Wir sind die Zeuthen Jehovas!

Es war ein grauer Wintertag im Jahre 1983, als der kleine Marcus seine Mandeln in Zeuthen ließ und noch an der Krankenhaustür seiner Mutti schwor: „Mutti, ich will nie wieder böse sein!“ Tja, aus „Böse“ wurde „Oese“ und 29 Jahre später bot sich für den Marcus die Möglichkeit, sein Zeuthendrama zu bekämpfen.

Selbstredend wurden nach Verkündigung dieser Geschichte sofort alle möglichen Kreationen erfunden. Die besten (oder die,welche noch in meinem alkoholgeschwängerten Gehirn abrufbar sind) lauteten:

„Klimamandel“

„Mandel des Schweigens“

„Mitgliedervermandlung“

„Mandeline“

In Zeuthen selbst erwartete uns Folgendes:

– leckere Bratwurst

– Skorpiontätowierungen auf Köpfen

– 1 Stahl Riesa Fan(?) mit einem nervösen Fotoapparat

– Eine komplett(!) aus ausrangierten S-Bahnen (Spandauer) gebaute Tribüne, welche doch zu einigem Spaß unter den circa 70 Nulldreiern führte

– nette Gastgeber

– Irene, die Ultrafrau der Heimfans

– lustiger Support („Wir klopfen auch an eure Tür, wir sind die Zeuthen Jehovas“)

– Amarantos als Dorfkutten

– 4 verschiedene Flaschen Ketchup

und zu guter letzt ein grandioses Spiel, mit einem Traumtor aus 50 Metern und einem Endstand von 4:4!

Ganz ehrlich Leute, das gestern war wie Balsam auf die Seele. Das war mein Nulldrei, wie ich es liebe. Danke an Alle!

 

Ps: Und der kleine Marcus hat sein Trauma erfolgreich überwunden.

WELCOME BACK M.

Um 9:45 traf sich ein kleines Grüppchen Zujezogener am Alex, um bei strahlendem Sonnenschein die Auswärtsfahrt zum Heimspiel anzutreten. In Babelsberg angekommen hieß es erst mal: raus aus der Bahn, rein in die Bar! Lecker Soli-Brunch für die in den letzten Wochen doch stark gebeutelte Buskasse. Ein riesen Dank an meinen Lieblingswirt und seine fleißigen Helfer_innen!

Im Stadion dann ein zu erwartendes Bild: Ein gut gefühlter Gästeblock, würde mal schätzen 60% Berlin, 40% Karlsruhe. Die Reihen in der Nordkurve dagegen füllten sich, wie nicht anders zu erwarten, langsam aber stetig. Zum Anpfiff ein gelungenes Intro mit Fahneneinsatz und naja, sagen wir einer Minichoreo.

Die ersten 15 Minuten des Spiels verliefen so wie schon so oft in dieser Saison, die Mannschaft verpennt die Anfangsphase, der KSC machte das Spiel. Zu unserem Glück fehlte dem Badenern der abschließende Drang zum Tor. So plätscherte die erste Halbzeit so dahin, ohne größere Highlights auf beiden Seiten. In der Zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild, Torchancen auf beiden Seiten Mangelware.

Positiv zu bewährten ist der kämpferische Auftritt der Mannschaft, der das Eis zwischen Mannschaft und Fans, zumindest augenscheinlich, hat schmelzen lassen. Darauf kann man aufbauen.

Negativ: Ein couragiertes Auftreten alleine ist zu wenig für Liga 3. Unser Problem im Spielaufbau nach vorne bricht uns über kurz oder lang das Genick. Um die Klasse zuhalten, muss das ein oder andere Tor auch mal geschossen werden.

Das erfreulichste an diesem Tag hatte mit dem Spielgeschehen allerdings rein gar nichts zu tun: M. IS BACK! Schön das du wieder dabei sein kannst!

 

 

Grenzstreifen Luckenwalde

So wie der Titel es beschreibt oder so ähnlich konnte man sich vorkommen wenn man das Foto von der Überwachung durch die „Freunde“ und „Helfer“ schwarzblau betrachtet. Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Aber als reißerische Überschrift erfüllt es seinen Zweck. Die Staatsmacht hielt sich in und um das Stadion des FSV Luckenwalde 63 erfreulich zurück und besann sich auf das Prinzip Deeskalation. Im Zuge der aktuellen Verhaltenskodexdebatte sollten DFB, DFL und Vereine sich vielleicht ein Beispiel hieran nehmen.

Nungut, kommen wir zu dem Grund warum ich hier in der Regionalbahn sitze und diese Zeilen verfasse. Der SVB gastierte im Rahmen des brandenburgischen Landespokals beim FSV Luckenwalde. Unsere Anreise verlief in einer gemütlichen Busrunde recht kurz und wurde einzig durch die Verköstigung von Schlumpfenblut überschattet. Nachdem dieses zusammen mit einem leckeren Bier und meinem Vorsatz der Nüchternheit meine Kehle hintergespült wurde, waren wir auch fast da. Ein Kurztrip durch die Märkische Landschaft quasi. Nach der üblichen Einlaßprozedur machten wir es uns auf den Stufen bequem und warteten auf die Zugfahrer. Auf Grund des hohen Andrangs (1312 Besucher 😀 ) wurde das Spiel dann auch 10 min später angepfiffen. Zu Beginn der ersten Hälfte hatte ich das Gefühl das die Guten absolut spielbestimmend waren. Und prompt führten „les bleus“ auch mit 0 zu 2. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass Luckenwalde den Spielstart schlicht verschlafen hatte. Denn auf einmal sah alles nicht mehr so locker leicht aus. Vielleicht hatten die Jungs aber auch einfach einen Gang zurück geschaltet. Auf jeden Fall war Zeit sich genauer umzusehen. Im Heimbereich des FSV war eine Preußenfahne zu entdecken, welche ebenso wie die Schmähgesänge mit Witz quittiert wurde. Nach dem Seitenwechsel wechselte der Trainer einen Altbekannten ein. Sülo kam auf den Rasen und ich hatte den Eindruck, dass ein Motivationsschub durch die Zuschauer (zumindest uns Gäste) und die Spieler ging. Ob es wirklich so war vermag ich nicht zu sagen, aber auf jeden Fall sprang das 0 zu 3 für die Guten dabei raus. Erzielt durch Sülo. Die „Jetzt oder nie, Sülomanie!“ Gesänge wurden darauf noch lauter. Kurz vor Schluss mußten wir 440 Gästefans neben dem Ehrentreffer für Luckenwalde auch die Schlechteste Tormusik der Republik hinnehmen.

Aber was solls. Der einzige Wehrmutstropfen an diesem Tag war, dass viele Spieler anscheinend kein Gespür für die Fans des SVB haben und durch ihre Kollegen erst, sagen wir, darauf hingewiesen werden mussten. Am Schluss bleibt die Erkenntnis, dass die Manschafft durchaus Potential hat, dass Frau K.Reiche ihre Beliebtheit nicht steigern konnte unter den SVB Fans, und dass Fahnenstangen sich gut zum trocknen von Handtüchern und Badehosen eignen. Auf gehts zum nächsten Spiel am Samstag um 14 Uhr gegen die Freunde der Charlottenburger aus Karlsruhe.

Und für den Bezug auf die Verhaltenskodexdebatte – wie es Teile der Anhängerschaft des magischen FC ausdrücken – Schlumpf dich DFB!

„Ein bisschen viel Beton???? Guck dir dieses Parkhaus doch mal an, Alter!“ oder Ein (Trauer-)Spielbericht aus Offenbach

Seit zwei Stunden und  50 Minuten zerbreche ich mir nun den Kopf, wie ich das heutige Spiel Babelsberg 03 gegen Kickers Offenbach in Worte fassen soll. So richtig bin ich zu keiner Erkenntnis gekommen und so müssen wir alle gucken, was am Ende bei raus kommt.

Schon auf dem Weg ins Hessische seit Montag und trotzdem mit dem kürzesten Anreiseweg, erreichten wir in Begleitung unserer liebenswerter, fast hessischen Herbergs“eltern“ eine Stunde vor Spielbeginn das Stadion. Dort stand schon der Bus, der etwa 30 BabelsbergerInnen und einen gelben Eierhals in entspannter und feuchtfröhlicher Stimmung an diesen bestimmt nicht schönsten Ort der Welt gebracht hatte. Dazu kamen Zugreisende aus dem schönen Hamburg und ein paar in privaten PKW Angereiste.  Die Wiedersehensfreude mit dem einen anderen Zujezogenen und dem restlichen Möppchen (etwa 65 BabelsbergerInnen) war groß. Der Mannschaft schien es ähnlich zu gehen, denn bereits kurz nach dem Anpfiff stand es 0:1 für die Guten. Motiviert hatten die in weiß gekleideten Blauen die Oberhand und es kam zu einigen Chancen, doch leider nicht nur auf Babelsberger Seite. So kam, was früher oder später kommen musste: das 1:1 in der 16. Minute. Lange blieb es jedoch nicht dabei und so konnte bereits 6 Minuten später über ein erneutes Tor mit schönem Gruß aus Babelsberg  gejubelt werden. Aufregung folgte kurze Zeit später, als Assimiou Touré eine gelbe Karte für ein angebliches Foul kassierte, welches nur der Linienrichter, der Offenbacher Spieler und die dazugehörigen Fans gesehen haben wollten. Eine Schwalbe allererster Güte. Die nächste gelbe Karte folgte auf dem Fuße und so kam der Pausenpfiff ganz recht, um die Gemüter der Weißen und der mitgereisten Fans zu beruhigen.
Schönen Babelsberger Fußball hatten wir in der ersten Halbzeit sehen können, so weiter ging es auch in der zweiten Hälfte. Eine Torchance ergab sich gleich, verwandelt werden konnte sie aber nicht. Dafür gabs eine weitere gelbe Karte für Nulldrei und über die Unfähigkeit des Schiedsrichterteams musste immer häufiger nachgedacht werden. Nach 60 Minuten Spielzeit kam das, worüber keiner reden möchte, aber eigentlich dringendst geredet werden müsste: Babelsberg reagierte nur noch und so kam es in der 67. Minute zum 2:2 bis zum letzten Tor in der 87. Minute, dem 5:2. Ein Trauerspiel, welches ich nicht näher beschreiben möchte. Auch die in der ersten Halbzeit sehr aktiven Babelsbergfans fanden keine Kraft mehr zum Support. So kam es wie doch  viel zu oft: Babelsberg verliert unverdient mit einem Endstand der bestimmten Leuten zu denken geben sollte. Prost!

Was bleibt zur Stadt Offenbach, den OFC-Fans und dem Stadion noch zu sagen? Ein Ort, von dem man am besten nur das Ortsausgangsschild sehen sollte, uninspirierte und unkreative Fans, die erst, als ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen war, mit so etwas wie richtigem Support anfingen und schließlich ein Stadion ohne Seele mit viel zu viel Beton und ebenfalls viel zu hohen Getränkepreisen: alkoholische und  antialkoholische Getränke je 3,80€ für 0,5l. Pfui!