Nordkurve Babelsberg vs. (K)einzeller EF

Das sogenannte Ostderby begegnete mir bereits kurz nach dem Aufstehen unter der Dusche. Radioeins Verkehrsfunk: „In Babelsberg kann es wegen des Ostderbys Babelsberg gegen Erfurt zu Verkehrseinschränkungen kommen.“
„Ok…Ostderby…tss…“ dachte ich und begab mich (dann bereits in Vereinsfarben gekleidet) ins Stadion zum Frühstück. Kurzerhand mit den üblichen Verdächtigen die Technik geschleppt und flugs noch den Schulcup ko-moderiert. Bereits da meldeten sich die o.g. Einzeller mit ihren armseeligen Rufen zu Wort und outeten sich als Sympathiesanten der Hauptstadt. Das den Moderatoren angetragene „Halt die Fresse“ klang dann jedoch eher nach vernachlässigter Zahnhygiene.

Die Gegengerade und die Nordkurve füllten sich bis zum Spielbeginn natürlich in üblicher Schnecken-Schall-Geschwindigkeit, während sich die Gäste hingegen zügiger zahlreich einfanden. Immer wieder das gleiche Bild!

Nachdem es eine Woche zuvor in Aalen viele Enttäuschungen in Folge der 3:2-Niederlage gab, konnte der Nulldrei-Fan auf eine engagierte Mannschaftsleistung hoffen. Diese Hoffnung wurde in Halbzeit eins voll und ganz bestätigt. Eine grundlegend offensiv ausgerichtete Aufstellung mit Hebisch und Herrem im Sturm, ließ auch nichts anderes vermuten. Flucht nach vorn mit einem kuriosen 1:0 durch Herrem. Keiner wusste: „Darf ich jetzt jubeln?“ Ja!
Nachdem ich nun auch die Bilder beim MDR gesehen habe, finde ich es beinahe ärgerlich, dass wir wieder nicht mehr Tore machten. Scheinbar träumte die Mannschaft von eben jenen, als sie aus der Kabine kam und nach 15 Sekunden als Hallo-Wach-Erlebnis das 1:1 kassierte. Auch im Laufe der zweiten 45 Minuten steckte unsere Equipe nicht auf und versuchte trotz Hahnes Platzverweis weiter an einem Heimerfolg zu arbeiten. Das gelang leider nicht mehr. Dennoch bedanke ich mich hiermit bei der Mannschaft für diese tolle, engagierte und kämpferische Leistung.

Die Nordkurve hatte während des Spiels auch ihren ganz eigenen Unterhaltungskampf mit einer erheblichen Anzahl an  Einzellern aus Erfurt. Das gesamte Repertoir an Rufen und Gesängen wurde abgeliefert. Der Zujezogen-Liebling geht dabei an: „Gebt euch nicht auf, lernt lesen und schreiben!“.
Für mich ist unverständlich, warum dieses Nazi-Pack in vollem Umfang agieren konnte und ihre verschissene Weltanschauung mit Gesten, Rufen und diversen Materialien propagieren durfte. Unser Verein schreibt sich etwas auf die Eintrittskarte und in die Satzung, sieht aber keine Möglichkeit, dies auch durchzusetzen? Sehr erbärmlich aber auch, dass sich dieser Scum innerhalb der EF-Fanszene so entfalten darf. Das lässt leider tief blicken.

Am Dienstag rollt der Nulldrei-Express weiter nach München zum Nachholspiel. Dann wieder mit der Hoffnung auf ein engagiertes Spiel und den drei Punkten fürs Schnabel-Reh.

Fotos:

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