Indian Summer in Rathenow

Kurz zum Spiel: Auch wenn es kein ganz großer Fußballsport war am Sonntag bei Optik, die drei Punkte beim Stolz Brandenburgs haben wir gerne mitgenommen.
Durch die tolle „Solidarität ist eine Jacke“-Aktion der Nordkurve war ich zeitiger als sonst am Ground und so war noch genügend Zeit die Sonne und die schön gefärbten Blätter der Bäume rund um das Stadion am Vogelgesang zu genießen. Zuvor allerdings die oben genannte Aktion: Erfreulich die Spendenbereitschaft der Babelsberger Fangemeinde und interessant der Redebeitrag vor der Flüchtlingsunterkunft.
Refugees welcome!
Im Stadion hat es mir ausgesprochen gut gefallen, das Catering konnte überzeugen, die Leute waren freundlich, die Toiletten sauber und die Curva Nord recht gut aufgelegt. „Keine Eintracht mit Nazis“ wurde auf nem Spruchband gefordert und nach dem Schlusspfiff hatten sich alle lieb. So kann es weitergehen, am besten schon am Freitagabend beim Heimspiel gegen Neustrelitz.
Zuvor aber noch am Mittwochabend in die Bunte Kuh nach Weißensee und am Donnerstag auf die Antira-Demo nach Hellersdorf!

Solidarität ist eine Jacke!

Bonjour Tristesse – Willkommen in der Regionalliga

Ein grauer Sonntag, man quält sich aus dem Bett, noch angezählt von der letzten Schlacht am Vorabend und macht sich auf Richtung Babelsberg. Das erste Bier tut noch ein bisschen weh, aber was soll man machen. Im Stadion angekommen, eigentlich alles wie immer. Doch scheint nicht alles wie gewohnt. Es ist nämlich Sonntag! Fußball am Sonntag, was für eine Scheißidee!
Eine Mischung aus Melancholie, Suff und Karterstimmung liegen in der Luft. In der Nordkurve überkommt mich ein Gefühl, das mir sagt, dass das Spiel heute wohl an mir vorüberziehen wird. Mein Blick schweift über die Traverse, ich bin mit diesem Gefühl in guter Gesellschaft.
Trotz einer schönen, kleinen Choreo zum Einlaufen unserer Equipe war die Stimmung vom Anpfiff an nicht sonderlich berauschend. Ein schwer zu motivierender Haufen in der Nordkurve wollte nicht so recht in Fahrt kommen. Unser Team tat es der Nordkurve gleich, es war nicht schön anzusehen.
Zum Spiel: Wir waren spielerisch den Thüringern klar unterlegen und es war lediglich der Unfähigkeit der Jenenser geschuldet, dass wir nicht schon in der ersten Halbzeit zwei Buden kassierten. In der 61. Minute war es dann so weit. Jena ging nach einer Ecke verdientermaßen in Führung. Danach war der Drops gelutscht. Unterm Strich ein Spiel ohne Höhepunkte. Spannung wollte nicht aufkommen. Dementsprechend blieben die Nordkurve, wie auch der Gästeblock, stimmungstechnisch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. So richtig dolle war das alles nicht an diesem Sonntagnachmittag.
Der graue Regionalligaalltag hat uns wieder…

Ob Auswärts oder Zuhause… (Oder auch: Der schlechteste Spielbericht seit Anbeginn der Zeit)

War es denn nun ein Auswärtsspiel oder ein Heimspiel?
Das zweite unser 4 S-Bahn-Liga-Spielen ist absolviert.
Es stellte sich mir die Frage, was unattraktiver ist:
Ein Kick gegen die U23 der Köpenicker oder das Stadion in welchem dies vollzogen wurde?

Ob des Auswärtsspiels der Ersten von Union war die Haupttribühne so gut gefüllt, wie damals zu unseren Spielen gegen Türkiyemspor im selben Rund.
In den Gästeblock verirrten sich vielleicht 500-600 Gestalten und konnten – wenn sie denn wollten – ordentlich Laut sein.
In Sachen Stimmung war von durchwachsen bis ziemlich gut alles dabei…

Spiel… Ach ja – das Spiel…
Erste Halbzeit grausig. Gegentor.
Zweite Halbzeit besser. Ausgleich.
Und Koc hatte dann noch das Siegtor auf dem Fuß – hatte dann wohl aber nicht sollen sein.
1 Punkt ist auch durchaus angemessen für dieses Spiel.
3 wären natürlich schöner gewesen.

Und die „schönsten“ Impressionen:

Für'n Arsch...
Für’n Arsch…

Die sanitären Anlagen ließen zu wünschen übrig... Der größte Wunsch: trockene Füße...
Die sanitären Anlagen ließen zu wünschen übrig. Der größte Wunsch: trockene Füße…

Nie wieder Preussen!

Eberswalde…..das hieß früher: 6 Leute, 7 Fahnen, 8 Banner und Pyrostrafen von 65 Euro. Konsequenterweise war hiervon gestern nichts mehr zu sehen, da die „aktive Fanszene“ den „neuen“ Verein boykottiert (muss das eigentlich genderlike „girlkottiert“ heißen?). Etwa 80 Nulldreier hatten sich auf den Weg gemacht. Manche davon mit Zug, der Großteil mit Auto, wovon so einige gut und gerne 60 Kilometer Umweg fuhren (Panketal!!).

Das Stadion fand ich jetzt nicht so  pralle, aber die Verpflegung stimmte und die Ordner waren entspannt. Erwartet schwer das Spiel, in welchem, und das kann ich wirklich abkürzen, 98% der Bälle auf Koc gespielt wurden. In der 1. Hälfte spielte er auf rechts, also alles dahin. In der 2. Hälfte auf links, also………….wenigstens konnten wir, auf eben jener Seite stehend, so gut und gerne 80% des Spiels aus 5 Metern Entfernung sehen. Koc war es auch, der den eigentlichen Klassenunterschied verkörperte. Supportmäßig war es Dorfplatz (oder Regio in 4 Jahren-> Angst!), weshalb verschiedene Sufflieder und sportplatztypische Ausrufe („Ey, der muss morgen noch arbeiten“ oder einfach „Öööaoeeeyaaaaaaaooooooo“) nicht weniger Fehl am Platz waren, als die Ausführungen Oeses bezüglich seines erotischen Verhätnisses zu seinen beiden Hunden. Als an der Bushaltstelle in unserem Rücken der gefühlt 37. Bus nach Eberswalde-Ostend abfuhr, pfiff der Schiri die eher langweilige Partie ab und wir machten uns auf den Heimweg. Letzterer wurde nur unterbrochen durch einen Kurzstopp bei der Tuningszenen-Tanke („Wieder da! Riesenschaumküsse!!!“) und so mancher „feiner“ Konversation“.

Geschichten aus dem Pufferblock

Das Wetter endlich mal erträglich, in dieser Saison erstmals ein Spiel für mich außerhalb der Haupttribüne und mit dem festen Vorsatz, das Spiel gebannt zu verfolgen, nahm ich meinen Platz im Pufferblock ein. Bequem sitzend und in netter Gesellschaft der Ultrine, konnte das Spiel nun anfangen. Genutzt wurde der Pufferblock auch vom Nachwuchs des Concordia Nowawes, welcher sich im aktiven Support probierte und dabei gar nicht mal so schlecht aussah.
Direkten Blick hatten wir auf die nackten Oberkörper der 20 bis 30 Gästefans, die partiell lautstark ihre Halberstädter unterstützten. Lauter war natürlich die gut gefüllte Nordkurve, die 90 Minuten lang für geräuschintensiven und kraftvollen Gesang sorgte und dabei den aktiven Einsatz verschiedenster Fahnen nicht vergaß. Höhepunkt der ersten Halbzeit aus der Sicht der Concordia-Kids war wohl der gut gelungene Wechselgesang mit der Nordkurve, die auf beiden Seiten des Zauns großen Anklang fand. Zum Geschehen auf dem Grün bleibt nur so viel zu sagen, dass sich die meisten Aktionen vor dem Halberstädter Tor abspielten und es jede Menge Torchancen für die in blau-weiß spielenden und dominierenden Babelsberger gab. Vielleicht war das auch gar nicht so verkehrt, denn unser Towart Marvin Gladrow ist aufgrund der Vorkommnisse beim BAK-Spiel für momentan noch unbekannte Zeit gesperrt.
In der zweiten Halbzeit sollte es dann (leider) nicht mehr so torlos bleiben, wie wir es aus den ersten 45 Minuten gewohnt waren. Kurz nach Anpfiff fiel von mir unbemerkt das erste Tor für unsere Gäste. Schon wenige Minuten später sorgte Mihm für den blau-weißen Ausgleich. Das konnte Halberstadt nicht auf sich sitzen lassen und so folgten innerhalb weniger Minuten zwei weitere Tore für die Sachsen-Anhaltiner. Zwischendurch forderten die Concordia-Kids ihren zweiten Wechselgesang mit der Nordkurve ein, hatten Erfolg und offensichtlich viel Freude. Nach etwa 70 Minuten Spielzeit konnte Druschky noch mit einem Tor auf Babelsberger Seite die Babelsberger Herzen höher schlagen lassen. Die nächste Chance kam wenige Minuten später, als es nach einem Foul an Koc und einer gelben Karte für Halberstadt einen Freistoß für die Guten gab. Leider konnte dieser nicht erfolgreich verwandelt werden und so kam es kurz vor Abpfiff zum letzten Tiefschlag dieses Spiels: das 4. Tor für Halberstadt nach einem Foulelfmeter. Endstand 2:4.
Offen gestanden: Abgelenkt von Schwangerschafts- und werdende Mutter-Gesprächen mit wechselnden Gesprächspartnerinnen und den Rücken vieler Pufferblockbesucher im Blick, die sitzende dicke Bäuche knallhart ignorierten, hatte ich das Geschehen in den zweiten 45 Minuten nicht mehr so aktiv verfolgt, wie es zu Beginn des Spiels mein Vorsatz gewesen ist. Besprochene Inhalte wie Intimität während und nach der Schwangerschaft, Dammrisse, Dehnungsstreifen und Schwangerschaftsbeschwerden, erspare ich dem werten Leservolk und so endet mein Spielbericht ziemlich unemotional. Schön war es dann noch am Fanladen mit netten Gesprächen und lecker Getränken.
Die nächste Begegnung der Liga führt uns mal wieder in die Vorstadt Potsdams: am 15.9. um 13:30 Uhr gegen Union Berlin. Aber auch am nächsten Wochenende gibt es Fußball zu sehen: Landespokal am Freitag, 6.9. um 19:00 Uhr in Eberswalde.
Alle hin da!