„Die Arme hoch, Leute!“ oder „Dieser Spielbericht wird Ihnen präsentiert von … .“

Der 28.08.10 sollte für mich gleich zwei Premieren bereithalten: meine erste Auswärtsfahrt mit der Mannschaft in der dritten Liga und meinen ersten Spielbericht für die Zujezogenen. Das habt ihr jetzt davon!

Gut gings los ins Thüringer Land:  Die Abfahrt wurde (nachdem man sich sowieso schon viiiel zu früh aus dem Bett gekämpft hat und um jede weitere Minute Schlaf dankbar wäre) kurzerhand vor Ort um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Probleme mit dem Busfahrer gabs wohl. Davon war bei Eintreffen der beiden Busse nichts zu merken und so ging es gleich los nach Erfurt. Ich durfte im ersten Bus mitfahren – kenntlich gemacht, durch KEINE 1 auf der Busfahrkarte. (Im Nachhinein wohl die bessere Fügung des Schicksals, denn die Toilette des zweiten Busses muss unangenehme Dämpfe abgegeben haben.)  Versorgt wurden wir mit nennen wirs Musik und liebvoll geschmierten Mettstullen (mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer UND Knoblauch!). Lecker! Und der Capo wurde nach hartem Kampf zum unumstrittenen König des im Bus veranstalteten Bankrutschens. Gratulation!

Angekommen in Erfurt wurden wir sowohl von Polizisten und furchtbar nett dreinschauenden Ordnern, als auch von den stadteigenen Fans sehnsüchtig erwartet. Warten … tja … dat scheinen die wohl dort gern zu machen. Erst an der ja, der einen Kasse, später dann auch am Getränkestand. Aber erstmal zum Eintritt: Das ist ja wohl nicht ihr Ernst – 11€ der Vollzahler und 9,50€ für die Ermäßigten. Erklären kann ich mir das nur mit der Leerung der fünf uns zur Verfügung stehenden Dixitoiletten. Will ja auch irgendwie bezahlt werden. Es sei denn, mir sind die Luxus-Toiletten mit „warmet Wasser aus die Wand“ entgangen. Am Einlass wurde uns die Zeit des Wartens allerdings durch unsere geliebte Babelsberghymne aus den Lautsprechern des Stadions versüßt. Sehr nett! Der Herr über diese Lautsprecher soll an dieser Stelle Erwähnung finden. Der hatte etwas von einem Kirmes-Karussell-Ansager, der alles, aber auch wirklich alles, drei Mal ansagen musste: „Rot-Weiß Erfurt! Rot- Weiß Erfurt! Rot-Weiß-Erfurt!“ oder „Tor! Tor! Tor!“ oder „Danke! Danke! Danke!. Mir persönlich ging das schon nach dem ersten Tor gehörig auf die Nerven. Tja, dieses erste Tor … fürchterlich. Wurde es doch schon nach nicht allzu langer Spielzeit von Weidlich versenkt. Schade nur, dass er seit der neuen Saison nicht mehr für uns, sondern für RWE spielt. Bis zu dem Zeitpunkt haben sich beide Mannschaften nichts geschenkt. Mehrere Chancen gab es dort bereits für die Blauen. Keine von denen wurde jedoch verwandelt. Müller kann in der ersten Halbzeit mit einem Elfmeter, nach einem Foul an Schütz, noch den Ausgleich erzielen. Die sich in uns breit machende Euphorie wurde jedoch in der 44. Minute jäh zerstört, als RWE der zweite Treffer durch Semmer gelang. Die Halbzeitpause konnte sich der findige Babelsberger mit der Lektüre der Stadionzeitung versüßen, sollte er sie denn am Fresscontainer ausfindig gemacht haben.  Der Beginn der zweiten Halbzeit ging in der Diskussion um den Support im Block unter: „Die Arme hoch, Leute!“ (O-Ton des langhaarigen Capos). Nach etwa einer viertel Stunde fiel dann das ersehnte zweite Tor für die Babelsberger durch den gerade eingewechselten Hahne. Gefeiert wurde mit Bierdusche und stärker werdendem Support. Aber da kommt Weidlich wieder dazwischen und schießt das dritte Tor für die Thüringer. Kurz vor Abpfiff, nachdem es genügend Chancen für uns Gäste gab, musste Unger den vierten Treffer in seinem Kasten versenkt sehen. Überall traurige Gesichter. Einerseits verständlich, andererseits war es trotzdem ein gutes und schönes Spiel, in dem die Chancenverwertung auf babelsberger Seite einfach nicht geglückt ist.

Was ist sonst noch zum Spiel und zu der Spielstätte zu sagen?  In Erfurt wird alles und jeder von irgendetwas und irgendwem präsentiert. Werbung wo man nur hinschaut oder hinhört: Stadionheft, Anzeigetafel!!!!! und über die Lautsprecher. Rechtsanwälte, Bäckerei, Wellness-Irgendwas – alle durften sich präsentieren. Unbedingt etwas, was wir uns nicht abgucken sollten. Ehrlicherweise hatte ich auf meiner Bratwurst einen Aufdruck erwartet „Diese Wurst wird Ihnen präsentiert von Ihrer Fleischerei xxx!“. Der Gefallen wurde mir leider nicht getan. Entschädigt wurde ich aber in der Halbzeitpause durch die Werbedurchsage des Stadionsprechers zu eben jener Fleischerei. Vielen Dank! Hat so gleich viel besser geschmeckt!

Nachdem wir wettertechnisch alles mitgenommen haben, was momentan so auf dem Markt ist, ging es, ausreichend von der Polizei bis zur Autobahn eskortiert, Richtung Heimat. Schlafende und/oder besoffene Fußballfans, Polonaise durch den Bus, ausgedehnte Pausen auf Raststätten inklusive dem Aufeinandertreffen von Fußballmannschaft und Fans und mal mehr, mal weniger anstrengende Musik sind nur einige Bestandteile eben jener Fahrt. Für uns gab es keine Probleme und so kamen wir zur Tagesschauzeit in unserem geliebten Babelsberg an.

Lediglich die Zugfahrer hatten keine so reibungslose Reise, besonders im Potsdamer Hauptbahnhof. Dazu an dieser Stelle keine weiteren Informationen, da ich alles auch nur erzählt bekommen habe. Die Neuigkeiten müsst ihr euch an anderer, geeigneterer Stelle besorgen!

Noch schnell die Zahlen: 3573 Zuschauer, davon um die 200 bis 250 aus Babelsberg.

Wie ich Eingangs schon erwähnte: Das habt ihr jetzt davon!

2x Mommsenstadion – 2x Regen

Viele viele Tore, das kann ich versprechen. Aber der Wettergott (auch wenns ja gar keinen Gott gibt) meinte es so gar nicht gut mit mir. Als Entschädigung war es dann aber der Fußballgott (nicht der aus unserem Forum), welcher der Meinung war, dass ich mich auf 9 Tore freuen darf.

Ich kann von mir behaupten, bisher alle Heimspiele von Tennis Borussia Berlin der Saison 2010/2011 gesehen zu haben. Nochmal zum mitschreiben: alle…
Ja ok: das sind bis heute auch erst 2 gewesen und sie lagen nie gleichzeitig mit unseren Spielen.
Wie schon im Titel erwähnt, stand ich beide Spiele im Regen.
Das erste Heimspiel für TeBe in der Oberliga NOFV-Nord regnete es von Beginn an. Quasi mit dem ersten Pfiff des Schiedsrichters. Support – wenn ich das jetzt mal so nennen darf 😉 – fand im Block C (Hört sich chic an, wa?) statt. Ich muss zugeben: auch ich genoss das trockene Stück Mommsenstadion und zog mit meiner Begleitung unter die Überdachung. Aber ich war eine der letzten Zusehenden, die aufgrund des immer stärker werdenden Regens den Block E hinter sich ließen und zur Tribüne rannte. Die meisten verkrochsen sich schon vor Spielbeginn bei den ersten 3 gefallenen Tropfen unter das schützende Dach der Tribüne. 3 oder 4 ganz harte verharrten in ihrem Block – respekt.

Was will man bei solchem Wetter von dem Geschehen auf dem Platz erwarten? Das Drama um TeBe dürfte wohl jedem bekannt sein. Von daher wundert es wohl niemanden, dass das Spiel am 06.08.2010 gegen den Vizepokalsieger Brandenburger SC Süd 05 berechtigterweise vor 482 Zusehenden 2:5 verloren ging.

Zwischendurch hatte TeBe dann auswärts in Lichterfelde versagt. Mit einer Ausbeute von bisher 0 Punkten ging es also in den dritten Spieltag. Das Wetter schien sich zu halten. Ab ca der hälfte des Spiels standen wir dann wieder im Regen. Nicht doll – aber merkbar. Zusehende entschieden sich für den Block E und ich sah viele schöne Fahnen (die tolle Satinbettwäsche – die war doch noch gut) und angenehme Menschen. Schön war auch das, was ich auf dem Spielfeld sah. Eine Mannschaft, die sich scsheinbar so langsam gefunden hat, spielte nun durchaus ansehenswert. Das frühe Tor der Gäste aus Ludwigsfelde brachte wohl alle aus dem Konzept, sodass es beinahe dem Nächsten gelungen wär, zum Tor zu stürmen. Er wurde dran gehindert, fiel und TeBe sah dafür eine Karte in der Trikotfarbe der Gäste. Da diese nicht in Gelb spielten, war TeBe also fortan zu zehnt. Gemerkt hab ich das aber nicht wirklich. Die Jungs spielten streckenweise sogar schönen Fußball und haben sich ihren letztendlichen Ausgleich wirklich verdient.

Am ersten Spieltag verkroch sich die Mannschaft noch beschämt nach Abpfiff ins Innere des Stadiongebäudes – nach dem dritten Spieltag aber ließen sie sich dann feiern, als hätten sie gewonnen (und verdient hätten sie es allemal).

Nun kann ich nicht nur sagen, dass ich alle Heimspiele gesehen habe. Ich habe auch alle Tore und alle Punkte von TeBe bisher gesehen. Ich bin mir aber sicher, dass sich das ändern wird.

Auf gehts zum Auswärtsspiel nach Erfurt. Es bieten sich zwei Varianten zur Reise in die thüringische Landeshauptstadt an.

Bus nach Erfurt

Erfurt, im grünen Herz Deutschlands, die Stadt der Puffbohnen, der Ort, wo schon mal mit breiter Brust das Gegentor verhindert wird, ist Ziel unserer Blau-Weißen am 6. Spieltag. Wer also thüringische Rostbratwurst und Fussball genießen und nebenbei noch Denis Weidlich im rot-weißen Leibchen sehen will, der hole sich schleunigst eine Karte. Denn um euch gemütlich und gleichzeitig sicher nach Erfurt zu bringen, hat sich CoolK-Reisen entschieden, wieder einen Bus zur Verfügung zu stellen. Diese Fahrt wird von Anwälten von „Fussballfans beobachten Polizei“ begleitet, um Vorfälle wie in Wiesbaden möglichst zu vermeiden.

Getränke und Brötchen gibt es selbstredend…schlechte Musik auch.

Abfahrt ist am 28. August um 9:00 am Lutherplatz. Tickets gibt es wie immer in der Stadtteilkneipe Nowawes , per Reservierungsmail oder im o2 Shop in der Karl Liebknecht Straße.

Treffpunkt: Lutherplatz
Datum: 28.08.2010
Abfahrt: 9:00
Preis: 18,00 Euro

Die Alternative gibt es auch. Zug fahren!

Die Jury hat entschieden!

Babelsberg sucht den Superultra ist vorbei!

In der Kategorie „Zujezogen-Seite“ geht der

5.Platz an „Berliner“ mit:

Haha ihr seid doch echt lächerlich. Von Barfuss laufenden Hippies reden, aber auf dem Foto mit Flip Flops und Badelatschen stehen, naja schwule Babelsberger =)

4.Platz an „Hertha BSC“ mit:

Die eigene Szene bestehlen… was für ranzige Bastarde seid ihr denn? Ich konnte das FI99 auch nich ab aba ihr seid doch ein Club! Ihr seid sowas von lächerlich. Möget ihr eurer gerechten Strafe zugeführt werden ihr Bastarde!

3.Platz an „Chjunge“ mit:

ihr beschreibt den fanverlust als beschämend? was ist das was ihr in eurer eigenen kurve macht? ihr idioten habt nichts drauf und seid wohl das peinlichste was immoment in deutschland unterwegs ist. selbst sandhausen/ingolstadt oder wiesbaden macht sich besser ich flaschen! einfach nur beschämend peinlich für die deutsche ultra/fanszene!

Ein toller 2.Platz an „ich“ mit:

Oh man,wenn das kein Fake ist macht Ihr euch alle samt noch lächerlicher als Ihr eh schon seid,Ihr seid das was man dumm,schäbig und assozail nenne,vielleicht löst man euch alle auf,so können wir uns das sparen,ansonsten paßt auf eure Fahnen auf wenn Ihr nach Sachsen-Anhalt reist,vielleicht trefft Ihr uns und dann ist nicht nur Schluß mit FI sondern auch mit euch Ihr Badelatschen tragende Meute von Nichts!!!

Und der Sieger …..*Trommelwirbel* „Forteng“ mit:

Nicht aufgeben FI99.Wir stehen hinter euch.Jetzt mal an die Professoren von “Zujezogen03″:

Was seid ihr eigentlich für verklatschte Faschos?

Wie kann man einer Gruppe die Für den Verein ihr leben geben würde Und ihr Team zum Erfolg singt nur das Banner abziehn?!?

Wie dumm kann man sein?Jetzt wird das Stadion bestimmt mit euren Nazi-”Liedern” vollgegrölt?Selten so ein Drecks-Pack gesehen.

Antifaschistische Grüße aus Düsseldorf ihr Wixxer!

In der zweiten Kategorie „Ultras.ws“ gab es eine sehr hohe Anzahl an Teilnehmern….und nicht nur die einsetzende „Lachmaulsperre“ erschwerte die Entscheidungen der Jury:

Ein toller 5. Platz und damit die Blickfang-Ultra-Ausgaben 3, 12 und 15 gehen an„Ruhrpottkai“ für:

Die Langzeitstudenten aus Potsdam haben in ihren Semesterferien fleißig die (verlausten) Köpfe zusammengesteckt. Für den Masterabschluss reicht dies freilich nicht aus, naja aber Bachelor ist ja auch was wert…..  

Jedenfalls peinlicher Abklatsch von der USP Weiberaktion. Dreht euch gemeinsam ne Tüte und verschwindet wieder in eurer ach so heilen linksautonomen Fussballwelt.

Der 4. Platz und damit 7 verschiedene Burberry-Kappen an „Oberliga“ mit:

Seltsam … heißt es im “ linksgerichteten Jargon “ nicht

“ Alle Menschen sind gleich “

Die Bronzemedaille und damit 2 schwarze Windbreaker gehen an „Doktor 1312″

Aber ich schätze die wollen erstmal nur aufmerksamkeit oder haben sich entschieden da es vllt. überfälle gab sich in die Supporter gruppe einzuschleußen.

Der 2.Platz und damit ein 100er-Pack schwarze Sonnenbrillen gehen an „Riu“ für:

unglaublich peinlich….anstatt beide gruppen die abneigung in positive energie umwandeln, verschandeln sie lieber die babelsberger fanszene und damit auch einen möglichen guten support….es gibt doch in jeder fanszene nicht nur friede, freude, eierkuchen ,aber sowas habe ich auch noch nicht gehört….hättet ihr mal lieber mit richtig feinen wechselgesängen ausgemacht wer die stärkere fraktion in potsdam ist, aber man muss sich ja beweisen das man doch geiler ist als die anderen…..lachhaft sowas…..

P.S.: beschwert euch bloß nicht das ihr nicht ernst genommen werdet

Es ist soweit, die Goldmedaille und damit ein lebenslanger Vorrat an schwarzen Gürteltaschen an“Saarbrücker“ mit:

aber was will babelsberg damit erreichen??

einfach mal klar zu stellen das noch niemand es geschafft ihnen den banner zu ziehen?

wobei ich bezweifel das dynamo, union, hansa oder sonstigen bösen ossis babelsberg wirklich ernst nehmen..

oder wollte man einfach auch mal in ultra internet deutschland beachtet werden?

oder zeigen das diese zujezogenen nicht mal 5 kerle stellen können und schon ihre pussys dazu zwingen müssen ne fahne verkehrt rum hochzuhalten?

Vielen(!!!) Dank an alle Teilnehmer (auch an die telefonischen Anfragen aus ganz Deutschland), es war uns eine Freude. Vielleicht auf ein Nächstes?

Zujezogen Nulldrei und Filmstadtinferno 99 (sorry, but a bit smarter than you)…..

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Beendet war er, der dreiwöchige Sommerurlaub. Zurück von einer ausgiebigen Tour durch Tschechien, Slowakei und Teilen von Polen sowie der Ukraine und mit der Gewissheit, vier Spiele unserer Equipe verpasst zu haben, war meine Freude auf das Spiel gegen den VfR Aalen natürlich riesengroß. Der Weg zurück in den Alltag also. Meine Erwartungen an den Ausgang des Spiels wurden bekanntermaßen mit einem sehr, sehr souveränen 3:1 Heimerfolg nicht enttäuscht. 

Nachdem die Guten unglücklich mit 0:1 in Rückstand geraten waren, wurde der angedeutete Sturmlauf fortgeführt und mit einen von Koc herausgeholten und durch Anton Müller verwandelten Elfmeter belohnt. Noch vor der Halbzeitpause wurde der Lange im Sturm engelhaft vom eingewechselten Ruuuuuuuuudi bedient und strohtrocken auf 2:1 erhöht. Eben jener Sturmriese war es dann auch, der K.-B. Evers sehenswert und völlig selbstlos bediente und zum 3:1 Endstand erhöht wurde.

Die Nordkurve kochte. Gefühlte 55 Grad Celsius und eine sehr ausgelassene Stimmung versetzten mich einerseits ins Schwitzen, aber auch ins Schmunzeln. Schließlich fehlte diesmal vollkommen unverständlich der Gegenpart auf den Rängen. Handgezählte 27 Gästefans fanden den Weg nach Babelsberg. Da kann man den eigenen Support auch mal etwas ausgelassener gestalten. Dabei hatte ich mich doch ein wenig auf die Fans auf Aalen gefreut, nachdem ich Anfang Juni dieses gastfreundliche Angebot in der Aalener Innenstadt annahm und fotodokumentarisch festhielt.

Zur Stadionversorgung: Die Stadionwurst ist vielleicht nicht die Riesenwucht, aber was für mich überhaupt nicht geht ist, dass der Caterer bei o.g. Temperaturen stilles Wasser für 2 Euro verkauft. Der Standard sollte hier schon Wasser mit Sprudel sein.

Mehr erst einmal nicht. Bin noch am ankommen…

Eine Ära geht zu Ende!

FI99-BannerlooseWas haben Unioner, Dresdner und Rostocker gemeinsam? Sie alle wollten eben dies erreichen, was uns, Zujezogen03, gelang: Das Filmstadtinferno 99 verlor auf beschämende Art und Weise ihr Hauptbanner an unsere Gruppe und ist damit wahrscheinlich  bereits beim Verfassen dieser Zeilen im Prozess des Auflösens befindlich. Eine 11-jährige, überwiegend qualvolle Ära findet ihr Ende.

Endlich keine Hanfgerüche mehr im Block, endlich keine barfuss-laufenden Hippies im weiten Rund, endlich Schluss mit Fi99!

Die Rache kam und sie schmeckt süß!

Kameradschaftstreffen Ostprignitz-Ruppin

oder:  Landespokal und alles ist wie (fast) immer

Das Spiel gegen den VfB Stuttgart lag erst ein paar Tage zurück und schon ging es wieder los mit der Reise über die brandenburgischen Dörfer und Städte. Auch bekannt als der „Krombacher Pokal Brandenburg“. Diesmal ging es nach Wittstock/Dosse zum ansässigen FK Hansa.
Blöd nur, dass das Spiel bereits um 18 Uhr angepfiffen wurde, was es mir arbeitsbedingt schwer machte pünktlich zu erscheinen. Somit ging es nach Abgabe von 7(!) € (ja, für ein Spiel der ersten Runde im Landespokal…) ins Rund.
Da im Vorfeld ein ausgereiftes Sicherheitskonzept angekündigt wurde, war ich doch überrascht, dass Anhänger von NULLDREI, Wittstock, dem BFC, Cotzbus und Rostock (der Name „Hansa“ verbindet anscheinend) munter gemischt hinter der Bande standen. Es ist auch immerwieder erstaunlich, wieviel Faschopack angezogen wird, wenn der doofe Zeckenverein aus dem Städtchen bei Potsdam zu Gast ist. Erstaunlich auch, dass Leute mit T-Shirts wie „Den Endsieg holen wir“ überhaupt ins Stadion (naja…) dürfen.
Das Spiel war typisch für den Landespokal: DD schickte einige Spieler auf den Rasen, die im Ligaalltag weniger zum Zug kommen und schonte Stammkräfte. Wittstock versuchte dagegenzuhalten und NULLDREI tat sich anfangs schwer. Allerdings stand es nach Toren von Engler, Kocer und Hebisch zur Halbzeit 4:0 für die Guten. Da wir in der Nähe des Tores standen, das sich der Ball bereits viermal von innen angesehen hatte, beschlossen wir auf die andere Seite zu wechseln. Tore aus nächster Nähe zu sehen, ist halt einfach spannender.
In der gegenüberliegenden Kurve angekommen, fiel mir auf, dass tatsächlich sowas wie Musik aus den Lautsprechertröten am Sprecherturm kam. Beim genaueren Hinhören war auch zu erkennen, was da lief: Böhse Onkelz. Welcome to your local Dorfdisco! Am anderen Ende der Kurve, getrennt von einer Reihe Cops, konnte ich mir nun auch ein Bild vom anfangs schon erwähnten Abschaum machen. Einige hatten offensichtlich schon gut einen im Tee und so war entspannt Fußball schauen in Halbzeit zwo nicht mehr möglich, da sich die Stimmung zusehends verschärfte. Die dämlichen Sprüche („Kommt doch rüber!“) und Gesten (Wenn es am Sack juckt, sollte Mann den vielleicht mal waschen, anstatt sich ständig zwischen die Beine zu greifen!) wurden immerhin recht lässig vom Babelsberger Anhang gekontert („Wir sind Zecken…“). Die Cops hielten sich allerdings zurück und waren darauf bedacht, dass die Blöcke nicht aufeinander losgingen. Das änderte sich jedoch, als einige der Zurückgebliebenen das altbekannte U-Bahn-Lied anstimmten. Unverzüglich wurden ein paar davon rausgezogen, der Rest gekesselt und vor uns baute sich eine Reihe Uniformierter auf. Wiederum waren die aber nur dafür zuständig, dass niemand von uns über die Bande springt. Auch wenn der Schreiber kein Fan der Staatsmacht ist, kann der Einsatz im Stadion als gelungen bezeichnet werden. Auch der Rückweg der Zugfahrer zum Bahnhof war wohl von einem recht entspannten Verhältnis zwischen NULLDREIern und den Beamten geprägt. Leider kam es im Stadtgebiet dennoch zu Übergriffen auf andere Babelsberger Reisegruppen.
Mehr als peinlich ist der Kommentar dazu im Spielbericht auf der FK-Hansa-Seite, in dem es heißt: „Ärgerlich für Hansa war die „Randerscheinung“, wie Krigelstein jenen Zwischenfall bezeichnete, bei dem die Polizei kurz vor dem Ende fünf Fans in Gewahrsam nahm, die versucht hatten, den Babelsberger Block zu erreichen.“ Ihr könnt ruhig sagen, dass das Nazis waren, die jedem NULLDREIer mal ordentlich auf die Fresse schlagen wollten!
Leider ging nebenbei das Spielgeschehen ein wenig unter. Unsere Ölf schraubte durch Engler, Schütz, Hebisch und Kocer das Ergebnis weiter nach oben und Wittstock war nur noch darauf bedacht, nicht zweistellig zu verlieren. Dieser Traum war aber kurz vor Abpfiff beendet, als das 10:0 fiel. Das Ergebnis war in dieser Höhe auch verdient und hätte mit mehr Anstrengung der in rot spielenden Blau-Weißen ausgebaut werden können. Aber egal!
Und was bleibt von diesem Abend? NULLDREI ist eine Runde weiter und der FK Hansa hat sich einen gewissen Ruf erarbeitet. Mal sehen, wohin uns die nächste Reise führt…

P.S. Liebe Hansa-Offizielle, wenn ihr schon den Vorbericht von der NULLDREI-Seite klaut, solltet ihr wenigstens erwähnen, woher ihr den habt.

Von Bussen und Gastfreundschaft-> Durch die Westukraine und Moldawien

Endlose Weiten, menschenleere Gegenden, hohe Arbeitslosigkeit, richtig: Wir befanden uns in der U……ckermark. Diese, und ein kleines Nachbarland namens „Polen“, galt es für uns 2 Babelsberger sogleich am ersten Tag unserer Reise zu durchqueren. Die erste Rast hielten wir in dem polnischen Grenzstädtchen Przemysl, das Tor zur Ukraine, respektive der Slowakei. Unerwarteter Weise bestach dieses Vorkarpatenstädtchen durch eine wunderschöne Altstadt, ein längerer Aufenthalt bei der Rückfahrt wurde unsererseits beschlossen.

Nach kurzer Nacht reisten wir per Bus in die Ukraine ein; nach einer dreieinhalbstündigen Fahrt erreichten wir Lwiw (ebenfalls unter den Namen Lwow und Lemberg bekannt). Dieser Metropole mit ihren 800.000 Einwohnern kam nun die zweifelhafte Ehre zu, die hohen Erwartungen unsererseits erfüllen zu müssen. Bereits nach dem Einchecken in einem im kommunistischen Stil gehaltenen Hostel in der Altstadt konnten wir konstatieren: Was für eine Stadt! Lebendig! Aufregend! Wunderschön! Um den Wohlfühlfaktor gen Himmel sprießen zu lassen, entschloss sich die UEFA kurzerhand, an eben jenem Donnerstagabend ein Qualifikationsspiel ins hiesige Stadion (alte, kultige Ostblockschüssel) zu verlegen. Für überraschend happige 8 Euro erlangten wir Zutritt zum Spiel zwischen

Karpaty Lwiw-FC Zestafoni

, welches knapp 10.000 weitere Menschen mit uns erleben wollten. Ganze 7 Gästefans aus Georgien und ein prallgefüllter Ultraheimblock sorgten für annehmbare bis sehr laute Stimmung. Eine kurze zeithistorische Exkursion darf an dieser Stelle nicht fehlen, denn die Heimultras gaben sich den Namen „Banderstadt Ultras“. Obgleich ich dem geneigten „Zujezogen“-Leser per se eine hohe Allgemeinbildung zugestehe, hier die Erklärung: Stepan Bandera war ein in den Dreißiger Jahren sehr bekannter westukrainischer Nationalistenführer, welcher antisemitische Gräueltaten durchführte, von den Nazis dennoch inhaftiert und nach dem Krieg vom KGB aufgespürt und getötet wurde. Es steht sinnbildlich für die Zerrissenheit dieses Landes, dass er vor wenigen Jahren vom (westgerichteten) Präsidenten Juschtschenko, entgegen vieler Proteste, als Held bezeichnet wurde, während der aktuelle (nach Russland ausgerichtete) Präsident Janukowitsch dies umgehend negierte. Die mir unsympathische Ausrichtung eben jener in Lwiw prägenden Gruppierung, sowie massenweise Keltenkreuzschalträger (auch mit Che-Guevara-Shirt-Kombi) trübten die Stimmung, auch wenn man fairerweise betonen muss, dass der farbige Spieler in Reihen der Heimelf mit häufigem Applaus bedacht wurde. Das Spiel endete erwartungsgemäß mit einem Heimsieg (1:0), obgleich die Gäste gut dagegenhielten. Den Abend bei leckerem ukrainischem Essen in der Altstadt ausklingen gelassen, ging es erneut per Bus in die nächste Etappe unserer Tour, nach Ivano-Frankivsk (früherer Name: Stanislav). Auch hier war man begeistert von der Schönheit der Altstadt, sowie der Freundlichkeit der Einwohner. Letzteres ein immer wiederkehrendes Merkmal unserer Tour. Auch hier meinte es der Spieltagsansetzungsgott gut mit uns, bei freiem Eintritt gab es das 2.Liga-Spiel zwischen

Spartak Ivano-Frankivsk-SK Rusj Uschhorod

zu bestaunen. Ein völlig überdimensioniertes, in den Kurven mit hunderten Holzbänken ausgestattetes altes Stadion versprühte den Charme des Morbiden, die Heimmannschaft spielte ähnlich tot und verlor zurecht mit 1:3 gegen die Gäste von der slowakischen Grenze, dessen 9 mitgereiste Fans ordentlich abfeierten…zumindest in der Lautstärke, in welcher es den ständig mahnenden Polizisten genehm war.

Am Abend sollte die anstrengendste Episode anbrechen, ein proppevoller, enger Nachtbus in die moldawische Hauptstadt Chisinau, sowie ein missmutiger Busmanager bereiteten uns große Freude. Interessant war es dennoch in jeglicher Hinsicht: Der Grenzübertritt nach Moldawien verspricht für EU-Bürger meist keine Probleme, den Umlaut in meinem Namen mal ausgeklammert. Nachdem wir unterwegs unzählige Passagiere (welche folgerichtig mehrere Stunden in der Nacht warteten) ein-und wieder entladen hatten (die schwarze Einnahmequelle für die Busfahrer), erreichten wir völlig erschöpft den Busbahnhof von Chisinau. Bereits einige Monate im Vorhinein hatte ich einer ehemaligen moldawischen Arbeitskollegin unser Kommen angekündigt, worauf hin ihr Mann sich bereit erklärte, uns in Chisinau helfend zur Seite zu stehen. Dies äußerte sich in den folgenden 4 Tagen und 3 Nächten auch auf mannigfaltige Art und Weise. Zunächst einmal besorgte er uns eine Unterkunft auf dem Boulevard der Stadt, zeigte uns die (stilistisch sowjetischen) Bauten und arrangierte ein original moldawisches Abendessen, nach welchem hiesige Tomaten für mich persönlich auf Dauer tabu bleiben werden. Am zweiten Tag erhielten wir einen Einblick in diverse Klöster, wie sie circa 50 Kilometer außerhalb der Hauptstadt aufzufinden sind, bevor wir selbstverständlich das moldawische Hauptstadtkrankenhaus aufsuchten. Zwei entzündete Backenzähne des besten Wirtes der Welt sorgten für diesen Zwischenstopp, welcher wohl lange in unseren Gehirnwindungen präsent sein wird. Der Bereitschaftsarzt entpuppte sich als ein circa 30-Jähriger, dem Englisch mächtigen Spaßvogel, welcher ob des seltenen Anblickes zweier Deutscher seine Freude hatte. Die Zähne wurden gezogen, es wurde bar bezahlt und ab ging es ins Taxi, schließlich stand ja noch der Osteuropaknaller zwischen

Dacia Chisinau-FC Costuleni

an. So begaben sich ein kopfschüttelnder und ein betäubter Babelsberger ins Nationalstadion „Zimbru“, welches mit seinen knapp 8.000 Plätzen direkt zwischen monströsen Plattenbauten platziert wurde. Unter den knapp 500 Zusehern hielt die Hälfte zu den Gästen und der Schreiberling hätte sich wohl auch ähnlich starke Medizin wie sein Nebenmann erhofft, das Spiel war unbeschreiblich schlecht.

Am nächsten Morgen hielt sich mein Mitfahrer an die streng verordnete Bettruhe, während ich es vorzog, den kulturellen Höhepunkt des Landes per Taxi zu besuchen. Eingebettet in eine Schluchtenlandschaft erheben sich zwei sehr alte Klöster auf einem Berg; unter einem eben jener Klöster führt ein Höhlengang auf eine Steinplattform inmitten des Berges. Mit Worten schwer zu deskribieren, aber eine tolle Erfahrung.

Ich hatte es schon fast vermisst, da kam die nächste 9-stündige Busfahrt auf uns zu, wir verließen dieses hochinteressante Land und hatten uns „Cernowitz“ (Tschernowitz für alle reaktionären Habsburger) in der ukrainischen Bukovina als nächstes Ziel auserkoren. Obgleich einige wechselnde Großmächte hier ihre Spuren hinterließen, äußerte sich der „Lonely Planet“ eher zurückhaltend….er sollte sich irren. Rund um die komplizierten Einreiseformalitäten in die Ukraine hatten wir Maxim, einen 23-jährigen Medizinstudenten aus Cernowitz kennengelernt. Jener, ganz der osteuropäischen Freundlichkeit (derweil schrieb der moldawische Zahnarzt eine „How you feel“-Nachricht……..ein Ausländer ohne Krankenversicherung kommt ins Ernst-von-Bergmann, ach, lassen wir das), verschaffte uns ein preiswertes Zimmer in einem Hotel direkt in der Altstadt. Nachdem wir Letztere in Augenschein genommen und als fantastisch bewertet hatten, trafen wir uns mit unserem Gastgeber und seinen Freunden und verbrachten einen wunderschönen Abend in einer Bar mit Blick auf den hell erleuchteten türkischen Platz. Obgleich wir seine tendenziell homophobe und kritiklos pro-russische Einstellung mitnichten teil(t)en, entwickelte sich zwischen den verschiedenen Nationen ein durchweg interessantes Gespräch über Politik im Allgemeinen, Deutschland und die Ukraine im Speziellen, deutsches Bier im ganz Speziellen. Kurz vor unserer Abreise zeigte uns Maxim noch die atemberaubend-schöne Universität dieser vollends überzeugenden Stadt, dessen Besuch meinerseits nur empfohlen werden kann.

Es gibt 3 Kartenkategorien für Züge in der Ukraine: Super, Coupet und „Optschie“(lautmalerisch“). Für unsere Reservierung für den Zug nach Lwiw waren wir zeitlich sehr spät dran, weshalb uns nur eben jene dritte Kategorie zur Verfügung stand. Maxim riet uns davon ab, die Schalterdame ebenfalls, die Freunde äußerten sich knapp:“What? Take the Wodka with you!“ Die Taxifahrt vom Hotel zum Bahnhof kostete umgerechnet 3 Euro, die beiden Zugtickets für die 7-stündige Fahrt ebenfalls. Als selbst die letzten Bestechungsversuche betreffs des Schaffners fehlschlugen, ergaben wir uns unserem Schicksal, welches es aber gut mit uns meinte. Die Fahrt war zwar nicht wirklich entspannend, dafür aber eine interessante Erfahrung und allemal besser als der nächste klapprige Bus. Nach dem Einchecken in unserem altbekannten Hostel in Lwiw, ging es sogleich am nächsten Morgen weiter an die ukrainisch-polnische Grenze, welche wir ohne größere Probleme (Achtung: Es sind nur noch 2 Packungen Zigaretten als Einfuhr erlaubt, die Schachtel ist Geschichte) passierten. Per Kleinbus ging es erneut nach Przemysl. Eben jener Stadt wollten wir wenigstens einen Mittag gönnen, bevor gegen 17 Uhr unser Nachtzug nach Stettin den Bahnhof verlassen sollte. Die Entscheidung war goldrichtig, denn zum Einen ist sie wirklich sehenswert, zum Anderen traf man auf einen jugendlichen Hool von Polonia Przemysl, welcher unsere Ligazugehörigkeit problemlos benennen konnte………..

Selbst der cholerische Schlafwagenschaffner konnte meine durchweg positive Meinung über die Gastfreundschaft, welche in diesem Bericht sogar noch zu kurz kommt, nicht schmälern. Es war eine durchweg interessante, aufregende und unvergessliche Reise durch 2 Länder, in denen mich insbesondere die Menschen begeisterten, welche ob ihres, insbesondere im Vergleich zu Deutschland, schwierigen Alltages, eine durchweg positive Lebenshaltung an den Tag legen. Wir kommen gerne wieder!