Legia Wolfsburg:Schlonzk Frozzlaff (15000 Zuschauer, 0:0)

Pärchenurlaub: Altstadt, Shoppen, Hotel mit Blick auf den Stalinpalast, Cupcakes für sie, Gezapftes für mich…..Warschau kann mehr als man glauben mag. Im Zusammenhang mit dem Kurztrip wollte ich mir zwar die etwas sympathischeren Polonia-Kibicie im schöneren Stadion zu Gemüte führen, die spielten schlichtweg nicht. Also wurde es Legia, rund um ihre berühmte Fankurve, „Zyleta“ genannt. Während das Nationalstadion mitten in der Stadt liegt, muss man zur „Pepsi Arena“ (kotz) etwas außerhalb gondeln. Entgegen des Klischees (in Polen keine besoffenen Picknickfans) teilte ich mir den Bus mit rotzevollen Kutten, ehe ich, mit der Maßgabe nicht aufzufallen, mich dem Stadion näherte. Das klappte auch ganz hervorragend: In Erwartung mangelhafter Verpflegung im Stadion schnappte ich mir bei einem vollbesetzten Biergarten 2 Würste vom Grill, die ich, in Ermangelung an freien Plätzen, auf dem Bordstein oral einführen wollte. Der Lokalitätsbesitzer jedoch, rannte zu nahezu jedem Tisch um für mich einen passenden Sitzplatz zu suchen, das natürlich mit dem lautstarken Verweis auf meine nichtpolnische Herkunft. Mich hätten wohl nicht weniger Augenpaare anstarren können, wenn ich Klarinette spielend nackt auf einem gelb-blauen, furzenden Einhorn mit Schlaganfall-Folgeschäden eingeritten wäre. Die Würste noch schneller als bei tschechischen Dorfkicks inhaliert und mithilfe der „Touricard“ (gibt es nur bei Legia) ab in die Arena. Hier gab es in einem Zelt natürlich lecker Bigos, aaaaaaaaaahhhhhh. Seitlich auf der Gegentribüne Platz genommen, hatte ich einen hervorragenden Blick auf die mit schätzungsweise 7000 Kibicen besetzte Heimkurve. Hundert ältere Kanten lehnten auf den Zäunen und den daran befestigten Bannern und beteiligten sich nicht einmal bei den Gesängen. Der bekannte Capoglatzkopf animierte mit Mikroanlage jedoch den Rest der Kurve (darunter viele Frauen und Jungsche) und große Teile meiner Tribüne zu Lautstärkehöchstleistungen. Ich hatte auch zweimal aufgrund eben jener Lautstärke Gänsehaut…..ABER: Das war jetzt mein 13. Spiel in Polen und ich habe jedes einzelne Lied der Gastgeber gekannt und mich ab der 60. Minute tierisch gelangweilt. Das wirkte teilweise wie eine Volksmusikveranstaltung, bei der jeder, auch die 70-Jährigen auf der Tribüne, mitgröhlen – und schunkeln konnten und so der Geräuschpegel, unterstützt durch eine überragende Akkustik, permanent hoch gehalten werden konnte. Die „Zyleta“ hatte sich den Weg des geringsten Widerstandes herausgesucht, quasi als wenn Wolfsburg „Du hast die Haare schön“ u.Ä. im Stadion singen würde und Inge Kirschkowski auf der Tribüne begeistert mitklatschen würde. Die Mitmachquote ist zweifelsohne beeindruckend, dennoch wirkt das alles steril, langweilig, monoton, kurzum: enttäuschend, trotz unglaublicher Lautstärke. Das Verbot für die Gäste bestärkte mich in meinem Vorhaben, in der 85. Minute das erstbeste Taxi zu meinem Stammbiergarten in der Nähe des Hauptbahnhofes zu nehmen.

Kann ick hier parkeeeren?-Nei, nei, nei! (Hopping in Belgien und den Niederlanden)

Die Reisegruppe (VHM, Mufuwaspi, der Sachse, der Holländer, der Hesse) vereinte sich am Flughafen in Brüssel und legte mit einem Opel Zafira (übrigens geiler Mädchenvorname für Gegenden wie die Niederlausitz und die Altmark) die 2 Stunden in die Niederlande, genauer nach Rotterdam zum Spiel

Sparta Rotterdam : Fortuna Sittard

spielend zurück. Da es mein erster Besuch in den Niederlanden war, wirkte die Sprache (siehe Überschrift) noch lustiger für meine Ohren. Auch fanden die ersten Jupiler (kein Grolsch weit und breit) sowie diverses frittiertes Essen den Weg in unsere in den Folgetagen überstrapazierten Mägen, während wir gedanklich die Punktlandung im schicken Stadion „Het Kasteel“ feierten. Überrascht war ich von der Zuschauerzahl (8000, 150 Gäste), dem spielerischen Niveau, aber auch von der sehr angenehmen, abwechslungsreichen und teilweise lautstarken Stimmung. Ein Lied, was ihr bald in eurer geliebten Nordkurve hören werdet, hat es uns besonders angetan. Copy loves ultra! Nach dem Abpfiff (18:1 Chancen, Endstand 1:1) schlenderten wir noch um den Krauunt und ich sicherte mir (natürlich) Badelatschen für den nächsten Malletrip von einem sehr sympathischen Verein, der als bürgerlicher Club diesbezüglich den Zweikampf mit Feyenoord klar gewinnt. Aber Arbeiterklub heißt ja nicht zwangsläufig sympathisch. Den Abend verbrachten wir in der Rotterdamer Innenstadt mit teurem Bier und Kaffee aus den „Kaffee-Shops“. Nachdem der Sachse rückwärts aß und der VHM die ganze Breite des Bürgersteiges für sich nutzte, ging es zu zweit, beziehungsweise dritt, in unsere 8qm Zimmer, die der Mufuwaspi im Vollsuff eine Woche zuvor „billig“ im Internet geschossen hatte. Im ähnlichen Stadium muss er sich auch am Samstagmorgen befunden haben, forderte er nämlich ein, dass wir in dem Frühstücksrestaurant „unser Basislager aufschlagen sollten“, obwohl wir 20 Minuten später weiterfahren wollten und verordnete darüber hinaus den Eiffelturm nach Pisa. Kulturmäßig gab es danach ansehnliche Ecken am Wasser in Rotterdam und Windmühlen in einem kleinen Vorort, auch wenn für manche Teile der Reisegruppe der mit einer Vielzahl an polnischen Bieren ausgestattete Asia-Markt und polnische Supermarkt (bei der polnischen Disapora, die mir fast überall in Westeuropa begegnete, muss man sich deren Flüchtlingseinstellung mal wirklich auf der Zunge zergehen lassen) eher im Mittelpunkt stand. Beim darauffolgenden Spiel

Barendrecht : Sneek

vor 500 Zusehern stand die schicke Haupttribüne und das Bier „aus Vogelnäpfern“ (Mufuwaspi) im Vordergrund, bevor uns der Holländer über die Staatsgrenze nach Antwerpen beförderte. Eingecheckt in einem Appartement im Multi-Kulti-Viertel und schwupps waren wir auch schon wieder unterwegs zu einem der wohl schönsten Stadien in unseren Breitengraden, dem „Bosuilstadion“ zum Spiel

Royal Antwerpen : Deinze

Eng, alt, eine große Stehtribüne zu unserer Linken, von der vereinzelt Pyro gezündet wurde und englischer Support („You`ll never walk alone“ klischeemäßig als Gänsehautmoment), die happigen 20 Euro für belgische zweite Liga haben sich definitiv gelohnt. Knapp 8000 Zuschauer genossen das 3:0 sicherlich genauso wie wir. Der Rückweg wurde mit leckerem Spätibierchen sowie einem Kneipenbesuch abgerundet und nachdem der Holländer sein Bett zerstörte (ich tat es ihm in der Nacht gleich) und die Käsestampfer des Sachsen aus dem Zimmer verdammt wurden (so etwas habe ich wirklich noch nie gerochen), störten nur noch diverse Geräusche aus den Untiefen der Astralkörper die nächtliche Ruhe. Der Sonntag begann mit Flandern…äh…Flanieren durch Antwerpen (schick), bevor Brüssel unsere letzte Station der Tour sein sollte. Zu Fuß, nach nerviger Parkplatzsuche, machten wir uns auf in den schönen Stadtteil St. Gilles, vorbei an jede Menge portugiesischer, afrikanischer und karibischer Kneipen, ausgestattet mit Spätibier und guter Laune. Ziel war das „Stade Joseph Marien“, welches ich vor 2 Jahren besuchte und seitdem die Reisegruppe immer mal wieder mit der Notwendigkeit eines Besuches dessen penetrierte. Und kurz nachdem der Sachse aus der Entfernung „ui, das mag ich jetzt schon“ äußerte, betraten wir das Traumstadion, welches ihr nach dem Erscheinen dieses Berichtes nur noch 3-mal in dieser Form besuchen könnt. Die Haupttribüne (mit alter, fast schon romantischer Kneipe im „Bauch“), die Gegentribüne (alte Stehränge mit integriertem Bierstand), die Lage inmitten des Wohngebietes, die leckeren Cheeseburger auf der Länge der unbebauten Seite, das linke Klientel, die ungezwungene Stimmung mit buntem Rauch…..es passte einfach (wieder einmal) alles.

Das Spiel Royal Union Saint Gilles : White Star Bruxelles

endete 1:0 und wurde von knapp 2000 Zusehern begleitet. Leute und Leutinnen, guckt euch das Ding an!!! Der Rückweg, mit Zwischenstopps in einer portugiesischen Kneipe, Spätis etc. geriet zu einer längeren Geschichte, bevor der gepflegte Zimmersuff den Tag abrundete. Der Abreisetag startete unerwarteterweise sensationell. Der Holländer, aufgewachsen 7 Meter unter dem Meeresspiegel, forderte den „Mount Doppelstock“ heraus und………………verlor. Ernsthaft nach Hilfe flehend hing er 11 Zentimeter (!!) mit seinen Füßen über dem Boden und wusste nicht mehr weiter. Der VHM und ich kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus, ganz großes Kino. AJAX HOOLIGANS!!! In den nächsten Stunden wurde Sightseeing in Brüssel betrieben, gesundes Essen (nach 3 Tage frittiertem Fraß schmeckt eine Tomate göttlich) und der Männeken Pis (VHM: „Wir bräuchten einen Männeken Kack in Babelsberg.“) entdeckt und schlussendlich der Weg zu eben jenem Flughafen angetreten, in welchem 14 Stunden später…………..Puh.

Hopping in Slow-Motion

Busen, Bier und Ballermann……ist was für Ultras Leverkusen, wir entschieden uns für Burgen, Bier und Berge in der Slowakei, respektive (bedeutet „beziehungsweise“, ihr Prollos) Slowenien.
Da dies ja ein Hopping – und kein Reisebericht darstellen soll, lege ich den Fokus auf die von uns besuchten Spiele. Das erste fand im von Ungarn bewohnten Teil der Slowakei statt und lautete

Dunajska Streda : Spartak Trnava

In der hässlichen Stadt hatte vieles einen ungarischen Flair, welches sich auch im und ums schicke Stadion fortsetzte.Vor einigen Jahren gab es bei einem Heimspiel gegen Slovan Bratislava schwerste Krawalle zwischen Slowaken und Ungarn, auch dieses mal war eine aggressive Stimmung unter den niemals erwarteten 5500 Zusehern auszumachen. Untermalt von der ungarischen Hymne wehten ungarische Fahnen im circa mit ca. 400 Supportern besetzten Heimblock, die 300 Gästefans schwenkten die slowakische Flagge. Letztere legten, im Vergleich zu den Heimfans sowie den 30 Nazi-Ferencvarosfans (standen zwischen uns und der Wurst), welche sich auf bekannte Schlachtrufe und Pöbeleien beschränkten, einen astreinen Auftritt hin. Hohe Mitmachquote, kollektives Ausrasten nach dem einzigen Tor des Abends, hohe Lautstärke und eine geile Fahnenklauaktion (2-3 Minuten geplanten Stress mit Ordnern und Polizei suchen, währenddessen eine kleine Abordnung eine Fahne im Heimbereich zog) bestätigten den Eindruck, hier und heute die klare Nummer 1 in der Slowakei gesehen zu haben.
Beim nächsten Kick Spisska Nova Ves: Irgendwas Nova Ves stand ausschließlich das Stadion (schöne große Haupttribüne) sowie das Bier im Vordergrund,wenigstens sahen wir vor 300 Leutchen ein torreiches 4:2.
Nach Besichtigung der „Zipser Burg“ (geil) führte uns der Weg nach Bratislava (wenig überzeugend) und abends zum Spiel

Slovan Bratislava: AS Trencin

Auf der Haupttribüne gab es legga Hopperauflauf, uns verschlug es aufgrund zarter Kontakte in den Gästeblock. Dies bedurfte jedoch zurecht so einiger Überredungskunst und dem Vorzeigen von Aufklebern, E-Mails usw. Das erste Mal seit 6 Jahren fuhren die Gäste, welche die einzigen in der Slowakei mit einer antirassistischen Grundeinstellung sind, zu diesem Spiel und hatten berechtige Sorge ob eines in der Nähe stattfindenden Hoolturniers der Faschoheimfans. Im Block des Tabellenführers supporteten circa 80 Leute sehr konstant, kreativ und politisch das ganze Spiel hinüber durch und ließen sich weder durch eine Pfefferwolke (die mich selbst in 20 Metern Entfernung noch Schachmatt setzte) eines der Faschoordner nach einem Torjubel, noch durch lange hinausgezögerte Festnahmen seitens der Bullen davon abhalten. Durchaus beeindruckend und zurecht mit einem 3:1-Sieg gegen Slovan belohnt, die mit nur 70 Leuten in ihrem Bereich (insgesamt so 1000 Zuschauer) eine in jeglicher Hinsicht erbärmliche Vorstellung boten. Nach dem Spiel führten wir noch einige interessante Gespräche mit den auf einen Verletzten wartenden Trencinern, denen ich für den Rest der Saison alles Glück wünsche -> die Meisterschaft ist greifbar!!!

Auch der Länderpunkt (zumindest für 3 der 4 Mitfahrer) Slowenien (was für ein endgeiles Land!!!!) sollte fallen (Hoppersprache!). Hierzu wählten wir das beste Duell des Landes:

Olimpija Ljubljana: NK Maribor

Erster Nackenschlag: Das grottenhäßliche Stadion am Rande der Stadt. Zweiter Nackenschlag: Kein Bier im Stadion. Dritter Nackenschlag: Keine Wurst im Stadion.Vierter Nackenschlag: Die Heimgruppe „Green Dragons“ boykottieren seit geraumer Zeit. Die Gästefans rund um „Viole Maribor“ verbreiteten gute Stimmung und hatten sichtlich Spaß am Verarschen des Popcornheimpublikums, ein längerer Aufenthalt als 45 Minuten rechtfertigte dies jedoch nicht. Ganz, ganz düster.

Nu? … Nu!

Urlaub in Kombination mit einem 03-Spiel am Sonntag ergaben für mich die Möglichkeit endlich, mal wieder drei Spiele an drei Tagen zu sehen. Hab ja sonst nix zu tun. Los gings mit…

Victoria Seelow vs. FC Frankfurt (Oder)

Freitag, Flutlich, Derbyzeit im Oderbruchstadion! Und dazu noch Spitzenspiel der Brandenburgliga. Zugegeben, es war erst der zweite Spieltag. Aber immerhin hatten die Gastgeber ihr erstes Spiel in Hohenleipisch 4:0 gewonnen. FF machte es da noch besser und gewann sogar 5:0 in Oranienburg. Es konnte also ein spannendes Spiel erwartet werden. Wurde es aber am Ende leider nicht, denn die Kleiststädter waren überlegen und deutlich abgeklärter. Stand es zur Pause noch 0:0, netzten sie kurz danach zweimal ein, überstanden die Druckphase von Seelow mit nur einem Gegentor und siegte am Ende gar 5:1. Mit Frankfurt scheint diese Saison zu rechnen zu sein. Aber 03 hat bekanntlich auch in der letzten Spielzeit sehr gut begonnen.
Der Samstag bot wiederum Zeit für gepflegtes Kreisklasse-Hopping beim Spiel…

Rot-Weiß Reitwein vs. Eintracht Ahrensdorf

Für die vier Prozent der Leser_innen, die nicht wissen, welche Liga das ist: 1. Kreisklasse Ostbrandenburg Mitte. Auf Grund von leichtem Trödeln wurde auch gleich das erste Tor nach 30 Sekunden für Ahrensdorf verpasst. Zum Glück sollten noch einige folgen. Aber erstmal den Platz in Augenschein nehmen. Herrlicher Dorfplatz, was an dieser Stelle natürlich positiv gemeint ist! Ok, der Rasen hat den Namen nicht verdient und gerade lag wohl auch nur im Auge der Erbauer, aber genau das wollte man doch sehen. Das Spiel selbst ließ auch keine Wünsche übrig. Ab und zu mal ordentlich in die Knochen treten, ein Schiri, der selbstverständlich nichts richtig machen konnte, ein aufgenommener Rückpass zum Torwart, eine Gelb-Rote wegen Schiri-Beleidigung, ein Spieler, der die erste Halbzeit noch Zuschauer war und zur zweiten auflaufen musste, damit Reitwein wieder vollständig war und am Ende noch ein 3:3. Große kleine Fußballwelt!
Das Highlight dann natürlich am Sonntag…

03 vs. Bautzen

Kein Bock auf Zug und kein fahrender Bus ließen uns zu einer vierköpfigen Auto-Reisegesellschaft mehr oder weniger ergrauter Herren zusammenrücken. Sollte mir recht sein, denn ich war nicht der Fahrer. Der war, wie es der Zufall auch noch wollte, Ur-Sachse und wuchs auch noch in der Nähe von Bautzen auf. Somit stand einem kulturellem Rahmen nichts mehr im Weg. Der Bestand zunächst darin, sich Kamenz anzusehen. Sehr schön, nur leider im Dauerregen. Aber die kredenzten Kamenzer mit Nudelsalat machten auch das wieder wett. Danach gings getarnt im anderen Auto weiter in die Senfstadt. Noch in Brandenburg wurde nebenbei beschlossen, dass im Zweifel nur der Einheimische redet und die anderen sich auf ein zustimmendes oder ablehnendes „Nu.“ beschränken sollten. Hat auch gut funktioniert und die kurze Stadtrundfahrt in Bautzen wurde ohne Zwischenfälle gemeistert.
Am Stadion weiterhin Dauerregen und die Lust, noch 2 Stunden ohne Dach rumzustehen, sank irgendwie. Immerhin wurde es mit dem Anpfiff der Partie minütlich trockener. Das Stadion selbst passt irgendwie mehr zur Leichtathletik als zum Fußball. Allerdings waren die Preise fair und das Bier lecker. Nur die angebotene Kamenzer soll wohl nicht ganz der Knaller gewesen sein. Gut, dass wir vorgesorgt hatten.
Ebenfalls nicht der Knaller war leider das Spiel. 03 zwar motoviert, aber ohne Durchschlagskraft. Bautzen auch nicht viel besser, aber dafür mit zwei Toren auf der Habenseite. Auch der Support wollte über das Spiel hindurch, auch bei mir, nicht wirklich in Fahrt kommen…geschenkt. Ab nach Hause. Und wer kann, ab nach Klosterfelde!

King Banik versus Slavia Prag

Ein insbesondere dank meiner Mitfahrer unvergesslicher Tschechien und Slowakei – Ausflug wurde durch dieses Spiel abgerundet. Während bei den weiteren 5 unterklassigen Spielen in Tschechien das „Übliche“ (Klobasa, Pivo, alte Holztribünen, die liebenswerte omnipräsente tschechische Nappel – und Gemütlichkeit, die Entdeckung der Langsamkeit etc.) und in der Slowakei (welche, Achtung Futur2, definitiv noch einmal von mir bereist werden wird) ausschließlich Burgen und Natur (ok, 1-2 Pivo auch) im Vordergrund standen, sollte bei oben genannter Begegnung auch das Fangeschehen im Fokus stehen.

Das altehrwürdige Stadion „Bazaly“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_Bazaly#mediaviewer/Datei:Ostrawa_7176.jpg) ist natürlich definitiv ein sehenswertes, zumal es heute mit 12.500 Zusehern gut gefüllt werden sollte. Wie der Überschrift zu vernehmen ist, gilt Banik Ostrava (abgefuckte, authentische, nach Ruß stinkende Stadt) ja als „Supportking“ in Tschechien, da sie zum einen „polnischen“ Support abliefern (sehen sich als Schlesier und haben eine auch an diesem Tag stark sichtbare Freundschaft zu Katowice) und zum anderen als die bestorganiserte Szene gelten, die auch auswärts regelmäßig auftrumpft. Die, im Gegensatz zu den von mir 2-mal gesehenen und als schlecht bewerteten Spartaner, Gäste von Slavia fahren die „Ultraschiene“, weshalb dieses Spiel als das stimmungsvollste im Land gilt; aufgewertet durch die Tatsache, dass es bei den Gästen darum ging, den Abstieg zu vermeiden und die Heimseite sich und den Klassenerhalt feiern wollte. Eine aufgrund falscher Berechnungen mäßige Choreo, eine halbwegs gelungene Choreo und jede Menge Schlachtrufe später gehe ich zwar mit, dass Ostrava in jedem Fall der „King“ in Tschechien ist, richtig gut oder gar überragend war das beileibe nicht. In meinen Augen kein Vergleich zu den (als mittelmäßig geltenden) polnischen Szenen, die ich schon sah. Die in schwacher Zahl angereisten Gäste (200…möööp) überzeugten zwar anfangs mit einer guten Mitmachquote und 1-2 optischen Aktionen, das Katastrophenspiel ihrer Mannschaft (2:0 für Banik, Slavia schaffte dennoch den Klassenerhalt), welche danach mit einer Bierbecherarmada eingedeckt wurde, sorgte jedoch alsbald für relative Ruhe. Die Banikfans feierten den gelungenen Saisonabschluss und wir nahmen die Gästefans etwas genauer unter die Lupe um hernach festzustellen, dass wir sowohl die ältesten, als auch die breitesten Menschen im Gästeblock gewesen wären. Zurück an die ausgeschlossenen Anstalten.