„Lies doch mal nen Buch!“

Mit dem Auto ging es an diesem Tag ins Ausland, um ihm Freistaat Bayern das Gastspiel unserer Equipe in Unterhaching bestaunen zu können. Die mehrstündige Hinfahrt gestaltete sich ob diverser Diskussionen um Politik („Die PDS-Wähler sind meist weitaus konservativer als die meisten CDU`ler“), Ultras („Ach, die spinnen doch!“) und dem Stadionumbau(„Pfusch, wohin man sieht….aber jucken tut es keine Sau!“) doch recht kurzweilig und aufgrund eines Zwischenstoppes in einem Biergarten in Bayreuth sogar  kulinarisch wertvoll. Die vorherige Wirtschaft hatte leider keine warme Küche, dafür bierfachkundiges Publikum und nen Harald-Juhnke-Schal überm Tresen!

Nach einem Beinaheunfall mit einem Berliner, mehrmaligem Auslachen diverser Oktoberfestjünger und dem kurzeitig ratlosen Suchen nach dem Stadion (1.Liga gespielt und die erste Beschreibung im Ortskern???) erreichten wir, selbstverständlich seitens der Ordner als „Polizisten“(?) durchgewunken, den Sportpark zu Unterhaching.

Es gibt sicherlich hässlichere Stadien und da die Vereinskneipe sehr einladend wirkte und das Ordnungspersonal die Gründung des Freistaates Bayern höchstwahrscheinlich persönlich miterlebte, störte eigentlich nur der einsetzende Regen die gute Laune. Zumal sich schlußendlich beachtliche 80 Personen im Gästeblock einfanden, darunter gut 25 Umlandpotsdamer und Sympathisanten.

Die 1. Hälfte gestalteten die Gastgeber vor geschätzten 1200 Zusehern überlegen, vergaben die ein oder andere Chance und hätten dennoch kurz vor der Halbzeit das 0:1 per Freistoß fangen können, dies wäre aber des Guten zu viel gewesen.

Supporttechnisch war es unsererseits ein absoluter Topauftritt, welcher in der 2. Hälfte leider nicht mehr ganz aufrecht gehalten werden konnte….dennoch insgesamt eine sehr gute Unterstützung für unsere Mannschaft. Jene schien nach dem Wechsel aufgewacht zu sein, denn die ersten 20 Minuten spielte nur noch Babelsberg, bevor jedoch ein feiner Konter das 1:0 für die Heimmannschaft brachte. Kurz hernach gab es zwar eine berechtigte gelb-rote Karte für die Hachinger, doch (unverständliche) Wechsel (die 2 Aktivposten Koc und Civa raus) ließen einen kleinen Bruch in unser Spiel kommen, welches die Heimelf beinahe zu weiteren Treffern nutzen konnte. Die letzte Viertelstunde gehörte in Überzahl nun aber wieder Nulldrei; zwar ergaben sich 2-3 Chancen….genutzt wurden sie leider nicht. Erneut fehlte das letzte Quäntchen Glück und insbesondere die Genauigkeit bei Flanken, so dass der Sieg für Haching zwar glücklich, aber keinesfalls unverdient war. Seitens unserer Elf in jedem Falle eine Steigerung zu Koblenz, beste Spieler Civa, Koc, Makarenko und der sehr agile Hebisch (nach seiner Einwechslung).

Preisfrage: Hat man es eigentlich geschafft, wenn einen die „Szene“(ein Hüsteln wäre zu wenig, bitte eine Lungenentzündung gedanklich einfügen) Unterhaching mit Gesängen wie „Scheiß Kommunisten“ und „Zick-Zack-Zeckenpack“, sowie einem Einzelkommentar wie „Arbeit macht frei-Babelsberg03“ reizen will? Zu Letzterem erörtete ein(unfassbar dämlich grinsender) Polizist, es wäre keine Beleidigung, „Idiot“ sei weitaus schlimmer, welches wiederrum ein Mitglied unserer Reisegruppe zu eben jenem übergestellten Ausspruch veranlasste.

Eine kleine Steigerung auf dem Platz, Konstanz auf den Rängen-> Sieg in Stuttgart! Allez les Bleus!

Passt genau so!

war mein ganz persönliches Fazit nach diesem Abend gegen Bremen 2 und ich denke Vielen gings ebenso. Die klitzekleine Krise mit 3 verlorenen Spielen gemeistert, fein gekämpft, gelegentlich spielerisches Können aufblitzen lassen und einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt in die Schranken verwiesen. So was gefällt – besonders unter Flutlicht. Es war eines dieser Spiele, die viel zu rasch vorbei gehen, 2 oder 3 Halbzeiten mehr wären genau richtig gewesen, da es einfach nur Spaß gemacht hat. Schön auch, daß die Nordkurve phasenweise richtig laut war und den zu ruhigen und manchmal fast schon resignierenden Auftritt gegen Hans A. Rohrstock vergessen machte.  In der Stadtteilkneipe den Abend noch ausklingen lassen, gute Gespräche in netter Gesellschaft, S-Bahn genau erwischt, ins Bett gefallen. Einer der guten Abende halt!

Achterbahn.

Anschallen, los geht die wilde Fahrt.

Die Hinfahrt ins pfälzische Koblenz gestaltete sich ob diverser emotional-volltrunkener Festreden am Mikrofon unfassbar lustig. Man kann es schwerlich wiedergeben, aber wir haben Tränen gelacht („Warum bist`n du so betrunken?“-„Ich habe 3 Stunden nicht geschlafen“). Bereits gegen 13 Uhr erreichte man das „deutsche Eck“ und genoss die wunderbare Aussicht aus den Busfenstern (noch in heilem Zustand).

Auch die hiesige Polizei präsentierte sich zunächst entspannt und konnte sich den ein oder anderen Lacher über unsere Nudelsalat-Liasion in den Moselauen nicht verkneifen. Im englischen Stil ging es zum Stadion Oberwerth, an welchem uns freundliche, doch völlig aufgehuschelt wirkende Ordner erwarteten. Das Stadion selbst überzeugte höchstens durch das Panorama, ansonsten ein lieblos zusammengewürfeltes Etwas.

Circa 80 Gästefans erlebten nun anfänglich eine klar bessere Koblenzer Elf, welche nach der x-ten Unaufmerksamkeit nach 13 Minuten in Führung ging. Aufmerksam reagierten wir auf einen Thor-Steinar-Atzen im benachbarten Sitzplatzblock, dazu später mehr. Nulldrei, mit Kocer, Prochnow, Hahne und Evers in der Anfangself, kam nun besser ins Spiel und erhielt kurz vor der Pause einen Elfer, welcher sich zum Knackpunkt entwickeln sollte. Dieter Paucken hielt die Kugel und wir waren weiterhin auf der Verliererstraße. Supporttechnisch jedoch nicht, mit unseren paar Hanseln kam es teilweise schon sehr laut rüber, in der 2. Hälfte sollte dies jedoch abnehmen.

Die Hoffnung auf den Ausgleich sollte sich auch sogleich erledigt haben: Nach einem gelbwürdigen Foul von Prochnow zog der Schiri glatt Rot-> Nulldrei ab diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt und auf einmal ebenbürtig. Koblenz fing zu zittern an, ungenaue Flanken und fehlender Biss jedoch verhinderten den Ausgleich, der dennoch unverdient gewesen wäre. Also begnügte man sich mit der Erkenntnis, dass wir eine hoffentlich nur kleine Krise erleben und selbst die Koblenzer Ultras von Repressionen betroffen sind.

Die Miene hellte sich etwas auf; ein Großteil der Mannschaft fand den Weg zu uns….und sie verdunkelte sich in dem Moment, als Dominik Stroh-Engel den eingangs erwähnten TS-Fuzzi freundschaftlich begrüsste. Das nun Folgende muss man nicht detailliert wiedergeben, der Fanbeirat wird sich sicherlich hiermit beschäftigen. Koc, Oumari nach seiner Einwechslung und mit Abstrichen Schütz (trotz des Elfer-Fauxpas) machten ein gutes Spiel.

Schlecht gelaunt ging es auf den Rückweg zum Bus, gut gelaunt vernahm man einen Rechtschreibfehler der hiesigen Ultra-Sprayer-Szene („Koblens“), schlecht gelaunt vernahm man, dass der Begriff „schwul“ in Koblenz (mit z hinten) ein Synonym für „Scheisse“ darstellt.

Hilft alles nix, ab in den Bus und hopp-hopp zum Mutantenstadl ins Archiv…..es lagen ja nur 600 Kilometer vor uns. Ja, den Rastplatz kann man mal mitnehmen…..huch…..äh……nen großer Haufen Dresdner……ja…..äh…..wir sind 28 mit Rollstuhlfahrer……fahr mal durch, lieber Busfahrer.

Wurde eben jenes noch mit einem Schmunzeln hingenommen, sollte es circa 2 Stunden hernach Ernst werden. Details lassen wir weg, ich scheiße auf diese „Ultrakultur“! Muss wirklich schön gewesen sein, als man sich auf der Raste traf, nen bisschen frotzelte, nen Bier zusammen trank und einfach weiterfuhr. Wie krank ist es eigentlich, seine und die Gesundheit Anderer aufs Spiel zu setzen, nur damit man vor wem auch immer damit prahlen kann, dass man wirklich „ganz krasser Ultra“ ist? Quintessenz des Ganzen: Eine kaputte Scheibe, verängstigte Insassen und ein 2-stündiger Aufenthalt auf der nächsten Raste samt Aufnahme durch die Polizei. Doch die Achterbahn fuhr weiter, der aufgezwungene Stopp wurde anhand einer Bewerbung für ein Polizei-Praktikum und diverser Alkoholika (und daraus resultierender Dummlabereien) positiv überbrückt. Schlußendlich endete dieser laaaange Tag für mich persönlich nach 24 Stunden zu den Klängen von Fugazi im Archiv und ich verbleibe mit der Hoffnung auf friedlichere, jedoch bitte mindestens genauso witzige Auswärtsfahrten-> Vielleicht ja schon am Freitag?

It is all about style! Nulldrei Nullzwei gegen Hansa……

Was für eine Panikmache vor dem Spiel: Hassderby, Hassduelle, verfeindete Fanszenen etc…….all dies konnte man lesen. Diesbezüglich viel Lärm um gar nix, es blieb friedlich.

Ein frühes, zugegebenermaßen wunderschönes, Tor führte die Gäste vor geschätzten 8.000 Zusehern auf die Siegerstraße, welche sie fortan auch nicht mehr verließen. Obgleich unsere Equipe das Match ausgeglichen gestalten konnte, entführte der Absteiger aus der Nichtlandeshauptstadt die 3 Punkte aus dem schönsten Stadion der Welt. Verantwortlich hierfür, neben der erwartet unterirdischen Bibi Steinhaus, eine reifere, abgezocktere Spielanlage.

Zum Support:

Ja: Hansa hat ne hohe Mitmachquote!

Ja: Hansa ist teilweise brachhial laut!

Ja: Hansa füllt nen Gästeblock komplett aus!

Die Überschrift jedoch wurde nicht ohne Bedacht gewählt: Eine Frauenquote im Promillebereich, unfassbar peinlich-testosterongeschwängerte Aufkleber (was haben wir gelacht), Anti-Gesänge noch und nöcher und zur Krönung eine Uffta(!!!) auf Seiten der Gäste werden mich noch in hundert Jahren 3-mal lieber im Nulldrei-Block stehen lassen, die für uns typische Selbstironie („Hooligans-gegen Gewalt!“) inkludierend.

4 Stunden nach dem Spiel sitzen circa 20 Hansa-Fans im Babelsberger Kiez und feiern ihre Mannschaft; dies ohne jedwede Anfeindungen unsererseits. Die Frage nach der Möglichkeit eben jenes umgekehrt in Rostock stellt sich mitnichten…warum? Style! Aber Hansa: Ihr habt den Größten! Zweifelsohne!

Auf Auf nach Koblenz!

Ps: Reisegruppe Unansehnlich: Ihr seid in jedem Falle anerkannt in eurer Szene. Warum habt ihr euer Banner nicht gleich im Klo aufgehangen?

Pps: Erfreulich die interessanten Gespräche mit nen paar Rostockern in und an der Stadtteilkneipe. Grüße.

„Ich möchte ein episches Werk über meinen Kreuzbandriss!“-Der Ball war bunt 2010!

Zu eben jener Verletzung kam es nicht, von daher fällt die Epik flach.

Angereist mit extra angefertigtem Banner, besannen sich die Zujezogenen ihren sportlichen Aufgaben.Verstärkt durch diverse kleinere Geschwister, Informatiker und Vereinsangestelle ging es zunächst gegen die unpolitischen Oi-Skins von Scortesi, welche mit einem Kantersieg (1:0) zurück in ihre Karohemden geschickt wurden. Vergleichsweise niedrig fiel dann die Niederlage gegen den Freizeitladen Golm aus (0:6). Wenigstens reagierte das Archiv gewohnt souverän auf diese Mannschaft („Hey, 1 gegen 5 vorm Eingang?“); ähnlich souverän schossen sie beim Aufeinandertreffen mit uns am Tor vorbei. Ein Duell voller Slapstickeinlagen, denn auch wir vollbrachten Kunststücke der Kategorie 100%-er vergeben; Endstand folgerichtig 0:0. Gegen den Titelverteidiger Westkurve (Duell der Kirsch-und-Drechsler-Wohnhaften) wurde tatsächlich noch ein Tor geschossen, also 1:6. Besser als das FI waren wir natürlich allemal…Verlierer.

Einige Söldner schlossen sich nun der Mannschaft „Veto“ an, das Achtelfinalaus konnten sie jedoch auch nicht verhindern. Meinerseits wurde sich nun dem Bier, dem vielfältigen Speisenangebot und dem Dissen von Ostdeutschen am Mikrophon gewidmet. Leider fiel eben jenes kurz vorm Finale aus, ich hätte gerne Durchsagen wie „Das Abbrennen pyrotechnischer Erzeugnisse ist verboten, unterlassen sie das!“ oder „Manche Chaoten lernen es nie!“ getätigt. Eben jenes Finale wurde von der Integrationsmannschaft gemeistert, sportlich zweifelsohne verdient.

Was sonst noch?

Vielen Dank an(s):

– Orga-Team

– Jonny Freedom (herrlich)

– Kumpelbasis (geile Stimmung)

– LR Archiv für die „geile Gurke“ („Ist da Alkohol drin?“-Rehaugen:“Neeeeeeeiiiiiiiiin“)

– „Möbel und Gesocks“ für diesen wunderbaren Auftritt beim Frauenturnier

– Alle fleißigen Helfer

– Hansa Rostock für die aufbauerleichternde Panikmache, welche alleine dein Name hervorruft

Schön war`s!

Ps: Muss man sich Sorgen machen, wenn ein Unioner mich mit „Hey, du bist doch Zack von Zujezogen!“ begrüßt? Nö? Ok!

Eiskalt Union zu Gast

Mit einer 1:3-Niederlage endete das Testspiel gegen die Köpenicker, vor schätzungsweise 1000 Zusehern (Vollbeschäftigung in Brandenburg…), darunter 300 Wuhlefischern.

In einem guten, ausgeglichenem Spiel siegte ausschließlich die Abgezocktheit des Zweitligisten über die mangelnde Konsequenz unserer Equipe. 70% Ballbesitz und ansehnlichen Spielzügen standen eklatante Fehler bei Standardsituationen gegenüber. Mit einem Doppelschlag rund um die 30. Minute führte Union zur Hälfte mit 2:0, bevor kurz nach der Hälfte auf 3:0 erhöht wurde. Die Fanfreundschaftsangebote („Nulldrei“) der Gäste außer Acht lassend, wurde ca. 15 Minuten vor Schluss der herrliche Anschlußtreffer durch Engler bestaunt. Scharfe Flanke von links, Direktabnahme von der Strafraumgrenze  ins linke, untere Eck-> Chapeauz! Es spielte eigentlich nur Nulldrei, der letzte Pass jedoch stellte sich immer wieder als mangelhaft heraus.Dennoch machte der Auftritt eher Mut, insbesondere, da einige Ersatzspieler(u.A. Zacher, Bayram, Kocer….) zum Einsatz kamen, während die Köpenicker mit dieser Leistung in der 2. Liga einige Probleme kriegen werden.

Beste Spieler der agile Bayram und der nimmermüde Prochnow.

„Freedom not Fear“ – Zujezogen03 ruft zur Großdemo auf

Am 11. September 2010 geht in Berlin ein breites Bündnis für Bürgerrechte, Datenschutz und ein freies Internet auf die Straße. Treffpunkt ist 13.Uhr am Potsdamer Platz in Berlin. Der Vollständige Aufruf von http://blog.freiheitstattangst.de/:

Aufruf zur Großdemonstration “Freiheit statt Angst” 2010 in Berlin

Ein breites Bündnis ruft dazu auf, für Bürgerrechte, Datenschutz und ein freies Internet auf die Straße zu gehen. Die Demonstration “Freiheit statt Angst” findet am Samstag, den 11.09.2010 statt, im Rahmen des internationalen Aktionstages “Freedom not Fear”.

In den letzten Monaten hat sich etwas getan. Der Erfolg der Massenverfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland setzte ein deutliches Zeichen für die Freiheit. Die nächste Klage zehntausender gegen ELENA wurde eingereicht. Das ist ein Anfang. Es bleibt noch sehr viel zu tun.

Daten kennen keine nationalen Grenzen. Deswegen muss vor allem international etwas geschehen. Die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung muss nun auf europäischer Ebene gekippt werden, um eine Neuauflage oder Wiedereinführung hierzulande zu verhindern. Die Internetsperren konnten in Deutschland zwar vorerst verhindert werden. Doch stieß die EU-Kommissarin Cecilia Malmström die Debatte auf europäischer Ebene erneut an.

Vertrauliche Daten werden nicht nur im Namen der Bundesrepublik, sondern auch im Namen der Europäischen Union gesammelt. Im Aktionsplan zum sogenannten “Stockholmer Programm” ist der massive Ausbau europäischer Sicherheitsarchitekturen, die Aufrüstung an den Außengrenzen Europas und eine äußerst bedenkliche Zusammenführung von EU-Datenbanken vorgesehen. Damit wird nicht nur das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gefährdet. Auch die Menschenrechte von Migrantinnen und Migranten werden dadurch beschnitten. Diese zweifelhafte Sicherheitsdoktrin lehnen wir ab und setzen uns stattdessen für ein freies und lebenswertes Europa ein.

Bürgerrechte werden weiter abgebaut. Vor allem die zunehmende Vermischung der Kompetenzen von Polizei, Geheimdiensten und Militär sowie die Auslagerung hoheitlich staatlicher Gewalt an private Unternehmen bauen Rechte der Bürger ab.

Die Überwachung nimmt zu. Am Arbeitsplatz, in Bildungsinstitutionen und im Privaten werden wir zunehmend beobachtet. Auch staatliche stellen registrieren, überwachen und kontrollieren uns bei immer mehr Gelegenheiten. Die informationelle Selbstbestimmung schrumpft von Tag zu Tag. Egal was wir tun, mit wem wir sprechen oder telefonieren, wo wir uns bewegen, mit wem wir befreundet sind, wofür wir uns interessieren – der “große Bruder” Staat und die “kleinen Brüder und Schwestern” aus der Wirtschaft wissen es immer genauer. Dieser Abbau der Privatsphäre gefährdet unsere demokratische Gesellschaft. Menschen, die sich ständig beobachtet und überwacht fühlen, können sich nicht unbefangen und mutig für ihre Rechte einsetzen. Weder in Deutschland noch weltweit.

Wir wollen eine freie und offene Gesellschaft. Diese kann nur durch die Gewährleistung von Privatsphäre, vertraulicher Kommunikation und einem zensurfreien Zugang zu Informationen bestehen. Privatsphäre ist ein wichtiger Teil unserer menschlichen Würde – und zwar in allen Lebensbereichen. Deshalb rufen wir dazu auf, sich an der Großdemonstration am 11. September 2010 in Berlin zu beteiligen.

Treffpunkt für die diesjährige Demonstration “Freiheit statt Angst 2010″ ist am Samstag, 11. September, 13.00 Uhr der Potsdamer Platz.

Gleichzeitig rufen wir weltweit alle Menschen dazu auf, sich am internationalen Aktionstag “Freedom not Fear” zu beteiligen.

Der Offizielle Trailer zur Demo: