Stadt für Alle – Demo!

 

Unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden?
Wohncontainer am Rand der Stadt?
Kein Platz für selbstverwaltete Kultur in preußisch Disneyland?

Am 13.06.2015 demonstrieren wir gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum in einer lebendigen Stadt. Wir stehen ein gegen Ausgrenzung und Verdrängung. Die Stadt gehört uns allen!
Die Unterbringung von Menschen in Containern ist trauriger Tiefpunkt der seit Jahren asozialen Wohnpolitik im Interesse des Profits. Es gibt immer mehr Luxusdomizile und weniger bezahlbaren Wohnraum. Bald gehen wir nur noch für die Miete arbeiten. Wer da nicht mithält, muss wegziehen. Wir brauchen eine radikale Änderung der Wohnpolitik. Daher gehen wir auf die Straße und kämpfen gemeinsam – Geflüchtete, Zugezogene, Hiergeborene, Junge und Alte, Familien, Arbeitslose und Beschäftigte – für eine lebendige und solidarische Stadt.

Wohnraum ist existenziell und keine Ware!
Wir fordern:

  • Wohnungsneubau der ProPotsdam nur mit bezahlbaren Mieten
  • Bedarfsgerechte Modernisierung statt Luxussanierung
  • Keine staatlichen Subventionen für teure Wohnungen
  • Wohnungen für Geflüchtete schaffen! Keine Container!
  • Keinen Cent mehr für die Umgestaltung der Innenstadt zum barocken Luxusquartier
  • Einkommensorientierte Mietpreissenkung
  • Übernahme aller Wohnkosten für finanziell Bedürftige – unabhängig von der Wohnlage
  • Wohnungsbaugesellschaften unter demokratische Kontrolle der Mieter*innen
  • Häuser denen, die drin wohnen

Die Stadt gehört uns allen – Vielfalt statt Verdrängung und Ausgrenzung!
Wir fordern:

  • Willkommenskultur leben: Abschiebungen stoppen – Bleiberecht für alle
  • Sondergesetze für MigrantInnen abschaffen: unbürokratische Gesundheitsversorgung und Arbeitserlaubnis für alle
  • Kein Abriss der Fachhochschule und des Rechenzentrums: Erhalt und Schaffung von selbstverwalteten Kulturzentren und öffentlichen Begegnungsräumen ohne ökonomische, bürokratische und rassistische Hürden

★ Nur Respekt und Menschenverstand ★

Am 8. De­zember soll­te im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on das letz­te Spiel des SV Ba­bels­berg 03 gegen den 1. FC Lok Leip­zig vor der Win­ter­pau­se statt­fin­den. Es soll­te ein schö­ner Sonn­tag wer­den, ein Tag der Freu­de und des Zei­chens für Re­spekt und Men­schen­ver­stand. Je­doch aus Angst vor Über­grif­fen durch Nazis wurde für Probst­hei­da von den Si­cher­heits­kräf­ten der Aus­nah­me­zu­stand aus­ge­ru­fen und vom gast­ge­ben­den Ver­ein in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Nord­ost­deut­schen Fuß­ball-​Ver­band (NOFV) jede Äu­ße­rung gegen Dis­kri­mi­nie­rung in und rund um das Sta­di­on ver­hin­dert. Die Spiel­ab­sa­ge vom Frei­tag än­dert nichts am skan­da­lö­sen Ver­hal­ten der Be­hör­den, des Ver­ban­des und der Ver­ei­ne. Im fol­gen­den wol­len wir, die Nord­kur­ve Ba­bels­berg, uns zu den Be­schrän­kun­gen und den dar­aus re­sul­tie­ren­den Kon­se­quen­zen äu­ßern.

 

Die Null­drei-​Fans, die ihr Team am 8.​12. in Leip­zig un­ter­stüt­zen woll­ten, soll­ten ihre Ti­ckets be­reits im vor­aus kau­fen. Ohne Rück­sicht auf all jene, die au­ßer­halb von Ba­bels­berg und zum Teil wei­ter weg woh­nen, waren die Ti­ckets le­dig­lich im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on er­hält­lich. Gleich­zei­tig wurde die Gäs­te­ka­pa­zi­tät be­grenzt, was be­deu­tet, dass lä­cher­li­che 300 Kar­ten für den Gäs­te­an­hang zur Ver­fü­gung ge­stellt wur­den. Bei einer Ge­samt­ka­pa­zi­tät des Gäs­te­blocks von oh­ne­hin nur 500 Plät­zen, eine ge­ra­de­zu ab­sur­de Hand­lung. Am Sonn­tag soll­te es eine Bann­mei­le um das Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on geben. Nur Men­schen mit Ti­ckets hät­ten diese „ver­bo­te­ne Zone“ be­tre­ten dür­fen. Eine wei­te­re Aus­nah­me wären Teil­neh­mer*innen der De­mons­tra­ti­on „Blau­weiß­bunt – Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten“ ge­we­sen, die sich bis auf 800 Meter dem Sta­di­on hät­ten nä­hern dür­fen. Im Sta­di­on selbst waren le­dig­lich Fah­nen, Ban­ner, Schals und T-​Shirts er­laubt, wel­che die Ver­eins­far­ben und Logos tra­gen. An­ti­ras­sis­ti­sche Po­si­tio­nie­run­gen wur­den als ver­meint­lich po­li­ti­sche Äu­ße­run­gen un­ter­sagt und soll­ten un­ter­bun­den wer­den. Diese Be­schrän­kun­gen haben ein­zig und al­lein das Ziel, Zi­vil­cou­ra­ge und En­ga­ge­ment gegen Dis­kri­mi­nie­rung mit der ver­ab­scheu­ungs­wür­di­gen Ver­herr­li­chung rechts­ra­di­ka­ler Ideo­lo­gie gleich­zu­set­zen und of­fen­siv zu ver­hin­dern.

Somit soll­ten wir, die en­ga­gier­ten Fans des SV Ba­bels­berg 03, für das Ver­hal­ten einer nicht un­be­trächt­li­chen Zahl von Lok Fans beim Hin­spiel im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on be­straft wer­den. Denn es waren die Gäste aus Leip­zig, wel­che die Kas­sen stürm­ten, die Mör­der vom Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU) in Ge­sän­gen hul­dig­ten, die Nord­kur­ve an­grif­fen, die den Platz stürm­ten und für eine Spiel­un­ter­bre­chung sorg­ten sowie un­säg­li­che Ge­sän­ge wie „Wir sind Lo­kis­ten – Mör­der und Fa­schis­ten“ skan­dier­ten.

Hinzu kommt, dass wir in un­se­rem En­ga­ge­ment für Re­spekt und Men­schen­ver­stand al­lein ge­las­sen wer­den. Der Ver­ein SV Ba­bels­berg 03 wurde vom NOFV unter Druck ge­setzt und jede Äu­ße­rung zum an­ti­ras­sis­ti­schen Selbst­ver­ständ­nis des Ver­eins mit dem Ver­weis auf emp­find­li­che Sank­tio­nen ver­hin­dert. Der Ver­band möch­te so jedes En­ga­ge­ment gegen Dis­kri­mi­nie­rung unter dem Dogma der ver­meint­li­chen Neu­tra­li­tät des Sports aus dem Sta­di­on ver­ban­nen. Au­ßer­halb des Sta­di­ons be­schrän­ken die Si­cher­heits­kräf­te als ver­meint­li­che Prä­ven­ti­on gegen zu er­war­ten­de Über­grif­fe durch Nazis das De­mons­tra­ti­ons­recht statt eine en­ga­gier­te Zi­vil­ge­sell­schaft zu un­ter­stüt­zen. Lok Leip­zig, der NOFV und die Si­cher­heits­be­hör­den möch­ten durch diese re­pres­si­ven Maß­nah­men ge­währ­leis­ten, dass das Sta­di­on zum ver­meint­lich vor­po­li­ti­schen Raum wird.

Die Le­gen­de vom ver­meint­lich un­po­li­ti­schen Fuß­ball ei­ner­seits und einer davon ab­ge­trenn­ten po­li­ti­schen Zi­vil­ge­sell­schaft auf der an­de­ren Seite wird somit mit Re­gle­men­tie­rung, Ex­klu­si­on, Re­pres­si­on und Kon­trol­le erst er­schaf­fen. Das Ver­hal­ten der Ver­ei­ne, des Ver­ban­des und der Si­cher­heits­be­hör­den be­deu­tet nichts an­de­res als das jedes En­ga­ge­ment gegen Dis­kri­mi­nie­rung aus dem Sta­di­on ver­bannt wer­den soll. Vor allem be­deu­tet es aber, dass die Ver­ant­wort­li­chen vor den Nazis ein­kni­cken. Statt in und um das Sta­di­on un­miss­ver­ständ­lich Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung die Rote Karte zu zei­gen, wer­den die­je­ni­gen aus­ge­schlos­sen, die sich genau dafür ein­set­zen. Statt Nazis ein welt­of­fe­nes, to­le­ran­tes und re­spekt­vol­les Mit­ein­an­der ent­ge­gen­zu­set­zen, soll­te aus Angst vor ihnen der Aus­nah­me­zu­stand aus­ge­ru­fen und eine Bann­mei­le er­rich­tet wer­den. Die ge­plan­ten Maß­nah­men rund um das Spiel zwi­schen dem 1. FC Lok Leip­zig und dem SV Ba­bels­berg 03 im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on waren und blei­ben ein Ar­muts­zeug­nis für die Zi­vil­ge­sell­schaft und einen Fuß­ball ohne Dis­kri­mi­nie­run­gen.

Wir sind en­ga­gier­te Fuß­ball­fans! Wir wol­len laut, krea­tiv und bunt unser Team un­ter­stüt­zen. Wir zei­gen immer und über­all, dass Re­spekt und Men­schen­ver­stand auch ins Sta­di­on ge­hö­ren.

Wir wer­den laut und krea­tiv als Fuß­ball­fans und als en­ga­gier­te Men­schen gegen Dis­kri­mi­nie­rung und die Ver­herr­li­chung rech­ten Ge­dan­ken­guts auch im Sta­di­on Stel­lung be­zie­hen. Wir ver­wei­gern uns der Si­mu­la­ti­on eines neu­tra­len Sports. Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, An­ti­zi­ga­nis­mus, Homo- und Trans*pho­bie sowie Se­xis­mus dür­fen keine Chan­ce haben – weder in un­se­ren Kur­ven, noch au­ßer­halb des Sta­di­ons!

Für eine bunte Kurve – Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten!

Nord­kur­ve Ba­bels­berg

Blauweißbunt in Leipzig

Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten

Am 8. De­zember spielt der SV Ba­bels­berg 03 im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on gegen den 1. FC Lok Leip­zig. Es ist der erste Spiel­tag der Rück­run­de in der Re­gio­nal­li­ga-​Sai­son 2013 / 2014. An die­sem Tag geht es aber um weit mehr als um drei Punk­te in der Meis­ter­schaft.

Als der 1. FC Lok Leip­zig am 3. Au­gust 2013 im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on zu Gast war, hat­ten die an­ge­reis­ten Leip­zi­ger of­fen­sicht­lich wenig In­ter­es­se daran, ihren Ver­ein zu un­ter­stüt­zen. Meh­re­re Dut­zend stürm­ten nach ihrer An­kunft den Gäs­te­block. Beim Ein­zug hul­dig­ten ei­ni­ge in Ge­sän­gen den mi­li­tan­ten Nazis vom Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU), der Bom­ben­an­schlä­ge ver­übt und min­des­tens zehn Men­schen er­mor­det hat. Noch vor dem An­pfiff grif­fen ei­ni­ge Lok-​Hoo­li­gans den Heim­block an. Wäh­rend des Spiels skan­dier­te ein nicht un­er­heb­li­cher Teil der Gäs­te­kur­ve immer wie­der an­ti-​an­ti­fa­schis­ti­sche, ras­sis­ti­sche, an­ti­zi­ga­nis­ti­sche, ho­mo­pho­be und se­xis­ti­sche Pa­ro­len, die im Schlacht­ruf „Wir sind Lo­kis­ten – Mör­der und Fa­schis­ten“ kul­mi­nier­ten. Au­ßer­dem stürm­ten ei­ni­ge Gäste den Platz und sorg­ten für eine Spiel­un­ter­bre­chung.

Nach dem Spiel wurde der Ba­bels­ber­ger Fan­sze­ne vor­ge­wor­fen, das Spiel un­nö­tig po­li­ti­siert zu haben. Ver­ein­s­of­fi­zi­el­le des säch­si­schen Fuß­ball­clubs woll­ten Pro­vo­ka­tio­nen von Sei­ten der Gast­ge­ber er­kannt haben, die zu den men­schen­ver­ach­ten­den und dis­kri­mi­nie­ren­den Ge­sän­gen sowie der Ge­walt der Gäste ge­führt haben sol­len. In einer Zeit, in der en­ga­gier­te Fuß­ball­fans wie die Aa­chen Ul­tras, die Ul­tras Braun­schweig oder die Ko­hor­te Du­is­burg auf­grund ihrer an­ti­ras­sis­ti­schen Po­si­tio­nen an­ge­grif­fen wer­den oder ihre Kurve ver­las­sen müs­sen, ist eine der­ar­ti­ge Po­si­tio­nie­rung eines Fuß­ball­ver­eins un­er­träg­lich. Auch an­ge­sichts ge­sell­schaft­lich be­denk­li­cher Ten­den­zen, wie zum Bei­spiel die Pro­tes­te rech­ter Rat­ten­fän­ger gegen die Schaf­fung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten in ganz Deutsch­land, wer­den wir be­son­ders darin be­stärkt, unser En­ga­ge­ment für die Grund­wer­te un­se­rer Ge­sell­schaft auch im Um­feld des Fuß­balls fort­zu­füh­ren und of­fen­siv zu ver­tre­ten.

Trotz des Ver­hal­tens der Fans sowie der Ver­ein­s­of­fi­zi­el­len des 1. FC Lok Leip­zig im Au­gust wer­den wir Fans des SV Ba­bels­berg am 16. Spiel­tag nach Leip­zig fah­ren – nicht nur um unser Team laut­stark und krea­tiv zu un­ter­stüt­zen, son­dern auch um ein kla­res Zei­chen für mehr Re­spekt und Men­schen­ver­stand sowie gegen Dis­kri­mi­nie­rung und die Ver­herr­li­chung rech­ten Ge­dan­ken­guts im und au­ßer­halb des Sta­di­ons zu set­zen.

Wir laden des­halb alle Fans des SV Ba­bels­berg 03 und Freun­de ein, uns nach Leip­zig zu be­glei­ten. Wir rufen au­ßer­dem alle en­ga­gier­ten Leip­zi­ger*innen, die kei­nen Bock auf Na­zi-​Schei­ße haben, dazu auf, sich un­se­rer De­mons­tra­ti­on vor dem Spiel an­zu­schlie­ßen. Wir tref­fen uns am 8. De­zember um 10 Uhr zur Auf­takt­kund­ge­bung am Bahn­hof Con­ne­witz und zie­hen von dort zum Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on.

Unter dem Motto „Blau­weiß­bunt in Leip­zig“ möch­ten wir zei­gen, dass Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, An­ti­zi­ga­nis­mus, Homo- und Trans*pho­bie sowie Se­xis­mus keine Chan­ce haben – weder in un­se­ren Kur­ven, noch au­ßer­halb des Sta­di­ons!

En­ga­giert und cou­ra­giert für eine bunte Ge­sell­schaft! Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten!

Nord­kur­ve Ba­bels­berg

Die Stadt sind wir Alle! Demo am Sa., 17. August 2013

 

Aufruf der Initiative „Recht auf Stadt“:

Am Samstag den 17.08.2013 gehen wir in Potsdam wieder auf die Straße. Gegen hohe Mieten, gegen Verarmung und Verdrängung, für eine Stadt für alle!

Nicht schon wieder, könnte mensch denken, doch das Thema ist nicht vom Tisch, im Gegenteil es geht gerade erst los. Wenn wir die letzten zwei Jahre betrachten, dann hat gemeinsames, solidarisches Handeln und entschlossenes Auftreten etwas bewirkt. Wir haben immer wieder mehr oder minder geheime Aktionen von Pro Potsdam, Gewoba und Co. öffentlich gemacht. In Potsdam kommen mittlerweile nicht einmal mehr die sonst so stadtnahen Printmedien an der skandalösen Wohnungsnot vorbei. MieterInnen, die schon fast resigniert hatten und nur allzu oft glaubten, dass sie eh nichts ändern könnten, haben sich zusammengeschlossen und sind gemeinsam aufgetreten. Laut haben sie auf die Missstände aufmerksam gemacht und mehr als einmal ihr Recht wahrgenommen, in der Stadtverordnetenversammlung zu sprechen, ob nun mit oder ohne Einladung.

Zum Beispiel in der Heidesiedlung am Findling, die hinter dem Rücken der MieterInnen verkauft werden sollte und es gelungen ist, die Privatisierung zu verhindern. Oder das „Archiv“, das die Stadt als unkommerzielles Wohn- und Kulturprojekt durch fadenscheinige Argumente zu zerstören versuchte, es ihnen aber nicht gelang. Auch der Versuch die Wohnprojekte in der Stadt zu diskreditieren und die Pachtzinsen exorbitant zu erhöhen ist nicht unbeobachtet geblieben und wurde öffentlich gemacht.

Doch immer noch ist es so, dass Prestigeobjekte und Preußenkitsch wie Stadtschloss, Palast Barberini, Garnisonkirche und vieles mehr Vorrang vor guten Wohnungen für alle haben, dass diese Stadt plant, Flüchtlinge in Containern im Industriegebiet zu lagern während in der Innenstadt Schlösser gebaut werden. Und nicht nur das. Alles was da nicht ins Bild der Preußenfans passt, soll verschwinden. Alternative Lebensentwürfe und Wohnideen müssen immer wieder gegen reaktionäre Stadtplanung und Verwertungslogik verteidigt werden.

Wir wissen, dass jede Veränderung erkämpft werden muss, denn die Verantwortlichen haben kein Interesse daran, dass sich etwas ändert. In den letzten zwei Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir solche Veränderungen auch erkämpfen können. Das kostete viel Kraft und ist oft schwer, aber wir lernen dabei auch neue Leute kennen und machen Erfahrungen, die uns stärker machen.

Deshalb werden wir auch die Wohnungen in der Behlertstraße verteidigen. Eigentlich sind die Bedingungen genau wie am Findling, doch auch hier wird hinter dem Rücken der BewohnerInnen agiert. Fehlinformationen an die MieterInnen, Wohnungsleerstand und Verkaufsüberlegungen sind Teile einer Strategie der Pro Potsdam um das ganze Areal mit ca. 264 Wohnungen gewinnbringend zu verkaufen. Doch die Pro Potsdam hat sich geschnitten, wenn sie dachte es geht mal wieder so. Nichts da! Wir werden überhaupt nicht mehr leise sein und werden das nicht zulassen. Weder in der Behlertstraße, noch am Staudenhof oder sonst wo.

Der Ausverkauf von städtischem Wohneigentum führt dazu, dass mittlere und untere Einkommensschichten sich die Mieten nicht mehr leisten können. Luxussanierte Wohnungen zu extrem hohen Preisen sind die Folge. Durch diesen Umstand steigen aber auch die Mieten von langen Verträgen immer weiter. Leerstand von einzelnen Wohnungen und ganzen Häusern sind immer noch zuträglich für Spekulationen in dieser Stadt. Höchste Renditen können erzielt werden, wenn aus Beständen der Gewoba oder Pro Potsdam gekauft wird. Menschen werden nicht nur an den Stadtrand oder aus bestimmten Vierteln verdrängt, sondern müssen gleich ganz aus der Stadt abhauen. Das zahlungskräftige Klientel will unter sich bleiben. Und nicht zuletzt gehören viele der EntscheidungsträgerInnen der Stadtpolitik auch dazu.

Hier geht es längst nicht mehr nur um Wohnungen oder Miete, hier geht es darum, wer darüber bestimmt, wer, wie in dieser Stadt leben darf und wer nicht. Deshalb rufen wir alle auf, die von der Politik der Verdrängung betroffen sind, ob Mieterinnen vom Staudenhof oder BewohnerInnen der Behlertstraße, ob Flüchtlinge, Betroffene von Zwangsräumung oder Luxussanierung, ob Leute aus Wohnprojekten, Wagenburgen und besetzten Häusern oder Familien in zu kleinen Wohnungen am Schlaatz, ob sofasurfende Jugendliche oder Studis die jeden Tag anderthalb Stunden zur Uni fahren müssen… die Liste ließe sich unendlich fortsetzen… gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen und zu zeigen: Wir sind da und wir gehen hier nicht mehr weg! Wir werden es nicht mehr hinnehmen, daß die Mieten steigen und steigen, dass der Mietspiegel (eigentlich ein Instrument um Mietpreise zu deckeln) seinen Sinn verliert, Pachtzinsen erhöht werden, Leerstand trotz Wohnungsnot gefördert wird und die kommunalen Verwaltungen sich aus ihrer sozialen Verantwortung stehlen.

Schluss mit der ganzen Scheiße!

Wir lassen uns nicht vertreiben.

Miete-Abriss-Schicksanierung – Wir haben es satt!

Plätze-Häuser-Alles – Für alle in der Stadt!

http://www.rechtaufstadt-potsdam.de/

Ihr kommt hier nisch rein, Altaa!

Liebe Nulldreier_innen, um der NPD die Möglichkeit zu verhageln durch unseren Kiez als Ausweichroute zu ziehen wollen wir uns zusammen mit anderen aus der Nordkurve der Demo des SVB durch Babelsberg anschließen und uns zusammen mit allen dem braunen Mob entgegenstellen. Kommt so zahlreich wie an Spieltagen und zeigt, dass wir Nulldreier_innen egal wo wir im Stadion stehen oder sitzen immer gemeinsam gegen Faschismus, Rassismus und Homophobie stehen. Last uns allen zeigen, was wir von den hohlbirnen von der NPD und ihrem Anhang halten.

Los gehts pünktlich um 10:30 Uhr am Samstag auf der Grünfläche Rudolf-Breitscheid-Straße / Ecke Glasmeisterstraße.

Kein Fußbreit den Faschisten! Nicht im Stadion, nicht in unserem Kiez, nicht auf der Straße oder sonstwo!


15.09.2012 – Naziaufmarsch in Potsdam stoppen!

Unsere Freunde vom Filmstadt Inferno 99 haben folgenden Aufruf veröffentlicht, dem wir uns anschließen wollen. Zujezogen Nulldrei ruft ebenfalls alle Nulldreier dazu auf, an diesem Tag nicht nach Bielefeld zu fahren und stattdessen dem Nazi-Scum entschieden entgegenzutreten.

THEY SHALL NOT PASS!

 

Liebe Babelsberger Fußballfreunde,

am 15. September 2012 will der NPD-Kreisverband Havel-Nuthe und seine UnterstützerInnen versuchen durch Potsdam zu demonstrieren. Dies können und wollen wir selbstverständlich nicht tatenlos tolerieren. Daher hat sich, um einen organisierten Protest zu arrangieren, das antifaschistische Bündnis „They shall not pass“ zusammengefunden. Diese Zeilen möchten wir dazu nutzen ebenfalls dazu aufzurufen, den Naziaufmarsch zu verhindern!

Nun spielt am selben Tag bekanntermaßen auch Nulldrei auswärts in Bielefeld. Wir werden nicht zu diesem Spiel fahren, sondern in Potsdam den Mund gegen die Neonazis aufmachen und den Aufmarsch verhindern. Wir hoffen, dass sich auch viele Nulldreierinnen und Nulldreier dem Protest anschließen.

Die Entscheidung, nicht nach Bielefeld zu fahren, haben wir uns sicher nicht leicht gemacht. Für manche ist und war es fast undenkbar auch nur ein Auswärtsspiel zu verpassen. Zumal Bielefeld sicher eine angenehme und attraktive Abwechslung zu unseren Spielen in Heidenheim oder Unterhaching ist. Dennoch ist es für uns als NulldreierInnen und Babelsberger Ultras wichtiger, sich den Nazis in den Weg zu stellen und ein klares öffentliches Zeichen gegen die Verbreitung dieser neonazistischen Ideologie zu setzen. Wir werden in den kommenden Tagen auch das Team von unserer Entscheidung in Kenntnis setzen und die daraus folgende fehlende Unterstützung in Bielefeld begründen.

Antifa Ultra heißt für uns neben der meist möglichen Unterstützung des Vereins eben nicht nur sich im Stadion gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und chauvinistisches Gedankengut einzusetzen, sondern dies auch über die Grenzen des Stadions hinaus zu tun.

Auch in Potsdam gibt es genug rechte Spinner. Ob dies organisierte Nazis in der Waldstadt oder irgendwelche rechten Union-Hools à la „Crimark“ sind.

Am 15.09. werden wir zeigen, was wir von ihnen und ihrer Ideologie halten!

Es sind verschiedene Kundgebungsorte geplant, um die Nazis nicht marschieren zu lassen. Da sich allerdings kürzlich der Nazitreffpunkt änderte, bitten wir euch Augen und Ohren bzgl. entsprechender Gegendemonstrationsorte offenzuhalten.
2004, als die Neonazis als Alternativroute durch Babelsberg liefen, darf sich nicht wiederholen!

Weitere Infos findet ihr auf http://theyshallnotpass.blogsport.eu

Babelsberg, 26.08.2012
Filmstadt Inferno 99 – Ultras Babelsberg

http://ultras-babelsberg.de/wordpress/?p=1501