Fülle den Saar(br)(l)ückentext aus!

Herbstlich, dennoch schön begann der heutige Tag des Heimspiels gegen die_____________: Sympathische Menschen (St.Pauli, Braunschweig etc.) am Fanladen, besoffene____________ der Gäste und die leicht angetüdelte_______________ Merchcrew sorgten doch für ein gewisses Etwas. Dies sollte sich jedoch alsbald_________. Obwohl die Nordkurve ________________ wirkte, sprang der Funke nicht wirklich über. Es fehlte schlicht und ergreifend an ______________. Auch auf dem_________________ war von__________________ nicht viel zu merken, erinnerte eher an________________________. Unglaublicherweise wurde es spielerisch in der 2._______ etwas besser, das Tor jedoch machten die Gäste nach einem feinen_________. Spätestens da war die Stimmung in der Nordkurve___________, während das_____________ aus dem Saarland über 90 Minuten lang zeigte, wieso sie diesbezüglich zum Besseren in Deutschland gehören. Abwechslungsreich, eigenwillig, niveauvoll….._____________, werte Gäste.

Ps: Dem neu________________ Fanbeirat wünsche ich gutes Gelingen, zweifelsohne kommt auf dieses_________ viel Arbeit zu.

Füllwörter:

Hälfte, Kutten, chapeau, weibliche, inexistent, Randfranzosen, konstituierten, ändern, Gremium, Barcelona, Ultramöbchen, Spielfeld, Lautstärke, Konter, motiviert, Barfuss Unterhettelhausen.

Pfeffer, Mexikaner und Bockwürste…

Gleich zu Beginn: Es ist immer wieder kurios, dass ein Spiel unter der Woche für einen restlos ausverkauften Bus sorgt, während bei Spielen am Wochenende viel zu viele leere Plätze im Bus bleiben. Böse Zungen behaupten, dass das an der hohen Arbeitslosenquote läge. Aber wir wissens besser. Also mal schnell 2 Urlaubstage eingereicht und ab geht’s…

Ausgeschlafen und voller Vorfreude ging es zu allererst in unsere Lieblingskneipe am Kreisel. Dort wurden mit vielen fleißigen Händen und noch mehr Pfeffer die Brote und Brötchen für Unterwegs geschmiert. Mit diesen im Schlepptau dann zum ehemaligen Schnabelreh-Platz und dann in den Bus.

Die Besatzung war wieder einmal famos und versprach viel Freude. Nachdem alle einen Platz gefunden haben und unsere Busfahrer uns informierten, dass der Bus neu sei und das es Bier und Bockwurst zu kaufen gäbe fuhren wir dann auch fast pünktlich los.

2 Pausen, 2,5 Liter Mexikaner, jede Menge hohe literarische Kost (Bravo), 4 mal Pfeffer schnupfen und 37 Ansagen, dass es Bockwürste zu kaufen gäbe, später erreichten wir dann tatsache eine dreiviertel Stunde vor Anpfiff das Stadion. Mein erstes Mal Rote Erde. Ein sehr schönes altes Stadion mit der Arena dirket im Hintergrund.

Dann ging alles ganz schnell: kein Regen (obwohl angesagt), keine Niederlage, kein Sieg, kein ermäßigter Eintritt für alle, die volljährig waren – es sei denn sie wären schwerbehindert gewesen.

Ja – das habt ihr sicher aus dem einen oder anderen Spielbericht (ein solcher, der sich mehr aufs Spiel konzentriert) entnommen: wir haben unseren ersten Auswärtspunkt nach Hause geholt. Viel vom Spiel habe ich nicht mitbekommen. In der ersten Halbzeit habe ich mehr gesungen, als auf den Platz geschaut und in der zweiten Halbzeit habe ich mich viel nebenher unterhalten. Außerdem wollte ich den Moment nicht verpassen, in dem die Riesenspinne (alias Signal Iduna Park) aufsteht und wegrennt. Der Moment kam nicht. Riesenspinne ist zu faul und verharrt da immernoch. Aber Spinne überleg es dir: du hast Beine, dass du laufen kannst…

Nach dem Spiel dann lecker VoKü. Nudelsalat mit Spinat – haben dank der Dunkelheit auch viele Spinat-Hasser gegessen und so lange für Gut befunden, bis sie die Zutatenliste erfuhren.

Zur Rückfahrt gab es weniger Rahmenprogrammpunkte: eine spannende wie auch aufregende Synchronisation von „Space Balls“, ein schon wieder nicht funktionierender „Superstau“, ein schräger Film mit 3 Männern, einem Auto und einem Kind, 1 Liter Mexikaner und nur 15 Ansagen, dass wir Bockwürste erwerben können.

Und dann kamen wir an. Keine Ahnung wann. Aber wir kamen an. Sicher und müde.

ein Wochenende Spiel, Spaß, Spannung und Nazis

Da meine Arbeitswoche nicht die beste war und meine Liebste derzeit beim ehemaligen Klassenfeind weilt, war die Freude auf das Wochenende entsprechend groß. Schließlich stand Nulldrei auf dem Plan. Nachdem also Samstag früh die letzten häuslichen Pflichten erledigt waren, ging es, kurz vor Ultimo (in guter Babelsberger Tradition), auf zum Karli. Schnell ein Pils auf dem Weg und es konnte losgehen. Die Spannung in mir wuchs, denn ein Heimsieg wäre unglaublich wichtig und neugierig auf die Neonazis von der Karlsbande war ich auch. Ach stimmt, die sind ja jetzt unpolitisch und die eigentlichen Opfer. Hätte ich glatt vergessen. 😀 Aber dafür sprangen sie schneller auf Anti-Nazi-Gesänge an als die NS-Boys aus Chemnitz. Ich glaube, nur die „Fans“ von Viktoria Frankfurt, jetzt 1.FC Frankfurt/Oder, die uns zum Landespokal begrüßten, waren noch schneller. Naja und wie sagte schon meine Oma: „Getroffene Hunde jaulen!“.

Zu meinem Erstaunen war die Kurve bereits halbwegs gefüllt als ich dort eintraf. Möglicherweise werden wir alle doch noch pünktlicher. Noch später als die Nordkurve kamen die Leute von ACU. Dafür waren sie allerdings sehr schnell mit ihrer Organisation. Mit Anpfiff des Spiels begann die Karlsbande mit ihrem, seit dem Verbot ihrer Symbole bestehenden, Miniboykott von 13 Minuten und 12 Sekunden. Ich wollte ihnen erst gar nicht so viel Intelligenz zutrauen, aber mir wurde das ganze von zwei Aachenern unabhängig voneinander bestätigt.

Das Spiel schleppte sich sehr dahin. Hatte ich anfangs noch auf ein totales Aufbäumen ob des Abstiegsgespenstes gehofft, so war ich nach 20 Minuten schon mit der groben Richtung Aachener Tor zufrieden. Der Unmut über das Geschehen auf dem Rasen und die Lustlosigkeit in weiten Teilen der Nordkurve führten dann zu entspannten Gesprächen mit den um mich rum stehenden. Und als dann kurz vor der Pause wieder mal ein Angriff ins Stolpern geriet, wollte ich mich schon Abwenden, doch es geschah was niemand wohl so recht erwartete: Das Runde kullerte ins Eckige. Und da war er, der Jubel. Mit dieser Jubelstimmung ging es dann auch gleich in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel hatte das Bild, welches die erste Hälfte bot, Bestand. Nulldrei mühte sich, wirkte jedoch zu keiner Zeit zwingend. Die Karlsbande versuchte sich in Babelsberger H****söhne-Gesängen, welche die Nordkurve auf die ihr eigene ironische Art beantwortete. So taumelte das Spiel seinem Ende entgegen und endlich konnte wieder mal drei Punkte gefeiert werden. Mir persönlich gefiel der muntere und durchaus scherzhafte Support in der zweiten Hälfte. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht. Auch wenn sich die Mitmachquote in Grenzen hielt. Was die Bande aus Aachen nach dem Schlußpfiff abzog, war dann ebenso peinlich wie unnötig. Den Abend ließen wir bei netten Gesprächen und Gegrilltem und einem anschließenden Kaltgetränk im Nowawes ausklingen.

Mein Ballsportwochenende war damit aber noch nicht vorbei. Es gab am Sonntag schließlich noch das Spiel der Zweeten gegen Stahl Eisenhüttenstadt zu begucken. Die Zweete war in Zugzwang endlich mal wieder zu gewinnen. Und dies machte die Reserve auch sofort deutlich, denn schon nach kurzer Zeit musste TV die Anzeigetafel mehrmals korrigieren. Am Schluss standen auf Seiten der Zweeten 5 Tore und auf Seiten des FC Stahl 0.  Das grandiose Sonnenwetter, welches die Reserve bei ihrem Sieg begleitete, lud quasi dazu ein noch länger auf der Scholle zu verweilen. Schließlich lief auf dem Kunstrasen noch die zweite Hälfte der Partie UFK Potsdam gegen die SG Töplitz II. Allerdings war dies nicht so schön wie erwartet. Fußballerisch mühte sich der UFK nach Kräften und konnte nach einen 0 zu 2 Rückstand in Hälfte eins auch den Anschlusstreffer erzielen. Aber dabei blieb es.

Der Anhang der SG war allerdings ekelhaft. Von TS Jacken über die Fahne des letzten Kaisers und die der Südstaaten der USA war bis zum Anti Antifa Pullover alles dabei. Selbst der Mensch, der den Medizinkoffer der SG zur Kabine trug, hatte eine dieser „hübschen“ Jacken aus Südost Brandenburg an. Der Hinweis auf die Sportplatzordnung durch einzelne Zuschauer und Spieler des UFK wurde mit homophoben  Sprüchen und Drohungen quittiert.

Bis auf diesen unrühmlichen Abschluss war das Wochenende voll von Spiel, Spaß und Spannung. Naja und die Nazis gab es leider an diesem Wochenende auch wieder.

Am Dienstag geht’s auf zum Stadion „Rote Erde“ nach Dortmund in der Hoffnung, dass die Blauen an ihren Erfolg gegen Aachen anschließen können.

Ihr kommt hier nisch rein, Altaa!

Liebe Nulldreier_innen, um der NPD die Möglichkeit zu verhageln durch unseren Kiez als Ausweichroute zu ziehen wollen wir uns zusammen mit anderen aus der Nordkurve der Demo des SVB durch Babelsberg anschließen und uns zusammen mit allen dem braunen Mob entgegenstellen. Kommt so zahlreich wie an Spieltagen und zeigt, dass wir Nulldreier_innen egal wo wir im Stadion stehen oder sitzen immer gemeinsam gegen Faschismus, Rassismus und Homophobie stehen. Last uns allen zeigen, was wir von den hohlbirnen von der NPD und ihrem Anhang halten.

Los gehts pünktlich um 10:30 Uhr am Samstag auf der Grünfläche Rudolf-Breitscheid-Straße / Ecke Glasmeisterstraße.

Kein Fußbreit den Faschisten! Nicht im Stadion, nicht in unserem Kiez, nicht auf der Straße oder sonstwo!


Pokal in MOL

Was wurde im Vorfeld nicht alles befürchtet. Horden von Nazi-Hools sollten in Seelow einfallen und das Pokalspiel gegen Victoria würde in einer epischen Straßenschlacht untergehen. Somit verlegte man das Duell kurzerhand auf den Freitag, damit es nicht so viele Babelsberger_innen es in die Kreisstadt schaffen konnten. Solch ein ominöser Angriff ist ja auch viel unwahrscheinlicher wenn es dunkel ist, viel weniger Gästefans da sind und die Frankfurter erst am Samsatag ihr Spiel haben. Und wie unglaublich gastunfreundlich ist diese Vorgehensweise bitte?! Man hat Angst, dass auf Grund der Gäste ungebetener Besuch kommt, also werden die Gäste zum Großteil praktisch ausgesperrt! 300 bis 400 Zuschauer_innen würde man damit auch gleich noch ins Stadion locken. So zumindest die Kalkulation des Präsidenten der Gastgeber.
Eigentlich wollten wir zu sechst gen Osten fahren. Dann kam die Spielverlegung, ich blieb als Einziger übrig und schaffte es auch nur genau zum Anpfiff ins Oderbruchstadion. Dort dann das erwartete Bild: Cops, die gelangweilt rumstanden, gelangweilte Ordner, kein Abschaum vor Ort (oder er machte sich zumindest nicht bemerkbar) und zwischen den vermeintlich streng getrennten Fanblöcken konnte problemlos gewechselt werden. Positiv sei aber auf jeden Fall noch angemerkt, dass die Eintrittspreise mit 4 € / 2 € erstaunlich moderat ausgefallen sind. Außerdem entschied sich der Verein, entgegen der Ankündigungen, Vollbier zu verkaufen. Letztendlich waren es wohl 580 Zuschauer_innen, davon aus meiner Sicht vielleicht 50 aus Babelsberg.
Nulldrei war von Anfang an spielbestimmend und drückte Richtung seelower Tor. Nur Zählbares sprang noch nicht heraus, die Chancen wurden teilweise leichtfertig vergeben. Nach einer guten Viertelstunde stand es dann aber doch 2:0 für Blau-Weiß. Nach den teilweise grauenhaften Vorstellungen im letztjährigen Landespokal, war das natürlich um so schöner anzusehen. Seelow gab sich aber noch lange nicht auf und erzielte kurz darauf den Anschlusstreffer. Sollte da noch etwas anbrennen? Nein, sollte nicht…nur ein paar Minuten später stellte Nulldrei wieder den alten Abstand her und es ging mit 3:1 in die Pause.
Pausen sind für gewöhnlich nicht sonderlich erwähnenswert, wäre da diesesmal nicht das interessante Musikprogramm gewesen. Mein Highlight war Carmen (ja genau, die Oper), die einem um die Ohren geschmettert wurde.
In der zweiten Halbzeit fast das gewohnte Bild. Nulldrei dominierte das Spiel weiterhin und es kam nie das Gefühl auf, dass Seelow noch eine ernsthafte Chance hat. Nachdem auch noch das 4:1 fiel, nahmen die Guten Tempo raus und brachten den Sieg über die Zeit. So kann es von mir aus weitergehen!
Wenn man sich schonmal in der Region aufhält, könnte ja auch gleich noch ein oder zwei Spiele besucht werden, denn der Kreispokal stand ebenfalls an. Dachte ich so. Doch leider ergab sich nur für Samstag die Möglichkeit und ich entschied mich für die Partie SV Zeschdorf gegen SG 47 Bruchmühle II. Beide Mannschaften spielen in der 1. Kreisklasse Märkisch Oderland, wobei Zeschdorf bis dato 1 Sieg und 2 Niederlagen, Bruchmühle hingegen 3 Niederlangen zu Buche stehen hatte. Es konnte also von einem Duell auf Augenhöhe ausgegangen werden.
Am Ort des Geschehens angekommen bot sich ein geradezu malerisches Bild für Fußballpuristen wie mich. Der Platz ist ungefähr so eben, wie die Ostsee bei Windstärke 7, eingerahmt von Maisfeldern, Windrädern und der Freiwilligen Feuerwehr. Zuschauer waren auch da, vielleicht 25.
Bereits 10 Minuten nach dem Anpfiff musste dann auch schon der erste Spieler von Zeschdorf verletzt vom Platz. Immerhin war ein Ersatz zur Stelle, was bei solch kleinen Vereinen bekanntlich nicht immer der Fall ist. Ob die spielerische Qualität darunter gelitten hat, kann ich nicht beurteilen. Das Spiel war in der Folge sehr zerfahren und der Ball wollte auf keiner Seite ins Tor. Somit ging es mit einem 0:0 in die Pause. Diesesmal ohne Musik. Dafür aber mit der Erkenntnis, dass unser Spiel vom Vorabend noch Gesprächsthema war.
Halbzeit zwo hatte mehr zu bieten. Irgendwann wechselte Bruchmühle zum ersten Mal. Das sollte sich bezahlt machen, denn dieser Joker (habe leider seinen Namen nicht verstanden) netzte kurz darauf doppelt ein. Nur ein paar Zeigerumdrehungen später folgte sogar das dritte Tor für Bruchmühle und der Drops war gelutscht. Zeschdorf kam zwar noch zum Ehrentreffer, brachte das Spiel aber verletzungsbedingt nur zu zehnt zu Ende. Die Zweete von Bruchmühle steht damit im Achtelfinale. Schön wars!

Smørrebrød, Smørrebrød – røm, tøm, tøm, tøm…

Dass Dänemark mehr zu bieten hat als Legoland und Smørrebrød, sollte dem geneigten Leser genauso klar sein, wie die Tatsache, dass Fußball dort nicht nur in København gespielt wird. So verschlug es uns zur Begegnung Ringkøbing IF – Brabrand IF im Rahmen der ersten Runde des Landspokalturneringen (Dänischer Landespokal). Ringkøbing ist eine kleine Stadt mit nicht ganz 10.000 Einwohnern und liegt am gleichnamigen Fjord an der Westküste Dänemarks. Dagegen an der Ostküste gelegen ist Aarhus, dessen Stadtteil Brabrand von ca. 19.000 Menschen bevölkert wird. Beide Vereine spielen in drittklassigen 2. Division (Staffel West) und trafen bereits ölf Tage vorher ebenfalls in Ringkøbing aufeinander. Dort schoss die Mannschaft von Brabrand das einzige Tor des Spiels und nahm die Punkte mit nach Hause.
Die erste Herausforderung bestand darin, das Alkjær Stadion (oder ganz modern „Green Arena“) zu finden. Ein kurzer Blick auf die Karte zeigte mehrere Wege, die wahrscheinlich bis zum Stadion führen würden. Mit dem Auto unterwegs beschlossen wir, den erstbesten anzusteuern und fanden uns in einer Siedlung mit Sackgassen und noch ordentlich Abstand zum Ziel ein. Also zurück zur Hauptstraße und Ausschau halten, ob vielleicht irgendwo ein Richtungsweiser zu finden ist. Da einfache Lösungen bekanntlich die besten sind, kamen wir auch an welchen vorbei und so sicher ans Ziel. Dort bot sich dem geneigten Fußballfreund ein beeindruckendes Trainingsgelände mit mehreren Groß- und Kleinplätzen, zum Teil mit Flutlich ausgestattet. Blieb noch die Frage nach dem Eintrittspreis, da auch Dänemark nicht gerade zu den günstigen europäischen Ländern zählt. Dieser sollte aber nur 30 Kronen (ca. 4,50 €) betragen und es ging rein ins Rund.
Als Erstes fiel auf, was manche Vereine so als „Arena“ betrachten: Auf der Geraden ein paar Stehplätze, auf der Gegengeraden und hinter den Toren gabs Naturränge. Flutlicht, Cops, Ordner und Ballfangnetze? Fehlanzeige. Dafür jede Menge Werbung. Die Zweite Verwunderung folgte am einzigen Getränkestand. Dort warteten ganze 2 Kästen (!) Bier auf durstige Kehlen. Anscheinend trinkt man dort nicht all zu viel beim Fußball. Aber egal! Erstmal ein solches Kaltgetränk geordert, um dann festzustellen, dass niemand sonst eines in der Hand hat…
Wir machten es uns auf dem Rasenhügel gemütlich und warteten auf den Anpfiff, während langsam auch die letzten Zuschauer den Weg ins Stadion fanden. Am Ende waren es vielleicht 300. Anpfiff. Die ersten 30 Minuten war Brabrand klar besser und legte 2 Tore vor. Ebenfalls nur 30 Minuten lang mussten Zuspätkommer_innen noch Eintritt entlöhnen. Danach wanderten die Kassierer zum Versorgungsstand und nahmen sich die 2 Kästen vor. Es deutete sich ein eindeutiges Ergebnis an, als Rinkøbing kurz vor dem Halbzeittee doch noch den Anschluss zum 1:2 markierte. Das war auch die Stelle im Spiel, an der das Publikum das erste Mal zu hören war, denn Support wurde bis dahin und auch später nicht geboten.
Wie erwartet folgte die zweite Halbzeit und Rinkøbing war nun überlegen. Nur ein Tor ließ auf sich warten. Erinnert einen im Nachhinein irgendwie an Nulldrei diese Saison. Im Unterschied dazu konnten die Spieler von Ringkøbing ihre Chancen noch in Zählbares umwandeln und glichen aus. Auf einmal war es wieder richtig spannend, Ringkøbing drückte weiter und machte kurz vorm Ende der regulären Spielzeit noch das 3:2. Kollektive Ausrasterchen auf den Tribünen! Kurz danach war auch Schluss. Ringkøbing rückte vor in die nächste Runde und wir machten uns auf den Rückweg.

Wahre Liebe

Es gibt sie noch, die wahre Liebe! Zum Beispiel zwischen, nennen wir die beiden der Einfachheit halber, Paul* und Paula* (Sorry, ihr beiden für diese Namenswahl.). Oder die herzzerreißende Liebe zwischen dem Filmstadt Inferno 99 und Zujezogen Nulldrei. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Naja, der Paul* (Fiffi) wird die Paula* (Zujezogene) nach alter Tradition in Kürze zur Frau nehmen, was die beiden wiederum veranlasste eine grandiose Polterparty mit all ihren Freund_innen am zweitschönsten Platz in Babelsberg zu veranstalten. Der Samstag stand also ganz im Zeichen der Vorfreude auf das Abendprogramm. 

Aber da war noch etwas. Richtig, das Heimspiel unserer Nulldreier gegen VfL Osnabrück. Ein wahrlich schwerer Gang ins Karli, denn nach der erneuten Niederlage in Stuttgart sieht die Bilanz aus 7 Spieltagen nicht so positiv aus. Platz 19 mit mageren 4 Pünktchen und allseitige Ratlosigkeit. Als Nulldreier_in kennt man ja Hochs und Tiefs, so dass einem gezwungenermaßen nichts anderes übrig blieb die Equipe bei schönstem Fußballwetter anzupeitschen. Wahre Liebe zu unserem Verein eben. 

Deshalb rein ins Rund, welches sich nur sehr langsam und mit gerade einmal 2.500 Zuschauer_innen füllte. Und das, was wir da zu sehen bekamen, sah teilweise stark nach Fußball aus. Osna wurde der Favoritenrolle in keinster Weise gerecht und ließ sich anfänglich von schönem Offensivfußball unseres Teams überrumpeln. Leider blieben die Offensivbemühungen ohne durchschlagenden Erfolg. Zum Glück gibt es da aber, je nach Betrachtungsweise, ungeschickte Torwarte oder fliegende Stürmer, die uns zu einem Standard aus 11 Metern verhelfen und somit zum 1:0 Endstand. Trotz der aus vorgenannter Situation resultierenden Unterzahl der Gäste, blieb unsere Offensive anschließend zu oft zu harmlos. Dennoch möchte ich hier einmal unsere Defensive lobend erwähnen, denn die machte am Samstag einen hervorragenden Job. Kompakt gestanden, die Gegner immer im Griff gehabt und stark agiert bei den Balleroberungen. Darauf lässt sich doch aufbauen. 

Die Stimmung auf den Rängen war recht durchschnittlich. Die Nordkuve hatte sicher schon weit bessere Tage, aber es wurde durchgängig und abwechslungsreich gesungen. Wenn der eine oder die andere mal mitsingen würden, kämen die Songs auch laut runter aufs Grün. Wahre Liebe geht auch auf die Stimmbänder! 

Der Gästeblock, der mit ca. 400 Osnabrücker_innen auch unterdurchschnittlich besetzt war, machte auch fast durchgängig Support, wenn auch mit etwas zu standardmäßigem Gesangsrepertoire. Aber ansonsten recht angenehme Gäste. Auf die Pöbeleien im Zuge der roten Karte ließen sich nur wenige ein. Die paar reichten dann aber auch aus, um gellendes Gelächter in der Nordkurve zu verursachen. Danke für diese Momente! 

Die Erkenntnis des Tages bleibt dabei: Wahre Liebe übersteht alles! Auch, dass sowohl der Vorsänger, als auch das Team kein „Darum feiern wir“ anstimmen wollten. Das geht natürlich nicht und wird hiermit nachgeholt:

 
DARUM FEIERN WIR
DEN SVB
DENN BLAU UND WEIß
IST WUNDERSCHÖN 

HEUT WIR JEDER KRUG GELEERT, BIS AUCH DER LETZTE NICHTS MEHR MERKT
SCHÖNEN GRUß AUS BABELSBERG!

 

Paul* und Paula* danke ich für den Kater am Sonntag, die wunderschöne Feier und für lästige 90er-Jahre-Ohrwürmer. Ich wünsche euch alles Gute für eure Hochzeit und die gemeinsame Zukunft als Vermählte.

Was bleibt? Der Blick nach vorn. Am kommenden Freitag oder vielleicht auch Samstag spielt unsere Equipe die zweite Runde im Landespokal in Seelow. Terminliche Klarstellung wird hoffentlich bald über die Nulldrei-Homepage erfolgen. Ansonsten kann man als Alternative zum Fremdkuscheln nach Hamburg fahren. Dort feiert USP das 10-jährige Bestehen. Wir sagen schon einmal „Happy Birthday, Digga!“

 

 * Namen geändert 😉