Support your local Roller Derby Team!

Diesem Statement schließen sich die Zujezogenen selbstverständlich an.

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Rollerta Antifascista!

Stellungnahme der Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam zur Ablehnung des Aufnahmeantrages des SV Babelsberg 03 in den Brandenburgischen Rollsport- und Inline-Verband BBRIV

Was bisher geschah…
Vor einem Jahr entschied der „Brandenburgische Rollsport- und Inline-Verband“ (BBRIV), uns als Abteilung Roller Derby des SV Babelsberg 03 nicht in ihren Verband aufzunehmen. Auf dem diesjährigen Verbandstag in zwei Monaten steht dies erneut zur Abstimmung.

Seit nunmehr zwei Jahren rollern wir, das Roller Derby Team Prussian Fat Cats, in immer größerer Zahl durch Potsdam. Roller Derby ist eine Vollkontaktsportart aus den USA. Sie wird von, für und mit Frauen*Mädchen*Trans-Personen auf Rollschuhen ausgeübt. Entstanden bereits in den 70er Jahren, erfuhr der Sport mit der Riot Grrrl-Bewegung Ende der 90er/00er Jahre ein Revival. Roller Derby ist also sowohl vom Ursprung als auch von der Ausübung her eine stark politisch konnotierte Sportart. Dessen sind wir uns bewusst und das ist einer der Gründe, warum wir uns für diese Sportart entschieden haben.

Wir als Team entwickeln uns zusammen sportlich wie persönlich immer weiter. Unser momentanes Ziel war und ist die Teilnahme an der Roller Derby Bundesliga. Dafür ist eine Mitgliedschaft im zuständigen Verband notwendig, in unserem Fall besagter BBRIV. Die Aufnahme des SV Babelsberg 03, unseres Vereins, ist jedoch auf dem Verbandstag im Februar 2016 abgelehnt worden, hauptsächlich aufgrund unseres politischen Engagements. Durch diesen juristisch, politisch und menschlich unhaltbaren Ausschluss wird uns die Partizipation in der Bundesliga verwehrt. Wir weigern uns, eine solche Entscheidung hinzunehmen.

Dies ist unsere Antwort:

Roller Derby ist und bleibt für uns ein Sport, der mit einer politischen Vergangenheit und Gegenwart verknüpft ist.
Das Verbot von politischer Meinungsäußerung zur Zugangsvoraussetzung zu machen, sollte für einen öffentlich geförderten Verband indiskutabel sein. Dennoch fordert der BBRIV:
„Um eine spätere Aufnahme zu ermöglichen, müssen zukünftig und ab sofort die politischen Äußerungen bzw. Darstellungen auf Facebook und im Internet durch die „Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam“ entfallen.“
Außerdem findet sich in der Begründung der Ablehnung folgende Passage:
„Der Internet- und Facebook-Auftritt der „Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam“ sind grundsätzlich politisch. […] Im Vordergrund steht die Politik und nicht der Sport.“
Die damit einhergehende Unterstellung, es ginge uns primär um die Politik und nicht um den Sport, leugnet die vielen Stunden, die wir schwitzend in Turnhallen, bei Kraft- und Ausdauerübungen und zusätzlichen Trainingseinheiten verbringen – nur um danach noch wendiger, ausdauernder, kräftiger auf dem Track stehen zu können. Frustration, Ärger und Schmerz haben uns genauso angetrieben wie der Rückhalt, den wir uns als Team und innerhalb der Derby-Community geben. Das sind die gemeinsamen Erlebnisse, aus denen wir Kraft schöpfen.
Die meisten von uns haben in den letzten 2 Jahren jede freie Minute und jeden übrigen Euro in den Sport und das Team investiert, haben sich um Organisationsaufbau, Nachwuchsgewinnung, Hallenzeiten, Trainingsgestaltung, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr gekümmert. Dadurch haben wir, neben der persönlichen sportlichen Entwicklung, auch eine neue Sportart in Potsdam und Brandenburg etabliert.
Die Nicht-Aufnahme in den Verband bremst nicht nur unser sportliches Vorankommen durch den damit verbundenen Ausschluss aus der Bundesliga, sondern verhindert auch unsere Beteiligung in uns betreffenden Angelegenheiten in entscheidungsbefugten Gremien des Landes und auf Bundesebene.

Die Ansicht, dass sich „sportliche und politische Aktivitäten nicht vermischen dürfen“, halten wir für falsch.
Sport ist Teil der Gesellschaft. Gesellschaftliche Zustände spiegeln sich somit auch im Sport wider. Sich dessen bewusst zu sein ist uns wichtig, um Sport nicht sinnentleert und unkritisch zu betreiben. Sport kann noch weitaus mehr Politik und Gesellschaftskritik vertragen.
Diesen Zusammenhang betonen auch andere Vereine, sowohl in ihrer internen Arbeit als auch in ihrer Außendarstellung. Wie sich politisches Engagement, klare Statements und sportliche Leistungen miteinander vereinbaren lassen, zeigen unter anderem der SV Babelsberg 03, der FC Sankt Pauli, der SV Concordia und Tennis Borussia Berlin (TeBe) oder eben unzählige Roller Derby Teams auf der ganzen Welt. Dass Sportvereine zivilgesellschaftliche Beteiligung fördern sollen, wird von allen Landessportbünden und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gefordert. Engagement gegen Rassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen gehört explizit dazu.

Wie sehr Sport und Politik miteinander verknüpft sind, sehen wir u.a. an Namen wie Caster Semenya und Zlatan Ibrahimovic in der täglichen Presse, oder Billy Jean King, Muhammad Ali und Jesse Owens in unseren Geschichtsbüchern. Ob wir das nun wollen oder nicht, hält uns dies auch die Präsenz von EMs, WMs, Olympischen Spielen und anderen Großveranstaltungen vor Augen, die immer wieder Proteste und politische Auseinandersetzungen um Menschenrechte, Korruption, Verfolgung von Minderheiten und Meinungsfreiheit auslösen.

Auch wir schauen nicht einfach nur zu, sondern verhalten uns dazu.

In Zeiten, in denen Flüchtlingsunterkünfte brennen, das Straßenpflaster im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer untergeht und People of Color in den „Fanmeilen“ nicht mehr sicher sind, LGBTIQ im Netz, im Stadion und auf der Straße angefeindet und in der Gesellschaft strukturell diskriminiert werden, eine weibliche Fußballkommentatorin eine Welle von Hass und Verachtung auslöst, wo linke Jugendliche und Homosexuelle Opfer von Attentaten werden, in diesen Zeiten werden wir ganz sicher nicht den Mund halten.

Gentrifizierung und MitteSchön-Initiativen lassen nicht nur in ganz Europa und weltweit die Zahl der Obdachlosen radikal steigen, sondern bedrohen uns auch in Potsdam ganz konkret in unseren aktuellen Wohn- und Lebensbedingungen. Der Verkauf und das Verschenken kommunalen Eigentums (wie im Fall der Garnisonkirche) wirkt sich auch auf die ohnehin schlechte Hallensituation in der Stadt negativ aus. Öffentliche Mittel fließen zusehends in Vorzeigeprojekte für Tourist*innen und altpreußischen „Adel“ als allgemeinen Interessen wie der Förderung von Sport und lebensnaher Kultur zugute zu kommen.

Roller Derby ist für uns mehr als nur die körperliche Betätigung. Roller Derby (wie einige andere Sportarten natürlich auch) gibt Menschen neue Räume sich auszudrücken, die eigenen Grenzen kennenzulernen und darüber hinaus zu gehen, sich miteinander solidarisch zu verhalten und gegen eine Welt der Ausgrenzung und Diskriminierung einzutreten.

Frauen*, Trans*, Inter*, Genderfluide, CrossDresser und alle anderen nicht-zweigeschlechtlichen Identitäten sind in diesem Sport willkommen und diese Solidarität drücken wir offen aus. Damit einher geht zwangsläufig eine kritische Betrachtung bestehender sozialer Verhältnisse, die uns nicht selten in ihren sexistischen, rassistischen, patriarchalen und diskriminierenden Ausdrucksformen ins Gesicht springen.

Und nun?
Wir machen weiter wie bisher, lassen uns unsere Meinung nicht verbieten und springen im Apex über die uns in den Weg gelegten Steine. Dabei würden wir uns natürlich wahnsinnig über Zuspruch und Unterstützung freuen. Wie? Da ist für jede*n was dabei: kommt zu unseren Spielen und feuert an, spielt mit uns, spielt gegen uns, malt Banner und lasst eurem Ärg- eurer Kreativität freien Lauf, helft uns in dieser Stadt endlich eine derby-taugliche Halle für unsere Trainings, kommende Scrimmages & Bouts zu finden, besucht uns bald wieder am letzten Freitag im Monat im KuZe, schaut mal auf Facebook vorbei, teilt diese Stellungnahme und und und… Bleibt unbequem & support your local roller derby! Die fatten Zeiten fangen grade erst an!

+++ REKLAME+++ Neue Sticker, Soli-Pladde und Sonderverkauf

Zum morgigen Heimspiel unserer Equipe gegen den ZFC Meuselwitz bringen wir eine große Auswahl neuer Sticker für euch mit. Außerdem werden wir unsere Restbestände an Gürtel und T-Shirts zum Sonderpreis anbieten.

Und dann gibt es natürlich noch die Soli-Pladde von der Notgemeinschaft Peter Pan, die ihr gegen Spende und voll und ganz zu Gunsten von Welcome United 03 bei uns erwerben könnt.

Wann und wo? Natürlich vorm Spiel am Stand hinter der Nordkurve und nach dem Spiel am Fanladen.

+++REKLAME+++ Soli-CD für Welcome United 03

notgemeinschaft (2)

Unsere Freunde von der Notgemeinschaft Peter Pan hatten eine Idee, Tatendrang und letztlich eine supertolle D.I.Y.-Solipladde mit superschönem Booklet für unsere Dritte. Wir sagen Danke für eurer Engagement und diese tolle Scheibe!

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir zitieren einfach den Bandtext für diese Reklame:

Die Notjemeinschaft Peter Pan bringt in Kooperation
mit den Babelsberger_innen von Zujezogen 03 eine
kleine DIY-Maxi-CD für Welcome United 03 raus!
Drauf enthalten sein werden 4 Songs, inklusive
einer „Pro KarLi Version“ des NPP-Songs „Genie
& Wahnsinn“. Die „Solipladde“ enthält zudem ein
8-seitiges Textheft und ein blau-weißes Siebdruck-
pappcover. Wir zitieren aus dem Vorwort…

„(…)Die Idee zu dieser Maxi-CD hatte ihren
Ursprung vor gut zwei Jahren, im Frühsommer 2014,
als wir mit der Notgemeinschaft zur fünften
Geburtstagsfete des Fanclubs „Zujezogen 03“ nach
Potsdam eingeladen wurden. Im Vorfeld unseres
Auftritts in der wunderschönen „La Datscha“ am
Havelstrand gab es bandintern den Vorschlag,
unseren Song „Genie & Wahnsinn“ zu einer Art
nachträglichen Hymne auf die erfolgreiche „Pro
KarLi“ Initivative der Babelsberger Fanszene
umzudichten. Der Grund dafür war eigentlich
ziemlich simple: unser alter Sänger Sibbe hatte
den Originalsong einst für seinen besten Freund
Charly Traktor geschrieben. Da lag es nahe aus
jenem „für Charly“, wie es in den Linernotes
unserer ersten LP „…mit Herzblut & Narrenhand“
stand, ein „Pro KarLi“ zu machen. Gesagt, getan.
(…) Als im Herbst 2015 dann die TV-Doku über
„Welcome United 03“ in der ARD lief, entstand
beim Schauen die Idee zu einer Solipladde, welche
zusammen mit den Zujezogenen nun wirklich in die
Tat umgesetzt wurde (…)“

www.babelsberg03.de/mannschaften/welcome-united-03/
www.daserste.de/…/welcome-united-fussball-verein-fluechtlin…

Die „Solipladde“ erscheint am Sa.20.August 2016
beim DFB-Pokalspiel im Karl-Liebknecht-Stadion
gegen den SC Freiburg (Anstoss: 15:30 Uhr) und
ist dann gegen eine freiwillige Spende zu haben.
Außerdem wird das gute Stück dann auch als
Download gegen Spende auf unsere Bandcamp-Seite
erhältlich sein.
Sämtliche Einnahmen gehen direkt an Welcome United 03,
zahlt dafür also auch ruhig mal mehr als 03 Euro!
Wir sagen schon jetzt vielen, lieben Dank!

Eure Notjemeinschaft & Zujezogenen

Notgemeinschaft Peter Pan auf facebook

KAUFEN, KAUFEN, KAUFEN!

+++UPDATE +++ Mit der Nordkurve in den Sommer

+++Leider ist uns am Spieltag eine kleine organisatorische Panne passiert, die dazu führte, dass wir keine Gürtel verkaufen konnten. Sorry vielmals! Wir werden nun den „Ball ist bunt“ am kommenden Samstag für den Verkauf nutzen. Spätestens zum ersten Heimspiel der neuen Saison dann auch am Stand eures Vertrauens hinter der Nordkurve.+++

Am kommenden Sonntag (15.05., 13.30 Uhr) bestreitet unsere Equipe das finale Heimspiel gegen den FC Schönberg einer letztlich in vielerlei Hinsicht eher durchschnittlichen Saison in der Regionalliga Nordost.

Wir werden zum Saisonfinale die Gelegenheit aber nutzen, um euch noch ein unverzichtbares Accessoire für den kommenden Sommer mit auf den Weg an die Strände, Wiesen, Berge, Wüsten, … dieser Welt zu geben. Vielen Dank an dieser Stelle an die Leute von deviate-industries.de für die Umsetzung!

Den Gürtel bekommt ihr selbstverständlich vorm Spiel am Stand eures Vertrauens hinter der Nordkurve für 15 Euro.

USE IT!

 

Dankeschön!

Die erste Tor gleich zu Beginn im Estadio Archiv: Ein langer Ball auf den Flügel, kurzer Rückpass an die Strafraumkante und von dort butterweich geflankt. Flugkopfball von Ichsucht, direkt in den Winkel. Hurra! Kaum Zeit zum Durchatmen. Die Notgemeinschaft Peter Pan erobert souverän das Leder, feines Kurzpassspiel durch das Mittelfeld und dann aus der Distanz abgezogen. 2:0 für die Guten! Ekstase pur! Contra Real nun auf dem Spielfeld. Dribbling an der Außenbahn, die halbe Abwehr wird ausgetanzt und mit einem schönen Flachschuss den Torwart getunnelt. 3:0. So geht Fussi! Und schon die nächste Offensivaktion. Traumpass aus dem eigenen Strafraum, per Direktabnahme weitergeleitet und Fallrückzieher von Loser Youth. Das war das vierte Ding! Das sachkundige Publikum liegt sich in den Armen. Vier Tore sind eins zu wenig denken sich BEATE X OUZO und starten kurz vor Ende nochmal durch: Eine sehenswerte Kombination wird durch einen mindestens genau so sehenswerten Dropkick hinein ins Glück abgeschlossen. 5:0! Was für eine Glanzleistung! Sämtliche Angriffe natürlich konsequent über links. Danke an alle Beteiligten!

Den allerliebsten Dank auch an unsere Lieblingsskinheads! Merci RASH! Ihr seid die Größten, nicht nur bei der Veranstaltung von Konzerten. Politisch sowieso.

Danke auch an Nulldrei. Zuhause immer noch ungeschlagen. Das fetzt!

ABSEITS – Wieder da!

Das Jahr beginnt mit einer tollen Nachricht! Die Abseits-Redaktion hat sich wieder zusammengefunden und nach mehrjähriger Kreativpause die legendäre Fanzeitung des SV Babelsberg 03 als Online-Ausgabe neu aufgelegt. Wir findens klasse und rufen zum Mitschreiben auf!

Da sind wir wieder!

Oft kopiert und nie erreicht. 1991 gaben Babelsberger Fußballfans erstmals das Abseits als Ersatz für ein Stadionheft heraus, aber auch als Sprachrohr der Fanszene des SVB. Bis 2003 erschien das A5 Heft regelmäßig in über 50 Ausgaben und informierte über Auswärtsfahrten, Vereinspolitik, Fußballgeschichte und mehr aus unserem Kiez. Lange bevor Groundhopping in Mode kam, berichteten Abseits-Reporter von den Fußballplätzen aller Herren Länder. Als nach der Insolvenz 2003 die Chance bestand, das offizielle Stadionprogramm zu gestalten, stellten die Abseits-Schreiber den Grundstock der Stadionheft-Redaktion. Wieder zehn Jahre später wollen wir das traditionelle Abseits als Online-Ausgabe wiederbeleben. Im Mittelpunkt stehen die wohlwollende und kritische Auseinandersetzung mit dem Fußballgeschehen bei Nulldrei und auch weiterhin die Pflege der Babelsberger Fußballtradition. Der Blick über den Tellerrand des Kiezes und des Fußballsports soll dabei nicht zu kurz kommen. Noch ist die Seite nicht komplett, aber wir arbeiten dran. Wie beim Abseits-Original steht die Redaktion für Mitmacher offen. Wer Fußball mag, auf Babelsberg steht und was auf sich hält, haut in die Tasten.

Eure Abseits-Redaktion

Infos und Link: http://abseits03.de/