Erschütterndes aus Barcelona

Vor ein paar Tagen schrieb mir eine Freundin aus Barcelona eine E-Mail, die ich an dieser Stelle veröffentlichen will. Wir Nulldreier haben derzeit zwar genug Stress, dennoch lohnt sich wie immer ein Blick über den Tellerrand.

Seit mehr als einer Woche haben sich mehrere hundert Menschen auf dem Plaza Catlunya (Barcelona) zusammengeschlossen, um gegen die aktuelle politische Situation in Spanien zu protestieren. Es ist eine gewaltfreie Demonstration, Jung und alt, Reich und nicht so reich versammeln sich, um auf ihre Unzufriedenheit aufmerksam zu machen.
Gestern früh wurden vom katalanischem Innenminister und dem neu gewähltem Bürgermeister beschlossen, dass der Platz aus Sicherheitsgründen „gesäubert“ werden muss, denn heute Abend könnten der FC Barcelona die Champions League gewinnen, was bedeutet, dass auf dem gleichen Platz die Fans ihre Siegesfeier abhalten. Unter diesem Vorwand wurden die barcelonesichen Reinigungskräfte in Begleitung von 200 Polizisten auf den Platz geschickt, um alle gefährlichen Gegenstände zu entsorgen.
Gestern Früh wurde aus einer friedlichen Demonstration ein „Bürgerkrieg“, in dem die Polizisten wahllos auf die wehrlosen Menschen auf dem Platz einprügelte, um diesen zu „säubern“ und um den Widerstand der spanischen Bürgen zu brechen. Das ursprünglich vorgegebene Ziel, die Sauberkeit des Platzes, schien auf einmal unwichtig.
Von meinem Vater weiß ich, dass über diese  Ereignisse keine oder kaum Informationen in Deutschland gibt, was erschreckend ist. Denn die Politiker sind gestern früh gewaltsam gegen die Bürger, von denen sie gewählt wurden, vorgegangen. Mich erinnert das an die Situation in der DDR kurz vor dem Mauerfall, ich bin überzeugt, dass das in einem EU-Land nicht mehr passieren dürfte.
Ich bitte euch, diese Information zu verbreiten und somit uns zu unterstützen, gewaltfrei und friedlich eine große Veränderung zu erwirken. Die Spanier haben nicht aufgegeben. Seit die Polizei abgezogen ist, versammeln sich dort mehrerer tausend Menschen mit Blumen, um gegen die Gewalt der Polizei zu demonstrieren und um zu zeigen, dass ihnen keine Hand auf dem Mund gelegt werden kann.

Traurig über eine so wahllose Gewalt und ein Gefühl von Unsicherheit und Machtlosigkeit ist, was diese Videos in mir hervorufen….

http://www.youtube.com/watch?v=Geg_6Xoy04s
http://www.youtube.com/watch?v=5gAbTmfzupI
http://www.20minutos.tv/video/K9UOsjqW-un-mosso-ven-aqui-si-tienes-cojones/0/
http://vimeo.com/24318324
http://www.youtube.com/watch?v=3Lg5qYaCs2Y

Esther

Rettet Nulldrei – Offener Brief von Ultras Babelsberg

Die Ultras Babelsberg haben auf ihrer Internetseite den folgenden offen Brief veröffentlicht, den auch Zujezogen 03 unterstützt. Wenn ihr dies auch tut, unterzeichnet die Petition unten auf der Webseite von UB. Es existiert auch ein Spendenkonto für die Rettung von Nulldrei.

Spendenkonto für Nulldrei

Inhaber: Schöfski/Dudzak Treuhandkonto: Rettung SV Babelsberg

Kontonummer: 1100155836
BLZ: 160 500 00
Institut: Mittelbrandenburgische Sparkasse

Als Kontobetreuer haben sich Rechtsanwalt Ralf Schöfski (Fanbeauftragter des SV Babelsberg 03) und Maik Dudzak (Mitglied im Fanbeirat) zur Verfügung gestellt.

ZUSÄTZLICHES SPENDENKONTO

Unser ehemaliger Insolvenzverwalter Ulrich Wenzel hat jetzt auch noch ein Konto bei der Commerzbank eingerichtet. Damit können auch Cash-Group-Kunden einen schnellen Transfer ihrer Zahlung genießen. Vielen Dank.

Begünstigte(r): Ulrich Wenzel
Verwendungszweck: SV Babelsberg Spendensammelkonto
Kto: 550541788
BLZ: 280 400 46
Bank: Commerzbank Oldenburg

Offener Brief der Fans des SV Babelsberg 03

Mit diesem Brief wenden wir, die Fans des SV Babelsberg 03, uns an die Öffentlichkeit. Die letzten turbulenten Wochen und Monate, die in der erschütternden Nachricht des drohenden Zwangsabstiegs unseres Vereins gipfelten, veranlassen uns zu diesem Schritt. Unser Verein befindet sich in der schlimmsten Krise seit der Insolvenz im Jahr 2003 und viele von uns spüren eine Mischung aus Wut und Trauer. In den letzten Jahren ist es den aktiven Fans in Babelsberg gelungen, etwas Besonderes zu schaffen, das Ausstrahlungskraft weit über die Grenzen Potsdams hinaus besitzt.

Der Name Babelsberg 03 wurde stets mit einer kreativen, lauten, bunten Fanszene und dem aktiven Engagement gegen Rassismus verbunden. Mittlerweile ist es jedoch soweit gekommen, dass bei Babelsberg zuerst an Stasiklüngel, dubiose Netzwerke und halbseidene Strukturen gedacht wird. Das schmerzt uns umso mehr, weil damit nicht nur die durchaus erfolgreiche Arbeit des Vereins in Frage gestellt, sondern auch unser Engagement in Misskredit gebracht wird. Leider ist die derzeitige Wahrnehmung des Vereins auf den Vorstand und seine Verfehlungen beschränkt und dabei gerät in Vergessenheit, was den Verein eigentlich ausmacht.

Sportlich erfolgreich

Mit Dietmar Demuth ist es seit langer Zeit endlich wieder gelungen, einen Trainer an den Babelsberger Park zu bringen, der es versteht aus minimalen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen. Die ganze Mannschaft hat bewiesen, wie viel man mit Zusammenhalt und Leidenschaft trotz widriger Bedingungen erreichen kann. Umso trauriger, dass die herausragenden Leistungen der Rückrunde und der bereits seit Wochen feststehende Klassenerhalt sowie die erneute Qualifikation für den DFB Pokal nunmehr völlig umsonst gewesen sein sollen. Auch wenn viele Spieler den Verein nun aufgrund der aktuellen Entwicklungen fraglos verlassen, so werden wir sie ebenso wie den Trainerstab doch für diese unglaubliche Saison in Erinnerung behalten.

Auch das Land Brandenburg und die Stadt Potsdam profitieren vom SVB, ist er doch nach Energie Cottbus der erfolgreichste Fußballverein des Landes im Herrenbereich und zusammen mit Turbine Potsdam sportliches Aushängeschild der Landeshauptstadt. Die positive Entwicklung der Zuschauerzahlen, die mediale Aufmerksamkeit und nicht zuletzt das Image der Babelsberger Fans als tolerant und weltoffen sprechen für sich.

Sozial engagiert

Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass Babelsberg 03 über eine der besten Nachwuchsabteilungen im Land Brandenburg verfügt. Die A- sowie C- Junioren wurden souverän Landesmeister, die B- Junioren schlossen die Saison als Vizemeister ab. Mit dieser weitestgehend ehrenamtlich organisierten Jugendarbeit erfüllt 03 eine wichtige soziale Aufgabe in der Stadt Potsdam und dem Land Brandenburg.

Direkt verknüpft mit der sportlichen Existenz des Vereins ist auch das Fanprojekt Babelsberg, welches in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert und vielfach für seine Arbeit mit den jungen Babelsberger Fans ausgezeichnet wurde. Der Fanladen mit seinen offenen Tagen und dem Betrieb an bei Heimspielen ist der zentrale Punkt der Fanszene. Darüber hinaus ist der Fanladen ein wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche im Kiez mit individuellen Problemen. Auch die aus dem Fanprojekt entstandene Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsheim Potsdam, das daraus entstandene Integrationsteam aus Fans und Asylbewerbern sowie die Begleitung der Fans bei Heim- und Auswärtsspielen sind wichtige sozialpädagogische Angebote, welche die Babelsberger Kultur prägen. Bei einem Wegfall des Fanprojekts wären auch die beiden Stellen der Sozialpädagogen in Frage gestellt.

Was nun?

Eine Insolvenz würde all das zerstören, was in den letzten Jahren durch das Engagement vieler aktiver Fans und ehrenamtlicher Mitarbeiter aufgebaut wurde. Ein Zwangsabstieg und die damit verbundenen finanziellen Einbußen würde alles nachhaltig schädigen. Um das zu verhindern, neues Vertrauen bei potenziellen Sponsoren zu schaffen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen, muss dringend gehandelt werden.

Ein geschlossener Rücktritt des bisherigen Vorstands und eine kritische Begutachtung der Zusammenstellung des Aufsichtsrates sind unausweichlich. Selbst aktive Mitglieder erfuhren erst aus der Presse vom drohenden Abstieg, auch der Trainer wurde von dieser Information völlig überrascht. Noch immer ist die Lage unklar, es kursieren Gerüchte, welche zu einer untragbaren Situation führen. Die Informationspolitik des Vorstandes, sein Handeln in Gutsherrenart, der Umgang mit den Fans während der Saison und nicht zuletzt die fragwürdige Vergangenheit einiger Vorstandsmitglieder erwecken den Anschein, dass es dem Vorstand nicht um den Verein Babelsberg 03, sondern vielmehr um das Knüpfen suspekter Geflechte aus Politik, Wirtschaft und schillernden Einzelpersonen ging. Wir als Fans des SVB stehen nicht hinter diesem Vorstand, es besteht keinerlei Vertrauen in das Handeln der Mitglieder, die uns mit Lügen oder Schweigen abfertigen und keinerlei Rechenschaft für die Zerstörung des Vereins und der Babelsberger Fanszene ablegen wollen. Vielmehr sehen wir die Notwendigkeit eines schnellen Neuanfangs und einer lückenlosen Aufklärung aller Vorkommnisse.

Für einen Neuanfang ist eine Reform der Strukturen des Vereins zwingend notwendig. Diese muss eine Änderung der Satzung zu mehr Mitspracherecht der Mitglieder, eine bessere Kontrolle des Vorstandes und größere Transparenz des Geschäftsgebarens des Vereins bedeuten.

Die Enthüllungen der letzten Tage haben bewiesen, dass mit der aktuellen Vereinsführung kein Neuanfang möglich ist. Daher sehen wir uns als Fans in der Pflicht, selbst aktiv zu werden und unseren Verein zu retten. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir auf unser Anliegen aufmerksam machen und hoffen dabei auf die Unterstützung von vielen Potsdamerinnen und Potsdamern. Es ist nun an uns, alles zu tun, um den Zwangsabstieg in die sportliche und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit oder gar die Insolvenz unseres Vereins zu verhindern. Wir, die Fans, die ehrenamtlichen Engagierten im Verein, die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger, das Land Brandenburg und der DFB haben die Zukunft des SV Babelsberg 03 in ihren Händen.

Lasst uns gemeinsam diese Chance nutzen, denn Babelsberg 03 ist mehr als nur ein Sportverein.

Der Fluch der Karibik

Der Titel wirkt zunächst etwas befremdlich für den brandenburgischen Landespokal, passt aber dennoch zum Finale am Sonntag. Nach einer Autofahrt mit gaaaaanz viel Gegend und ohne Essen für blackarzt kamen wir im beschaulichen Hohenleipisch an. Alle waren auf den Beinen und auf dem Weg zum Sportplatz. Vom kleinen Kind über einige Steinar tragende halbstarke bis zum Großvater. Am Sportplatz wurden wir sofort in den gesonderten „Gäste“bereich geschickt. Wunderschön! Bauzäune in Massen wie sie im Gefangenenlager von Uncle Sam in der Karibik nicht schöner sein könnten. Beim Anblick der professionellen Ordner stellte sich Ernüchterung ein. Etliche dieser Personen hatten gleich ihr NPD Parteibuch mitgebracht. Die Ordner vom VfB Hohenleipisch hingegen waren durchweg freundlich und auch das Catering macht gut was her und das obwohl das gemütlich wirkende Vereinsheim geschlossen war. Fisch- und Schnitzelbrötchen, wahlweise auch Bratwurst, dazu Bier für einen annehmbaren Preis. Vielleicht wird’s ja doch noch schön dachten wir. ABER weit gefehlt. Im eigentlichen Gästekäfig dann die nächste Unmöglichkeit. Ein 30 x 5 m eingezäunter Bereich. Keine Möglichkeit Sitzplätze zu bekommen für die Älteren Mitreisenden, eine Sicht die grottig war, es stand dummerweise immer ein Bauzaun im Weg und zunächst durften nicht mal unsere Spieler die frei hatte rüber in die Heimbereich, sondern wurden direkt zu und nach Guantanamo verfrachtet.

Das Spiel bot in der ersten Hälfte auch überhaupt nichts und ich grübelte ob ich nicht hätte im Bett bleiben und meinen Ultrash – Kater ausschlafen sollen. Zur Verbesserung der Sicht wurde das eigentliche Kassenhäuschen erklommen und einige „arrangierten“ sich mit dem Zaun vor ihrer Nase. Zur Pause gab es dann eine Turneinlage des örtlichen Sportvereins und dazu anscheinend in Endlosschleife die Titelmelodie des Titel-gebenden Kinofilms. Bis heute bekomme ich sie nicht aus dem Ohr. Nach dem Wiederanpfiff Spielte Nulldrei dann auch endlich so, als ob sie gewinnen wollten und das 0 zu 1 für die Guten ließ auch nicht lange auf sich warten. Anschließend rauchte jemand im Block anscheinend eine uralte Zigarre die stark räucherte. Die Ordnungsmacht und vor allem die Ordner mit ihrem Parteibuch interpretierten dies aber Falsch und wurden sehr nervös und missmutig. Endlich begannen die Hüter der Sicherheit unser Erinnerungsvideo zu filmen. Jedoch warten wir immer noch auf unsere Abzüge. Nun ja die öffentliche Verwaltung arbeitet ja etwas langsamer. Ein über motivierter und frustrierter junger Beamter sorgte dann durch das weg schubsen eines Fans für die Eskalation. Darauf hatten die lustigen Parteibuchträger nur gewartet. Schwuppdiwupp wollte eine dieser Personen mit einer Zaunlatte seine Meinung kundtun. Toll! Ordner die schlichtende Menschen mit Zaunlatten bedrohen. Sehr professionell! Ich hoffe der VfB Hohenleipisch hat für diese Firma nicht zu viel Geld ausgegeben. Es wäre schade um das Geld. Nach dem sich alles wieder beruhigt sorgte auch das Spiel endlich wieder für Emotion. Das 0 zu 2 und zum Schluss das 0 zu 3 für Nulldrei konnten bejubelt werden. Die Wartezeit zur Pokalübergabe wurde für uns auch recht kurzweilig gestaltet. Da gilt der Dank den aktiv aggressiven von der SG Dynamo Dresden. Wahrscheinlich wollten sie uns gratulieren. Im Kessel ging es dann zum Bahnhof Hohenleipisch. Wunderschön gelegen in einem Tal mit Wald an den Hängen rings herum. Cpt. Jack Sparrow hätte sich dort nicht besser verstecken können als die Herren der SGD. Vielleicht haben sie bei ihm gelernt. Aber das Militär der britischen Krone, ähm die Ordnungshüter, waren auf Zack und übersprangen die Gleise geradezu grazil. Nur klettern scheint in Kampfuniform schwierig. Was solls, das letzte was wir aus Dresden sahen war ein ziemlich flinker junger Mann, der versuchte den zwei verfolgenden Schwarzgekleideten zu entgehen. Unser Zug fuhr ein und wir ab in Richtung Babelsberg.

Bleibt als Fazit, der FLB ist anscheinend nicht in der Lage solch ein Finale auszurichten. In allen Vorrundenspielen klappt es, aber im Finale wird Mensch in Kollektivhaft genommen und mit Bauzäunen eingesperrt weil er ja aus Babelsberg kommt. In wieweit das dem Grundsatz der Gleichbehandlung und dem Verbot der Kollektivstrafe entspricht bleibt offen. Aber wie sagte eine Mitreisende: „Ich möchte nur einmal zum Fußball fahren und meine Bürgerrechte behalten.“

In diesem Sinne: Allez les bleus!

Schnipsel, betagte Ultras und der entspannteste Platzsturm aller Zeiten

Da war es nun also: Das letzte Spiel der Saison 2010/2011. Der Klassenerhalt wurde schon vor Wochen gesichert und auch für die Gegner aus Sandhausen ging es nur noch um die berühmte goldene Südfrucht. Dazu noch Sonnenschein und einem herrlichen Sommerkick stand nichts mehr im Weg.
Dass man mehr als zwei Hände braucht, um die Situationen zu zählen, in denen man in dieser Saison kopfschüttelnd Aktionen der Entscheider im Verein wahrgenommen hat, ist hinlänglich bekannt. Eine weitere kam am Einlass des Stadions dazu: Neu aufgestellte Zäune im Inneren. Wenn diese die Zuschauer besser in die Blöcke leiten sollen, hätten sie auch cleverer angelegt werden können. In dem Moment war mir das aber egal, denn wundern tut mich bei dieser Vereinsführung schon lange nichts mehr…
Ein erster Blick in den Gästeblock offenbarte nicht gerade das, was man sich unter einem motivierten Supporter-Haufen vorstellt. Doch falsch gedacht! Die älteren Herrschaften ließen sich einige Male zur Unterstützung ihrer Mannschaft hinreißen, auch unter Einsatz eines Vorsängers. Kurzerhand wurde beschlossen, dass das wohl die älteste Ultra-Gruppe in Deutschland ist.
Die Nordkurve begann mit Fahneneinsatz und reichlich Schnipseln. Und Schnipsel sollten im Verlauf des Spiels noch in rauen Menge durch die Luft fliegen. Da es um nichts mehr ging gestaltete sich unser Support sehr entspannt und witzig. Es konnte sogar ein Wechselgesang mit dem Gästeblock initiiert werden…nur die Leute im Pufferblock wollten bei sowas mal wieder nicht mitmachen. Langweiler! Das Spiel an sich plätscherte vor sich hin und mit einem 0:0 ging es in die Halbzeit. An diesem Ergebnis änderte sich bis zum Abpfiff auch nichts mehr, was der Stimmung im Block aber keinen Abbruch bereitete. Im Gegenteil. Die große SVB03-Blockfahne wurde gleich zweimal ausgerollt, der Schnipsel-Wahnsinn nahm seinen Lauf und eine gut gelaunte Polonaise der Heimfans quer durch den Gästeblock, dürfte in den oberen deutschen Ligen wohl auch nicht all zu oft zu sehen sein.
Nach dem Spiel wurde noch gut mit der Mannschaft gefeiert, nur die Ordner wollten einen partout nicht auf den Platz lassen. Irgendwann waren sie aber weg und das Tor offen. Was folgte war wohl einer der friedlichsten Platzstürme überhaupt. Nach und nach ging man entspannt auf den Platz und machte es sich auf dem Rasen gemütlich, begleitet von großartiger Musik („Gummibäääärn, hüpfen hier und dort…“).
Somit neigte sich auch dieser Spieltag und mit ihm die Saison dem Ende. Ich bin gespannt, wie es in der nächsten Spielzeit laufen wird. Dem Trainer wünsche ich ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung der Mannschaft. Das er dazu in der Lage ist, hat er oft genug bewiesen. Da es wahrscheinlich wieder gegen den Abstieg gehen wird, wünsche ich der Mannschaft einen ähnlichen Erfolg, wie in den zurückliegenden Spielen. Ich persönlich wünsche mit endlich die nötigen Wechsel in der Vereinsführung!

Bitte keine Randale

Es war Mittwoch, der 11.05.2011. Gegen 12 ging es für mich unibedingt nach Berlin. Danach folgte kurzes Shopping und das anschließende Reiseziel lautete: Dorfaue, Schöneiche. Von dort aus sollte es dann nämlich gemeinsam mit Gleichgesinnten (mit Zwischenhalt am Supermarkt) zum Jahnsportplatz gehen – der Heimspielstätte von Germania Schöneiche.
Germania…. Ja das verkörperte das Einlasspersonal meiner Meinung nach zu eifrig.

Frage am Rande: In der Sportplatzordnung steht, dass rechts- wie auch linksextremistisches Gedankengut verkörperndes, genau wie Gewaltverherrlichendes in dem Gelände nicht zugelassen ist. Warum werden Besucherinnen und Besucher dann aber schon am Eingang von Personal begrüßt, die Thor Steinar (wenn auch stümperhaft abgeklebt) und Hoolywood-Artikel am Leibe tragen? Und warum sind solche „Ordner“ auch nicht als diese zu erkennen? Zur Erklärung für nicht dabeigewesene: 3-4 Männer und 1 Frau regelten die Einlasskontrollen. Allesamt waren ausschließlich in schwarz gekleidet und nicht als Sicherheitspersonal zu erkennen. Hätte ich mich auch hinstellen können und Taschen kontrollieren? Später wurden ihnen anscheinend Leibchen in die Hand gedrückt – aber sie wussten mit den Dingern nichts anzufangen. Also ab in die Hosentasche damit…

Wo waren wir? Ja – beim Einlass und der Sportplatzordnung. Nicht erlaubt war es außerdem, sperrige Gegenstände wie Kinderwagen, Barhocker und Leitern mit aufs Gelänge zu nehmen. Komische Welt…

Weniger komisch war der Eintrittspreis. Der war nämlich 133,33 Prozent des Eintrittpreises bei Ligabetrieb. (8 Euro statt sonst 6 Euro). Bei uns wären das vergleichsweise dann statt der 9 Euro 12… Na Hechel? Interessante Idee aufgegriffen?

20-30 Leute wollten sich den Spaß nicht leisten. Ich schon… Ich musste – einer meiner Urtriebe wollte nicht länger auf sich warten lassen. Schnell den Eintritt (für mich zum Glück ermäßigt) bezahlt, sich von einem der „Ordner“ dumm anlabern lassen und zu den sanitären Anlagen im Vereinsgebäude gerannt.

Pünktlich zum Anpfiff nahm ich meinen Platz auf der Gegengeraden ein. Der Weg dorthin war allerdings nicht gerade angenehm. Er roch bestialisch, um genau zu sein. Für uns stand ein Dixi zur Verfügung, welches dort scheinbar seit Bau des Sportplatzes steht und wohl auch die letzten Jahre keine Leerung, geschweige denn Reinigung erlebte. Im Dunstkreis dieser Toilette mussten Trainer, Ersatzbank, usw. ausharren. Ich nenne das gewollte Negativbeeinflussung seitens der Gastgeber, da man sich sicher war, zu verlieren aber noch eine Möglichkeit suchte, doch zu gewinnen.

Ein immer noch warmer und sonniger Tag versprach ein schönes Spiel. Das war es auch. Wir begannen sofort mit einer Torchance und haben viele tolle Spielweisen und letzten Endes auch Tore gesehen. In Halbzeit eins gab es 2 Tore von Juan Oumari und eines von Anton Makarenko. Die zweite Halbzeit wurde uns von Dominik Stroh-Engel und Geir-Andre Herrem mit 3 weiteren Toren versüßt. Herrem war an allen beteiligt – die letzten beiden schoss er selbst. Danach wurde er leider so übel zugerichtet, dass er vom Platz musste. Da der Trainer aber schon dreimal wechselte beendeten wir das Spiel somit in Unterzahl.

Während des gesamten Spiels gab es grandiose Animationen für mich. So wurde z.B. das Stadionheft genauer unter die Lupe genommen. Ich verspreche euch hiermit schonmal einen Extra-Bericht diesbezüglich vom Fuchs.

Nach dem Spiel ging es wieder zum selben Supermarkt. Alle versorgten sich und ab zur Straßenbahn. Die Fahrt zum S-Bahnhof war etwas besonders. Zum einen wurde die „Sonderfahrt“ mit einer eigentlich ausrangierten, noch älteren Bahn als sonst vollzogen und zum anderen war der Fahrer dieser Bahn schon längst im verdienten Ruhestand. Scheinbar wollte er sich den Spaß aber nicht nehmen lassen, uns zu fahren. Begrüßt hat er uns mit „Bitte keine Randale“ und dann sagte er noch mehr – wurde aber übersungen. Oft hörte ich wieder sein „Keine Randale“ dann war es kurz still und er forderte uns auf, weiter zu singen. Dein Wunsch war uns Befehl. Lustig ging es zum S-Bahnhof und dann per S-Bahnen nach Potsdam zurück.
Bis dahin ein alles in allem gelungener Fußballabend.
Weiteres zur Rückfahrt spare ich mir.

Pokalfinale! Pokalfinale!
Wir fahren jedes Jahr zum Pokalfinale!

Morgens 5:30 Uhr in Düsseldorf….

… klingelte mein Wecker und es war Zeit aufzustehen um unserer Mannschaft ins Saarland zu folgen, zu ihrem letzten Auswärtsspiel der Saison. So machten sich mein Gast (ein Zujezogener) und ich uns auf den Weg zum Bahnhof, wo wir uns mit einem Mitglied der Sektion NRW trafen. Nach kurzer Begrüßung und einem kleinen Frühstück ging die lustige Reise auch schon los. Sie begann mit der Fahrt nach Köln; dort war noch kurz Zeit für ein 2tes Frühstück, bevor wir uns weiter Richtung Saarbrücken aufmachten. Das nächste Ziel unserer Reise war Trier. Die Fahrt gestaltete sich durch angeregte Gespräche sehr entspannt, sodass wir den Entschluss fassten, das erste Bier doch schon vor 10 Uhr zu trinken. Dieser Entschluss wäre uns beinahe zum Verhängnis geworden, da die Deutsche Bahn wieder mal alles bot was sie hatte: Zu unserem Bedauern defekte Toiletten im gesamten Zug „thank you for traveling with deutsche bahn“ sag ich da nur. Die allseits beliebte Frage „Wann sind wir da?“ wurde nun des öfteren gestellt, da sich beim dem Einen oder Anderen die Blase meldete. In Trier angekommen stürzten Menschenmassen aus dem Zug um die Toiletten des Bahnhofes auf zu suchen. Wir waren natürlich die ersten :D, aber da wir ja sozial sind und die Bahn nicht mögen haben wir für die anderen Reisenden die Tür für das WC einfach offen gelassen. Erleichtert verließen wir den Bahnhof, da wir ein bisschen Zeit hatten, bis der Zug nach Saarbrücken fuhr. Vor dem Bahnhof wurde dann „Schau mal die haben ein Koofland“ in die Runde geworfen und zack wurde dieser auch gleich angesteuert, um sich mit dem nötigsten (Bier) für die Reise zu versorgen. Beim Verlassen wurde noch eine „Besonderheit“ Triers entdeckt, welcher durch seinen Namen leichtes Gelächter bei uns auslöste: Der „Trierer Volksfreund“ in alter Runenschrift geschrieben war von weitem auch als „tierische Volksfront“ zu identifizieren :) und wir nannten ein Exemplar auch gleich unser Eigen. Nach dieser Belustigung beschlossen wir noch was zu essen bevor die Reise weiter ging. Die Fahrt von Trier nach Saarbrücken war sehr entspannt, da uns keiner der immer wieder zusteigenden Saarbrücker Fans erkannte. Erst nachdem wir in Saarbrücken waren, unsere Taschen verstaut und uns abermals erleichtert hatten, wurde doch festgestellt „Ey das sind Babelsberger!“ wobei es aber auch blieb. Jetzt hieß es: Auf zum Stadion! Aber wo geht’s lang?, war die allgemeine Frage in unserer Runde. Also war nachfragen angesagt, denn wozu steht  genügend Bahnpersonal einfach dumm rum. Nachdem wir durch unser Fragen wieder enttarnt und mit den freundlichen Worten einer Saarbrückenerin „Die mag i net.“ begrüßt worden sind, machten wir uns auf den Weg zum Ludwigsparkstadion. Beim Eintreffen am Stadion wurden wir Zeugen, was 9-10std Busfahren mit Menschen machen konnten. Es war sehr amüsant :). Nun wurden die Karten gekauft und der Verpflegungsbereich in Augenschein genommen, bevor das Spiel begann. Nachdem auch der restliche Anhang des SVB’s das Stadion erreichte, begann die Partie. Die erste Halbzeit starteten unsere in weiß spielenden Blauen zurückhaltend, dadurch dominierte Saarbrücken die ersten 15 min. Nun war aber Nulldrei wach und am Zug und stellte Saarbrücken in ihrer eigenen Hälfte. In dieser Zeit war es dann Jule Prochnow, der das Leder versenkte und es  so 1 zu 0 für die Guten stand. Gesänge wie „Auswärtssieg“ wurden angestimmt und eine Polonaise durch den Gästeblock gestartet. Vielleicht hatten wir uns zu früh gefreut, denn Saarbrücken glich noch kurz vor der Pause zum 1 zu 1 aus. Die Pause wurde für die Versorgung mit Flüssigkeiten genutzt. Beginn 2te Halbzeit und Nulldrei begann wie sie aufgehört hatten: mit gutem Pressing und Kurzpassspiel, nutze aber seine Chancen nicht. Anders Saarbrücken, zu unserem Bedauern. Nach einer weiten Flanke aus der Saarbrücker Hälfte missglückte Oumaris Kopfabwehr zu Unger, der weit im 16ner stand. Ein Saarbrücker nutzte dies aus, überlupfte unseren Torwart und es stand 2 zu 1 gegen uns. Nun war Nulldrei wieder gefragt und sie machten weiter wie zuvor, was den 83 Mitgereisten Mut machte. Doch machte dieses offensive Spiel unsere Mannschaft anfällig für Konter und so kam es, dass wieder ein weiter Ball kam, das Laufduell um diesen verloren und in einer schönen Kombination Unger zum 3 zu 1 überwunden wurde. Mehr passierte nicht mehr und es blieb beim 3 zu 1 für Saarbrücken, was meiner Meinung nach nicht den Spielverlauf widerspiegelt. Die Mannschaft wurde trotzdem und aufgrund ihrer gezeigten Leistung gebührend gefeiert. Nun war es Zeit Abschied zu nehmen, aus einer Stadt die für ein „Konjunkturpaket West“ spricht, und abzureisen. Der Weg zum Bahnhof gestaltete sich zu unserer Freude als friedlich, da wir den Hintereingang des Bahnhofes aufsuchten und so den Saarbrücker Fans nicht begegneten. Die Rückreise führte uns über Trier die Mosel entlang nach Koblenz, wo wieder ein Zwischenstopp zur Nahrungs- und Getränkeaufnahme eingelegt wurde. Von Koblenz ging es weiter nach Düsseldorf, was mit nur 1 Std. Verspätung erreicht wurde. Die Sektion NRW beschloss weiter nach Essen zu reisen, wo sie beheimatet ist. Wir Zujezogenen beschlossen nochmals Nahrung und Flüssigkeit in Düsseldorf zu uns zunehmen, bevor wir nach 18 Std. (davon 12 Std. im Zug) unsere Betten aufsuchten. Zum Ende kann ich sagen es war eine schöne Auswärtsfahrt, die ich gerne nächste Saison wiederholen möchte.