Der erste Anzug sitzt schon ganz gut

Dienstagnachmittag: Der Anwalt bietet mir den Platz in seinem Auto an. Es geht eingeklemmt auf dem mittleren Rücksitz in Richtung Seddin zum dortigen ESV Lok, um unsere neue Equipe auf dem Rasen betrachten zu können. Bislang hatte ich leider nicht die Gelegenheit, die Neuzugänge in Aktion zu beobachten und sie mit meinem enormen Fußballsachverstand auf deren Drittliga-Eignung zu bewerten.

Als wir das Stadionrund betraten erst einmal verwunderte Blicke Richtung Tribüne – ein kleines Grüppchen mit Fahnen und Vorsänger sang sich munter ein. „Was issn hier los? Ultras Seddin?“ Der Mob versuchte sich dann auch wacker am 90-minütigen Dauersupport, was im Laufe der zweiten Halbzeit aufgrund des Spielstandes nicht immer konstant war – aber hierzu gleich mehr.

Unser Trainer schickte in der ersten Halbzeit folgende Aufstellung aufs Grün:
Zacher
Scheinig – Surma – Kühne – Rudi
Bolivard – Hollwitz – Alme – Schulz
Hebisch – Müller

Sah also verdächtig danach aus, dass uns in Halbzeit zwei vermutlich die zu erwartende Mannschaft für Regensburg präsentiert wird. Jedenfalls startete das Spiel gleich mit drei Großchancen für Nulldrei durch Hebisch, Bolivard und Schulz, die jedoch mehr als kläglich vergeben wurden. Die erste Halbzeit plätscherte dann auch so dahin, so dass auf den Rängen bereits aus Langerweile die Frage aufkam: „Und, was machn wa jetze?“

Der Gestik des Trainers nach zu urteilen, war dieser scheinbar auch alles andere als froh, was er da sah. Es wurde zwar versucht, konsequent nach vorn zu spielen, scheiterte jedoch immer wieder durch planlos hohe Bälle oder an der nicht konsequent geführten Vorwärtsbewegung.

Seddin hätte sogar fast noch durch Freistoß getroffen, doch Zacher konnte den strammen Schuß im Nachgreifen parieren. Und dann war es doch noch soweit: Hebisch traf kurz vor der Pause zum 0:1! Kurz darauf noch ein strammer Pfostenknaller von Bolivard – Pfiff – Halbzeit. 

Wie erwartet, wurde nun kräftig personell durchgewechselt und taktisch umgestellt:
Zacher
Nelson – Matti – Grossert – Rudi
Prochnow – Groß
Maka – Stroh-Engel – Igwe
Kauffmann

Und die zweite Halbzeit war dann doch noch eine Augenweide für jeden Nulldreier. Die nun eingesetzten Spieler wirkten gleich wesentlich präsenter, technisch sehr versiert und konnten ziemlich schnell auf 0:4 erhöhen. Die Reihenfolge der Treffenden ist mir leider bis zum 0:9 völlig entfallen. Der Nulldrei-Homepage entnehme ich, dass 1x Hebisch, 1x Stroh-Engel, 2x Groß, 2x Kauffmann, 3x Makarenko getroffen haben sollen. Wird wohl so stimmen. Bleibt noch festzuhalten, dass insbesondere Makarenko, Groß Stroh-Engel und Kauffmann in der Offensive sehr stark auftraten.

Jedenfalls bin ich nach der zweiten Halbzeit auch etwas optimistischer, was unseren Saisonstart in Regensburg betrifft. 

Das Rundherum war übrigens äußerst angenehm. Es hatte sogar etwas von leichter Volksfeststimmung an sich. Die Freiwillige Feuerwehr bewirtete die Gäste mit Köstlichkeiten vom Grill und aus dem Fass: „So viel Bier und Schnapspullen verkaufen wir nicht einmal zum Dorffest!“ 

Na, dann hat es sich ja auch für den ESV Lok Seddin gelohnt.

 Am Samstag, 23.07.2011 um 6 Uhr startet der CoolK-Reise-Express vom Lutherplatz Richtung Regensburg. Besorgt euch eure Bustickets für schlappe 33 Euro und lasst uns zahlreich und völlig ausgeflippt in die neue Saison starten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *