Fahr mal durchn Wald. Die Kurven kotzen mich an…

Das Osterwochenende.
Was machen?
Nirgens is was gescheites los.
Aber hey – der geliebte SVB hat nen Spiel.
Entscheidung is gefallen:
ab nach Heidenheim.

Ja – wenn alles mal so einfach wär. Es wollten weitaus mehr dort hinfahren, als transportiert werden konnten. Wir hatten zwar genügend Fahrerinnen und Fahrer aber einfach keine Autos. Und versucht ihr mal, Busse irgendwo an diesem Wochenende zu gescheiten Preisen ranzubekommen.
Für mich stand fest, dass ich im Leipziger Auto mitfahren werde. Mein Auto ging dann an die Ultras Fiesta. Zu fünft kamen sie nach Leipzig, dann wurde umgeladen. 4 im Fiesta, 5 im Laguna. Auf gehts nach Heidenheim.
10 Vor 12 erblickten wir einen versteinerten Auswärtselefanten.

Ultras Fiesta vorraus

Gegen 12 dann die Ankunft in Heidenheim. Aber HALT! Irgendwas war komisch. Ziemlich kleines, süßes Nest. Hier soll ein Stadion sein? Und vor allem: warum waren weit und breit eigentlich keine Schilder, die nach Aalen oder so führten? Oh Schreck! In Bayern waren wir ja auch noch…
Mark Heidenheim ist sicher eine Reise wert, nur leider eine Stunde von Heidenheim an der Brenz entfernt. Eine Ortskundige fragte uns, ob wir uns verfahren hätten und erzählte, dass in der woche mindestens 5 Autos dort fälschlicherweise ankommen. Navi umprogrammiert und weiter über Dörfer – eine Stunde sagte das Navi.
Das richtige Heidenheim ist nicht annähernd so idyllisch und die Menschen dort auch nicht so zuvorkommend. Eine Ordnerin am Stadion schickte uns mit unseren PKWs weg, wir irrten weiter umher und fuhren letztenendes doch an besagter (sich aufregenden) Dame vorbei und parkten direkt am Gästeeingang.
Alles rechtzeitig geschafft – nur Eis essen schafften wir nicht mehr.
Im Gästeblock fanden sich ca 40 Menschen ein. Wir sahen ein 1:1 unentschieden und gratulierten dem Herrn Unger zu seinem 100. Autritt für uns auf der Fußballbühne. Sein Dank dafür war herzerweichend. Mit vielen Gücksgefühlen denke ich gern daran zurück, wie er vor zu uns stand und laut, energisch und vor allem mit ganz viel Herz das „Darum feiern wir“ anstimmte. Klasse Marian!
Zurück also. In Polizeibegleitung ging es dann raus aus Heideheim. Für uns hieß es dann erstmal rein in den ersten Laden. Ich wollte ein Eis. Andere wollten Bier oder was zu essen.
Mit ausreichenden und langen Pausen fuhren wir entspannt wieder zurück. Halb 10 wurde dann in Leipzig wieder umgeladen: die Ultras Fiesta fuhren ab da dann wieder zu fünft (und ordentlich tiefergelegt) nach Potsdam zuück. Mal sehen, wann ich zurückfahre…
Alles in allem eine tolle Fahrt. Viel gesehen, viel gelacht.
Überragende Zitate oder Phänomenen in unserem Auto:
„Habt ihr nen Mülleimer im Auto?“
„Fahr mal durchn Wald. Die Kurven kotzen mich an…“
Der Navigationschor: „Bergauf, bergauf, bergauf, bergauf, (…) nach links, nach links, nach links, nach links, (…) bergab, bergab….“

Hier kommt der Fuchs…

So, ich bin dran – Spielbericht.
Naja, bezeichnen wir das Folgende einfach mal euphorisch-euphemistisch als einen solchen.

Persönlich: gutgelaunt, da Sonnenschein sowie die Aussicht auf 3 Punkte des Schreibers Gemüt erheiterten

Spiel: die Aussicht auf 3 Punkte, wich schnell der Gewissheit auf diese Zählerchen. Dank Kocer, der nach 11 Minuten locker einnetzte, Makarenko, der selbiges etwas später tat, sowie abermals Kocer, der den Siegessack schon zur Halbzeit fest verschnürte. Halbzeit 2 soll es auch gegeben haben ? keine Ahnung. Soll laut Babelsberg-Forum aber 1:1 ausgegangen sein. Ich kann dazu allerdings nicht viel schreiben, da ich mich der…

Stimmung: …sowie heiteren Gesprächen und Fachsimpeleien widmete. Das Stadion war sehr gut besucht, schätzungsweise 4.500 Zahlende, wobei man in Babelsberg, diese Zahl scheinbar stets durch einen geheimen Koeffizienten oder Faktor, oder was weiß ich teilt, und somit nur auf 3000-irgendwas kam. Egal, es war eine herrliche Stimmung an einem lauen Abend, der seine Fortsetzung im Fanladen bei Wasser, Brause und Eistee (Bier gab es leider schon nach 10 Minuten nicht mehr) fand. Zur Ehrenrettung des Fanbetreuers sei gesagt, dass es doch noch, diverse Kisten Pivo in den Fanladen und die heiseren, frohen, gutgelaunten Schlünder und Kehlen der Nulldreier schafften.

„You are my Kocer, my Guido Kocer…

…you make me happy when skies are grey!“.

Grau war der Dienstagabend wahrlich nicht in und um den Babelsberger Park, konnte die geneigte Anhängerschaft doch eine erste Halbzeit genießen, die für mich die schönste im bisherigen Saisonverlauf war. Ein gut gefülltes Karli, 3 großartige Tore, Fallrückzieher inklusive, tolles Passspiel und  eine ohrenbetäubend laute Nordkurve, Wechselgesänge mit K-Block und Tribüne, Nulldreiherz, was willst Du mehr? Die 2te Hälfte endete dann 1:1, Schlusspfiff, Emotionen, Party! So soll es sein, deshalb gehen wir zum Fußball. Auch nächste Saison vermutlich wieder in Liga Nulldrei!

Ein wahrer Ausbund an Frohsinn und Glückseligkeit könnte man meinen, die Realität ist aber eine andere:

Durch unsinnige, unüberlegte Vorhaben (Dünamo-Spiel), mangelhafte Kommunikation mit der „Kundschaft“ (Ich hasse diesen Ausdruck in diesem Zusammenhang) und deren Interessenvertretung (Fanbeirat), sowie einer unglaublichen Ignoranz, werden große Teile einer kreativen und mündigen Anhängerschaft und viele Ehrenamtliche durch Teile des Vorstands und der Geschäftsführung vor den Kopf gestossen. Ein Umdenken, oder zumindest ein erstes Nachdenken bei der Vereinsführung ist angebracht. Torpediert nicht länger die Fanszene, Finger weg von der Nordkurve und fangt an zu begreifen, warum Spieltag für Spieltag die Leute ins Stadion, bzw. in die Kurve kommen. Gerade diejenigen, die noch nicht so lange mit von der Partie sind, sind sicher nicht wegen der tollen sportlichen Erfolge oder der großartigen Leistung der Mannschaft ins Karli gekommen und geblieben. Bei den meisten war es vermutlich doch eher die angenehme und entspannte Atmosphäre und die Möglichkeit Fußball ohne großen Stress in einem alternativen Umfeld schauen zu können. In erster Linie der Verdienst einer gewachsenen Fangemeinschaft!

Die Fans sind das höchste Gut eines Vereins –

gerade und im Besonderen beim SV Babelsberg 03!

Kapiert es einfach!

Zum Eishockey nach Wolfsburg

….so lauteten die anfänglichen Worte unseres Busfahrers, welcher völlig abgehetzt am Lutherplatz mit einer knapp 30-minütigen Verspätung aufschlug. Guter Vorschlag, wir wollten dann doch eher nach Braunschweig. Auch seine Frage:“Wie macht ihr das denn so mit dem Rauchen im Bus?“ hat natürlich Kultcharakter, insbesondere da er dabei schon ganz wild mit seinem Feuerzeug spielte. Mit dem geilsten der 4 Busfahrer (folgerichtig machten sich 4 Busse auf den Weg nach Niedersachsen) wurde das Stadion des Aufsteigers zielsicher angesteuert; die Einlasskontrollen waren als eher mau zu bezeichnen. Hingegen gar nicht mau die Anzahl Nulldreier im Block-> gut und gerne 400 Augenpaare wollten unsere Equipe vor 22.120 Zusehern siegen sehen.

Und was man zu sehen bekam, gefiel durchaus: Mutig und schnell nach vorne, zweikampfstark in der Defensive….so trat unsere Mannschaft auf. Zwar bemerkte man jederzeit die Qualität von Braunschweig, aber die Hoffnung auf einen Punkt wurde genährt. Selbst als die Heimelf kurz vor der Halbzeit zum etwas schmeichelhaften 1:0 traf, war man betreffs der 2. Hälfte recht optimistisch. Auch der Support konnte mehr als gefallen, die typischen Probleme kleinerer Szenen bei dieser „Masse“,  Kanons und die Koordination, wurden schnell gemeistert und eine sehr beachtliche Lautstärke offenbarte sich. Heimfans haben mich jetzt nicht wirklich überzeugt, hatten aber für die 2. Hälfte noch etwas in Petto.

Ebenso unsere Nulldreier, welche weiterhin mutig attackierten, bei einer Chance kurz nach der Pause ein wenig Glück hatten und Mitte der 2. Hälfte durch Hebisch ausglichen! Den Torpogo können Worte schwer beschreiben, einfach Wahnsinn! Menschen kugelten durch den Block (bis auf 1 peinliche, den Sitzplatz bepöbelnde Gestalt), die Stimmung fantastisch. Letzteres kann man auch über die Pyro-Show der Ultras aus Braunschweig äußern: Jungs und Mädels, allererste Sahne, nicht umsonst ne Menge Applaus aus dem Gästeblock! Ohne große Höhepunkte, allerdings mit weiterhin sehr guter Stimmung („Der Finger“ und „Wir sind Zecken“ bracchial laut!!) plätscherte das Geschehen vor sich hin und fand mit dem 1:1 ein passendes Endergebnis. Die Mannschaft bedankte sich kurz (nur Anton Müller kam ein zweites Mal…wie eigentlich immer, danke dafür) und flüchtete in die Katakomben. Der Platzsturm und die Aufstiegsfeier, garniert mit Mickie Krause, Prolliedern, nen paar provozierenden Faschos und immer noch sehr lauten Babelsbergfans, geriet, trotz Pyro, eher zur Peinlichkeit. Letzteres muss man leider auch über das Verhalten so einiger außerhalb des Stadions konstatieren, wobei auch das lustige Polizeipferd (der hat ne grüne Weste an, den hau ich jetzt mal um) Erwähnung finden sollte.

Den Braunschweigern wünsche ich viel Glück in der 2. Liga und bedanke mich für die vielen nach oben gereckten Daumen, welche unsere Sangesleistung honorierten.

Die Rückfahrt gestaltete sich mit feucht-fröhlicher Stimmung, dem immer noch geilen Busfahrer und leckerem(?!?) veganen Essen erneut so positiv, dass es nur heißen kann:

Danke Nulldrei!

Ps: @ Nickpdm-> 8 Euro,Alter!

FI verlor im 1 gegen 1

Wir schrieben den 12.04.2011. Dienstag in meiner seit langem ersten Uniwoche. Was haben Zujezogene da schon besseres zu tun, als sich an der Uni zusammen zu finden, um gemeinsam zum Landespokalspiel zu fahren?

So war es dann auch. Meiner Vorlesung geschuldet fuhren wir recht spät los und bestaunten die blühende Landschaft, durch die sich der westliche Berliner Ring zieht. Der Fahrer brachte uns sicher zum Reiseziel: Oranienburg. Ein Glück verließ er sich nicht aufs Navi – wer weiß, wann wir angekommen wären.
Mit wenigen Minuten Verspätung erreichten wir das Spielfeld. Erster Hingucker war der extra eingerichtete Gästeblock. Leider sollten wir mit einem Blick in die Richtung dieses Blockes (in dem 5 Menschen standen) feststellen, dass wir das erste Tor unserer Mannschaft schon verpassten.

Im eisigen (nicht eisern – auch wenn von denen auch ein paar da waren) Wind durften wir in Halbzeit 1 dann noch 2 Tore und gefühlte hundert Chancen sehen. Dann hätte der Schiri auch eigentlich abpfeifen können. In Halbzeit zwo änderte sich an diesem Ergebnis nix mehr.


DENKT IHR! Eh wir uns versahen zeigte die Anzeigetafel, dass wir bereit 9 Tore geschossen haben. Ich habe irgendwann dann zu zählen aufgehört. Zum Schlusspfiff sagte die Anzeigetafel, dass wir 639 zu 0 gewonnen haben. Na ob die uns da mal nicht das eine oder andere Tor unterschlagen haben…

Fußballinteressierte fragen nach Höhepunkten…
Ja – was waren die Höhepunkte der vielen Tore der zweiten Halbzeit?
War es das Tor aus einem Fallrückzieher Marian Ungers?
Das Tor vom eingewechselten Dietmar Demuth?
Oder gar das Tor vom berüchtigten Oranienburger Gangster mit Mini-Megafon (auch Horst genannt – Voll Horst)?

Oranienburg will das Ganze aber nicht wahr haben. Schon nach dem 0:9 kam ein Herr vom Verein und wollte es wieder auf 0:3 ändern. Ein waghalsiger FI-ler versuchte, ihn daran zu hindern. Sie vereinbarten ein 1 gegen 1 – der FI-ler verlor mit seinem Stein gegen des Oranienburgers Papier.
Wir mussten uns geschlagen geben. Auch die Schiedsrichter sahen das ein. Als Endstand weitergeleitet wurde der Halbzeitstand:
NULL – DREI

Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich

Wo soll ich anfangen, frage ich mich. Ich bin immer noch stark emotionalisiert von diesem beeindruckenden Samstag. Was ist passiert?
Mein Wecker riss mich früh um 8 aus dem Schlaf. Ein schöner Morgen versprach einen super Tag. Also rein in die Dusche, fertig gemacht und ab zum Frühstück. Dann schnell ins Stadion und Technik aufgebaut. Die Sonne schien und ich hatte Hoffnung auf ein Unentschieden gegen den Tabellendritten aus Offenbach.

Das Spiel startete und zu meiner Freude versteckte sich Nulldrei nicht, sondern spielte selbstbewusst auf und Offenbach manches mal an die Wand. Ich war nun mehr überzeugt, dass hier nicht verloren wird und ein Punkt sicher ist. Und dann passierte es: Koc sorgte für für kollektiven Jubel auf den Rängen. 1 zu 0 gegen den Aufstiegsaspiranten. Was will mensch mehr? Der Tag wurde immer besser. Die Sonne brannte, Bier und Wasser flossen und das Spiel war sehr schön anzusehen. Ich war hochzufrieden. Die zweite Hälfte hielt dann auch, was die erste versprach. Nulldrei spielte befreit und aggressiv auf. Unger wirkte wieder sicher in seinem Kasten und Stroh-Engel gefiel seine neue alte Position. Und dann befand sich das Karli wieder im Freudentaumel: Makarenko traf zum 2 zu 0 Endstand. Die Fans aus Offenbach hatten derweil zu Teilen begonnen zu den Gesängen der Nordkurve zu tanzen. Die Stimmung im Stadion war wieder großartig, Nulldrei hat gewonnen und ich einen kleinen Sonnenbrand dank des schönen Wetters. Alles in allem ein fast perfekter Tag.

Fast? Ja fast, denn nach dem Spiel kam Unruhe auf. Unfassbare Gerüchte machten die Runde. Der Fanbeirat eilte ins Stadion. Und es bestätigte sich das Gerücht: Der Vorstand des SV Babelsberg 03 hatte am Mittwoch beschlossen zum Spiel gegen die SG Dynamo Dresden bei Bedarf die Blöcke C und B (bis zur Mittellinie) an die Fans der SGD zu verkaufen. Im Klartext: der SVB gibt ein Heimspiel ab und verdrängt einen Großteil der eigenen Zuschauer von ihren angestammten Plätzen in der Gegengerade. Bleibt die Frage, warum der Vorstand den SVB damit in der Fußballöffentlichkeit lächerlich macht!? Nun, es wird erhofft, dass dadurch etwa 15.000€ zusätzlich eingenommen werden könnten. Es ist schon traurig, dass der Vorstand seinem eigenen Verein nicht zutraut das Stadion zu füllen. Dass dieses Geld den SVB rettet, ist auch fraglich, denn bei einem Etat von ca. 2,5Mio € ist die Summe eher klein. Aber ich möchte mich auch hier gar nicht aufregen, mein Blutdruck ist hoch genug in Anbetracht von soviel Ignoranz sowie betriebswirtschaftlicher Kurzsichtigkeit. Eins ist Fakt: geschehen die Dinge so wie beschlossen, werde ich schweren Herzens dieses Spiel nicht besuchen, ebenso werde ich in Zukunft auch auf den Kauf einer Dauerkarte verzichten. Denn auch Dauerkarteninhaber werden in ihrem erworbenen Recht der freien Stehplatzwahl in den Heimblöcken beschnitten und wer kauft schon bei einem Händler der im Nachhinein das Produkt zum Schlechteren verändert!?

Ich hoffe, da wird nochmal drüber nachgedacht. Die Freude über den Sieg ist jedenfalls dahin. Aber es lief ja auch alles gerade bei Nulldrei, da ist dem Vorstand vielleicht langweilig geworden.

Nun heißt es abwarten und in Braunschweig möglicherweise einen Punkt erkämpfen. Das wäre doch was! Oder?

Allez Nulldrei!

Zur Information der Babelsberger Fangemeinde:

Der Fanbeirat möchte euch über den aktuellen Stand der geplanten Kartenvergabe zum Heimspiel gegen Dynamo Dresden informieren.

Heute fand ein spontanes Gespräch zwischen dem Fanbeirat und der Geschäftsführung statt. Hintergrund war eine Konversation am vergangenen Donnerstag zwischen Ralf Hechel und einer Vertreterin des Fanbeirats. Dies gab uns den Anlass, kurzfristig in der Geschäftsstellte ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des SV Babelsberg 03 zu suchen. Ebenfalls anwesend war auf Bitten des Fanbeirats der Fanbeauftragte des Vereins, Jens Lüscher.

Am Donnerstag wurde geäußert, dass die geplante Choreografie im K-Block nicht stattfinden könnte, da eine große Zuschauerzahl erwartet wird. Zudem ist ein Bannerverbot geplant, um die potenziellen Sichtbehinderungen einzudämmen. Beiläufig erwähnte Ralf Hechel ohne Nachfrage, dass die BesucherInnen des C-Blocks an diesem Tag sowieso nicht, wie gewohnt, dort stehen könnten.

Genau diese Aussagen bewogen uns, im Anschluss an das heutige Spiel, den Geschäftsführer persönlich zu kontaktieren.

In diesem Gespräch wurde uns der Vorstandsbeschluss vom Mittwoch mitgeteilt, dass, wenn notwendig, die Karten des B2- und des C-Blocks aufgrund der wohl möglich großen Nachfrage aus Dresden an deren Fans verkauft werden. Im Vorfeld zu dieser Vorgehensweise fand ein Treffen mit dem Verein und der Einsatzleitung der Polizei statt (wovon in keinerlei Hinsicht FanvertreterInnen hinzugezogen wurden), worin diese Festlegungen getroffen bzw. empfohlen wurden. Im Konkreten geht die Polizei davon aus, dass 5.000 Fans aus Dresden erwartet werden und diese im Stadion untergebracht werden sollen. Daran hat auch die Vereinsführung aufgrund der wirtschaftlichen Situation (finanzielle Misslage) ein reges Interesse.

Demzufolge sieht der Vorstandsbeschluss vor, dass der Vorverkauf der Blöcke C und B2 gegenwärtig in Babelsberg nicht stattfinden soll. Dynamo Dresden soll hingegen zunächst Karten für die Blöcke E und D erhalten und bei starker Nachfrage die Tickets für die Nordkurve und die Gegengerade bis zum Trennungszaun Mittellinie verkaufen dürfen.

Laut Aussagen des Geschäftsführers sollen die Stehplatzfans aus den betreffenden Bereichen auf die Blöcke B1, A und K ausweichen. DauerkartenbesitzerInnen mit freier Platzwahl in den Blöcken A, B und C werden sich wohl ebenso in diesen Blöcken einfinden müssen.

Der Geschäftsführer wies auf die entsprechenden Kapazitäten der Blöcke hin und die Mehreinnahmen, die eine Vielzahl an Gästefans mit sich bringen würden. Konkret nannte er Mehreinnahmen in Höhe von ca. 15.000 € bei ca. 2.000 zusätzlichen Gästen in den eigentlichen Heimblöcken (die sonst nicht im Stadion untergebracht werden könnten). Dies heißt im Umkehrschluss, dass der Vereinsvorstand einerseits davon ausgeht, dass trotz des derzeitigen sportlichen Misserfolges Dresdens 5.000 Fans kommen und andererseits die Annahme trifft, dass die Heimblöcke bei der gegenwärtigen Sonnenlage unseres Teams nicht mit Babelsberg-Fans gefüllt werden könnten.

Natürlich äußerte der Fanbeirat in vielseitiger Hinsicht seine Kritik – seien es die fehlende Sensibilität gegenüber der Babelsberger Fanszene, die unkalkulierten Folgekosten, die fragwürdige Darstellung der Wichtigkeit dieses Vorhabens aus wirtschaftlicher Sicht, als auch dem Respekt gegenüber der Mannschaft und der Fangemeinde, wenn man das Heimspiel an Dresden verkauft – und wird diesbezüglich in einem offenen Brief an die Vereinsführung seine Missgunst darlegen, da alles bisher geschriebene nur zur Darstellung der Sachlage dienen soll.

Wir hoffen auf dem Weg der Veröffentlichung, die normalerweise erst eine Woche vor dem Spiel erfolgen sollte, und durch unsere konstruktive Kritik die Vereinsführung zu einem Umdenken zu bewegen. Dafür benötigen wir allerdings auch eure Hilfe.

Euer Fanbeirat