Hach ja…Wiesbaden..

Das erste Rückrundenspiel stand auf dem Plan. Am Samstag ging es Auswärts und zwar nach Wiesbaden. Wem schon mal die zweifelhafte Ehre zuteil kam dort gastieren zu dürfen, der oder die weiß, es gibt wahrlich attraktivere Gastgeber. Das Stadion eine Katastrophe, der Stadionsprecher ähnelt einem Losbudenverkäufer auf dem Rummel und die Fans … na lassen wir das..
Alles gute Argumente gegen eine Fahrt in die Landeshauptstadt Hessens. Allerdings ließ mich das Bild, dass wir an diesem Spieltag hinterließen mit einem nicht enden wollenden Kopfschütteln zurück. Ja, wir sind eine kleine überschaubare Szene und ja, wir können keine Massen mobilisieren, schon gar nicht nach Wiesbaden! Aber die Tatsache, dass sich lediglich eine Neunerbesetzung und eine Handvoll Zugfahrer auf den Weg machten, kann einem schon die Tränen in die Augen schießen lassen. Aber das nur vorweg.
Also, los ging’s mit besagtem Neuner um 5.30 Uhr, diesmal von Berlin aus. In Potsdam wurde die Buscrew komplettiert und die Tour konnte beginnen. Wie so oft, war die Fahrt das eigentliche Highlight des Tages. Immer neue Kreationen von Tebe-Witzen versüßten uns die kurzweilige Fahrt in Richtung Westen. In Wiesbaden angekommen, schien augenscheinlich nichts darauf hinzuweisen, dass an diesem Samstag ein Fussballspiel stattfinden sollte. Alles sehr unaufgeregt. Bis auf einen Ordner, der uns einfach nicht parken lassen wollte, da er die Anweisung hatte, den Parkplatz für die Fanbusse frei zu halten, was allseits lautes Gelächter nach sich zog. Vorm Stadion dann doch auch ein paar Polizisten, die eine eins-zu-eins Betreuung gewährleisten konnten.
Im Stadion bot uns dann ein erfreuliches Bild, viele junge „supportwillige“ Leute, wohl zumeist aus dem Südwesten der Republik, fanden sich im Gästeblock ein. Offensichtlich scheint man sich dort für 03 zu interessieren. So war der Block, wider erwarten, mit 60-70 Leuten überraschend gut gefüllt. Das schürte die Hoffnung, auf annehmbare Unterstützung. Da die Ultras streikten oder Besseres zu tun hatten, wurde daraus leider nichts. Trotzdem gab es einen unorganisierten, mitunter auch recht lauten Support. Allerdings ist lauter Support in Wiesbaden auch keine riesen Herausforderung, da das Stadion praktisch leer war. Auch die frisierte Zuschauerzahl von 2100, konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass sich an diesem Samstag vielleicht gerade mal die Hälfte im Stadion einfanden.

Zum Spielverlauf will ich gar nicht viel schreiben, denn es war wieder wie so oft in dieser Saison:

• Innenverteidigung wackelig (resultierend daraus die 1:0 Führung Wiesbadens).
• Eklatante Verwertung von Standartsituationen vorm gegnerischen Tor (mit Ausnahme eines Freistoßes kurz vor Abpfiff).
• Riesen Probleme auf der Stürmerposition sowie der Verwertung von Großchancen, bis auf den Lattenschuss Anfang der 2. Halbzeit nichts Zählbares.

Es war mal wieder so ein déjà-vu Erlebnis mit 03. Es bleibt die Erkenntnis, das nach Spiel Eins der Rückrunde, die Hauptbaustellen immer noch vorhanden sind, kriegen wir die nicht in den Griff, haben wir in der Liga nichts zu suchen.

Nicht zuletzt, gehen noch lila-weiße Grüße nach Charlottenburg. Einen riesen Danke an Tennis Borussia Berlin! Ohne euren Bus, wäre die Auswärtstour nicht möglich gewesen, vielen Dank.