Hooray for referee

Nicht viele in der Kurve waren sich in einem Punkt so einig, wie die paar zujezogenen Fußballsachverständler im Mittelbereich der Nordkurve.

Am vergangenen Freitag unterlag unsere Erste (wieder einmal) dem Berliner AK in zwei höchst unterschiedlichen Halbzeiten mit 1:3 und ließ einerseits die davor unglaubliche Heimserie reißen, gleichzeitig aber auch die Meisterschaft offen. Der BAK rückte durch die sehr konzentrierte Leistung in Hälfte eins und der furiosen, aber nicht mehr wirklich anbrennenden Leistung unserer Equipe in Hälfte zwei näher an die Unsymphaten aus Zwickau heran – zumindest bis Sonntag. Jedoch behielt man sich aufgrund eines Spiels weniger klar auf Schlagdistanz.

Zurück zum Eingangssatz, denn nur einer hatte an diesem Abend sein Meisterstück vollbracht und auf ganzer Linie überzeugt: Der Schiedsrichter. Natürlich wird sich die geneigte Leserschaft unseres kleinen Spielberichte-Blogs fragen, ob wir noch janz takko sind angesichts der vielen Fehlentscheidungen oder der sehr laissez fairen Spielführung des Manns in schwarz. Wir, die fussballschauenden, dennoch mitsingenden Fußballsachverständler aus dem Mittelbereich der Nordkurve sind voll und ganz bei Trost. Auch wenn sich Menschen um uns herum insbesondere in der ersten Hälfte komplett erbosten, sich Stimmen vor Schiribeleidigungen überschlugen und der ein oder andere Bierbecher fast schon seinen Flug Richtung Spielrandbegrenzung erfuhr (Fast!), wir blieben dabei – Mann des Abends: Patrick Kluge vom SV Blau-Weiß Grana.

Der Name ist Programm. Klug und ruhig führte er das Spiel von Beginn an, ließ sich durch nichts beeindrucken und blieb bei seiner Linie der Spielführung. Angesichts der spielerischen Qualitäten der Teams kein leichtes Unterfangen, denn ein zartes Abtasten oder körperloses Agieren war das bei Weitem nicht, immerhin sprechen die neun vergebenen, gelben Karten eine klare Sprache der Spielintensität. Nichts zu spühren von Beschnuppern und Herantasten an den Gegner. Nulldrei begann sehr offensiv und versuchte den Gegner, der sich daraus resultierend eher defensiv verhielt, gleich unter Druck zu setzen. Das gelang jedoch nur mäßig und führte unweigerlich zu einigen Patzern und ganzen drei Gegentoren vorm Pausentee. Die zweite Hälfte verhielt sich dann recht ähnlich, wie der Beginn, nur dass nun die Fehlerquote nicht mehr so vernichtend ausfiel.

Aber, zurück zum eigentlichen Helden: Es kommt in der Regionalliga leider nicht allzu häufig vor, dass ein Schiedrichter wirklich so souverän wirkt oder ein Spiel so überzeugend leitet, wie es Herr Kluge tat. Deshalb verneigen wir uns vor dieser Leistung.

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