Essen in Hessen, Banausen in Sandhausen

Sodala, der Bericht über die letzte Auswärtsfahrt der Hinrunde (und vermutlich des Jahres 2010) steht an. Unter der Woche über 600 km nach Sandhausen, auf den ersten Blick wahrlich keine Kracherfahrt, auf den zweiten aber schon. Was war passiert? Frühmorgens, so gegen kurz nach neun in Babelsberg: Während der Rest der Republik sich aufs Knoppers freut, macht sich ein unscheinbarer Autobus auf den Weg nach BaWü. Mit an Bord 40 Menschen, die beim SVS auf Punkte hoffen und nen angenehmen Tag auf der Autobahn verbringen wollen. Nach wenigen Kilometern schon die ersten Spekulationen über die Ankunftszeit, war doch das Wetter alles andere als angenehm. Auf Höhe Leipzig blinzelte dann aber die Sonne ein wenig durch und von da an wars eigentlich klar, daß die Fahrt erfolgreich wird. Durch Thüringen so durchgerauscht, an einem überaus unsympathischen Internetunternehmen namens amazön vorbei ( Support your local Buchhändler!), gabs dann auch bald Mittagessen in Hessen. Für die einen sind es einfach nur Kartoffeln mit Quark und ohne Salz und Butter, für die anderen ist es die wohl leckerste Auswärtsmahlzeit der Welt. Merci! Im Schnee noch ausgetobt, durfte man schon bald Zacks Heimat hinter sich lassen und nach Benutzung der angewachsenen Auswärtsbibliothek waren wir dann alsbald auch schon am Ziel unserer Reise. Kurzzeitige Irritationen über die Preisgestaltung des SV Sandhausen gabs noch an der Abendkasse (die aber nach dem Spiel geklärt werden konnten) und schon gings hinein ins recht bescheiden anzuschauende Hardtwaldstadion. Trotz des gemeinen Regens entwickelte sich dort ein für die Witterungsverhältnisse recht ansehliches Spiel, da hatte ich doch mit einem übleren Gekicke gerechnet. In der ersten Halbzeit noch mit Geschick und Glück und Unger und feinem Support und Plörre, die sich Bier schimpft die Null gehalten, legten unsere Nulldreier zu Beginn der zweiten 45 Minuten so richtig los.Nicht nur ich dachte wohl, daß jetzt ein Dreier drin sein sollte, aber leider verpuffte die engagierte Phase von Nulldrei so nach 65 Minuten und die Sandhäuser kamen wieder ins Spiel. Großes Zittern dann in der Schlußphase, der rote Karton hätte uns diesmal beinahe den einen Punkt gekostet. Ein Punkt ist aber ein Punkt ist aber ein Punkt ist aber ein Punkt und so sollten wir doch damit zufrieden sein. Positiv hervorzuheben im Stadion neben unserem Team war eigentlich nur der Gästeblock und die inflationäre Zaunfahnenparade, negativ der Linienrichter, der ständig die Seitenlinie mißachtete und die nichtvorhandene Atmo, Stimmung oder was auch immer auf Sandhausener Seite. Da hatte ich zwar nicht richtig viel, aber doch ein bißchen mehr erwartet. Im Bus dann erstmal mit Bockwurst den Punkt gefeiert, noch Filmchen gekuckt, dann mit Hilfe des Capos Kuscheldecke eingeschlafen, von Auswärtspunkten und Unger-Paraden geträumt, immer wieder pünktlich zu den raren Zigarettenpausen aufgewacht und irgenwann gegen 4 Uhr früh war die Tour auch schon wieder vorbei.  Hat wieder Spaß gemacht.