Mal was ganz anderes

Das Chemnitz-Spiel vom Mittwoch ist noch gar nicht aus den Knochen, da muss unsere Equipe schon wieder ran. Diesmal aber mit dem glücklichen Ende, dass Nulldrei mal wieder 3-Punkte einkassierte und Rot-Weiß Oberhausen zurück in den Ruhrpott schickte. Ich erinnere mich an diesem Morgen an unzählige Gespräche, in der ich meine Meinung immer wieder bekräftigte. „Ich wünsche mir ein dreckiges 1:0, egal wie!“ Selbst der VHM trötete mit ins gleiche Horn und ergänzte beim Brötchen schmieren in der Geschäftsstellen-Teeküche: „Ich denke, dass wir das 1:0 kurz vor Schluss machen.“. Recht sollte er behalten.

Die Partie begann, wie gewohnt mit dem Anpfiff und unterschied sich dahingehend, dass Nulldrei diesmal nicht das spielbestimmende Team auf dem Platz war. Oberhausen bot etwas an und war sichtlich motiviert, eine gute Leistung zu bieten und dafür mit dem einen oder anderen Pünktchen belohnt zu werden. Die blau-weiße Equipe aus dem Kiez kam jedoch nach 20 Minuten besser ins Spiel und startete die Versuche eines Torerfolgs. Torlos ging es aber in die Pause.

 Trotz einer weiter engagierten Leistung der Nulldreier zu Beginn der 2. Halbzeit, sollte es mit einem Tor noch nicht klappen. Ich erinnere da nur an die Großchance, als sich Markus Müller (Nicht DS-E! Lieber PP, ich schulde dir ein Bier!) freistehend im Strafraum anspielen ließ und locker aus 8 Metern noch 5 Meter am Tor vorbeischoss. Die Teams neutralisierten sich mit fortlaufender Spielzeit immer mehr, so dass selbst ein großer Teil der Zuschauer einen vorzeitigen Abpfiff des Spätsommerkicks herbeisehnten. „Nix da“, dachte sich der Schiri und zog straff sein 90-Minuten-Programm durch. Und das sollte sich auszahlen. Nach der ersten gut getretenen Ecke flog der Ball auf den Kopf von Markus Müller und von da aus in den Kasten. TOR, 1:0 in der 88. Minute, Freudentaumel, Abpfiff und dann endlich mal wieder mit der Mannschaft feiern.

Enttäuschend war bei diesem schönen Fußball-Wetter die Zuschauerzahl. Nur knapp über 1.500 Leute fanden an diesem Tag den Weg ins Karli. Die Stimmung im Stadion und der Kurve war dennoch weitgehend ok. Zuweilen laut, zuweilen auch aufgrund des Spiels demotiviert. Aber damit kann man ja im Nachhinein leben, mit den Dünnpfiffeinlagen aus dem Ostblock jedoch eher nicht.

Wir sehen uns am 01.10.2011 um 14 Uhr gegen den SV Sandhausen in unserem geliebten Karli wieder.

Alles beim Alten

Nachdem ich von der letzten Fahrt im Berliner Bus nach Rostock sehr angetan war, entschied ich mich auch diesesmal wieder für eine Tour mit den Vorstädtern. Am Treffpunkt angekommen, folgte sogleich die schlechte Nachricht des Tages: Beide Busse von CoolK Reisen wurden kurzfristig abgesagt. Wir ließen trotzdem die böse schauenden Zivis draußen stehen und machten uns mit dem besten Busfahrer seit Langem auf in Richtung Sachsen. Um den Reisenden aus Babelsberg zumindest ein wenig zu helfen, wurde schnell noch beschlossen, einige an der Autobahn einzusammeln. Danach ging es aber problemlos mit lecker Bier und Brötchen (lecker – danke an die Fleißigen!) zum Ziel.
Am Stadion angekommen begrüßten uns viele Uniformierte und seltsame Graffiti („Chemie scheiße raus“), also nichts wie rein ins Rund. Und das ist wirklich mal ein schönes Teil! Und ja, ich kenne die Argumente, die für einen Neubau angeführt werden…trotzdem sind mir Spruchbänder wie „Stadioneubau jetzt!“ unverständlich. Gut, dass soetwas in Babelsberg abgewendet werden konnte. Den Chemnitzern wünsche ich an dieser Stelle viel Spaß im neuen Betonklotz und bin froh, noch einmal das alte Stadion erlebt zu haben.
Die Überraschung auf der Seite der Guten, die heute in Rot spielten, war Zacher im Tor. Und Nulldrei legte auch ordentlich los und nach 5 Minuten landete der Ball das erste Mal im richtigen Kasten. Das machte natürlich Laune und die Kurve war bester Stimmung. Unerklärlicherweise ließ Nulldrei aber, wie schon im Spiel gegen Unterhaching, danach immermehr nach und Chemnitz legte zu. Trotzdem gings mit der Führung in die Pause.
Die wollte ich aber nicht wie gewohnt für die Verpflegung nutzen, da der Imbiss offensichtlich unglaublich langsam war und immer (wirklich immer!) eine ewig lange Schlage dort stand.
Die zweite Halbzeit reiße ich nur kurz an, da das Gesehene einfach zu frustrierend war. Nulldrei wurde immer schlechter und Chemintz drehte das Spiel mit 2 Toren. Einfach nur grausam und die Unterstüztung ließ entsprechend nach.
Dennoch wurde wie Laune im Bus recht schnell wieder besser und es ging mit 90er Jahre Trash Musik zurück nach Berlin. Das führte wiederum dazu, dass andere babelsberger Reisegesellschaften, die zufällig an Rastplätzen getroffen wurden, sich zu Kommentaren à la „Ihr wisst schon, dass wir verloren haben?!“ hinreißen ließen. Ich bin gespannt, was in diesem Bus passiert, wenn mal von einem Auswärtssieg zurückgefahren wird…

Aaaaaaaaaaaargghhhhhh

Eben jenes suggeriere ich  mit der unnötigen Niederlage gegen die einzig wahre Vorstadt, namentlich Unterhaching. Aber der Reihe nach: „Oh, unser Banner liegt bei mir in der Wohnung…..tja…“-„Wie, tja? Holen!“-„Ja (wählt eine Nummer)…du….also kannst du das holen, liegt auf einem der Haufen.“ Kann man die Wichtigkeit uneres Banners noch trefflicher beschreiben? Wir werden wohl nie richtige Ultras, buhu. Letztere verunglimpfen mich sogleich zweimal in einem „Ultra Unfug“ (danke dafür) und versuchten vor circa 2500 Zusehern die Nordkurve für Support zu begeistern. Aufgrund des saustarken Spiels unserer Equipe in der ersten halben Stunde gelang dies überdurchschnittlich gut, der Ausgleich der Hachinger sowie diese unerträglichen Lala-Lieder jedoch verhagelten die Stimmung, welcher im Ostblock ausdauernder und besser als zuletzt gefröhnt wurde.Während die Bayern nach und nach die Oberhand und damit verdientermaßen absehbar das Spiel gewinnen konnten (trotz eines überragenden Stroh-Engel), zog ich hernach ein positives Fazit betreffs der spielerischen Möglichkeiten unseres Teams und sehe gar nicht sooo schwarz für die Zukunft. Zweifelsohne positiv der Besuch v0n 475(!) Internationalen aus Berlin, welche am Fanladen völlig geschockt auf Babelsberger Mietpreise reagierten und darüber hinaus einen sehr sympathischen Eindruck hinterliessen. Da sich ein gebürtiger Österreicher anschloss, machte sich eine illustre Runde aus Bayern, Niedersachsen, Brandenburgern, Meck-Pommern, Österreichern und Hessen auf den Weg ins Freiland, in welchem der Abend bei Veto (sehen die gut aus) und Distemper (geil!) seinen Ausklang fand.

 

Auf nach Chemnitz, Peggy wartet schon.

Waren denn nur Zujezogene im Gästeblock?

„Ich habe absolut keinen akzeptablen Grund dafür, dass ich zu spät bin.
Es tut mir ein bisschen leid, aber ich werde deshalb nicht schlecht schlafen.“

Dieses Zitat vom kommunistischen Kanguru, welches sich bei Marc-Uwe Kling eingenistet hat, trifft es so ziemlich genau.

Es heißt mal wieder Spielbericht schreiben für mich – oder eben auch Reisebericht…
Premiere in dieser Saison. Ich habe es tatsache geschafft, mich die ersten 6 Spieltage vom Berichtschreiben zu drücken. Nu isser fällig. Machen wir’s kurz und schmerzvoll:

Eine äußerst angenehme Reisetruppe machte sich mit dem CoolK-Reiseexpress viel zu früh am Morgen des 27.08.2011 gemeinsam auf den Weg nach Offenbach. Nein – wir wollten nicht die blühende Stadt besichtigen. Wir wollten einfach nur zum Fußball. Das blühende Leben herrschte auch nicht im Bus. Der Uhrzeit geschuldet sahen einige aus, als seien sie erst aus eine Kneipe getorkelt – andere haben genau dies gemacht. Ein Zujezogener hat beides miteinander vereint…

Mit wenigen Stops und bei gutem Verkehr kamen wir überpünktlich am Bieberer Berg an. Dort gabs Vokü und eine anschließende Waldwanderung zum Stadion.
Die Exekutive schien mit der guten Laune, die wir mitbrachten überfordert, das Ordnungspersonal im Stadion gab uns widerum alles an Freundlichkeit zurück, was ihnen entgegengebracht wurde. Selten wird mir so ehrlich viel Spaß beim Spiel gewünscht, wie es dort beim Einlass der Fall war.

Rein, Banner aufhängen, warten, eine schlechte Botschaft (aufgrund der Exekutiven) erhalten, Banner umgedreht. Frustration machte sich breit.
Bis zur 2. Halbzeit sollten wir einer weniger auf den Rängen sein.
Es gab nahezu keinen Support und auf dem Platz keine Tore. Dafür 4 gelbe Karten – 3 davon für uns. Ok – keine Tore stimmt nicht. Eines sahen wir und freuten uns schon. Aber es war wohl Abseits – meinte zumindest der Linienrichter.
Zur 2. Halbzeit wurde dann streckenweise richtig gut (für die kleine Masse) supportet. Kids haben statt wie vorher zum Spielfeld nun nach hinten geschaut. Sie waren begeistert von den Liedern, versuchten mitzusingen, sammelten und warfen eifrig Schnipsel. Wären nicht dauernd englische Texte gewesen, hätten sie sicherlich immernoch Ohrwürmer.
Auf dem Platz passierte unbeschreibliches. Marian Unger ziemlich weit draußen. Dann Gegentor. Verdammte Sch****
Kurz vor Schluss sollte alles noch ausgebügelt werden. Elfmeter für uns. Die Frage danach: berechtigt oder nicht. Keine Ahnung, ich habs nicht sehen können. Wir freuten uns, Dominik Stroh-Engel schoss und netzte ein, wir freuten uns noch mehr. Danach hätten wir noch beinahe das 2:1 kassiert – doch Marian Unger war diesmal zur richtigen Zeit mit den richtigen Reflexen am richtigen Ort.

Abfiff – 1:1 Endstand – ein typisches Auswärtsspiel also.

Zurück ging es wieder rasant schnell und sehr angenehm.

In Potsdam hörte ich vermehrt die Frage, ob denn nur Zujezogen in Offenbach gewesen sei. Die Begründung der Frage musste ich selbst auch unter die Lupe nehmen und ich geb zu: ein bisschen schmunzeln musste ich schon…
Wer dies nachempfinden möchte, sollte sich den Bericht des hässli… äh Pardon: Hessischen Rundfunkes ansehen.
In den Sekunden 26 bis 30 ist im Hintergrund der Gästebereich zu sehen. Und wirklich: das einzige Banner dass das bloße Auge dort erblickt ist jenes mit dem Umzugskarton.

Lustig.