#scheissenergie #scheissbullen

Boah, erstmal im Kopf ordnen das ganze Geschehen von gestern. Wenn das hier nun etwas wirr und eher weniger, wie ein Spielbericht daher kommt, seht es mir bitte nach. Ich versuche nur alle Aspekte, die mir gerade genauso wirr im Kopf umherschwirren, nun irgendwie lesbar zur Tastatur zu bringen.

Begonnen hat der Tag ja, wie jeder gewöhnliche Mittwoch. Augen auf, raus aus den Federn. Aber da waren schon das Kribbeln und die Nervosität deutlich spürbar. „Heute geht’s um alles!“ Dieses Halbfinale ist einfach in jeder Hinsicht anders, als der übliche Trott über die brandenburgischen Dörfer. Nicht, dass ich das nicht auch mag, aber endlich mal ein höherklassiger Gegner und vor allem zu Hause im geliebten Karli. Dazu hieß der Gegner noch #scheissenergie und bestätigte fanseitig alles, was an Hass in meinem vorgenannten Hashtag zu finden ist.

Zurück zur Kausalkette: Gut, nur noch ein paar Stunden der Pflicht nachgehen, dann folgt mit verfrühtem Feierabend endlich die Kür. Ab nach Hause, alles einpacken, Tür zu, los! Mal locker am Treffpunkt vorbeigefahren. Ca. 120 Leute machten sich dann auch lautstark auf den Weg die Karl-Liebknecht-Straße hinunter. Rein in die Nordkurve und dann endlich Spannungsabbau. „Im Nudeltopp, da bin ich uffjewachsen…“ so laut, wie nie. Die Nordkurve war motiviert und bestens drauf. Logisch, dass solch ein Spiel auch mit etwas Beleuchtung gestartet werden darf. Da mein Sichtfeld leider nur bis zur Blockfahne reichte, kann ich mich nur auf Fotos berufen: Sah gut aus, die Pyro. Stimmungstechnisch war die erste Hälfte auch sehr, sehr ordentlich. Allerdings möchte ich nicht ganz verstehen, warum es dazu gefühlte 100 Mal „Cottbusser Arschlöcher“ benötigte. Die Pöbelquote wurde in Halbzeit eins klar von uns dominiert. Das halte ich aber für leicht unnötig, da die Kurve sicher auch ohne richtig gut drauf gewesen wäre. So trübte das schon den Wohlfühlfaktor bei einigen Leuten, die unmittelbar in meiner Nähe standen ungemein, was sie auch klar zum Besten gaben. Ich selbst finde das Pöbeln insbesondere gegen #scheissenergie ok, nur das ein oder andere Mal wäre die Konzentration auf den Support bedeutend wichtiger gewesen.

Jedenfalls spulten beide Fanlager bis dahin eher ihr „business as usual“ runter. Erstaunlich ruhig bis dahin. Bis dahin…

Und dann kam die Halbzeit. Plötzlich, drei Kanonenschläge seitens #scheissenergie und sofort steigen etliche völlig sinnbefreit ein. Das übliche Hin- und Hergebrülle. Nazischeiße bei #scheissenergie – wie zu erwarten. Ein verunglimpfendes Banner wurde ja relativ schnell wieder entfernt. Gesehen hat trotzdem jeder. Bestätigungs-Punkt, yeah!!!

„Ok, gehe ich nun endlich mal pissen.“ Das dachte sich wohl auch der Ultra, der von den #scheissbullen direkt vorm #scheisshaus rausgezogen wurde und somit die Situation völlig eskalieren ließ. Angeblich weil eben jener bei der erwähnten Pyro-Aktion dabei gewesen sein soll. Auf einmal 30 #scheissbullen, die versuchen, irgendwelche Leute zu fangen. Zwei weitere Festnahmen. Kette und Spalier, Bedrohungsszenario. Da das Spiel wieder lief, ließ sich die Situation dann doch recht schnell wieder auflösen. Nichts desto trotz:

 

Lieber Verein,

du hast hier Hausrecht und es war bisher Grundkonsens, dass sich die #scheissbullen innerhalb des Stadions auch nach Pyroaktionen mit Personalienfeststellungen zurückhalten. Das war gestern ein Tritt in den Arsch!

 

Liebe #scheissbullen,

ihr habt gestern diesen Tritt in den Arsch willkürlich ausgelöst. Ihr habt euch wider des gelebten Vorgehens (Stichwort „Babelsberger Weg“ – Na, fällt der Groschen?) und mit eurem Handeln über den Verein gestellt, obwohl ihr keinerlei Legitimation dafür hattet! Nicht nur das. Wenn euch dann Vereinsoffizielle (Fanbeauftragter, der) dazu befragen, reagiert ihr mit Arroganz und Ignoranz („Mit Ihnen rede ich nicht!“). Fickt euch ins Knie!

 

Ok, zurück in die Nordkurve. Dort wurden aufgrund der eben beschriebenen Ereignisse die Zaunfahnen abgehangen. Die bisherige Stimmung war tot. Wer hat´s verursacht? Keiner wusste so richtig, wie nun weiter. Zu allem Überfluss drehte die Nazischwein-Ecke von #scheissenergie nun auch noch einmal richtig auf und erneut kam es zu Böllern, Feuern, verbrannten Devotionalien der jeweils gegenerischen Seite. Ganz toll, wie sich Einige austobten – auch wieder und vor allem LEIDER unsererseits. Applaus!  Worin sich unsere Fanszene in ihrer einst gelebten Kreativität und Pfiffigkeit nun noch von anderen Szenen unterscheiden soll, erschließt sich mir seit geraumer Zeit leider nicht mehr wirklich. Der politische Aspekt vielleicht, aber der scheint offensichtlich auch eher als Deckmantel zu dienen.

Dann gab es noch die Sache mit dem Abhängen des Banners „NAZISCHWEINE“ durch den eigenen Ordnungsdienst. Geht natürlich auch überhaupt nicht klar und war absolut unnötig.

So, was habe ich noch vergessen? Ach ja. Nachdem dann alle Scharmützel soweit abgegessen waren – bis auf den gelben Asteroiden, der später noch aus dem #scheissenergie-Block auf die Nordkurve geschossen wurde – konnte die zweite Halbzeit supporttechnisch auch wieder ein gutes Niveau erreichen. Das hatten wir sicher auch dem Team zu verdanken, was ab Mitte der zweiten Hälfte wirklich starken Fußball zeigte und nur leider knapp verpasste, sich auch endlich mal dafür zu belohnen. Klare Torchancen bis zur 90. Minute. Dann der Todesstoß. 2:0 für #scheissenergie. Ende.

Die Wartezeiten an der Tränke waren gestern auch kritikwürdig und die Kommunikation, dass neuerdings Schlüsselketten oder Nietengürtel im Stadion verboten sein sollen – alternativ nur bei Abgabe des Personalausweises – unter aller Sau! Unabhängig davon, was das Ganze für einen Sinn machen soll.

Dem Team will ich keinen Vorwurf machen in meinem Bericht. Nein, ich will ihm sogar danken für das aufopferungsvolle, sehr sehenswerte Spiel. Ihr habt alles gegeben und hättet das Ding fast rocken können. Kopf hoch! Weiter geht´s! Gruß an Rafael Makangu: Verbrenn das scheiß Ding!

Was vom Tag und der Saison übrig bleibt sind völlig gemischte Gefühle. Wir haben das wichtigste Spiel der Spielzeit verloren und die Liga strotzt nur noch vor Langeweile. Vielleicht können wir sportlich, aber auch supporttechnisch das Ganze doch recht angenehm und vernünftig zu Ende bringen. Eine Reflektion der gestrigen Geschehnisse muss jedoch nun ALLERORTS (Gruß an den PP) erfolgen!

Wir sehen uns am Sonntag in der Alten Försterei.

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