Support your local Roller Derby Team!

Diesem Statement schließen sich die Zujezogenen selbstverständlich an.

Support your local Roller Derby Team!

Rollerta Antifascista!

Stellungnahme der Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam zur Ablehnung des Aufnahmeantrages des SV Babelsberg 03 in den Brandenburgischen Rollsport- und Inline-Verband BBRIV

Was bisher geschah…
Vor einem Jahr entschied der „Brandenburgische Rollsport- und Inline-Verband“ (BBRIV), uns als Abteilung Roller Derby des SV Babelsberg 03 nicht in ihren Verband aufzunehmen. Auf dem diesjährigen Verbandstag in zwei Monaten steht dies erneut zur Abstimmung.

Seit nunmehr zwei Jahren rollern wir, das Roller Derby Team Prussian Fat Cats, in immer größerer Zahl durch Potsdam. Roller Derby ist eine Vollkontaktsportart aus den USA. Sie wird von, für und mit Frauen*Mädchen*Trans-Personen auf Rollschuhen ausgeübt. Entstanden bereits in den 70er Jahren, erfuhr der Sport mit der Riot Grrrl-Bewegung Ende der 90er/00er Jahre ein Revival. Roller Derby ist also sowohl vom Ursprung als auch von der Ausübung her eine stark politisch konnotierte Sportart. Dessen sind wir uns bewusst und das ist einer der Gründe, warum wir uns für diese Sportart entschieden haben.

Wir als Team entwickeln uns zusammen sportlich wie persönlich immer weiter. Unser momentanes Ziel war und ist die Teilnahme an der Roller Derby Bundesliga. Dafür ist eine Mitgliedschaft im zuständigen Verband notwendig, in unserem Fall besagter BBRIV. Die Aufnahme des SV Babelsberg 03, unseres Vereins, ist jedoch auf dem Verbandstag im Februar 2016 abgelehnt worden, hauptsächlich aufgrund unseres politischen Engagements. Durch diesen juristisch, politisch und menschlich unhaltbaren Ausschluss wird uns die Partizipation in der Bundesliga verwehrt. Wir weigern uns, eine solche Entscheidung hinzunehmen.

Dies ist unsere Antwort:

Roller Derby ist und bleibt für uns ein Sport, der mit einer politischen Vergangenheit und Gegenwart verknüpft ist.
Das Verbot von politischer Meinungsäußerung zur Zugangsvoraussetzung zu machen, sollte für einen öffentlich geförderten Verband indiskutabel sein. Dennoch fordert der BBRIV:
„Um eine spätere Aufnahme zu ermöglichen, müssen zukünftig und ab sofort die politischen Äußerungen bzw. Darstellungen auf Facebook und im Internet durch die „Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam“ entfallen.“
Außerdem findet sich in der Begründung der Ablehnung folgende Passage:
„Der Internet- und Facebook-Auftritt der „Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam“ sind grundsätzlich politisch. […] Im Vordergrund steht die Politik und nicht der Sport.“
Die damit einhergehende Unterstellung, es ginge uns primär um die Politik und nicht um den Sport, leugnet die vielen Stunden, die wir schwitzend in Turnhallen, bei Kraft- und Ausdauerübungen und zusätzlichen Trainingseinheiten verbringen – nur um danach noch wendiger, ausdauernder, kräftiger auf dem Track stehen zu können. Frustration, Ärger und Schmerz haben uns genauso angetrieben wie der Rückhalt, den wir uns als Team und innerhalb der Derby-Community geben. Das sind die gemeinsamen Erlebnisse, aus denen wir Kraft schöpfen.
Die meisten von uns haben in den letzten 2 Jahren jede freie Minute und jeden übrigen Euro in den Sport und das Team investiert, haben sich um Organisationsaufbau, Nachwuchsgewinnung, Hallenzeiten, Trainingsgestaltung, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr gekümmert. Dadurch haben wir, neben der persönlichen sportlichen Entwicklung, auch eine neue Sportart in Potsdam und Brandenburg etabliert.
Die Nicht-Aufnahme in den Verband bremst nicht nur unser sportliches Vorankommen durch den damit verbundenen Ausschluss aus der Bundesliga, sondern verhindert auch unsere Beteiligung in uns betreffenden Angelegenheiten in entscheidungsbefugten Gremien des Landes und auf Bundesebene.

Die Ansicht, dass sich „sportliche und politische Aktivitäten nicht vermischen dürfen“, halten wir für falsch.
Sport ist Teil der Gesellschaft. Gesellschaftliche Zustände spiegeln sich somit auch im Sport wider. Sich dessen bewusst zu sein ist uns wichtig, um Sport nicht sinnentleert und unkritisch zu betreiben. Sport kann noch weitaus mehr Politik und Gesellschaftskritik vertragen.
Diesen Zusammenhang betonen auch andere Vereine, sowohl in ihrer internen Arbeit als auch in ihrer Außendarstellung. Wie sich politisches Engagement, klare Statements und sportliche Leistungen miteinander vereinbaren lassen, zeigen unter anderem der SV Babelsberg 03, der FC Sankt Pauli, der SV Concordia und Tennis Borussia Berlin (TeBe) oder eben unzählige Roller Derby Teams auf der ganzen Welt. Dass Sportvereine zivilgesellschaftliche Beteiligung fördern sollen, wird von allen Landessportbünden und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gefordert. Engagement gegen Rassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen gehört explizit dazu.

Wie sehr Sport und Politik miteinander verknüpft sind, sehen wir u.a. an Namen wie Caster Semenya und Zlatan Ibrahimovic in der täglichen Presse, oder Billy Jean King, Muhammad Ali und Jesse Owens in unseren Geschichtsbüchern. Ob wir das nun wollen oder nicht, hält uns dies auch die Präsenz von EMs, WMs, Olympischen Spielen und anderen Großveranstaltungen vor Augen, die immer wieder Proteste und politische Auseinandersetzungen um Menschenrechte, Korruption, Verfolgung von Minderheiten und Meinungsfreiheit auslösen.

Auch wir schauen nicht einfach nur zu, sondern verhalten uns dazu.

In Zeiten, in denen Flüchtlingsunterkünfte brennen, das Straßenpflaster im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer untergeht und People of Color in den „Fanmeilen“ nicht mehr sicher sind, LGBTIQ im Netz, im Stadion und auf der Straße angefeindet und in der Gesellschaft strukturell diskriminiert werden, eine weibliche Fußballkommentatorin eine Welle von Hass und Verachtung auslöst, wo linke Jugendliche und Homosexuelle Opfer von Attentaten werden, in diesen Zeiten werden wir ganz sicher nicht den Mund halten.

Gentrifizierung und MitteSchön-Initiativen lassen nicht nur in ganz Europa und weltweit die Zahl der Obdachlosen radikal steigen, sondern bedrohen uns auch in Potsdam ganz konkret in unseren aktuellen Wohn- und Lebensbedingungen. Der Verkauf und das Verschenken kommunalen Eigentums (wie im Fall der Garnisonkirche) wirkt sich auch auf die ohnehin schlechte Hallensituation in der Stadt negativ aus. Öffentliche Mittel fließen zusehends in Vorzeigeprojekte für Tourist*innen und altpreußischen „Adel“ als allgemeinen Interessen wie der Förderung von Sport und lebensnaher Kultur zugute zu kommen.

Roller Derby ist für uns mehr als nur die körperliche Betätigung. Roller Derby (wie einige andere Sportarten natürlich auch) gibt Menschen neue Räume sich auszudrücken, die eigenen Grenzen kennenzulernen und darüber hinaus zu gehen, sich miteinander solidarisch zu verhalten und gegen eine Welt der Ausgrenzung und Diskriminierung einzutreten.

Frauen*, Trans*, Inter*, Genderfluide, CrossDresser und alle anderen nicht-zweigeschlechtlichen Identitäten sind in diesem Sport willkommen und diese Solidarität drücken wir offen aus. Damit einher geht zwangsläufig eine kritische Betrachtung bestehender sozialer Verhältnisse, die uns nicht selten in ihren sexistischen, rassistischen, patriarchalen und diskriminierenden Ausdrucksformen ins Gesicht springen.

Und nun?
Wir machen weiter wie bisher, lassen uns unsere Meinung nicht verbieten und springen im Apex über die uns in den Weg gelegten Steine. Dabei würden wir uns natürlich wahnsinnig über Zuspruch und Unterstützung freuen. Wie? Da ist für jede*n was dabei: kommt zu unseren Spielen und feuert an, spielt mit uns, spielt gegen uns, malt Banner und lasst eurem Ärg- eurer Kreativität freien Lauf, helft uns in dieser Stadt endlich eine derby-taugliche Halle für unsere Trainings, kommende Scrimmages & Bouts zu finden, besucht uns bald wieder am letzten Freitag im Monat im KuZe, schaut mal auf Facebook vorbei, teilt diese Stellungnahme und und und… Bleibt unbequem & support your local roller derby! Die fatten Zeiten fangen grade erst an!

Stadt für Alle – Demo!

 

Unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden?
Wohncontainer am Rand der Stadt?
Kein Platz für selbstverwaltete Kultur in preußisch Disneyland?

Am 13.06.2015 demonstrieren wir gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum in einer lebendigen Stadt. Wir stehen ein gegen Ausgrenzung und Verdrängung. Die Stadt gehört uns allen!
Die Unterbringung von Menschen in Containern ist trauriger Tiefpunkt der seit Jahren asozialen Wohnpolitik im Interesse des Profits. Es gibt immer mehr Luxusdomizile und weniger bezahlbaren Wohnraum. Bald gehen wir nur noch für die Miete arbeiten. Wer da nicht mithält, muss wegziehen. Wir brauchen eine radikale Änderung der Wohnpolitik. Daher gehen wir auf die Straße und kämpfen gemeinsam – Geflüchtete, Zugezogene, Hiergeborene, Junge und Alte, Familien, Arbeitslose und Beschäftigte – für eine lebendige und solidarische Stadt.

Wohnraum ist existenziell und keine Ware!
Wir fordern:

  • Wohnungsneubau der ProPotsdam nur mit bezahlbaren Mieten
  • Bedarfsgerechte Modernisierung statt Luxussanierung
  • Keine staatlichen Subventionen für teure Wohnungen
  • Wohnungen für Geflüchtete schaffen! Keine Container!
  • Keinen Cent mehr für die Umgestaltung der Innenstadt zum barocken Luxusquartier
  • Einkommensorientierte Mietpreissenkung
  • Übernahme aller Wohnkosten für finanziell Bedürftige – unabhängig von der Wohnlage
  • Wohnungsbaugesellschaften unter demokratische Kontrolle der Mieter*innen
  • Häuser denen, die drin wohnen

Die Stadt gehört uns allen – Vielfalt statt Verdrängung und Ausgrenzung!
Wir fordern:

  • Willkommenskultur leben: Abschiebungen stoppen – Bleiberecht für alle
  • Sondergesetze für MigrantInnen abschaffen: unbürokratische Gesundheitsversorgung und Arbeitserlaubnis für alle
  • Kein Abriss der Fachhochschule und des Rechenzentrums: Erhalt und Schaffung von selbstverwalteten Kulturzentren und öffentlichen Begegnungsräumen ohne ökonomische, bürokratische und rassistische Hürden

Aktionstag zum Thema Asyl- & Flüchtlingspolitik

BABELSBERG 03 und seine aktive Fanszene zeigen, dass beim Verein Integration nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch wirklich gelebt wird. Als erster aktiver Profifußballverein in Deutschland gibt es seit Juli diesen Jahres ein vereinseigenes Team, bestehend aus Flüchtlingen mit dem Namen „Welcome United Nulldrei“.

Um auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam zu machen, veranstaltet BABELSBERG 03, zusammen mit dem FC Lampedusa (Flüchtlingsteam aus Hamburg), dem Fanprojekt des FC St. Pauli und dem Fanprojekt Babelsberg sowie in Kooperation mit Viva con Agua St. Pauli (Local Crew Potsdam & Zelle Berlin), am 18. Oktober 2014 einen Aktionstag im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg.

Neben dem sportlichen Vergleich wollen wir an diesem Tag auch über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland informieren. Eingeladen sind Vereine wie Amnesty International, Pro Asyl, Kein Mensch ist illegal, Flüchtlingsräte und Projekte aus Berlin und Brandenburg sowie weitere Initiativen die sich gegen Rassismus und Homophobie sowie für Toleranz und ein buntes Miteinander engagieren. An Infoständen werden unsere Partner über ihre Arbeit informieren.


Der Aktionstag flankiert den kommenden Heimspieltag unserer Equipe gegen die Reservemannschaft des 1.FC Union Berlin. Die Regionalligapartie markiert somit auch den Startpunkt des Programms.

Im Anschluss an das Spiel der Blau-Weißen hat unser Welcome-United-Nulldrei-Team seinen Auftritt. Unsere Mannschaft tritt gegen den FC Lampedusa aus Hamburg an. Spielort wird der Kunstrasenplatz im KarLi sein. Beide Mannschaften trainieren seit längerer Zeit und werden einen sehenswerten Fußball präsentieren.

Die Verbindung von Nulldrei zum FC St. Pauli ist kein Geheimnis. Zum Ende des sportlichen Teils werden daher schlussendlich Fanvertretungen des FC St. Pauli und von BABELSBERG 03 im freundschaftlichen Vergleich auf Torejagd gehen. Die Partie wird ebenfalls auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen.

Damit ist der Abend jedoch noch nicht beendet. Neben dem oberen Trainingsplatz wartet ein tolles Bühnenprogramm auf die Gäste. Den Anfang macht der Berliner Rapper -PyroOne-. Nach einer kleinen Umbaupause ist dann Punk angesagt. Die nicht ganz unbekannten -Radio Havanna- werden die Bühne rocken. Als Highlight des Abends wird das Irie Révoltés Soundsystem die Bühne entern. Wir danken allen Künstlern für die Unterstützung unseres Projekts!


Allgemeines: Es wird an diesem Tag verschiedene Soliaktionen geben. Wir wollen mit dem Geld unter anderem unser -Welcome-United-Team- unterstützen. Während des ganzen Tages findet eine Pfandbecheraktion statt. Jeder Becher wird mit einem Euro Pfand versehen. Als Pfandmarke bekommt der Besucher einen Button. Da es verschiedene Buttons geben wird, können diese gesammelt oder inkl. Becher zurückgegeben werden. In zweitem Fall erhält man natürlich seinen Pfand zurück.

Zudem werden überall Spendenboxen und Büchsen postiert. Wer möchte, kann auch Geld spenden.

Wer den Eintritt für die Regionalliga-Partie Babelsberg 03 vs. Union Berlin II entrichtet oder eine Dauerkarte besitzt, hat freien Eintritt zu den Konzerten am Abend. Wer ausschließlich die Konzerte besuchen möchte, bezahlt am Abend an der Kasse 5 Euro + Solibeitrag. Der Solibeitrag ist selbstverständllich frei wählbar.

Ab 23:00 Uhr startet dann die Aftershowparty im Archiv Potsdam. Hier erwartet den Besucher Musik aus den goldenen 80er und 90er Jahren.

Alle Flüchtlinge haben an diesem Tag freien Eintritt!


Der aktuelle Ablaufplan sieht folgendes Programm vor:

13:30 – 15:15 Uhr SV Babelsberg 03 gegen 1. FC Union Berlin II 15:45 – 17:30 Uhr Welcome United Nulldrei gegen FC Lampedusa Hamburg 18:00 – 19:00 Uhr Fanteam Babelsberg 03 gegen Fanteam FC St. Pauli

Bühne im Stadion

18:30 – 19:15 PyroOne 19:45 – 20:30  Radio Havanna 21:00 – 22:00 Irie Révoltés Soundsystem

Frauen* in die Kurve – alles andere ist Quark

So stand es Freitagabend auf einem neuen Banner in der Nordkurve zu lesen. Doch der Reihe nach.
Das erste Flutlichtspiel der Rückrunde stand an. Die bisherige Punkte- und Torausbeute ließ doch etwas zu wünschen übrig, trotzdem ging es für mich recht gut gelaunt Richtung Fanladen. Dort das übliche Prozedere – großes „Moin.“ in die Runde, Gerstensaft in die Hand und erstmal schnacken. Soweit alles wie gewohnt.
Überraschung dann am Karli. Das hieß heute nicht mehr Karli, sondern wurde kurzerhand per Transpete in Rosa-Luxemburg-Stadion umbenannt. Schöne Gedächtnisstütze für alle, die vergessen hatten, dass am Samstag Internationaler Frauenkampftag war. Wie nötig dieser Kampf noch immer ist, zeigte sich ganz nebenbei am Samstag in der Sportschau. Dort wurde gezeigt, wie irgendein Spieler von Leverkusen irgendeinen anderen Spieler von Leverkusen beim Aufwärmprogramm ordentlich umgrätscht. Interessant war aber nicht die Szene selbst, sondern der Kommentar eines gewissen Rudi Völlers dazu. Nachdem dieser unter anderem bereits 2011 Schiri Deniz Aytekin nach einem verlorenen Spiel mit den Worten „Pfeif doch Frauenfußball!“ belegte, kam nun eine neue Perle. Auf die Frage vom Reporter, was er zu der Aktion meint, antwortete der Rudi sinngemäß: „Wir sind hier ja nicht beim Schach. Wir spielen auch keinen Frauenfußball. Das ist Männerfußball!“. Aber ich schweife ab…
Im Stadion dann zunächst geschaut, wie denn der Verkauf der nachgedruckten T-Shirts so läuft. Und er lief. An dieser Stelle auch von mir nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Käufer_innen. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass die Teile so gut ankommen. Weiter in die Kurve. Auf dem Weg dahin, bekam ich noch einen A4-Zettel mit Text und ohne Bilder in die Hand. Da noch ein wenig Zeit bis zum Anstoß war, konnte ich diesen noch kurz überfliegen (und in der Halbzeit dann richtig lesen). Urheber_in war die neue FMT-Gruppe der Nordkurve (FMT = FrauenMädchenTrans* / eigentlich auch keine Gruppe, sondern ein loser Zusammenschluss), welche auch gleich ein feines Banner mit dem Konterfei Rosa Luxemburgs und dem oben erwähnten Spruch in Anlehnung eines ihrer berühmtesten Zitate am Start hatten. Den Text selber findet ihr unter diesem Bericht. Sehr gelungen das Ganze und regt auch zum Denken an. Wir wünschen viel Erfolg bei der Erreichung eurer Ziele und sichern hiermit unsere Unterstützung zu!
Nun zum Spiel. Den Auftakt in der Nordkurve machte heute mal wieder eine Choreo. Leider aus traurigem Anlass, da sie dem verstorbenen ‚Schupo‘ Tietz gewidmet war. Eine gelungene Aktion und in meinen Augen ein würdiger Abschied. Danach wurde gut auf den Rängen losgelegt und auch die Mannschaft zeigte wieder eine Steigerung im Vergleich zum Zwickau-Spiel. Dennoch ist noch Luft nach oben und ich hoffe, dass die Leistungsreserven noch abgerufen werden. Für ein Tor reichte es in der ersten Halbzeit noch nicht. Das wiederum führte bei mir zu dem Gedanken, dass die Mannschaft die drei Punkte mitnimmt, welche das erste Tor macht. Glücklicherweise markierte Enes Uzun für Nulldrei das 1:0 in der 51. Minute. Was für eine Erleichterung! Endlich mal wieder ein Tor für die Guten! Leider hielt dieses Gefühl nur 10 Minuten, bis der BAK ausglich. Das war zuviel für mich, es wurde Zeit für eine Bratwurst. In der Folge war es mir in der 73. Minute nicht vergönnt in der Kurve das 2:1 durch Dennis Lemke zu feiern, da ich mich noch auf Höhe der Mittellinie mit Essen beschäftigte. Selbst schuld, aber auch völlig nebensächlich. Endlich wieder drei Punkte geholt!

“…SELBSTKRITIK IST LEBENSLUFT!“

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass am 07.03.2014 irgendetwas anders war als sonst. Ihr seid nicht ins “Karli” gegangen, sondern ins Rosa-Luxemburg-Stadion. Darüberhinaus wurde ein neues Banner an den Zaun der Nordkurve gehangen. Gut, das fällt nun wirklich kaum auf, da kaum eine_r von uns mitrkiegt, was vorm Zaun passiert.
Dieser Text soll´s erklären.

Am 8. März war Frauentag!

Das wollen wir zum Anlass nehmen um hier ein paar Worte loszuwerden.
Es ist wirklich schön und das kann immer wieder betont werden, dass es viele Frauen* in der Nordkurve gibt, die sich wohl und akzeptiert fühlen können. Dennoch passiert es häufig, dass dieses Wohlfühlen sich reduziert – nicht nur aus weiblicher Perspektive. Kritik gab es beispielsweise an mackrigem Verhalten schon oft, ob im Ultra Unfug oder anderen Kurvenkommunikationsmitteln. Leider blieb die Kritik bisher unkommentiert, undiskutiert und vorallem war sie nicht nachhaltig. Die damit einhergehenden Veränderungen schienen auszubleiben.
Wir wollen die Aktion dazu nutzen eine nachhaltige Diskussion anzuregen und dazu aufrufen das Thema Frauen* in der Kurve zu sensibilisieren. Zur Erklärung sei zu erwähnen, dass all diese Aktionen nicht von Typen gemacht/gedacht wurden um symbolisch eine Antisexistische Kurve darzustellen, sondern uns geht es darum auch als gruppenlose supportende FrauenMädchenTrans* Positionen klarzustellen und wahrgenommen zu werden. Vielen lieben Dank aber an dieser Stelle für die Unterstützung bei unserem Vorhaben!

Wie kommts?
In der Vergangenheit kam bei einigen der Wunsch auf sich einerseits aktiv in die Kurve einzubringen, ohne jedoch gleich in einer Gruppe sein zu wollen oder als eigenständige Gruppe zu agieren. Bei der Frage wohin der gewünschte Aktionismus wohl ginge und wie wir die Kurve als klar männlich dominierten Bereich wahrnehmen, kam schnell der Gedanke in die Kurve hinein zu intervenieren ohne den Zeigefinger zu erheben.

Was es für uns ausmacht, Fussballfan/Ultra zu sein:
gemeinsam den selben Verein zu supporten, sich zusammen über drei Punkte freuen, aber auch gemeinsam traurig sein, sich ärgern, wenn´s mal nicht so läuft, sich im Stadion zur Gesamtscheiße zu positionieren, Emotionen zeigen, auch mal Angst haben, gemeinsam party machen, die gleiche musik feiern. In guten und in schlechten zeiten im Stadion stehen – darum geht es! Bestenfalls auch die Tage und Wochen zwischen den Spieltagen gemeinsam gestalten.
Dennoch ist es manchmal ein komisches Gefühl in der Kurve zu sein, als Frau* und vorallem als Person, die (bewusst) in keiner Gruppe aktiv ist. Damit ist mensch in keine feste Struktur eingebunden und es ist nicht immer klar wie sie funktionieren. Das ist aber auch okay, solange das nicht zum Vorwurf wird. Komisch ist aber damit konfrontiert zu werden, ‚Freudin von‘ zu sein oder den Druck zu verspüren das eigene Interesse an Fussball – und allem was dazu gehört – stärker rechtfertigen zu müssen, als männliche Genossen.
Der Umgang in der Nordkurve scheint auf den ersten Blick harmonisch, es macht Spaß auswärts im Zug zu sitzen und ein bisschen rumzualbern. Miteinander Quatsch machen ist super, aber nicht den Quatsch, bei dem Andere übergangen werden oder Einzelne für Konsequenzen für alle sorgen.
Das passiert echt häufig, sei es durch übermäßigen Alkoholkonsum oder dynamische Gruppenprozesse. Was in diesen Situationen am meisten nervt, ist diese Ignoranz gegenüber einer Kritik. Wenn blödes Verhalten in jenen Momenten angesprochen wird, ist es wie gegen eine Wand zu reden oder noch schlimmer, mit noch blöderen Sprüchen abgespeist zu werden. Wenn es laut durch die Bahn tönt “Saufen is geil” ja dann ist es manchmal peinlich Teil dessen zu sein. Dann ist es nicht nur unangenehm daneben zu sitzen, sondern es bestätigt das Klischeebild von “ein Fussballfan sei versoffen, laut und prollig” und Fussball eben nix für Frauen*. Dem ist doch aber absolut nicht so und das möchten wir nicht ständig bestätigt sehen und in der Außenwelt auch nicht immer anders rechtfertigen müssen. Nicht allzu selten fühlt es sich dann an wie ein innerlicher Spagat zwischen einerseits wirklich dummdeutschem männlichen Prolloverhalten, wie wir es sonst ablehnen. Und andererseits eine Kurve voller Menschen, mit denen wir uns wohlfühlen und wissen, dass sie doch sonst eigentlich nicht so sind.Hinzu kommt, dass ein Bild eines mackrigen, sportlich versoffenen Typen als Vorbild an den Kurvennachwuchs transportiert wird.
Vielmehr wollen wir gemeinsam hinter einer politischen Idee stehen und inakzeptable Vereine ausbuhen, deren menschenverachtenden Positionen widersprechen und klare Statements
formulieren.Klar wollen wir auch zusammen feiern. Jedoch schreckt es uns ab wenn dann hin und wieder die Ansprüche Einiger mit Ausrastern, lauter Stimme, ignoranten Aktionen oder Fachgesimpel durchgesetzt werden.
Es ist extrem schwer Entgleisungen von Einzelpersonen hinzunehmen, gar zu ignorieren. Wir nehmen wahr, dass Konflikte untereinander oft unzulänglich bewältigt werden. Dass die Auseinandersetzung mit Empfindungen von Genoss_innen nicht einmal ansatzweise so respekt- und verständnisvoll stattfindet, wie es in einer linksalternativen, solidarischen Kurve zu erwarten wäre.
Emotional reagieren ist immer besser als Frust in sich hineinzufressen, doch sollte bedacht werden, dass dabei Menschen eventuell unnötig verletzt werden, Grenzen überschritten werden und nachträgliche halbherzige Entschuldigungen die tiefen Wunden der Beschimpfungen auch Monate später nicht heilen können.
Es ist auch klar, dass nicht immer alle mit Allen können. Jedoch sollte versucht werden füreinander Verständnis aufzubringen.
Unsere Fußballkurve ist ein so bunt gemischter Haufen mit unterschiedlichsten sozialen und ökonomischen Hintergründen, alle sollen sich wohlfühlen können. Wir wollen nicht die gesamte Szene umkrempeln, sondern nur, dass ein offenes Ohr oder die Bereitschaft zum Nachdenken gegeben ist, wenn der Wunsch geäußert wird, dass die T-shirts bei Sonne und Hitze anbehalten werden oder dass der Alkoholkonsum nicht lautstark abgefeiert wird. Bevor losgemeckert wird, einfach mal kurz inne halten und überlegen was die Person gegenüber meint oder nachfragen.

Engagierte Supporterinnen aus der Nordkurve.

Fragen, Anregungen oder Kritik an: fmt_03@gmx.net

Frauen* = Die Schreibweise der Wörter Mann* und Frau* mit diesem Sternchen dahinter soll vorallem verbildlichen, dass Männer und Frauen gesellschaftliche Konstrukte sind. Das Sternchen kann auch als Mitdenken und Platz für queere Verortungen gesehen werden.
rosaBBG

★ Nur Respekt und Menschenverstand ★

Am 8. De­zember soll­te im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on das letz­te Spiel des SV Ba­bels­berg 03 gegen den 1. FC Lok Leip­zig vor der Win­ter­pau­se statt­fin­den. Es soll­te ein schö­ner Sonn­tag wer­den, ein Tag der Freu­de und des Zei­chens für Re­spekt und Men­schen­ver­stand. Je­doch aus Angst vor Über­grif­fen durch Nazis wurde für Probst­hei­da von den Si­cher­heits­kräf­ten der Aus­nah­me­zu­stand aus­ge­ru­fen und vom gast­ge­ben­den Ver­ein in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Nord­ost­deut­schen Fuß­ball-​Ver­band (NOFV) jede Äu­ße­rung gegen Dis­kri­mi­nie­rung in und rund um das Sta­di­on ver­hin­dert. Die Spiel­ab­sa­ge vom Frei­tag än­dert nichts am skan­da­lö­sen Ver­hal­ten der Be­hör­den, des Ver­ban­des und der Ver­ei­ne. Im fol­gen­den wol­len wir, die Nord­kur­ve Ba­bels­berg, uns zu den Be­schrän­kun­gen und den dar­aus re­sul­tie­ren­den Kon­se­quen­zen äu­ßern.

 

Die Null­drei-​Fans, die ihr Team am 8.​12. in Leip­zig un­ter­stüt­zen woll­ten, soll­ten ihre Ti­ckets be­reits im vor­aus kau­fen. Ohne Rück­sicht auf all jene, die au­ßer­halb von Ba­bels­berg und zum Teil wei­ter weg woh­nen, waren die Ti­ckets le­dig­lich im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on er­hält­lich. Gleich­zei­tig wurde die Gäs­te­ka­pa­zi­tät be­grenzt, was be­deu­tet, dass lä­cher­li­che 300 Kar­ten für den Gäs­te­an­hang zur Ver­fü­gung ge­stellt wur­den. Bei einer Ge­samt­ka­pa­zi­tät des Gäs­te­blocks von oh­ne­hin nur 500 Plät­zen, eine ge­ra­de­zu ab­sur­de Hand­lung. Am Sonn­tag soll­te es eine Bann­mei­le um das Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on geben. Nur Men­schen mit Ti­ckets hät­ten diese „ver­bo­te­ne Zone“ be­tre­ten dür­fen. Eine wei­te­re Aus­nah­me wären Teil­neh­mer*innen der De­mons­tra­ti­on „Blau­weiß­bunt – Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten“ ge­we­sen, die sich bis auf 800 Meter dem Sta­di­on hät­ten nä­hern dür­fen. Im Sta­di­on selbst waren le­dig­lich Fah­nen, Ban­ner, Schals und T-​Shirts er­laubt, wel­che die Ver­eins­far­ben und Logos tra­gen. An­ti­ras­sis­ti­sche Po­si­tio­nie­run­gen wur­den als ver­meint­lich po­li­ti­sche Äu­ße­run­gen un­ter­sagt und soll­ten un­ter­bun­den wer­den. Diese Be­schrän­kun­gen haben ein­zig und al­lein das Ziel, Zi­vil­cou­ra­ge und En­ga­ge­ment gegen Dis­kri­mi­nie­rung mit der ver­ab­scheu­ungs­wür­di­gen Ver­herr­li­chung rechts­ra­di­ka­ler Ideo­lo­gie gleich­zu­set­zen und of­fen­siv zu ver­hin­dern.

Somit soll­ten wir, die en­ga­gier­ten Fans des SV Ba­bels­berg 03, für das Ver­hal­ten einer nicht un­be­trächt­li­chen Zahl von Lok Fans beim Hin­spiel im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on be­straft wer­den. Denn es waren die Gäste aus Leip­zig, wel­che die Kas­sen stürm­ten, die Mör­der vom Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU) in Ge­sän­gen hul­dig­ten, die Nord­kur­ve an­grif­fen, die den Platz stürm­ten und für eine Spiel­un­ter­bre­chung sorg­ten sowie un­säg­li­che Ge­sän­ge wie „Wir sind Lo­kis­ten – Mör­der und Fa­schis­ten“ skan­dier­ten.

Hinzu kommt, dass wir in un­se­rem En­ga­ge­ment für Re­spekt und Men­schen­ver­stand al­lein ge­las­sen wer­den. Der Ver­ein SV Ba­bels­berg 03 wurde vom NOFV unter Druck ge­setzt und jede Äu­ße­rung zum an­ti­ras­sis­ti­schen Selbst­ver­ständ­nis des Ver­eins mit dem Ver­weis auf emp­find­li­che Sank­tio­nen ver­hin­dert. Der Ver­band möch­te so jedes En­ga­ge­ment gegen Dis­kri­mi­nie­rung unter dem Dogma der ver­meint­li­chen Neu­tra­li­tät des Sports aus dem Sta­di­on ver­ban­nen. Au­ßer­halb des Sta­di­ons be­schrän­ken die Si­cher­heits­kräf­te als ver­meint­li­che Prä­ven­ti­on gegen zu er­war­ten­de Über­grif­fe durch Nazis das De­mons­tra­ti­ons­recht statt eine en­ga­gier­te Zi­vil­ge­sell­schaft zu un­ter­stüt­zen. Lok Leip­zig, der NOFV und die Si­cher­heits­be­hör­den möch­ten durch diese re­pres­si­ven Maß­nah­men ge­währ­leis­ten, dass das Sta­di­on zum ver­meint­lich vor­po­li­ti­schen Raum wird.

Die Le­gen­de vom ver­meint­lich un­po­li­ti­schen Fuß­ball ei­ner­seits und einer davon ab­ge­trenn­ten po­li­ti­schen Zi­vil­ge­sell­schaft auf der an­de­ren Seite wird somit mit Re­gle­men­tie­rung, Ex­klu­si­on, Re­pres­si­on und Kon­trol­le erst er­schaf­fen. Das Ver­hal­ten der Ver­ei­ne, des Ver­ban­des und der Si­cher­heits­be­hör­den be­deu­tet nichts an­de­res als das jedes En­ga­ge­ment gegen Dis­kri­mi­nie­rung aus dem Sta­di­on ver­bannt wer­den soll. Vor allem be­deu­tet es aber, dass die Ver­ant­wort­li­chen vor den Nazis ein­kni­cken. Statt in und um das Sta­di­on un­miss­ver­ständ­lich Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung die Rote Karte zu zei­gen, wer­den die­je­ni­gen aus­ge­schlos­sen, die sich genau dafür ein­set­zen. Statt Nazis ein welt­of­fe­nes, to­le­ran­tes und re­spekt­vol­les Mit­ein­an­der ent­ge­gen­zu­set­zen, soll­te aus Angst vor ihnen der Aus­nah­me­zu­stand aus­ge­ru­fen und eine Bann­mei­le er­rich­tet wer­den. Die ge­plan­ten Maß­nah­men rund um das Spiel zwi­schen dem 1. FC Lok Leip­zig und dem SV Ba­bels­berg 03 im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on waren und blei­ben ein Ar­muts­zeug­nis für die Zi­vil­ge­sell­schaft und einen Fuß­ball ohne Dis­kri­mi­nie­run­gen.

Wir sind en­ga­gier­te Fuß­ball­fans! Wir wol­len laut, krea­tiv und bunt unser Team un­ter­stüt­zen. Wir zei­gen immer und über­all, dass Re­spekt und Men­schen­ver­stand auch ins Sta­di­on ge­hö­ren.

Wir wer­den laut und krea­tiv als Fuß­ball­fans und als en­ga­gier­te Men­schen gegen Dis­kri­mi­nie­rung und die Ver­herr­li­chung rech­ten Ge­dan­ken­guts auch im Sta­di­on Stel­lung be­zie­hen. Wir ver­wei­gern uns der Si­mu­la­ti­on eines neu­tra­len Sports. Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, An­ti­zi­ga­nis­mus, Homo- und Trans*pho­bie sowie Se­xis­mus dür­fen keine Chan­ce haben – weder in un­se­ren Kur­ven, noch au­ßer­halb des Sta­di­ons!

Für eine bunte Kurve – Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten!

Nord­kur­ve Ba­bels­berg

Blauweißbunt in Leipzig

Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten

Am 8. De­zember spielt der SV Ba­bels­berg 03 im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on gegen den 1. FC Lok Leip­zig. Es ist der erste Spiel­tag der Rück­run­de in der Re­gio­nal­li­ga-​Sai­son 2013 / 2014. An die­sem Tag geht es aber um weit mehr als um drei Punk­te in der Meis­ter­schaft.

Als der 1. FC Lok Leip­zig am 3. Au­gust 2013 im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on zu Gast war, hat­ten die an­ge­reis­ten Leip­zi­ger of­fen­sicht­lich wenig In­ter­es­se daran, ihren Ver­ein zu un­ter­stüt­zen. Meh­re­re Dut­zend stürm­ten nach ihrer An­kunft den Gäs­te­block. Beim Ein­zug hul­dig­ten ei­ni­ge in Ge­sän­gen den mi­li­tan­ten Nazis vom Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU), der Bom­ben­an­schlä­ge ver­übt und min­des­tens zehn Men­schen er­mor­det hat. Noch vor dem An­pfiff grif­fen ei­ni­ge Lok-​Hoo­li­gans den Heim­block an. Wäh­rend des Spiels skan­dier­te ein nicht un­er­heb­li­cher Teil der Gäs­te­kur­ve immer wie­der an­ti-​an­ti­fa­schis­ti­sche, ras­sis­ti­sche, an­ti­zi­ga­nis­ti­sche, ho­mo­pho­be und se­xis­ti­sche Pa­ro­len, die im Schlacht­ruf „Wir sind Lo­kis­ten – Mör­der und Fa­schis­ten“ kul­mi­nier­ten. Au­ßer­dem stürm­ten ei­ni­ge Gäste den Platz und sorg­ten für eine Spiel­un­ter­bre­chung.

Nach dem Spiel wurde der Ba­bels­ber­ger Fan­sze­ne vor­ge­wor­fen, das Spiel un­nö­tig po­li­ti­siert zu haben. Ver­ein­s­of­fi­zi­el­le des säch­si­schen Fuß­ball­clubs woll­ten Pro­vo­ka­tio­nen von Sei­ten der Gast­ge­ber er­kannt haben, die zu den men­schen­ver­ach­ten­den und dis­kri­mi­nie­ren­den Ge­sän­gen sowie der Ge­walt der Gäste ge­führt haben sol­len. In einer Zeit, in der en­ga­gier­te Fuß­ball­fans wie die Aa­chen Ul­tras, die Ul­tras Braun­schweig oder die Ko­hor­te Du­is­burg auf­grund ihrer an­ti­ras­sis­ti­schen Po­si­tio­nen an­ge­grif­fen wer­den oder ihre Kurve ver­las­sen müs­sen, ist eine der­ar­ti­ge Po­si­tio­nie­rung eines Fuß­ball­ver­eins un­er­träg­lich. Auch an­ge­sichts ge­sell­schaft­lich be­denk­li­cher Ten­den­zen, wie zum Bei­spiel die Pro­tes­te rech­ter Rat­ten­fän­ger gegen die Schaf­fung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten in ganz Deutsch­land, wer­den wir be­son­ders darin be­stärkt, unser En­ga­ge­ment für die Grund­wer­te un­se­rer Ge­sell­schaft auch im Um­feld des Fuß­balls fort­zu­füh­ren und of­fen­siv zu ver­tre­ten.

Trotz des Ver­hal­tens der Fans sowie der Ver­ein­s­of­fi­zi­el­len des 1. FC Lok Leip­zig im Au­gust wer­den wir Fans des SV Ba­bels­berg am 16. Spiel­tag nach Leip­zig fah­ren – nicht nur um unser Team laut­stark und krea­tiv zu un­ter­stüt­zen, son­dern auch um ein kla­res Zei­chen für mehr Re­spekt und Men­schen­ver­stand sowie gegen Dis­kri­mi­nie­rung und die Ver­herr­li­chung rech­ten Ge­dan­ken­guts im und au­ßer­halb des Sta­di­ons zu set­zen.

Wir laden des­halb alle Fans des SV Ba­bels­berg 03 und Freun­de ein, uns nach Leip­zig zu be­glei­ten. Wir rufen au­ßer­dem alle en­ga­gier­ten Leip­zi­ger*innen, die kei­nen Bock auf Na­zi-​Schei­ße haben, dazu auf, sich un­se­rer De­mons­tra­ti­on vor dem Spiel an­zu­schlie­ßen. Wir tref­fen uns am 8. De­zember um 10 Uhr zur Auf­takt­kund­ge­bung am Bahn­hof Con­ne­witz und zie­hen von dort zum Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on.

Unter dem Motto „Blau­weiß­bunt in Leip­zig“ möch­ten wir zei­gen, dass Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, An­ti­zi­ga­nis­mus, Homo- und Trans*pho­bie sowie Se­xis­mus keine Chan­ce haben – weder in un­se­ren Kur­ven, noch au­ßer­halb des Sta­di­ons!

En­ga­giert und cou­ra­giert für eine bunte Ge­sell­schaft! Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten!

Nord­kur­ve Ba­bels­berg