Wenn….

der Präsident morgens seine Kaschemme öffnet, um 70 Ultras, darunter 40 Auswärtigen, ein gemeinsames Frühstück zu ermöglichen,

du für nen schmalen Taler ein ausgiebiges Mahl serviert kriegst,

dir im Merchandisestand nahezu liebevoll seitens des Fanbeaufragten zu dem Kauf eines Pullis geraten wird,

der Stadionsprecher am Morgen aus Sofia zurückkommt und „war total geil, wir hatten alles, Tränengas, Pyro ohne Ende…geil“ äußert,

das Öffnen des Kinderraums nur freundliche Worte aller Vorbeilaufenden entgegenbringt,

die Blätter im Park schöner verfärbt sind als irgendwo anders,

die Musik einen mitnicken lässt,

die Gästehymne wie selbstverständlich erklingt,

die Nordkurve sich verpeilt wie immer gibt,

Kleinkinder am Zaun herumspielen,

der Duft von Gras durch die Massen zieht,

das Bier beim Torjubel Luft und Menschen befeuchtet,

die Gästefans sich verblüfft ob der (friedlichen) Atmosphäre die Augen reiben,

die Vögel über den Flutlichtmasten gen Süden ziehen,

die Mannschaft „Darum feiern wir“ intoniert,

wir uns alle „strong and muscled“ fühlen,

dann war Fußball in Babelsberg.

 

 

Beim 1:3 fast live dabei….

Auswärtsspiel in Stuttgart: Die Anreise relativ unkompliziert, die 2 Meter vom Wohn- ins Arbeitszimmer stellten keine allzu große Hürde dar. Die Einlasskontrollen quasi nicht vorhanden und die Verpflegung passte auch, los ging`s pünktlich. In der Funktion des Capo unterhielt ich den Kessel ganz alleine, hämischem Gelächter (aufgrund des nicht gegebenen Tores) folgte ein markerschütternder Jubelschrei (welcher sogar die Ausbrünstungen des Bayernassis nebenan vom Dienstag in den Schatten stellte) nach dem Führungstreffer von Evljuskin (überragend gemacht, muss man live gesehen haben), bevor dieser Arschauer (oder wie der heißt) die Schwaben in Führung schoss. In der Halbzeit das Übliche (Staubsaugen….aufräumen, was man halt in nem Stadion so macht) und nach knapp ner Stunde musste bereits das (Flut)licht angeschaltet werden, dunkel war`s allmählich im Land der vieldiskutierten Bahnhöfe. Nach einer kurzen Verletzungsunterbrechung (großer Zeh am Tischbein gestoßen) erzielt Aschgeige (oder wie der heißt) das entscheidene 3:1. Nach dem Spiel noch kurzes Zwiegespräch mit dem Bildschirm und schon wurde die Abreise (3 Meter in die Küche) in Angriff genommen, nicht ohne sich zu fragen, wieso man sich diese Touren immer wieder antut.

schwarzer Tag im sonnigen Babelsberg

Feinstes Herbstwetter, Sonnenschein und Doppelhalter beim Einmarsch in die mit zu wenigen Zuschauern (ca. 1800) gefüllte Arena, gute Laune und dünner Gesang, dazu noch eindeutig zu wenig physisch anwesende Zujezogene – so beginnt das Spiel gegen die zweite Mannschaft von Werder Bremen, so wollte ich die 92 Minuten andauernde Partie gelassen beschreiben. Nach 80 Minuten dann die Erkenntnis, dass sich der Spielbericht doch nicht so einfach wird schreiben lassen. Doch von Anfang an:
Drei Tore sind gefallen, eins (Stroh-Engel) wurde jedoch nur gezählt, zwei weitere wurden nur vom Bremer Torhüter verhindert – so die Bilanz der ersten Halbzeit. Klingt, als wären die Bremer Feldspieler nicht anwesend gewesen. Waren sie, doch die in Weiß spielenden Blauen ließen sich von den neonorangen Trikots ihrer Gegner nicht blenden und zogen ihr Ding durch. Anders schien es dem Schiedsrichter gegangen zu sein, welcher sich zu der einen oder anderen nicht nachvollziehbaren Entscheidung hinreißen ließ. Das wurde gerade in der zweiten Halbzeit sichtbar.
Diese begann auch gleich mit einem Tor (Müller) für die Guten, welches ich Brezel- und Blätterteiggebäck-holend verpasste. Aber im Angesicht eines 2:0-Erfolgs gibt es durchaus schlimmeres, und genau das sollten wir ab der 70. Minute erfahren. Da begann das Debakel, denn innerhalb von 10 Minuten wandelte sich der sicher geglaubte Sieg in eine derbe 2:3 Niederlage. Die Augen wurden irritiert zusammengekniffen, der Kopf betrübt geschüttelt und die eh schon maue Stimmung im Block war nun nicht mehr existent. Dem bis dahin guten Zacher sei hier kein Vorwurf zu machen, die Tore waren schwer zu halten, der Foul-Elfmeter, welcher zum 2:2 fuhren sollte, aus unser Sicht nicht gerechtfertigt. Irgendwas stimmt mit der Abstimmung hinten nicht so ganz. Vorne waren zudem mehr als die zwei Tore drin und so war die Richtung zum Tor da, der Ball ging nur das eine oder andere Mal darüber oder daneben.

Die Bilanz am Ende des Spiels: je zwei gelbe Karten für jede Mannschaft, ein Foul-Elfmeter für Bremen und die folgenden zwei Erkenntnisse: Auf „Hier regiert der SVW!“-Rufe hätte ich nur zu gern verzichtet und dass das was man (oder frau) da gerade auf dem Spielfeld sehen durfte, alles nicht wahr sein konnte.

Der absolute Tiefpunkt sollte jedoch nach dem Abpfiff folgen, als sich einige der vor der Kurve stehenden Ordner zu Provokationen hinreißen ließen  (auf den Präsentierteller gelegte Tätowierungen, die eindeutig in BFC- und Union-Richtung gehen, sowie ein stolz gezeigtes T-Shirt mit Runen-Schrift und selbstgefälliges ‚Ihr-könnt-mir-gar-nichts-Arschloch‘-Grinsen) und somit die eh schon angepieksten NordkurvenNullDreier zum Sturm auf den Platz brachten. Die Szenerie Fans vs. Ordner war merkwürdig anzusehen und wird für einige Gelbwesten hoffentlich Folgen haben.

Vögel im Paradies

Nun ist es auch für mich mal wieder Zeit für einen Bericht. Ein Spiel im grünen Herz Deutschlands stand auf der Tagesordnung. Da war ja was: Freunde in der Zeiss-Stadt. Also suchte ich mir eine illustre Reisgruppe und machte mich bereits Freitags auf den Weg nach Jena. Dort angekommen, wurde der ein oder andere Whisky verköstigt und der Abend/die Nacht wurden sehr sinnvoll verbracht. Der Morgen des Spieltags begann mit einer Hose zwischen verstreuten Schuhen und diversen Überlegungen, warum die Hose genau dort lag. Ein leckeres Frühstück und mehrere Kaffee später, gings per Pedes auf ins Paradies. Fast am Ziel wurde mir noch ein Flyer für einen „Ultra Zipper“ in die Hand gedrückt und so hatte ich sogar was zum Schmunzeln.

Dort angekommen, war ich erstmal vom Eintrittsgeld geschockt. Nicht wegen der Höhe, da ist Nulldrei auch nicht besser, aber keine Ermäßigung (außer der gesetzl. vorgeschriebenen für Schwerbeschädigte). Das hat mich schon etwas überrascht. Aber so ein Paradies kostet ja auch. Nun aber auf zur Versorgung und nach der ersten Gerstenkaltschaale ließ auch endlich das Zittern nach und ich freute mich auf ein schönes Spiel. Wohl zum Zeitvertreib, jedoch bis zum Anpfiff sprang die ganze Zeit das Maskottchen des FC Carl Zeiss, ein Zeisig :D, um das Spielfeld. Nachdem auch die Zugreisenden endlich eintrafen, konnten alle 377 zahlenden (Aussage der Kassenfrau) Nulldreier gemeinsam das Spiel genießen. Die Horda Azzuro feierte zum Anpfiff ihren 10ten Geburtstag, auch von mir Glückwunsche an dieser Stelle, und los gings. Meine anfängliche Skepsis wandelte sich zusehends in Zuversicht. Bestätigt wurde das dann auch durch das 0 zu 1 von DSE. So lässt man sich das ja gefallen. „Da geht was!“, dachte ich mir, nur ein 0 zu 2 wollte nicht rumkommen und so geschah es wie so oft, eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr und zack, Jena glich aus. Mist! Frustriert ging ich in die Pause.

Während der Halbzeitpause gratulierte auch ein Teil der Tribüne den Ultras zum 10ten Geburtstag. „Das wäre ja auch mal was in Babelsberg.“, ging es mir durch den Kopf. Auf jeden Fall besser als das ständige Gemecker über „die da drüben“.  Dann ging es auch schon weiter und meine Skepsis war zurück, denn die Guten ließen sich von Jena regelrecht einschnüren, aber zum Glück folgenlos. Zwischendrin fand ein kleiner Vogel einen Wolkenkratzer zum Landen und wurde kurzer Hand vom Mainzer in Pflege genommen. Kurz vor der 70sten Minute endlich die Erlösung: Müller machte das 1 zu 2. Nur meine Nervosität wollte nicht weichen, denn Jena wollte zumindest den einen Punkt noch holen und machte auf. Dadurch kamen die in rot spielenden Blauen zu mehr Chancen, trafen aber einfach nicht das Tor. Auf der Gegenseite hatte die Abwehr jedoch alle Mühe die Jenaer Angriffe  zu vereiteln. Wie oft ist schon so ein Sieg verloren gegangen, weil der das nächste Tor nicht kam und in der eigenen Abwehr ein einziger Ball durchrutschte. Doch diesmal hatten wir Glück. Der Pfiff kam und 3 Punkte waren eingefahren.

Der Rückweg begann mit Verzögerung: Wir mussten warten, bis die FCC Anhänger die Tribüne verlassen hatten. Das schien nicht so ganz funktioniert zu haben, denn direkt an unserem Wegesrand waren ein paar komische Vögel, die rumprollen und ihre Meinung, mit der sie wohl nicht in die Südkurve in Jena dürfen, kundtaten. Aber sowas kennt man ja. Dass sie aber einen einzelnen älteren Nulldreier angehen wollen, war auch für die Jenaer Polizei anscheinend überraschend. Alles in allem verlief der Weg zum Reisemobil aber zwischenfallslos.

3 Punkte und 2 schöne Tage, Jena ich komm wieder, keine Frage.

punkte nur als satzzeichen / copy + paste

 

liebe lesegemeinde:

das spiel dürfte verdaut sein, aber lassen wir es doch noch einmal revue passieren kurz bevor wir nach jena düsen.

 

die fans an der zahl : nicht gerade viele!

wie wir wissen, heißt das aber gar nix – bei schönstem altweibersommerwetter konnte die nordkurve so richtig genossen werden und die, die vor ort waren haben einen ganz neuen oktoberteint erhalten – rot .

bei arme hoch duftete es….denn gute stimmung lag in der luft.

diesmal durften wieder viele schöne doppelhalter bewundert werden und diese spendeten auch gleich noch schatten.

die hitze war sicher daran schuld, warum die sitzplätzler auch mal spiegelschrift zu lesen bekamen  😉

und noch was gabs … das liebe fi 99 hat ein neues lied komponiert…und was für ein tolles. DANKE!

 

die blauen, lassen wir sie einfach ein wenig links liegen.

fakten gibt´s per copy+paste gesponsert vom videotext und punkte nur hier im text am ende eines satzes oder  …..  oder auch als  :

ein klägliches tor hilft leider so überhaupt nicht und ab der ca 60. min hat man sich wohl einfach mit einem verlorenen spiel abgefunden !!!!?

 

„Fußball Drittligist SVB hat am Samstag im Stadion eine 1: 2 Niederlage gegen den SV Sandhausen kassiert. Nach der frühen Führung für die Gäste durch Roberto Pinto (4.) erholten sich die Potsdamer schnell und kamen durch Markus Müller (18.) zum Ausgleich.

Nach der Pause passte die SVB Abwehr nicht auf und Stürmer Frank Löning (52.) verwandelte für Sandhausen zum 2:1.

In der Schlussphase warf Babelsberg alles nach vorn, doch der Ausgleich gelang nicht mehr.

Der SVB wartet damit auf den 3. Saisonsieg.“

 

spielbericht ende !