Schollefeeling

Nachdem das vorletzte Wochenende fußballtechnisch ziemlich in die Hose ging, sollte das letzte zumindest besser werden. Praktischerweise konnten wieder die Frauen und die Herren besucht werden. Bei erstgenannten ging es sogar um das Kreispokalfinale. Und das auch noch auf der heimischen Sandscholle.
Eine sehr angenehme Anstoßzeit und sonniges Wetter machten schon beim Spaziergang zum Platz Laune. Drinnen dann eine recht große Zuschauerkulisse, auch Brandenburg lies sich nicht lumpen. Deshalb schnell einen schnell einen guten Platz gesichert. Drumherum noch ein mehr oder weniger spannendes Rahmenprogramm und die Bestätigung, dass das Team für die nächste Saison eine Klasse höher gemeldet hat. Das stand ja noch etwas in den Sternen, weil sich dafür nur langsam die nötige Jugendequipe zusammenfand.
Dass die beiden besten Teams der Liga auf dem Platz standen zeigte sich daran, dass es lange 0:0 stand. Erst in der zweiten Hälfte zappelte der Ball das erste Mal im Netz. Leider im falschen. Und es sollte leider nicht das letzte Tor der Brandenburgerinnen bleiben…Hiobsbotschaft Nr. 2 in der zweiten Hälfte: Bier ist alle! Klasse…irgendwann stand es auch noch 0:4. Trotzdem ließen sich die Nulldreierinnen nicht hängen und machten noch den Anschlusstreffer und einige der Sitzplatzultras veranstalteten eine entspannte Rauch-und-Licht-Aktion. Ob die der Grund dafür war, dass 03 kurz darauf das 2:4 nachlegten? Wir werden es wohl nie erfahren. Jedenfalls war die blauweiße Equipe jetzt am Drücker und wenn das Spiel noch länger gedauert hätte…naja…hätte, hätte, Fahrradkette.
So wurde noch einmal gebührend zusammen der zweite Platz gefeiert. Nächsten Sonntag dann nach Treuenbrietzen zum letzten Saisonspiel!

Treuenbrietzen hat die Bombe

Das letzte Auswärtsspiel des Jahres stand an: Die Frauen im Viertelfinale des Kreispokals in Treuenbrietzen.
Doch schon einen Tag vorher ging es mal wieder nach Zipsendorf. Die Nacht davor war für einige vielleicht etwas kurz, trotzdem waren alle erstaunlich pünktlich am Lutherplatz. Die Anfahrt dann so entspannt wie unspektakulär. Angekommen in der lächerlichsten „Arena“ der Liga kam das erste wirklich Erfreuliche des Tages – 7 Euro Eintritt für Vollzahler. Sehr schön. Auch die staatliche Ordnungsmacht war soweit entspannt, wenn auch sehr zahlreich vertreten. Im Stadion konnte heute nicht die gewohnte Versorgungsstelle angesteuert werden, da dieses wegen Umbaumaßnahmen zur Zeit geschlossen ist. Ebenfalls waren die Toiletten nicht zugänglich, weshalb Dixis aufgestellt wurden. Für sowas hab ich ja an sich Verständnis. Aber wer kam denn bitteschön auf die Idee, gerademal 2 (in Worten: zwei!) von den Teilen hinzustellen?! Anstellen war also angesagt. Leicht angefressen ging es zur zweiten Fressbude, die nicht von der Baustelle betroffen ist. Auf Grund der letztjährigen Vorfälle beschlich mit die ungute Vorahnung, dass es nur Leicht- oder sogar alkoholfreies Bier geben könnte. Die Nachfrage wurde vom Versorgungsmenschen freundlich und bestimmt mit einem „Wiar veroarschn doch de Leude nisch!“ beantwortet. Daumen hoch dafür! Auch der Glühwein hat später sehr gemundet…
Zu Beginn des Spiels dann ein Spruchband vom kleinen Support-Haufen gegenüber. Irgendwas mit „Zipsendorfer Sturm gegen Rassismus und Extremismus…“. Das erste unterschreibe ich sofort. Aber das mit diesem „Extremismus“ ist unkommentiert ja immer so eine Sache. „Was genau meinen die wohl damit?“ ging es kurz durch meinen Kopf…immerhin wurde dann fleißig locker 20 Minuten eine rote Fahne geschwenkt. Das lasse ich jetzt mal unkommentiert. Unser Support war ganz ok für meinen Geschmack, aber irgendwie wollte mal wieder der Funken nicht ganz überspringen. Keine Ahnung, was da zur Zeit los ist. Am Spiel kann es nicht gelegen haben. 03 dominierte den Großteil des Spiels und nahm völlig zu Recht die 3 Punkte mit ins schöne Nowawes. Bewegte Bilder wie so oft auf MDR und sogar der RBB hat mal mitbekommen, dass es uns noch gibt.
Die Rückfahrt war entsprechend kurzweilig und der Abend wurde von der ein oder anderen Gerstenkaltschale begleitet. Mich zog es dennoch vor dem Morgengrauen nach Hause, denn…
Sonntag früh sollte es ja noch nach Treuenbrietzen gehen! Da mein Taxi in Werder wartete, klingelte der Wecker etwas früher als sonst. Fast pünktlich dort aufgeschlagen, ging es geschwind in die Sabinchenstadt, die nebenbei wirklich hübsch anzusehen ist. Genauso wie das im Wald gelegene Stadion. Trotzdem wurden die ersten Minuten des Spiels verpasst, was uns nicht daran hinderte, zunächste die Versorgungslage zu checken. Was soll ich sagen? 4 Euro für 1 Liter leckeres Bier (auch andere Getränke fanden wohl ihren Weg in die großen Becher…) und Bockwürste als feste Nahrung. (Nicht vegetarisches) Fußballfanherz, wat willste mehr?! Da kann sich auch unser Verein für das nächste Heimspiel der Frauen mal eine Scheibe von abschneiden! Am Spielfeldrand angekommen, zunächst mal „Hallo!“ in die Runde und nach dem Spielstand erkundigt. Ok, wir hatten also die ersten 2 Tore für uns verpasst. Da wir aber davon ausgehen konnten, dass noch mehr folgen würden, war das aber nicht so wild. Etwas überrascht war ich dann doch von den anderen Angereisten. Ganz mondän wurde es sich da auf Gartenstühlen gemütlich gemacht. Support und Banner gab es nicht. Lag es an dem schönen Wetter? An der Fahrt vom Tag davor? An den großen Bierbechern? Ich weiß es nicht. Aber egal, immerhin wurde sich zu jedem Tor erhoben. Von denen kamen noch so einige. Bis es irgendwann wieder zweistellig wurde, was die bereits in Rathenow eingeübte Feier-Choreo zur Folge hatte. Wer sich jetzt fragt, was das wohl ist, muss eben mal mitkommen. Aber auch die Treuenbrietzenerinnen musste sich mit ihrem Torjubel nicht verstecken, als nach Konter irgendwann das 11(+/-1):1 fiel. Die Präsentation einer formvollendete „Bombe“ wurde völlig zu Recht mit Szenenapplaus honoriert. Danach war wieder 03 am Zug, bis es schlussendlich 13:1 stand. Sehr geil! Anschließend kurz die Mannschaft abgefeiert und in die Winterpause verabschiedet. Ich freu mich, wenn es weitergeht. Besonders auf das Rückspiel in Treuenbrietzen.

Pokal in MOL

Was wurde im Vorfeld nicht alles befürchtet. Horden von Nazi-Hools sollten in Seelow einfallen und das Pokalspiel gegen Victoria würde in einer epischen Straßenschlacht untergehen. Somit verlegte man das Duell kurzerhand auf den Freitag, damit es nicht so viele Babelsberger_innen es in die Kreisstadt schaffen konnten. Solch ein ominöser Angriff ist ja auch viel unwahrscheinlicher wenn es dunkel ist, viel weniger Gästefans da sind und die Frankfurter erst am Samsatag ihr Spiel haben. Und wie unglaublich gastunfreundlich ist diese Vorgehensweise bitte?! Man hat Angst, dass auf Grund der Gäste ungebetener Besuch kommt, also werden die Gäste zum Großteil praktisch ausgesperrt! 300 bis 400 Zuschauer_innen würde man damit auch gleich noch ins Stadion locken. So zumindest die Kalkulation des Präsidenten der Gastgeber.
Eigentlich wollten wir zu sechst gen Osten fahren. Dann kam die Spielverlegung, ich blieb als Einziger übrig und schaffte es auch nur genau zum Anpfiff ins Oderbruchstadion. Dort dann das erwartete Bild: Cops, die gelangweilt rumstanden, gelangweilte Ordner, kein Abschaum vor Ort (oder er machte sich zumindest nicht bemerkbar) und zwischen den vermeintlich streng getrennten Fanblöcken konnte problemlos gewechselt werden. Positiv sei aber auf jeden Fall noch angemerkt, dass die Eintrittspreise mit 4 € / 2 € erstaunlich moderat ausgefallen sind. Außerdem entschied sich der Verein, entgegen der Ankündigungen, Vollbier zu verkaufen. Letztendlich waren es wohl 580 Zuschauer_innen, davon aus meiner Sicht vielleicht 50 aus Babelsberg.
Nulldrei war von Anfang an spielbestimmend und drückte Richtung seelower Tor. Nur Zählbares sprang noch nicht heraus, die Chancen wurden teilweise leichtfertig vergeben. Nach einer guten Viertelstunde stand es dann aber doch 2:0 für Blau-Weiß. Nach den teilweise grauenhaften Vorstellungen im letztjährigen Landespokal, war das natürlich um so schöner anzusehen. Seelow gab sich aber noch lange nicht auf und erzielte kurz darauf den Anschlusstreffer. Sollte da noch etwas anbrennen? Nein, sollte nicht…nur ein paar Minuten später stellte Nulldrei wieder den alten Abstand her und es ging mit 3:1 in die Pause.
Pausen sind für gewöhnlich nicht sonderlich erwähnenswert, wäre da diesesmal nicht das interessante Musikprogramm gewesen. Mein Highlight war Carmen (ja genau, die Oper), die einem um die Ohren geschmettert wurde.
In der zweiten Halbzeit fast das gewohnte Bild. Nulldrei dominierte das Spiel weiterhin und es kam nie das Gefühl auf, dass Seelow noch eine ernsthafte Chance hat. Nachdem auch noch das 4:1 fiel, nahmen die Guten Tempo raus und brachten den Sieg über die Zeit. So kann es von mir aus weitergehen!
Wenn man sich schonmal in der Region aufhält, könnte ja auch gleich noch ein oder zwei Spiele besucht werden, denn der Kreispokal stand ebenfalls an. Dachte ich so. Doch leider ergab sich nur für Samstag die Möglichkeit und ich entschied mich für die Partie SV Zeschdorf gegen SG 47 Bruchmühle II. Beide Mannschaften spielen in der 1. Kreisklasse Märkisch Oderland, wobei Zeschdorf bis dato 1 Sieg und 2 Niederlagen, Bruchmühle hingegen 3 Niederlangen zu Buche stehen hatte. Es konnte also von einem Duell auf Augenhöhe ausgegangen werden.
Am Ort des Geschehens angekommen bot sich ein geradezu malerisches Bild für Fußballpuristen wie mich. Der Platz ist ungefähr so eben, wie die Ostsee bei Windstärke 7, eingerahmt von Maisfeldern, Windrädern und der Freiwilligen Feuerwehr. Zuschauer waren auch da, vielleicht 25.
Bereits 10 Minuten nach dem Anpfiff musste dann auch schon der erste Spieler von Zeschdorf verletzt vom Platz. Immerhin war ein Ersatz zur Stelle, was bei solch kleinen Vereinen bekanntlich nicht immer der Fall ist. Ob die spielerische Qualität darunter gelitten hat, kann ich nicht beurteilen. Das Spiel war in der Folge sehr zerfahren und der Ball wollte auf keiner Seite ins Tor. Somit ging es mit einem 0:0 in die Pause. Diesesmal ohne Musik. Dafür aber mit der Erkenntnis, dass unser Spiel vom Vorabend noch Gesprächsthema war.
Halbzeit zwo hatte mehr zu bieten. Irgendwann wechselte Bruchmühle zum ersten Mal. Das sollte sich bezahlt machen, denn dieser Joker (habe leider seinen Namen nicht verstanden) netzte kurz darauf doppelt ein. Nur ein paar Zeigerumdrehungen später folgte sogar das dritte Tor für Bruchmühle und der Drops war gelutscht. Zeschdorf kam zwar noch zum Ehrentreffer, brachte das Spiel aber verletzungsbedingt nur zu zehnt zu Ende. Die Zweete von Bruchmühle steht damit im Achtelfinale. Schön wars!