ein Wochenende Spiel, Spaß, Spannung und Nazis

Da meine Arbeitswoche nicht die beste war und meine Liebste derzeit beim ehemaligen Klassenfeind weilt, war die Freude auf das Wochenende entsprechend groß. Schließlich stand Nulldrei auf dem Plan. Nachdem also Samstag früh die letzten häuslichen Pflichten erledigt waren, ging es, kurz vor Ultimo (in guter Babelsberger Tradition), auf zum Karli. Schnell ein Pils auf dem Weg und es konnte losgehen. Die Spannung in mir wuchs, denn ein Heimsieg wäre unglaublich wichtig und neugierig auf die Neonazis von der Karlsbande war ich auch. Ach stimmt, die sind ja jetzt unpolitisch und die eigentlichen Opfer. Hätte ich glatt vergessen. 😀 Aber dafür sprangen sie schneller auf Anti-Nazi-Gesänge an als die NS-Boys aus Chemnitz. Ich glaube, nur die „Fans“ von Viktoria Frankfurt, jetzt 1.FC Frankfurt/Oder, die uns zum Landespokal begrüßten, waren noch schneller. Naja und wie sagte schon meine Oma: „Getroffene Hunde jaulen!“.

Zu meinem Erstaunen war die Kurve bereits halbwegs gefüllt als ich dort eintraf. Möglicherweise werden wir alle doch noch pünktlicher. Noch später als die Nordkurve kamen die Leute von ACU. Dafür waren sie allerdings sehr schnell mit ihrer Organisation. Mit Anpfiff des Spiels begann die Karlsbande mit ihrem, seit dem Verbot ihrer Symbole bestehenden, Miniboykott von 13 Minuten und 12 Sekunden. Ich wollte ihnen erst gar nicht so viel Intelligenz zutrauen, aber mir wurde das ganze von zwei Aachenern unabhängig voneinander bestätigt.

Das Spiel schleppte sich sehr dahin. Hatte ich anfangs noch auf ein totales Aufbäumen ob des Abstiegsgespenstes gehofft, so war ich nach 20 Minuten schon mit der groben Richtung Aachener Tor zufrieden. Der Unmut über das Geschehen auf dem Rasen und die Lustlosigkeit in weiten Teilen der Nordkurve führten dann zu entspannten Gesprächen mit den um mich rum stehenden. Und als dann kurz vor der Pause wieder mal ein Angriff ins Stolpern geriet, wollte ich mich schon Abwenden, doch es geschah was niemand wohl so recht erwartete: Das Runde kullerte ins Eckige. Und da war er, der Jubel. Mit dieser Jubelstimmung ging es dann auch gleich in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel hatte das Bild, welches die erste Hälfte bot, Bestand. Nulldrei mühte sich, wirkte jedoch zu keiner Zeit zwingend. Die Karlsbande versuchte sich in Babelsberger H****söhne-Gesängen, welche die Nordkurve auf die ihr eigene ironische Art beantwortete. So taumelte das Spiel seinem Ende entgegen und endlich konnte wieder mal drei Punkte gefeiert werden. Mir persönlich gefiel der muntere und durchaus scherzhafte Support in der zweiten Hälfte. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht. Auch wenn sich die Mitmachquote in Grenzen hielt. Was die Bande aus Aachen nach dem Schlußpfiff abzog, war dann ebenso peinlich wie unnötig. Den Abend ließen wir bei netten Gesprächen und Gegrilltem und einem anschließenden Kaltgetränk im Nowawes ausklingen.

Mein Ballsportwochenende war damit aber noch nicht vorbei. Es gab am Sonntag schließlich noch das Spiel der Zweeten gegen Stahl Eisenhüttenstadt zu begucken. Die Zweete war in Zugzwang endlich mal wieder zu gewinnen. Und dies machte die Reserve auch sofort deutlich, denn schon nach kurzer Zeit musste TV die Anzeigetafel mehrmals korrigieren. Am Schluss standen auf Seiten der Zweeten 5 Tore und auf Seiten des FC Stahl 0.  Das grandiose Sonnenwetter, welches die Reserve bei ihrem Sieg begleitete, lud quasi dazu ein noch länger auf der Scholle zu verweilen. Schließlich lief auf dem Kunstrasen noch die zweite Hälfte der Partie UFK Potsdam gegen die SG Töplitz II. Allerdings war dies nicht so schön wie erwartet. Fußballerisch mühte sich der UFK nach Kräften und konnte nach einen 0 zu 2 Rückstand in Hälfte eins auch den Anschlusstreffer erzielen. Aber dabei blieb es.

Der Anhang der SG war allerdings ekelhaft. Von TS Jacken über die Fahne des letzten Kaisers und die der Südstaaten der USA war bis zum Anti Antifa Pullover alles dabei. Selbst der Mensch, der den Medizinkoffer der SG zur Kabine trug, hatte eine dieser „hübschen“ Jacken aus Südost Brandenburg an. Der Hinweis auf die Sportplatzordnung durch einzelne Zuschauer und Spieler des UFK wurde mit homophoben  Sprüchen und Drohungen quittiert.

Bis auf diesen unrühmlichen Abschluss war das Wochenende voll von Spiel, Spaß und Spannung. Naja und die Nazis gab es leider an diesem Wochenende auch wieder.

Am Dienstag geht’s auf zum Stadion „Rote Erde“ nach Dortmund in der Hoffnung, dass die Blauen an ihren Erfolg gegen Aachen anschließen können.

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