Treuenbrietzen hat die Bombe

Das letzte Auswärtsspiel des Jahres stand an: Die Frauen im Viertelfinale des Kreispokals in Treuenbrietzen.
Doch schon einen Tag vorher ging es mal wieder nach Zipsendorf. Die Nacht davor war für einige vielleicht etwas kurz, trotzdem waren alle erstaunlich pünktlich am Lutherplatz. Die Anfahrt dann so entspannt wie unspektakulär. Angekommen in der lächerlichsten „Arena“ der Liga kam das erste wirklich Erfreuliche des Tages – 7 Euro Eintritt für Vollzahler. Sehr schön. Auch die staatliche Ordnungsmacht war soweit entspannt, wenn auch sehr zahlreich vertreten. Im Stadion konnte heute nicht die gewohnte Versorgungsstelle angesteuert werden, da dieses wegen Umbaumaßnahmen zur Zeit geschlossen ist. Ebenfalls waren die Toiletten nicht zugänglich, weshalb Dixis aufgestellt wurden. Für sowas hab ich ja an sich Verständnis. Aber wer kam denn bitteschön auf die Idee, gerademal 2 (in Worten: zwei!) von den Teilen hinzustellen?! Anstellen war also angesagt. Leicht angefressen ging es zur zweiten Fressbude, die nicht von der Baustelle betroffen ist. Auf Grund der letztjährigen Vorfälle beschlich mit die ungute Vorahnung, dass es nur Leicht- oder sogar alkoholfreies Bier geben könnte. Die Nachfrage wurde vom Versorgungsmenschen freundlich und bestimmt mit einem „Wiar veroarschn doch de Leude nisch!“ beantwortet. Daumen hoch dafür! Auch der Glühwein hat später sehr gemundet…
Zu Beginn des Spiels dann ein Spruchband vom kleinen Support-Haufen gegenüber. Irgendwas mit „Zipsendorfer Sturm gegen Rassismus und Extremismus…“. Das erste unterschreibe ich sofort. Aber das mit diesem „Extremismus“ ist unkommentiert ja immer so eine Sache. „Was genau meinen die wohl damit?“ ging es kurz durch meinen Kopf…immerhin wurde dann fleißig locker 20 Minuten eine rote Fahne geschwenkt. Das lasse ich jetzt mal unkommentiert. Unser Support war ganz ok für meinen Geschmack, aber irgendwie wollte mal wieder der Funken nicht ganz überspringen. Keine Ahnung, was da zur Zeit los ist. Am Spiel kann es nicht gelegen haben. 03 dominierte den Großteil des Spiels und nahm völlig zu Recht die 3 Punkte mit ins schöne Nowawes. Bewegte Bilder wie so oft auf MDR und sogar der RBB hat mal mitbekommen, dass es uns noch gibt.
Die Rückfahrt war entsprechend kurzweilig und der Abend wurde von der ein oder anderen Gerstenkaltschale begleitet. Mich zog es dennoch vor dem Morgengrauen nach Hause, denn…
Sonntag früh sollte es ja noch nach Treuenbrietzen gehen! Da mein Taxi in Werder wartete, klingelte der Wecker etwas früher als sonst. Fast pünktlich dort aufgeschlagen, ging es geschwind in die Sabinchenstadt, die nebenbei wirklich hübsch anzusehen ist. Genauso wie das im Wald gelegene Stadion. Trotzdem wurden die ersten Minuten des Spiels verpasst, was uns nicht daran hinderte, zunächste die Versorgungslage zu checken. Was soll ich sagen? 4 Euro für 1 Liter leckeres Bier (auch andere Getränke fanden wohl ihren Weg in die großen Becher…) und Bockwürste als feste Nahrung. (Nicht vegetarisches) Fußballfanherz, wat willste mehr?! Da kann sich auch unser Verein für das nächste Heimspiel der Frauen mal eine Scheibe von abschneiden! Am Spielfeldrand angekommen, zunächst mal „Hallo!“ in die Runde und nach dem Spielstand erkundigt. Ok, wir hatten also die ersten 2 Tore für uns verpasst. Da wir aber davon ausgehen konnten, dass noch mehr folgen würden, war das aber nicht so wild. Etwas überrascht war ich dann doch von den anderen Angereisten. Ganz mondän wurde es sich da auf Gartenstühlen gemütlich gemacht. Support und Banner gab es nicht. Lag es an dem schönen Wetter? An der Fahrt vom Tag davor? An den großen Bierbechern? Ich weiß es nicht. Aber egal, immerhin wurde sich zu jedem Tor erhoben. Von denen kamen noch so einige. Bis es irgendwann wieder zweistellig wurde, was die bereits in Rathenow eingeübte Feier-Choreo zur Folge hatte. Wer sich jetzt fragt, was das wohl ist, muss eben mal mitkommen. Aber auch die Treuenbrietzenerinnen musste sich mit ihrem Torjubel nicht verstecken, als nach Konter irgendwann das 11(+/-1):1 fiel. Die Präsentation einer formvollendete „Bombe“ wurde völlig zu Recht mit Szenenapplaus honoriert. Danach war wieder 03 am Zug, bis es schlussendlich 13:1 stand. Sehr geil! Anschließend kurz die Mannschaft abgefeiert und in die Winterpause verabschiedet. Ich freu mich, wenn es weitergeht. Besonders auf das Rückspiel in Treuenbrietzen.

Nennhausen und Babelsberg – Die Freundschaft!

Was für ein lustiger Abend im Fanladen! Weniger lustig war es denn, sich Sonntag morgen zum Lutherplatz zu schleppen. Aber egal, der Bus wartet nicht auf jede_n und es sollte zu den Frauen nach Rathenow gehen. So stand ein kleines sympathisches Möbchen am altbekannten Treffpunkt, noch bevor beim Fahrland die Bio-Brötchen ausverkauft waren. Und dann bog auch noch der Bus pünktlich auf die Minute um die Ecke – gute Voraussetzungen also!
Die Fahrt noch genutzt, um ein wenig Schlaf nachzuholen, waren wir relativ schnell fast am Ziel. Allerdings stand eine Baustelle im Weg, was uns zu einer „kleinen“ Extra-Runde zwang. Aber alles kein Ding, rechtzeitig am Stadiongelände angekommen, verwunderte Blicke der anwesenden Zuschauer kassiert und erstmal was zu essen suchen…denkste! Nix da – weiter hungern.
Da der Anstoß nach hinten geschoben wurde (nachdem ja erst einen Tag zuvor nach vorne verlegt), blieb noch Zeit, sich die D-Jugend von BSC Rathenow gegen Rot Weiß Nennhausen anzusehen und zu klären, ob eine Halbzeit davon ausreicht, den „Ground zu machen“. Die Sympathien waren schnell verteilt, auch wenn Nennhausen schon vor dem Seitenwechsel 1:3 zurücklag. Doch zeigte sich mal wieder, was eine gute Kurve ausmacht! Unermüdlich wurden die Spieler_innen (Ja, die hatten auch ein Mädchen dabei, das gefälligst mal von Nulldrei verpflichtet werden sollte!) nach vorne getrieben und drehten das Ergebnis auf 4:3. Ganz großer Sport!
Gut gelaunt fieberte die Kurve nun dem Highlight des Tages entgegen. Inzwischen war auch klar, wer die wichtigste Pfeife des Tages sein sollte: Der Imperator vom letzten Spiel! Da konnte nix mehr schief gehen. Die Kurve, ausgestattet mit Schwenker und geölten Stimmbändern, legte gut los und konnte den Support auch fast durchgängig halten. Trotzdem stand es zur Halbzeit „nur“ 1:0. Da ging noch was. Also, erstmal rüber zum Restaurant und für neuen Gerstensaft gesorgt. Der Rest versuchte auf dem Platz sein fußballerisches Können unter Beweis zu stellen, kritisch beäugt von der ImperaTine. Wenig überraschend wurde wieder klar, warum die meisten von denen eben doch lieber in der Kurve stehen. Jedenfalls ging es irgendwann weiter mit richtigem Ballsport. Nulldrei erhöhte jetzt den Druck. So sehr, dass dem Imperator auch mal die Pfeife aus dem Mund flog und es zum Schluss 7:1 für uns stand. Rathenow wusste sich nicht weiter zu helfen, als ordentlich in die Knochen zu gehen. Ergebnis: 2 verletzte Lisas. Hoffentlich nix ernstes.
Schnell noch die Mannschaft abgefeiert, Möbchen-Foto mit selbiger und den verbliebenen Nennhausernern (Nennhäuser?) und ab in den Bus. Rückfahrt kurzweilig und…naja…lassen wir ein Beweisvideo sprechen.

Dankeschön!

Die erste Tor gleich zu Beginn im Estadio Archiv: Ein langer Ball auf den Flügel, kurzer Rückpass an die Strafraumkante und von dort butterweich geflankt. Flugkopfball von Ichsucht, direkt in den Winkel. Hurra! Kaum Zeit zum Durchatmen. Die Notgemeinschaft Peter Pan erobert souverän das Leder, feines Kurzpassspiel durch das Mittelfeld und dann aus der Distanz abgezogen. 2:0 für die Guten! Ekstase pur! Contra Real nun auf dem Spielfeld. Dribbling an der Außenbahn, die halbe Abwehr wird ausgetanzt und mit einem schönen Flachschuss den Torwart getunnelt. 3:0. So geht Fussi! Und schon die nächste Offensivaktion. Traumpass aus dem eigenen Strafraum, per Direktabnahme weitergeleitet und Fallrückzieher von Loser Youth. Das war das vierte Ding! Das sachkundige Publikum liegt sich in den Armen. Vier Tore sind eins zu wenig denken sich BEATE X OUZO und starten kurz vor Ende nochmal durch: Eine sehenswerte Kombination wird durch einen mindestens genau so sehenswerten Dropkick hinein ins Glück abgeschlossen. 5:0! Was für eine Glanzleistung! Sämtliche Angriffe natürlich konsequent über links. Danke an alle Beteiligten!

Den allerliebsten Dank auch an unsere Lieblingsskinheads! Merci RASH! Ihr seid die Größten, nicht nur bei der Veranstaltung von Konzerten. Politisch sowieso.

Danke auch an Nulldrei. Zuhause immer noch ungeschlagen. Das fetzt!