… hab ick wohl verjessen

Das kann mensch wohl nicht nur vom Banner behaupten. Gerade eben fiel mir ein, dass mir ja in der Nordkurve als Strafe für meine Vergesslichkeit das Spielberichtschreiben auferlegt wurde und dass Sonntag wer Geburtstag hatte…
Von vorne:
Am Samstag, den 27.11.2010 bestritt unsere erste Mannschaft das Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken. Da ich aber vor besagtem Spiel von 10 bis 12 Uhr auf dem Böhmischen Weihnachtsmarkt zusammen mit dem tollsten Vorstandsmitglied des Vereins neben den beiden besten Waffelbäckern der Fanszene vor wunderschönen 03-Fanartikeln saß, habe ich doch wirklich vergessen, unser Banner mitzubringen. Erst nach dem Spiel des Schul-Cups kam mir beim Gang über das heilige Grün die Frage „Wieso zum Henker hängt unser Banner noch nicht?“ Leider klingelte es in diesem Augenblick – ich selbst war daran Schuld. Zeit gab es leider keine mehr und ich musste fortan mit allem Spott diesbezüglich leben.
Sorry Freunde – kommt nicht wieder vor.
Das Spiel (ihr erwartet nicht ernsthaft hochtrabende Worte) war jetzt nicht so toll… Es war arschkalt und wir haben 0:2 verloren – an viel mehr kann ich mich nicht erinnern.
Zu allem Überfluss wurde der vorerst leere Platz am Zaun (ja genau – die Stelle, an der unser Banner eientlich hängt) dann auch noch vom Roten Rhombus in Beschlag genommen.

Nach dem Spiel konnte ich das Bannerproblem bei Glühwein im Fanladen vergessen – na immerhin musste ich es dann nicht mehr mit mir rumschleppen.
Anschließend gab es eine Autogrammstunde der ersten Mannschaft auf dem Böhmischen Weihnachtsmarkt. Doch bevor Herr Lüscher ein kleines Interview mit Trainer und Torhüter begann, nannte er meinen Namen. Scheinbar hatte ich meine Geldbörse vor der Bühne verloren.
Ich sag euch – das war nicht mein Tag.

Und da ich in meinem Anfall von Vergesslichkeit dann am Folgetag jolly jumpers Geburtstag vergaß: Alles Gute Nachträglich!!!

Und weils meine Hausaufgabe war:
Ich darf das Banner nicht vergessen.
Ich darf das Banner nicht vergessen.
Ich darf das Banner nicht vergessen.
Ich darf das Banner nicht vergessen.
Ich darf das Banner nicht vergessen.
Ich darf das Banner nicht vergessen.
Ich darf das Banner nicht vergessen.
Ich darf das Banner nicht vergessen.

Kiek ma, dit Dorf hier heißt Horst!

Sonntag Morgen, ca. 10:15 Uhr. Keine 24 Stunden nach dem Ausflug nach Dresden rief ich ferris an und es entstand dieses Gespräch: „Bist Du schon wach?“ / „Ja, geht so.“ / „Wollen wir nach Herzberg fahren?“ / „Mhh…gib mir 10 Minuten Bedenkzeit.“ / „Ok.“ …10 Minuten später… „Gut, lass uns fahren.“
Gesagt, getan. Schnell aufgestanden, nichts gegessen und schon saß man im Auto Richtung Süd-West-Brandenburg, um das anstehende Spiel im Landespokal gegen den VfB Herzberg 68 zu verfolgen. Vorbei an überfluteten Feldern und Orten mit lustigen Namen erreichten wir pünktlich unser Ziel und wurden bereits am Ortseingang von einem großformatigen Werbeplakat für das Spiel begrüßt. Wirklich sehenswert war aber die historische Innenstadt. Bei besserer Wetterlage hätte sich hier ein Besuch gelohnt.
Im Stadion angekommen bot sich ein angenehmes Bild: Parkplätze direkt vorm Eingang, moderate Preise und kein Stress in Sicht. Leider haben wir nichts mehr vom „Vorspiel“ mitbekommen. Die Frauen von der SG Herzberg/Tröbitz bezwangen dort in ihrem Landesligaspiel die Konkurentinnen vom Werderaner FC Viktoria. Glückwunsch! Wie erwartet tümmelten sich auch einige Ewiggestrigen im Rund, die aber nicht weiter erwähnt werden müssen. Dass es für Herzberg das „Spiel des Jahres“ war, wurde auch beim Einlaufen der Mannschaften klar: Es gab eine Choreo! Über die Haupttribüne verteilt wurden rote und blaue Zettel in die Luft gehalten und in der Mitte eine kleine Blockfahne präsentiert. Sowas bekommt man im Landespokal auch nicht oft zu sehen.
DD schickte erwartungsgemäß hauptsächlich die Akteure auf das Feld, welche am Vortag nicht oder wenig zum Zug kamen. Makarenko machte einfach da weiter, wo er in Dresden aufgehört hatte und markierte das 1:0 in der 14. Minute. Kurz darauf (20.) folgte das 2:0 durch Koc. Überraschungen schienen auszubleiben und ich fing an, mir Notizen zu machen, um die Torschützen nicht zu vergessen. Aber denkste! In der 31. Minute stand plötzlich die Nummer 11 von Herzberg (Stadionsprecher: „Valentino“ / Stadionheft: „Bruce Dosseh“) alleine vor dem Kasten von Zacher und schob lässig zum Anschluss ein. Die Hoffnungen der Einheimischen wurden aber in der 38. Minute von Engler und dem 3:1 wieder getrübt. So ging es dann auch in die Pause.W. Seelenbinder Gedenktafel Herzberg
In der zweiten Hälfte versuchte Herzberg weiterhin dagegen zu halten, allerdings ohne Erfolg. Kocer (49.), Engler (53., 77.) und Hebisch (69.) erhöhten auf 7:1 und der Drops war endgültig gelutscht. Zur Freude der Gastgeber tauchte Valentino/Dosseh noch einmal, aus stark abseitsverdächtiger Position, vor dem 03-Gehäuse auf und landete seinen zweiten Treffer (79.). Anschließend netzten wiederum Engler (81.) und Hebisch (86.) zum finalen 9:2 aus 03-Sicht ein.
Dennoch ließ sich die Mannschaft aus Herzberg zu Recht vom Heimpublikum feiern, da sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut verkauft hatten. Wir machten uns stattdessen ordentlich durchgefroren aber zufrieden auf den Heimweg.
In diesem Sinne – Auf in die nächste Runde!

… und schönen Gruß aus Babelsberg!

Der Ligaalltag bescherte uns zur Abwechslung mal eine Partie in unmittelbarer Nachbarschaft: in Dresden. Los ging es mit drei vollbesetzten Reisebussen, zwei VW-Bussen  im Zuge der U18-Fahrten des Fanprojekts und des Fanbeirats, einigen Privat-PKW und einer Reihe Zugfahrer. Die acht Zujezogenen verteilten sich auf drei Fahrzeuge – man will sich ja schließlich noch was erzählen können – und erlebten eine nahezu reibungslose Anreise. Gelernt haben dürfte die Dresdner Polizei, dass Reisebusse mit einer Höhe von 3,90m beim besten Willen nicht durch eine 3,70m hohe Brücke passen. Auch nicht, wenn die Höhe an der Brücke geschrieben steht oder es sich sogar um drei Busse handelt. Ziemlich spontan wurde nach einem spektakulären Wendemanöver der Weg durch die Dresdner Neustadt gewählt. Zeit für einige gelb-schwarze Fans uns ganz lieb mit emporgestreckten Mittelfingern oder anderen Nettigkeiten willkommen zu heißen.

Im Stadion angekommen, wurden wir von den einlassenden Ordnern für unser wundervolles Banner gelobt (Nur nicht rot werden …). Trotz dieses kurzen Höhenfluges blieb Zeit, die hervorragenden Sanitäranlagen (Danke, danke, danke dafür!!! Da können sich manche Vereine dieser Liga etwas abgucken.) zu besichtigen und sich ein wenig in der Kurve warm zu singen.  Schon von weitem konnte man erkennen, dass der Rasen in einem ähnlich erbärmlichen Zustand war, wie in Babelsberg. Mit dem Besen gestreichelt, sollte es aber wohl besser werden.  Rantanplan musste gleich die Kümmerling-Werbung in der Bande positiv hervorheben und schon gings los unten auf dem aufgeweichten Grün, allerdings erst, nachdem uns der auf einem Rummelplatz geborene Stadionsprecher so „richtig eingeheizt“ hatte. Obwohl zwei der „Unparteiischen“ sich die Nachnamen mit zwei unserer blau-weißen Spieler teilten (Unger und Hoffmann), war keine weitere Verbundenheit zu den Guten zu verspüren. In der 29. Minute erhielt Oumari eine gelbe Karte – angeblich Foul. Naja. Das Spiel plätscherte so vor sich hin. Chancen gab es auf beiden Seiten – geschenkt wurde sich nichts. Die Erdanziehungskraft im Rudolf-Harbig-Stadion schien sich besonders auf die Gelb-Schwarzen auszuwirken, die zu häufig den direkten Kontakt zu dem matschigen Grün suchten. Einige Nulldreier ließen sich davon leider anstecken. Haben sie doch eigentlich gar nicht nötig! Mit einem 0:0 ging es in die Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit konnte Unger mit einigen guten Paraden glänzen und die in Weiß spielenden Blauen so vor Schlimmerem bewahren. In der 74. Minute konnte sich nun auch Paul eine gelbe Karte abholen, während  nur zwei Minuten später Oumari mit einer roten Karte vom Platz flog. Erneut Foulspiel, angereichert mit ein wenig Theatralik durch einen Dynamo. Kaum hatte die reich gefüllte Gästekurve ihrem Ärger Luft gemacht, durfte gejubelt werden. Makarenko schoss in der 79. Minute vor 12763 Zuschauern DAS Tor und alle anwesenden Babelsberg-Sympathisanten somit ins Glück. Acht Minuten später war die gesamte Kurve blau beflaggt und sang  sich mit „Ob auswärts oder zu Hause …“ nahezu in Trance. Es dauerte noch eine gefühlte Ewigkeit, bis der erlösende Schlusspfiff ertönte. Gefeiert wurde, gesungen und das Spielfeld nun auch offiziell mit Babelsberg-Fahne erobert.

Die Rückfahrt gestaltete sich als absolut reibungslos – zumindest für alle Busfahrer. Gefeiert wurde im Old-School-Bus mit dem Babelsberg-Lied von Kumpelbasis, Bier, Schnaps, Diskobeleuchtung und viel guter Laune. Hat Spaß gemacht, Leute! Auf einen nächsten Sieg. Dann wieder im heimischen Stadion. Nächste Woche 13Uhr gegen Saarbrücken. Wir sehen uns!

Hollywood in Babelsberg – schon wieder mal

So oder so ähnlich dachte wohl nahezu jeder Nulldreier beim Anblick der, von den Heidenheimern in mühevoller Arbeit gesprühten, Transpete. Wie kreativ: wieder eine Filmanspielung. Aber ähnlich wie bei Essen oder Mainz reizt der Name auch bei Babelsberg zu intellektuellen Höchstleistungen. Die mitgebrachten Sterne waren ein zusätzlicher Hingucker. Sterne des Südens oder so? Ich dachte, der Stern des Südens ist der Klub dem, warum auch immer, der Ölprinz und der VHM anhängen. Hollywood in Babelsberg dachten sich aber auch die Spieler des FC Heidenheim, denn außer mit einer Bewerbung in Richtung Filmstudios lässt sich die Theatralik und das mehrfache gefühlte „Sterben“ nicht erklären.

Gleich zu Beginn zeigte der Keeper der Schwaben eine schauspielerische Glanzleistung. Einfach mal schreien und liegen bleiben, vlt. zum Sonnen oder so, bis die Betreuer da sind und der gute Koc die gelbe Karte bekommt. Kurz danach dann dass, was alle befürchtet hatten: Heidenheim macht in Minute 6 das 1 zu 0. Mist! Das war’s! So oder ähnlich dachte sicher nicht nur ich. Und die nächsten 30 Minuten gaben auch Anlass für diese Art von Gedanken. Der Support gab nach, die Heidenheimer fielen um wie die Fliegen und „starben“ den Heldentod, der, sagen wir nicht immer neutral wirkende, Schiri gab ihnen auch immer wieder Recht und schlussendlich flog Koc dann auch noch vom Platz wegen wiederholtem Foulspiel. Die Heidenheimer Fans, waren es gar Ultras – Mensch weiß es nicht – hüpften und wiegten vor sich hin und schmetterten ab und an ein F – C – H. Wtf? Was haben die denn mit den Nordlichtern aus dem Seenland MV zu tun? Denn „alles für den FCH“ brüllen doch sonst nur die Querköppe von der Ostsee. Aber so plätscherten die Gedanken dahin, bis plötzlich …

Ja was war den das? Extase! Freude und eine Torhymne die Mensch schon ewig nicht mehr gehört hatte, außer möglicherweise beim Anschauen der Abenteuer von Egon, Benny und Kjeld. Guido Kocer hatte es gereicht. Nachdem Heidenheim den Ball nicht raus bekam, landete er vor den Füßen von Guido und der drosch einfach mal aufs Tor. Schön! So was geht runter wie Öl. Zu 10t nen Ausgleich gegen den 5ten der Tabelle. Doch es kam noch besser. Die Sicherheit war zurück. Auf einmal konnten die Blauen  wieder Fußball spielen. Die Unsicherheiten der vergangenen Spieltage war weg. Und dann, mit dem Pausenpfiff gab es einen Freistoß vor dem 16er der Heidenheimer und der war drin. Tor! Das Spiel war gedreht und die Stimmung am brodeln.

Nun das Ergebnis halten. Hinten rein gestellt und auf Konter lauern. Doch oh Schreck! Paul bekommt im eigenen 16er den Ball nicht richtig an den Fuß, doch Unger hält, der Ball bleibt jedoch im 16er und kein Nulldreier sondern einer vom Ensemble aus  Heidenheim ist zur Stelle. Ausgleich! Mist! Aber ein Unentschieden mit 10 gegen 11 und einer kämpferischen Leistung ist doch auch in Ordnung. Dann passierte es jedoch. Im 16er von Nulldrei kommt ein Heidenheimer zu Fall, nachdem er einen kleinen seitlichen Schritt in die Beine des sich im Laufduell mit ihm befindenen Hoffi tat. Der Schiri entscheidet auf 11 Meter und was passiert? Der ist natürlich drin! Handspiele und ähnliches auf Seiten der Gäste sieht er nicht, hier entscheidet er jedoch direkt auf Strafstoß. Doch die Blauen gaben nicht auf und rannten gegen 11 Schwaben an. Und als wiedermal ein Freistoß für Nulldrei fällig war, steigt Oumari am höchsten und Köpft den Ball ins Tor. Wie geil. Ausgleich! Die Stimmung kochte und es war kein Halten mehr. Doch noch einen Punkt geholt. Aber weit gefehlt! Unsere Equipe wollte den Sieg und kurz vor dem Schlußpfiff spielen Hebisch und Evers die Abwehr aus. Hebisch tunnelt den nächsten Heidenheimer, der Ball kommt bei Stroh-Engel an, und da ist es das 4 zu 3. Wahnsinn! Auf den Rängen kein Halten mehr und auch die Sitzplatztribüne steht und jubelt und klatscht.

Am Schluß also doch ein Happy End für Nulldrei. Heidenheim war in Bezug auf die Bühnenreife zwar besser und auch der Mann in Gelb war von dieser Tatsache überzeugt. Aber Babelsberg ist nun mal nicht Hollywood und her bringen braucht es auch niemand. So gestärkt kann die Mannschaft auch in Dresden bei der SG Fahrradstromversorgung befreit aufspielen. Ich freu mich schon auf eine schöne Busfahrt zu fairen Preisen.

…allez les bleus!

„Herzlich willkommen im Paradies!“

stand auf der Eintrittskarte zum Ligaspiel Jena vs. Nulldrei zu lesen, nun ja Paradies hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ist zwar ein ganz netter Bau, dieses Ernst-Abbe-Sportfeld, ne Haupttribüne die den Rest des Stadions fast erschlägt und eine schöne Aussicht auf ein paar Hügel, aber Paradies ist doch ein wenig übertrieben. Egal, ca. 300 Menschen im ordentlich gefüllten Gästeblock, sahen in der ersten Halbzeit ein zerfahrenes Spiel zweier doch sehr unter Druck stehenden Teams, wobei die Vorteile eindeutig bei Nulldrei lagen. War sicher nicht überragend von unserer Equipe dargeboten, doch das sehr ängstlich agierende Jena kam kaum zu nennenswerten Aktionen. Eine etwas routiniertere Mannschaft hätte den berühmten Sack wohl schon in Durchgang 1 zugemacht. In der 2ten Halbzeit begann dann zunächst Carl-Zeiss etwas mutiger, doch Nulldrei hielt dem Druck stand und erzielte schließlich ein Tor, das aber zu Unrecht nicht gegeben wurde. Shit happens! Kurz vor Schluß noch eine brenzlige Situation vor Ungers Kasten und dann wars vorbei. Vor dem Spiel wäre ich mit nem Remis ganz sicher zufrieden gewesen, nach dem Spiel überwog aber doch die Enttäuschung, denn es wäre definitiv mehr drin gewesen auf dem Rasen des Ernst-Abbe-Sportfelds. Alles andere als enttäuschend die lautstarke Unterstützung des Nulldrei-Anhangs, auf den Rängen ging die Punkte eindeutig nach Babelsberg. Nach Schlußpfiff zeigten dann noch einige thüringische Tribünenbesucher warum sie unter einem Banner mit der Aufschrift „Holzköpfe“ stehen, hoffentlich sind die „Nazis Raus!“-Rufe, die von der Südkurve Jena mit Beifall bekundet wurden, durchs Brett vorm Hirn dieser Gestalten gedrungen. Während der kurzweiligen Heimfahrt gabs dann noch ein weiteres Unentschieden, und zwar im Grammatik-Battle zwischen den beiden schönen Bundesländern Brandenburg und Bayern. Danke für die nette Fahrt, die gute Musik und die feine Verpflegung!