Nulldrei vs. Stadtreinigung Darmstadt

Nach einer viel zu kurzen Sommerpause und diversen Testspielen, von denen besonders der Ausflug in den Alfred-Kunze-Sportpark und die Begegnung mit St. Pauli sehr viel Laune gemacht haben,gings nun wieder los: Darmstadt 98 zum ersten Heimspiel der Saison im Karli, dazu relativ ordentliches Wetter, sollte doch ein guter Tag werden und der wurde es auch. Trotzdem gab es wieder einige Nervereien in Person von Nazi-Grill-Walkern, Nazi-Ordnern und erlebnisorientierten Darmstädtern, die wohl den Gästeeingang nicht fanden. Wurde aber wohl alles geklärt und das Spiel konnte beginnen. Ohne allzu große Erwartungen im Bezug auf den sportlichen Bereich nahm ich meinen Platz in der Kurve ein und war erstmal erstaunt über die großen Lücken in der Nord. Noch mehr Erstaunen dann allerdings über die Auswärtstrikots der Darmstädter, über Geschmack lässt sich ja angeblich nicht streiten…Nun gut, der Kick konnte beginnnen, aber erstmal passierte lange Zeit nicht viel. Viel Geplänkel, kein Team irgendwie zwingend, Abstimmungsschwierigkeiten überall und keine Chancen. Dann nach einer guten halben Stunde das erste Tor für Nulldrei durch einen sehenswerten Kopfball von Berzel, die vorangegangene Freistoßflanke war nicht minder sehenswert. Dann erstmal Pause und wieder dauerte es etwas bis das nächste Tor das Stadion verzückte. Diesmal was es Koc, der nach einer schönen Hereingabe von Müller den Ball ins Netz beförderte. Dann noch ein drittes Tor, das nicht anerkannt wurde und noch ne Rote für Essig, die keine war. Gelungener Heimauftakt also, wobei zu erwähnen wäre, das Darmstadt äußerst schwach aufgetreten ist. Äußerst schwach war auch der Auftritt der Curva Nord, vermutlich waren wir alle noch in der Sommerpause, aber egal, dann singen wir am nächsten Spieltag halt Hansa an die Wand.

Alle hin da!

Wenn Karl das gewusst hätte………

Passend bei der „Rosa“ gestartet,

auf die Astra-Stuben-Crew gewartet,

Leberwurst, natürlich vegane,

Bier aus Flaschen, nicht vom Hahne,

Antifa-Sampler, vom Stefan ein „Tusch“,

der Busfahrer vergöttert E. Busch,

die Hauptstadt des Niveaus erreicht,

der Aufkleber leicht angebleicht,

und dennoch des Anstoßes Stein,

infolge dessen, gar nicht fein,

die Polizei der Welt beweist,

was „Deeskalation“ nun heißt,

die Soliwaffel ausgepackt,

Banner werden eingepackt,

selbst die Kneipen geben auf,

in Chemnitz ist`s der Welten Lauf,

Wechselgesänge in Hälfte Zwo,

lauter als Asi-Ronny sowieso,

was haben wir denn sonst verpasst?

der Oese hat es schon verfasst,

Hitlershirt und Rassismus pur?

was wundert`s mich in Chemnitz nur?

Rücktour über`s AJZ,

die Skinheads grüssten ganz adrett,

Highlandgames als Abschlußspiel,

zugeschüttet mit „Gefühl“,

die Fahrt, trotz Chemnitz eine „Nette“,

dennoch: wenn Karl das gewusst hätte.

Bohemians „Widzew“ Dublin versus Shamrock „LKS“ Rovers

Während meines wunderschönen Pärchen-Irland-Urlaubes bot sich mir am zweiten Abend die Möglichkeit das Derby zwischen den beiden ältesten irischen Vereinen zu besuchen.

Nicht wirklich großes erwartend schlenderte ich in den Norden der interessanten Stadt (in welcher übrigens aufklebertechnisch nur Bohemians und Shelbourne präsent waren) und hätte ohne die dazugehörigen Flutlichtmasten den Dalymount Park (http://www.worldstadiums.com/stadium_pictures/europe/ireland/dublin_dalymount1.jpg) niemals gefunden. Das 1901 erbaute Stadion ist nämlich nur duch eine 3 Meter breite Gasse zwischen 2 Häusern zu erreichen und dementsprechend ohne Masten kaum zu lokalisieren. 111 Jahre alt waren zudem der Eintrittsbereich, die Katakomben (samt Toiletten) und der megageile Stehplatzhintertorbereich, welcher aus Sicherheitsgründen nur noch als Banneraufhängeort (u.a. „Rude Boys Bohemians“) verwendet wurde. Wem da nicht einer abgeht, der soll bitte zum Curling wechseln.

Da ich bereits eine Stunde vor Anpfiff zugegen war, konnte ich die ersten mit Inbrunst vorgetragenen Pöbeleien eines Rentners in feinster irischer Mundart miterleben…….hab`nix verstanden, aber dem Bullen neben mir fiel vor Lachen seine Mütze vom Kopf, muss also dementsprechend spaßig gewesen sein. Im Dalymount Park sind nur noch 2 Tribünen (Hintertor- Gäste und Haupttribüne) überhaupt geöffnet, welche sich nach und nach füllten und mit knapp 3.000 Zusehern (knapp 500 Gäste) dem Spiel einen würdigen Rahmen gaben.

Nun war mir zwar die hohe Anzahl an eingewanderten Polen nach Irland durchaus geläufig, dass es allerdings solche Auswirkungen hat……aber der Reihe nach:

1. Die Gäste hängen mehrere „Ultra“-Banner(!!) auf.

2. Choreo (!!!wenn auch simplerer Machart) seitens der „Bohs“.

3. Stimmung und Hassgepöbel ohne Ende.

4. Und nach dem 1:0 passierte Folgendes: http://www.youtube.com/watch?v=pdf4ret9IvA&feature=relmfu (Nein, auch wenn ich nach 16 Stunden Busfahrt so ähnlich rieche, ich bin nicht 13Puma12)

Und das in der ersten irischen Liga!?! Ich war jetzt schon völlig baff und genoss das ganze Spiel über die geile Atmosphäre. Jaja, ich weiß, ist natürlich Geschmackssache……aber wenn 2000 Leute für 47 Sekunden sich das Guiness aus dem Leib brüllen gibt es für mich eben mehr her, als 3 Minuten lalala. Natürlich hätte ich am Liebsten jeden der Heimfans geschüttelt und gefragt, wieso sie nicht einfach 90 Minuten ihre melodisch-lustigen Chants (beispielsweise eine Version von „No Limits“) bringen. Aber dazu ist es einfach zu sehr vom Spiel selbst abhängig, bei welchem jedes Tackling und jeder Eckball frenetisch gefeiert werden. Ich liebe es! Die Gäste hingegen nahmen die schlussendliche 0:4- Niederlage (unterstützt durch u.a. 2 krasse Torwartfehler) des eigentlichen Favoriten unter dem Hohngelächter der Heimfans („Chamions League, we`ll having a laugh!“-die Kleeblätter spielen in der Champions League Quali gegen einen litauischen Vertreter) mit Würde hin und spendeten ihrem Team trotz der Klatsche tapfer Beifall.

„We are bohs, always believe in our souls, we`ve got the power to know, we`re indestructable…always believin`!“

(Hach, geil war`s!!)