Nordhausen, Harzrigi

Bereits einen Tag vor dem Spiel ging es für mich los zur drittletzten Auswärtsfahrt dieser seltsamen Regionalligasaison. Der Grund war die Bildungsfahrt des Fanprojekts zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Über Magdeburg und Sangerhausen erreichten wir Nordhausen pünktlich auf die Minute und nach kurzer Fahrt mit der Straßenbahn und einem Fußmarsch durch eine Kleingartenanlage auch bald unsere Unterkunft. Idyllisch inmitten von grünen Wiesen und kleinen Bergen gelegen, Ziegen und Schafe inklusive, durfte uns das Schullandheim Harzrigi beehren.

Schnell die Zimmer bezogen und dann war der Kleinbus auch schon zur Abfahrt gen Gedenkstätte bereit. Dort empfing uns Johannes, der uns die kommende Stunden durch Mittelbau-Dora führte. Nach kurzer Begrüßung und einem Gespräch über Fußballfanszenen im Allgemeinen und die Babelsberger im Besonderen (auch Fangruppen aus Jena und München hatten unlängst die Gedenkstätte besucht) ging es zu einer großen Runde über das Gelände. Inhaltlich kann und möchte ich gar nicht auf das Erfahrene eingehen, wer möchte kann sich gerne im Netz oder mit Hilfe von diversen Veröffentlichungen informieren. Nur kurz dazu, es war eine sehr gute Führung. Johannes konnte jede, aber auch wirklich jede Frage der Teilnehmer_innen beantworten und die Diskussionen waren anregend. Nach kurzer Pause ging es in die Stollenanlage und zum Schluß sahen wir noch einen Film über die Befreiung des Konzentrationslagers. Insgesamt waren wir 5 Stunden in der Gedenkstätte. Die folgenden Programmpunkte dann Einkaufen, Feuer machen, Kartoffeln und Würstchen grillen, über den Tag und das Erfahrene quatschen, aber auch viel Lachen und irgendwann dann ins Bett fallen.

Am Spieltag noch Frühstück im Schullandheim und dann per Straßenbahn zum Bahnhof wo der kleine Zugmob, eher ein Möbchen, und der Shuttlebus schon auf uns warteten. Vorm Stadion dann ein völlig überzogener Einsatz der Ordnungsmacht. Es war wohl – welch Verbrechen! – der Bus durch einen Aufkleber verschönert worden. Daraufhin kam zu Durchsuchungen und bei einigen Reisenden  wurden Personalien festgestellt – pure Provokation! Anscheinend hatte die Staatsmacht dadurch Gefallen an willkürlichen Aktionen gefunden, denn auch während des Spiels wurden Zuschauer_innen belästigt und mussten Körper- und Personenkontrollen über sich ergehen lasse.

Es ist an dringend an der Zeit die Aktion „Fußballfans beobachten Polizei“ wieder zu beleben!

Das Spiel unseres Teams in der ersten Halbzeit unterirdisch und es ging torlos in die Kabine. In der 2ten Halbzeit ein viel besseres und engagierteres Auftreten von Nulldrei, Chancen waren vorhanden und mit ein wenig Glück hätten wir dort punkten können. Schade drum, aber es geht weiter!

Schon am Freitag gegen Viktoria Berlin. Da gibt es dann endlich den lang ersehnten Sieg.

Per Auto ging es für mich nach dem Spiel zurück nach Potsdam.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *