am 05.09.2013 um 19 Uhr statt! 

In einem ergebnisoffenen Prozess ist deine Meinung gefragt. Nur wenn wir es schaffen, jetzt den Stein ins Rollen zu bringen und alle Leute mit ins Boot nehmen, können wir zukünftig verhindern, dass es zu Unstimmigkeiten innerhalb der Kurve kommt, da dies ein Versuch einer gemeinsam abgestimmten Vorgehensweise ist.

Darüber hinaus wollen wir auch die breite Masse im Stadion für das Thema sensibilisieren, weshalb in den nächsten Stadionheften (heute gegen Halberstadt und gegen Jena) Texte zu den Themen Grauzone und den in der breiten Gesellschaft akzeptierten Bands „Böhse Onkelz“ und „Frei.Wild“ erscheinen.

Weiterhin soll es auch weitere Informationsveranstaltungen zum Thema geben. Eine erste plant der Fanbeirat gerade zum Thema „Grauzone im HipHop“.

Wir freuen uns auf eine diskussionsfreudige und ergebnisorientierte Zukunft =)

Stark!

Ich habe noch die ganzen Bedenken während der Sommerpause in meinen Ohren, wie wir es jemals schaffen wollen, eine ordentliche Truppe zusammenbekommen. Vom Durchreichen in die Oberliga wurde schwadroniert. Der Teufel, ob der finanziellen Möglichkeiten bei der diesjährigen Personalplanung, wurde nicht nur an eine Wand gemalt. Dass sich dies als unnötig herausstellen sollte, deutete sich bereits in den Testspielen an. Da wächst etwas zusammen, was uns Fans noch eine Menge Spaß bereiten wird, waren meine Gedanken nach dem ersten Saisonspiel. Zwei Spiele später breche ich wegen der offenen Baustellen und frühen Saisonphase noch immer nicht in totale Euphorie aus, aber es ist klar, dass diese Truppe gut miteinander harmoniert und wirklich Potenzial und Kampfgeist besitzt. Es ist mal wieder ein sehr ungewohntes Gefühl am Babelsberger Park erfolgreichen Fußball zu sehen.

Aber, wie gewohnt, von vorn: Zunächst hieß es, den Weg zum Fanladen zur Abwechslung mal nicht vom Rathaus aus mit all den Freund_innen aus der Nordkurve zu gestalten, sondern einmal zu zweit mit der kleinen FI99-Zujezogen-Koproduktion, die ich babysittend bis kurz vor Anpfiff in meine Obhut nahm. Am Fanladen angekommen, wurde sich schon kräftig bereit gemacht, um ins Stadion zu gehen und neben den üblichen Vorbereitungen, auch die am Freitagabend liebevoll kreierten Spruchblasen zu verteilen. Diese nahmen zum Teil ironisch Bezug auf die vielen, mitunter absurden Reaktionen in Folge des Spiels gegen Lok, insbesondere auf das hartnäckige Gerüche ähh… Gerücht, dass Fäkalien und Urin in den geworfenen Wasserbomben gewesen seien. „Kot statt Böller“, „Urin statt Uran“, „Fußball raus… aus der Politik“… was haben wir am Freitag gelacht! Garniert mit dem Spruchband „Alle guten Dinge sind 03“ und etwas Rauch und fertig war das Intro.

Da ich das eben beschriebene Intro leider nur von der Haupttribüne aus sah, konnte ich auch gleich noch eine akustische Hörprobe des Gästeanhangs um Red Kaos mitnehmen. Diese legten für die Anzahl der Mitgereisten recht ordentlich und vor allem beeindruckend laut los, wurden aber im Verlauf des Spiels auch etwas leiser. Das kann aber auch an meiner Wahrnehmung liegen, denn fünf Minuten nach Anpfiff betrat ich dann auch endlich mein Wohnzimmer. Die Nordkurve legte zu Spielbeginn ganz passabel los und sollte an diesem Nachmittag noch zeigen, was in ihr steckt. Währenddessen versuchte unsere Equipe das Spiel unter Kontrolle zu bringen, was aufgrund der starken Zwickauer Spielveranlagung zunächst nicht wirklich gelang. Folgerichtig kassierten wir das 0:1 nach verunglückter Kopfballverlängerung eines Nulldreiers und dem schnellen Pass in die Mitte. Gladrow chancenlos, Nordkurve trotzig: Wir gewinnen sowieso! Es dauerte dann nur fünf Minuten, als Becker frei vor Unger auftauchte und diesen gekonnt überlupfte. „Wir haben Unger, Unger, Unger…!“ konnte sich die Nordkurve dann nicht verkneifen. Nach dem Pausentee ging es auf dem Platz und den Rängen munter weiter und gipfelte in der verdienten Führung unserer Equipe nach wunderbarem Spielzug und Traumschlenzer von Severin Mihm. Was sich supporttechnisch bereits in der ersten Halbzeit andeutete wurde nun ebenso fortgesetzt und versetzte uns in eine ekstatische Gesangsstimmung, die ich in dieser Form lang nicht mehr erlebt habe. Es hat gestern wirklich riesen Spaß gemacht!

Das war´s eigentlich auch schon. Das 2:1 bedeutete auch den Endstand, was im Ergebnis des 3. Spieltages 9 Punkte auf der Haben-Seite und die Tabellenführung bedeutet. Unsere Spitzenreiter, von denen jeder Einzelne ein wirklich starkes Spiel machte, kamen natürlich noch ihr verdientes „Darum feiern wir…“ abholen und haben nun ein paar Tage Zeit, um sich intensiv auf unseren nächsten Gegner, den Berliner AK, einzustellen. Bei diesem Spitzenteam gastieren wir am kommenden Samstag, den 24.08.13 um 13.30 Uhr im altehrwürdigen Poststadion in Berlin-Moabit. Informiert euch über die bekannten Kanäle zu den Anreisevarianten und kommt zahlreich!

Avanti Babelsberg!