Sonnenbaden im KarLi

„Küken, schreibst du heute den Spielbericht?“ So wurde ich heute Morgen überrascht. Hm, prinzipiell keine schlechte Sache, hätte ich gestern nur besser aufgepasst. Mir ging es nämlich ähnlich, wie unseren elf Blau-Weißen auf dem Platz: Ich habe in den ersten 45 Minuten der Partie so gar nicht mitbekommen, was so auf dem Platz passierte. Die eigene Kurve beobachten, sich bräunen, nebenbei mit blackarzt quatschen und supporten – da bleibt mir wenig Zeit, auch noch das Spielfeld im Blick zu haben.

Mitbekommen habe ich aber, dass wir bei bombastisch sonnigem Wetter (Kompliment an diejenigen, die vorher in Form von Sonnencreme mitgedacht hatten) auf die in Rot auflaufenden Heidenheimer getroffen sind. Zum Thema getroffen lässt sich noch folgendes sagen: in der ersten Viertelstunde stand es nach einem unglücklichen Eigentor durch Ronny Surma noch in den ersten 15 Minuten 0:1, welches noch in der ersten Halbzeit auf 0:2 erhöht wurde. Unbeliebtester Mann auf dem Platz wurde schnell Tobias Helwig – der Schiedsrichter. Dieser verteilte munter gelbe Karten an die Guten. Nach der regulären Spielzeit durften sich vier Babelsberger (Civa, Grossert, Müller und Igwe) und ein Heidenheimer damit geschmückt sehen. Denn auch in der zweiten Halbzeit sorgte der Schiri für viele Pfiffe aus der Nordkurve. Einverstanden mit seinen sehr heidenheimfreundlichen Entscheidungen war bei uns wohl kaum einer. Trotzdem wachte Babelsberg nun langsam auf, sowohl auf dem Platz, als auch auf den Rängen – selbst ich war nun voll bei der Sache und durfte so die beiden Treffer durch Bolivard und Grossert in das Heidenheimer Tor erleben. Die Stimmung im Stadion war fantastisch. Fast die ganze Gegengerade war nun am Ausflippen. SUPPORT wurde heute groß geschrieben. Großartig! Zumal es eine ganze Weile so aussah, als könnte sich das Spiel zu einem legendären 3 zu 2 wandeln. Doch nach einigen ungenutzten Chancen wurde dann aber doch abgepfiffen.

Über den einen Punkt konnten sich trotzdem alle freuen und so wurde ein wenig mit der Mannschaft gefeiert, welche sich kurz bitten lassen musste, die Nordkurve abgeschmückt und ein kleines Bierchen am Fanladen gezischt. Ein schöner Tag, wirklich! Aufpassen lohnt sich manchmal eben doch!

bericht aus münster (ganz kurz – versprochen)

Münster am Mittwoch ? wir fahr’n nach Münster am Mittwoch!

 

…so oder so ähnlich klang der 5. Spieltag, den die blau-weiße Equipe aus Babelsberch und uns in die Uni-/Fahrradstadt, kurzum Westfalenmetropole, führte.

Leider war ich der einzige Zujezogene im CoolK-Bus/ vollbesetzten Stadion, womit die Last des Bericht-Schreibens verhängnisvollerweise bei mir hängen bleiben sollte.

Nungut, und um der Chronistenpflicht ein gutes halbes Jahr später Genüge zu tun:

 

– Busfahrt wie immer ne Mischung aus lehrreich und witzig, lecker und

schmecker,        sowie feucht und fröhlich.

– Preußen-Stadion wie immer mit dem Charme der 70er Jahre ? aber mit

über 10.000             Zuschauer_Innen, darunter ca. 200 aus 14482,

sehr gut besucht.

Zahlen, von denen 03 nur träumen kann.

– Spiel wie immer einmal von links nach rechts, einmal von rechts nach links.

Neu war nur das Ergebnis: 1:1 trennten sich beide Teams, dazu rote

Karten           hüben wie drüben.

 

Habe ich was vergessen? Achja, die Stimmung im Away-Sektor. Wie immer grandios, fantastisch-fanatisch, gespickt mit Superlativen!

Ach ja….

Uninspiriert

„Wenn´s keiner machen will, schreibe ich eben diesen blöden Spielbericht“, denke ich mir heute nacht gegen 3:00 leicht aggressiv. Geschuldet meiner unerklärlichen Schlaflosigkeit, hatte ich auch genügend Zeit, das Spiel und den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen, an dem Nulldrei im Karli mal wieder gegen Saarbrücken verlor. 1 zu 3 der Endstand für die weit angereisten Gäste aus dem Saarland und deren 150-Mann/Frau starken Anhang.

Diese hatten zum großen Teil auch gleich den Raketenstart ihres Teams verpasst, denn bereits in der 3. Minute klingelte es im falschen Kasten und schon stand es 0:1. Schlaftabletten-Review in die letzte Saison: wenigstens war es diesmal keine Standardsituation. Dafür stand die halbe Abwehr so starr da, als wenn eine Standardsituation folgen würde. Uninspirierter Start, würde ich mal sagen.
Mittlerweile erreichte auch der verspätete Ultra-Bus aus Saarbrücken das schönste Stadion der Welt und der Support ging nun auch im Gästeblock ab.
Nulldrei konnte sich während der ersten Hälfte ganz gut ins Spiel kämpfen, bekam mehr Spielanteile, wirkte aber auf einigen Positionen dennoch unsicher. Das nahm Dietmar Demuth auch zum Anlass, Benjamin Kauffmann, der wirklich einen schlechte Tag erwischte, noch vor der Pause auszuwechseln. Dafür kam Markus Müller, der auch promt das 1:1 köpfte. Was für ein Geniestreich!
Nach der Pause begann unser Team ähnlich, wie es aufhörte. Es spielte gut nach vorn, hatte zunächst große Spielanteile und zuweilen durch Hebisch sogar die Führung auf dem Fuß. Nix war´s aber, denn die Bemühungen wurden gnadenlos abgewatscht mit dem 1:2 durch die Saarbrücker in der 65 Minute. Abermals war es dann Hebisch, der zum 2:2 hätte ausgleichen können, denn die Kraft bei Nulldrei ließ vielleicht zum Ende der Partie etwas nach, aber nicht der Wille, noch etwas rauszuholen. Daraus wurde leider nichts, denn kurz vor Schluss fing sich unser Team einen konsequent ausgeführten Konter ein, bei dem die Abwehrfalle völlig uninspiriert gestellt wurde – 1:3 Endstand. 

Nach dem Spiel trauten wir unseren Ohren nicht. Mit Titelmusik von „Der Pate“ zog so etwas wie Abstiegsstimmung durch unser Stadion. Die eh schon betrübte Laune wurde dadurch auf den Tiefpunkt gebracht. Eigentlich sind wir doch noch gar nicht abgestiegen, oder? Daher gebe ich hier einmal mehr das Prädikat „Uninspiriert“ und fordere aufgrund des genialen Sommerwetters mehr Reggae im Karli! 

All diese Eindrücke halfen nix: Die Stimmung musste wieder gesteigert werden. Nach kurzem Abstecher über den Fanladen ging es zum Dönermann unseres Vertrauens. Es muss das mediterrane Flair des Kiezes gewesen sein, der uns dazu bewog, den Abend dort bei mediterraner Gerstenkaltschale und mediterranen Teigspeisen zu verweilen . Natürlich wurde wie üblich auch der Support ausgewertet: Es herrschte fast Konsens, dass Saarbrücken mit bewegungsreichen Dauersupport durchaus überzeugen konnte. Allerdings waren sie in der letzten Saison mit größerem Song-Repertoir spielbezogener und einfach besser.
Der Heimsupport in der Nordkurve bleibt indes eine Wundertüte. Gegen Erfurt noch großartig, war es gegen Saarbrücken wieder einmal, trotz ein paar lauten Liedern zwischendurch, mehr als durchwachsen. Insbesondere, weil unser Team bis zum 1:3 noch eine klare Chance auf einen Punkt hatte, hätten sie eine grandiose Unterstützung von den Rängen gebraucht. Stattdessen mussten wir auf völlig uninspirierte, emotionslose Ultras blicken. Jedweder Versuch, dies aus den hinteren Reihen zu ändern, wurde mit Gesangsverweigerung bestraft. Leute, so geht das nicht! 

Jetzt sitze ich leicht übermüdet in meinem Büro, ärgere mich über den verpassten Schlaf und darüber, heute Mittag nicht mit nach Münster fahren zu können. Aber was soll´s, solange der Rest mindestens einen Punkt mitbringt, werde ich heute vielleicht doch noch glücklich.

Sun, Sweat & Beers

Freitag nachts gings los, das Auswärtsabenteuer Burghausen. Etwas verschlafen, aber voller Vorfreude im Nowawes aufgeschlagen, dort mit Interesse einen Vortrag über die Vor- und Nachwendezeit in Bernau unter Berücksichtigung familiärer Gesichtspunkte verfolgt, das erste Bierchen getrunken und vor der Abfahrt noch  fix zum fast ausgeruhten Hans M. um eine  Gastgeschenksbierkiste für Burghausen abzuholen und Richtung Bus zu transportieren. Dort angekommen waren die ersten Plätze im Gefährt schon reserviert, doch Zack war auf Zack und so durfte er mich während der ersten drei Stunden schlafend ertragen. Die Reisegruppe durfte vorher allerdings schon die Ansprache des einen der beiden Busfahrer ertragen, mit Tränen in den Augen – vor Lachen! – wurde auch dieser Tagesordnungspunkt souverän und bravorös gemeistert. Nachdem noch schnell durchgerechnet wurde wie oft wir uns Kotzen finanziell leisten konnten, war auch schon der nächste Programmpunkt im Anflug. „How to use a dvd player without driving a bus!“ wurde noch vor Auffahrt auf die Autobahn geprobt, geübt und wiederholt und irgendwann auch für gut befunden.

Von der Sonne und des Busfahrers Aufforderung nicht den Erotikfachmarkt des Autohofs zu besuchen wurde ich dann geweckt und das Tagesgestirn zeigte an diesem Tag zum ersten Mal zu was es in der Lage ist. Frühstück auf der gemütlichen Holzbank, Truckerherz was willst Du mehr? Irgendwann später am Vormttag noch die 5te Zujezogene aufgegabelt und dann war auch schon Mittagessenzeit. Von den Chefinnen und Chefs de la Cuisine liebevollst angekündigt und noch besser zubereitet, gabs Gulasch satt in Ganacker. Unbekannte Pferde und durstige Hühner durften gestreichelt und liebkost werden und wer wollte konnte sich auch noch in Richtung Downtown Ganacker aufmachen. Das Ziel unserer Reise war nun auch nicht mehr allzu weit entfernt, locker wurden die letzten Kilometer durch den Gäuboden absolviert. Im Gästeblock freuten sich  so ca. 100 Menschen und ein Panda in konditionell ganz schwacher Form auf den Anpfiff, der dann auch erfolgte. Nulldrei hatte zu Beginn einige Probleme mit den Wackeren und mit Dauer des Spiels sollten diese auch nicht abnehmen. Ne kämpferisch überzeugende Leistung und das erste Saisontor von Neuzugang Müller sicherten einen Punkt, der hart umkämpft war und den einige Akteure leider auch auf Kosten der Gesundheit bezahlen mussten. Aber bei Nulldrei gibts halt nur ehrliche Fighter im Team und so war das Remis zwar ein wenig unverdient, aber natürlich trotzdem ok!

Der Support der Gästefans war manchmal richtig gut, manchmal richtig mies, zwar nicht so schlimm wie in Regensburg aber auch nicht so richtig dolle. Schuld war vielleicht die enorme Hitze , aber auch leichtes Bier im Gästebereich und einige verirrte 1859+1 Anhänger hatten Anteil daran.

Aber egal, Fußball interessiert uns nicht! – die Kultur kam zu ihrem Recht, sollte doch die schöne Stadt an der Salzach zusammen erkundet werden und des Capos Wissen weit verbreitet werden. Und nicht nur an die staunende Nulldrei-Fangemeinde, sondern auch an wackere Burghausener, die zur Belohnung der Unterstützung in finanziell schwierigen Zeiten, erstmal mit dem Nektar der Göttinen und Götter – Sterni – abgefüllt wurden.

Das ne Stadt mit 18.000 Einwohnern ganz schön groß sein kann, war dann auch bald klar. Unglaubliche Entfernungen wurden überwunden, bis  endlich der erste Biergarten – auf österreichischer Seite! – angesteruert wurde. Zuvor wurde aber noch ein Delphin der Salzach übergeben und nach Hause zu seinen Liebsten geschickt. Weiter gings durch die Altstadt Richtung See, die Burg immer über uns. Am See wieder ein Biergarten – juhu! – und natürlich Unmengen von Wasser, in das manche auch noch hineinsprangen. Nach geselligem Beisammensein mit netten Leuten aus Burghausen gings dann auch wieder zurück nach Babelsberg. Es war ne großartige Tour, nächste Saison bitte unbedingt wieder und vielen Dank an Burghausen! Hat Spaß gemacht mit Euch!

So jefällt ma dit!

Eigentlich bin ich nicht an der Reihe, den Spielbericht zu schreiben und habe deshalb am Dienstag auch nicht versucht mir alles Wichtige zu merken. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Here we go…
Der Grottenkick gegen Duisburg war mir noch gut in Erinnerung: mieses Wetter, miese Stimmung, miese Gäste, mieses Sky, mieses Ergebnis. Dementsprechend angenehm war schonmal von Anfang an das Wetter, das mit herrlichem Sonnenschein um die Ecke kam. Aufgrund der relativ frühen Anstoßzeit war Eile geboten, schnell vom Arbeitsplatz nach Hause zu kommen, schnell am Fanladen und dann ins Stadion einzukehren. Die ersten beiden Vorhaben klappten, das dritte nicht ganz.
Im renovierten Rund fiel als erstes eine respektable Menge Gästefans auf. Danach erregte die Flüssigversorgung meine Aufmerksamkeit, allerdings im negativen Sinn. Ein einziger Bierstand in der Ecke für die gesamte Gegengerade und der restliche Platz ungenutzt. Hier bitte schnellstmöglich nachbessern! Ich hatte mich schon schweren Herzens damit abgefunden, ohne Gerstenkaltschale in den Block zu gehen, da erblickte ich meine Rettung in Form von kueken. In weiser Voraussicht ein Bier mehr kaufen, das ist wahre Größe…vielen Dank dafür!
Zu beginn des Spiels gabs von uns eine schöne Choreo zu sehen, mit Spruchbändern und überdimensionalen Blümchen zum Thema Neuanfang im Verein. Leider lief es auf dem Platz nicht ganz so gut und Erfurt war in den Anfangsminuten überlegen. Das änderte sich jedoch nach der ersten Hälfte der ersten Hälfte. Nulldrei wurde sicherer und von der Nordkurve kam entsprechend Unterstützung der akustischen Form. Das kann man übrigens auch über den Gästeblock sagen, der die gesamte erste Halbzeit sehr aktiv war. Dennoch ging des mit einem 0:0 in die Pause.
Die verging recht schnell und es folgte der zweite Anpfiff. Nulldrei war jetzt immer stärker am Drücker, doch es wollte noch kein Tor gelingen. Nach gut 20 Minuten hatte ich genug und begab mich in Richtung Bier-Stand. Und es kam das, was kommen musste: 1:0 für die Guten! Die Kurve rastet aus und ich stehe in der Schlange. Dafür was das Tor von Kauffmann wirklich sehenswert, denn ich durfte es immerhin im Fernsehen bewundern. Glücklicherweise war ich 10 minuten später wieder zur Stelle, als Grossert durch einen abgefälschten Freistoß das 2:0 markierte. Vorangegangen war eine Notbremse mit anschließender roter Karte für Erfurt. Das Spiel war damit gelaufen und genauso, wie die Stimmung der Nordkurve zunahm, sank die der Erfurter. Um noch einmal Salz in die Wunde zu streuen, ließ es sich Nelson nicht nehmen, kurz nach seiner Einwechslung noch zum 3:0 einzunetzen. Blau-Weißes Fußballherz, was willst du mehr!? Ab nach Burghausen!