Das ist mein Babelsberg!

Keine 40 Minuten nach einer frustrierenden, unverdienten Niederlage vor stimmgewaltiger Nordkurve, respektive flummymässig auf und ab hüpfenden (wenigen) Gästen aus Heidenheim bietet sich in einer Kleingartensiedlung eben jenes Bild, welches die für Außenstehende nicht greifbare Faszination an Nulldrei ausmacht:

Friedlich vereint sieht man hier Munker, Bierholer, Antifas, Ultras, Rhomben, Scortesis, Zujezogene und sonstigen Pöbel. Ein jeder weiß, dass es hier in den folgenden Stunden kein böses Wort, keine sinnlose Diskussion geben wird. Jeder wird selbstverständlich integriert, sei er nun über 70, Gast aus Marseille oder einfach nur völlig fußballunaffin. Es wird gescherzt, gelacht, angestoßen, gefeiert. Die Musikauswahl, irgendwo zwischen Ostalgie, Achtziger und Punkrock, lässt das Tanzbein schwingen. Für jeden gibt es mindestens ein nettes Wort und so mancher lehnt sich für einen kurzen Augenblick zurück, legt das zufriedenste Lächeln auf und denkt: „Wo ist das sonst noch möglich? Wo? Das ist mein Babelsberg!“

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