Smørrebrød, Smørrebrød – røm, tøm, tøm, tøm…

Dass Dänemark mehr zu bieten hat als Legoland und Smørrebrød, sollte dem geneigten Leser genauso klar sein, wie die Tatsache, dass Fußball dort nicht nur in København gespielt wird. So verschlug es uns zur Begegnung Ringkøbing IF – Brabrand IF im Rahmen der ersten Runde des Landspokalturneringen (Dänischer Landespokal). Ringkøbing ist eine kleine Stadt mit nicht ganz 10.000 Einwohnern und liegt am gleichnamigen Fjord an der Westküste Dänemarks. Dagegen an der Ostküste gelegen ist Aarhus, dessen Stadtteil Brabrand von ca. 19.000 Menschen bevölkert wird. Beide Vereine spielen in drittklassigen 2. Division (Staffel West) und trafen bereits ölf Tage vorher ebenfalls in Ringkøbing aufeinander. Dort schoss die Mannschaft von Brabrand das einzige Tor des Spiels und nahm die Punkte mit nach Hause.
Die erste Herausforderung bestand darin, das Alkjær Stadion (oder ganz modern „Green Arena“) zu finden. Ein kurzer Blick auf die Karte zeigte mehrere Wege, die wahrscheinlich bis zum Stadion führen würden. Mit dem Auto unterwegs beschlossen wir, den erstbesten anzusteuern und fanden uns in einer Siedlung mit Sackgassen und noch ordentlich Abstand zum Ziel ein. Also zurück zur Hauptstraße und Ausschau halten, ob vielleicht irgendwo ein Richtungsweiser zu finden ist. Da einfache Lösungen bekanntlich die besten sind, kamen wir auch an welchen vorbei und so sicher ans Ziel. Dort bot sich dem geneigten Fußballfreund ein beeindruckendes Trainingsgelände mit mehreren Groß- und Kleinplätzen, zum Teil mit Flutlich ausgestattet. Blieb noch die Frage nach dem Eintrittspreis, da auch Dänemark nicht gerade zu den günstigen europäischen Ländern zählt. Dieser sollte aber nur 30 Kronen (ca. 4,50 €) betragen und es ging rein ins Rund.
Als Erstes fiel auf, was manche Vereine so als „Arena“ betrachten: Auf der Geraden ein paar Stehplätze, auf der Gegengeraden und hinter den Toren gabs Naturränge. Flutlicht, Cops, Ordner und Ballfangnetze? Fehlanzeige. Dafür jede Menge Werbung. Die Zweite Verwunderung folgte am einzigen Getränkestand. Dort warteten ganze 2 Kästen (!) Bier auf durstige Kehlen. Anscheinend trinkt man dort nicht all zu viel beim Fußball. Aber egal! Erstmal ein solches Kaltgetränk geordert, um dann festzustellen, dass niemand sonst eines in der Hand hat…
Wir machten es uns auf dem Rasenhügel gemütlich und warteten auf den Anpfiff, während langsam auch die letzten Zuschauer den Weg ins Stadion fanden. Am Ende waren es vielleicht 300. Anpfiff. Die ersten 30 Minuten war Brabrand klar besser und legte 2 Tore vor. Ebenfalls nur 30 Minuten lang mussten Zuspätkommer_innen noch Eintritt entlöhnen. Danach wanderten die Kassierer zum Versorgungsstand und nahmen sich die 2 Kästen vor. Es deutete sich ein eindeutiges Ergebnis an, als Rinkøbing kurz vor dem Halbzeittee doch noch den Anschluss zum 1:2 markierte. Das war auch die Stelle im Spiel, an der das Publikum das erste Mal zu hören war, denn Support wurde bis dahin und auch später nicht geboten.
Wie erwartet folgte die zweite Halbzeit und Rinkøbing war nun überlegen. Nur ein Tor ließ auf sich warten. Erinnert einen im Nachhinein irgendwie an Nulldrei diese Saison. Im Unterschied dazu konnten die Spieler von Ringkøbing ihre Chancen noch in Zählbares umwandeln und glichen aus. Auf einmal war es wieder richtig spannend, Ringkøbing drückte weiter und machte kurz vorm Ende der regulären Spielzeit noch das 3:2. Kollektive Ausrasterchen auf den Tribünen! Kurz danach war auch Schluss. Ringkøbing rückte vor in die nächste Runde und wir machten uns auf den Rückweg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *