LOK-STOP

Halten wir die Sache kurz: Keine besonderen Vorkommnisse an diesem Tag. Das Battle of the year blieb aus, das Stadion mit knapp 2.000 Besuchern auch erstaunlich leer, was wohl eher an der Hitze mit ca. 35 Grad Celsius und am beinahe leeren Gästeblock lag. Hatte man in der Fanszene von LOK zu einem Spielboykott aufgrund der Kartenvergabe an Mitglieder und Dauerkarten-Inhaber aufgerufen, wurde diesem auch erstaunlich klar gefolgt.

Dass seltsame Kartenvergabeverfahren nicht immer besonders zielführend sind, durften wir vor 3 Jahren beim Gastspiel im Bruno-Plache-Stadion erleben, wo die Karten auf lediglich 300 Stück beschränkt wurden. Auch damals entschieden sich viele gegen einen Besuch – allerdings nicht so eindeutig, wie die Gäste beim hiesigen Heimspiel der laufenden Saison. Nun die Entscheidung seitens der LOKschen Geschäftsführung, die der Partie auf den Rängen natürlich einiges an Brisanz nahm, allerdings auch erheblich Atmosphäre für einen schönen Sommerkick.

Dieser gestaltete sich auch wegen einiger sehr freundlicher Schiedrichterentscheidungen insbesondere in Halbzeit eins zugunsten des guten Vereins erstaunlich einseitig. Nicht die LOK machte hier mächtig Dampf, sondern Nulldrei. Und so konnte ein in seiner Höhe allerdings völlig untertriebenes 2:0 erspielt werden. Die Chancenauswertung war eher grauenhaft. Allerdings sah man den Spielern auch deutlich an, dass die Hitze erhebliche Ermüdungserscheinungen vor allem in den Beinen von Andis Shala und Matze „Kann alles“ Steinborn auslösten. Na, wenigstens belohnte sich letzterer mit seinem ersten Saisontor und mit einem starken Auftritt auf dem Zaun der Nordkurve. „DARUM FEIERN WIR!“ brüllte er, mittlerweile völlig textsicher, ins Rund. Kann eben alles, der Steini. Und unser Team: das stoppt die Lok nach sage und schreibe 34 Pflichtspielen ohne Niederlage. Well done, Nulldrei!

Apropos Brüllen. Eine ziemlich niederträchtige Situation durfte ich dann noch auf der Haupttribüne kurz nach Pausenpfiff erleben. Der eingangs beschriebene Boykott wird in der LOKschen Fanszene hauptsächlich dem Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft und gleichzeitiger Sicherheitsbeauftragter Martin Mieth zugeschrieben. Wie emotional, aber auch niveaulos das geführt wird, konnte der geneigte Babelsberg-Fan anhand einer Brüllattacke einer kleinen Gruppe LOK-Fans gegen eben jenen erleben. Irgendwelches sächsisches Kauderwelsch mit skurrilen Vorwürfen, wer hier wirklich LOK sei, garniert mit „Du Fotze!“ umso glaubwürdiger vorgetragen. Einfach erbärmlich.

wie früher // ab nach vorne

eigentlich wollte ich viel früher was zum spiel gegen neugersdorf schreiben. aber den donnerstag zum erholen genutzt, am wochenende unterwegs, montag ist halt montag und gestern wieder ein spiel…ausreden liegen also genug parat. der mittwoch abend stand schnell unter dem motto „wie früher“. ja ok, nicht „wie ganz früher“, sondern wie früher in der regio vor dem aufstieg in die dritte. am fanladen uns im stadion verdammt wenig leute. im block wird zusammengerückt. und trotzdem, oder gerade deshalb, wird das beste aus der situation gemacht und eine verhältnismäßig gute leistung abgeliefert. die schlachtrufe schallen sowieso viel besser, wenn die leeren sitzschalen das echo zurückwerfen. das team dankt, spielt furios und hat am ende fünf tore auf der haben- und zwei auf der hätten-nicht-sein-müssen-seite. sehr schön! ebenfalls sehr ansehnlich, war das testspiel der frauen gestern abend gegen die allianz und ihre freunde. immerhin ein herren-team, das erfolgreich in der betriebssport-liga(?) spielt. die körperliche unterlegenheit machte unser team immerwieder mit schnelligkeit und spielsystem wett. schon bezeichnend, wenn der allianz-trainer in der halbzeit einzig das ziel ausgibt „die 7 und die 28 aus dem spiel“ zu nehmen. gelang aber nicht und besagte 28 machte das tor zum 1:1 endstand. mit der gezeigten leistung kann die kommende saison gar nicht früh genug beginnen. und auch hier: sehr schön!

Bautzen auswärts

„Nazizone! Linken Spasten in die Fresse treten!“ Ja, Bautzen präsentierte sich erneut weltoffen, das „halt`s Maul und geh` Flüchtlingsheime anzünden“ an die Adresse der daraufhin beleidigten Thor Steinar Ordnerschaft war durchaus angemessen. Ebenso angemessen das Spiel unseres Teams mit einem starken Knechtel und einem noch stärkeren Sindik. Die Stimmung im 30er Supportmob (vor dem großen Banner der einzig wahren Gruppe) konnte sich das ganze Spiel hinüber hören lassen. Ebenso hören lassen konnte sich die „Vereinslieder-CD“ (Highlights: Schweinfurt, Meppen und natürlich der Wehen-Wiesbaden Rap), welche nach dem Spiel den Alte Säcke-Neuner erfreuen konnte. Mehr Buchstaben sollte man für so ein Spiel aber nicht verschw

Unauffälliges aus Jena

Einige Steinwürfe nördlich des traditionsreichen Ernst-Abbe-Sportfeldes, auf einer Anhöhe nahe Jena, befindet sich ein sogenannter Napoleonstein. Dieses Denkmal erinnert an den historischen Sieg der napoleonischen Armee über den preußischen Heeresverband am 14. Oktober 1806. Da die Franzosen zeitgleich den zahlenmäßig überlegenen preußischen Truppen auch im nahen Auerstedt eine vernichtende Niederlage beibrachten, konnte die preußische Bevölkerung ein paar Jahre lang davon träumen, dass in Deutschland die bürgerliche Gesellschaft über den Feudalismus gesiegt habe.

Knapp 210 Jahre später geschah im Stadion des FC Carl Zeiss Jena beim Spiel gegen den SV Babelsberg 03 nichts Historisches. Am Abend des 6. Mai 2016 bemühten sich beide Teams vielmehr redlich darum, einigermaßen unauffällig zu agieren. In der ersten Hälfte gelang das unserer Equipe deutlich besser. Das ersparte uns, die Hälse zu recken, um die Strafraumszenen vor dem fernen gegnerischen Tor zu verfolgen. Da gab es nichts zu sehen. Dafür war hin und wieder ein gedämpftes Ah! und Oh! zu vernehmen, wenn der Ball gelegentlich am Tor des wackeren Rückkehrers Marvin Gladrow vorbeistrich oder gegen das Aluminium klatschte.

Im zweiten Abschnitt gelang es der Heimelf, sich dem Babelsberger Spiel anzupassen. So war es unausweichlich, dass sich auch unseren in Rot gewandeten Blauweißen ein paar Chancen boten, von denen sie, das muss man ihnen lassen, zwei ziemlich schön und konsequent nutzten. Die Torschützen in der 66. bzw. 75. Minute waren – guter Rat muss nicht teuer sein – wieder einmal Andis Shala und Matthias Steinborn. Gar nicht auszumalen, was passieren würde, wenn diese beiden in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot von Nulldrei tragen sollten. Aber statt überflüssiger Unkenrufe gab es bei den Fans fröhlichen und – wie eigentlich fast das ganze Spiel über – ordentlichen Support.

Trotz eines durchaus seltenen Auswärtssieges in Jena hielt sich die Ausgelassenheit bei Team und Anhang danach in Grenzen. Das galt selbst noch für die Heimfahrt im Bus, wo statt bierseliger Euphorie phasenweise das Programm des MDR Sachsen zu vernehmen war. Vielleicht ist das die Erschöpfung kurz vor Ende einer Saison, in der unsere Elf seit geraumer Zeit im gepflegten Niemandsland spielt. Vielleicht ist das aber auch einem stillen Einvernehmen zwischen Mannschaft und den Treuesten der Treuen geschuldet, äußerst unauffällig alle Kräfte für das bevorstehende Pokalfinale zu sammeln. Um dann doch noch Historisches zu schaffen und sich wieder in den (Fußball-)Geschichtsbüchern zu verewigen. Dann wird es heißen: Ganz Ausgebuffte, diese Babelsberger.

 

Sächsismus ist kein Fangesang. Ausflug nach Rumänien ins Jahr 1987

Ach man, irgendwie hat man sich da mehr erhofft. Regen, Ok-Stimmung und eine seltsame 2:4 Niederlage gegen Zwigge.

Aber dem Reiher nach:

2 Szenebusse (wollte ich schon immer mal schreiben) machten sich auf ins „schöne“ Zwigge, vorbei an Union – , Dynamo – , Aue – und Zwiggeschmierereien (Punktsieger überraschend Aue-geschlechtskrank) um kurz vor Peng in die Hände unserer Lieblingspolizeieinheit, flankiert unterhalb unserer Lieblingsauswärtstribüne, zu fallen. Erster Blick: Soll ich mal lachen? Es geht um den Aufstieg eines „Trabitionsvereins(hihi)“ und es kommen soviele Zuschauer wie bei unserem am schlechtesten besuchten Spiel? Auch der A-Block, vermuteterweise ausgedünnt aufgrund diverser Razzien und Red Kaos + Anhang, deren Anzahl immer weiter zusammenschrumpft, trugen ihren Teil dazu bei. Drittligatauglich? Äh…nö. Die Mannschaft hingegen, und das muss man zugeben, spielte ein beeindruckendes Pressing und ging, unterstützt durch krasse Fehler, schnell 2:0 in Führung. Nach tollem Tor von Enes keimte kurz Hoffnung auf, doch erneut machten kapitale Fehler anfänglich der 2,. Halbzeit alles zunichte.

Die Stimmung schwankte zwischen toll (Anfangszeit), naja (vor der Pause) und ok (2. Hälfte), mehr war aufgrund der erneuten Niederlage und eventuell des Wetters vor 138 Gästen nicht drin. Die Heimseite war eigentlich nach unseren Spruchbändern am lautesten und ansonsten auch wenig überzeugend.

Ab in den Bus und nach einigem Spaß („ich war nicht auf einer Baumwollschule……äh……Walldorfschule“) war man wieder am Ausgangspunkt.

Hooray for referee

Nicht viele in der Kurve waren sich in einem Punkt so einig, wie die paar zujezogenen Fußballsachverständler im Mittelbereich der Nordkurve.

Am vergangenen Freitag unterlag unsere Erste (wieder einmal) dem Berliner AK in zwei höchst unterschiedlichen Halbzeiten mit 1:3 und ließ einerseits die davor unglaubliche Heimserie reißen, gleichzeitig aber auch die Meisterschaft offen. Der BAK rückte durch die sehr konzentrierte Leistung in Hälfte eins und der furiosen, aber nicht mehr wirklich anbrennenden Leistung unserer Equipe in Hälfte zwei näher an die Unsymphaten aus Zwickau heran – zumindest bis Sonntag. Jedoch behielt man sich aufgrund eines Spiels weniger klar auf Schlagdistanz.

Zurück zum Eingangssatz, denn nur einer hatte an diesem Abend sein Meisterstück vollbracht und auf ganzer Linie überzeugt: Der Schiedsrichter. Natürlich wird sich die geneigte Leserschaft unseres kleinen Spielberichte-Blogs fragen, ob wir noch janz takko sind angesichts der vielen Fehlentscheidungen oder der sehr laissez fairen Spielführung des Manns in schwarz. Wir, die fussballschauenden, dennoch mitsingenden Fußballsachverständler aus dem Mittelbereich der Nordkurve sind voll und ganz bei Trost. Auch wenn sich Menschen um uns herum insbesondere in der ersten Hälfte komplett erbosten, sich Stimmen vor Schiribeleidigungen überschlugen und der ein oder andere Bierbecher fast schon seinen Flug Richtung Spielrandbegrenzung erfuhr (Fast!), wir blieben dabei – Mann des Abends: Patrick Kluge vom SV Blau-Weiß Grana.

Der Name ist Programm. Klug und ruhig führte er das Spiel von Beginn an, ließ sich durch nichts beeindrucken und blieb bei seiner Linie der Spielführung. Angesichts der spielerischen Qualitäten der Teams kein leichtes Unterfangen, denn ein zartes Abtasten oder körperloses Agieren war das bei Weitem nicht, immerhin sprechen die neun vergebenen, gelben Karten eine klare Sprache der Spielintensität. Nichts zu spühren von Beschnuppern und Herantasten an den Gegner. Nulldrei begann sehr offensiv und versuchte den Gegner, der sich daraus resultierend eher defensiv verhielt, gleich unter Druck zu setzen. Das gelang jedoch nur mäßig und führte unweigerlich zu einigen Patzern und ganzen drei Gegentoren vorm Pausentee. Die zweite Hälfte verhielt sich dann recht ähnlich, wie der Beginn, nur dass nun die Fehlerquote nicht mehr so vernichtend ausfiel.

Aber, zurück zum eigentlichen Helden: Es kommt in der Regionalliga leider nicht allzu häufig vor, dass ein Schiedrichter wirklich so souverän wirkt oder ein Spiel so überzeugend leitet, wie es Herr Kluge tat. Deshalb verneigen wir uns vor dieser Leistung.

2:1 (3:1) gegen Neustrelitz. Hicks.

Freitagabendsuff sorgt für Kopfschmerzen bis Sonntagabend. Ich werde alt….

Bier 1: Auf der Zugfahrt an neuem, schickem SVB-Graffiti am Park Sanssouci vorbei.

Bier 2: Am Späti gegenüber von Femo, „muss noch zur Bank.“

Bier 3: Wirklich nur Beiwerk zum geilen Köfteteller im Karli-Bistro.

Bier 4: „Eins auf dem Weg“, welcher über den Weberplatz führt.

Bier 5-7: Ausnahmsweise Stadionbier (eigentlich nicht meins), aber was man hat, hat man. „Geil, 2:1 gewonnen!!“-„Äh, Zack, 3:1“. Dementsprechend kann ich wirklich wenig Substanzielles zum Spiel selbst beitragen.

Bier 8: Fanladen, bin mittlerweile schon im „Fear and Loathing“-Modus.

Bier 9-10: Im guten alten Nowawes, ich hoffe ihr hattet gut Lachen.

 

Schön is anders…

Es sollte wieder sein.
Ich sollte endlich wieder ins Karli können.
Endlich wieder in die Nordkurve.

Ziemlich raus bin ich.
Nie Zeit für das,
Was mir mal das Wichtigste war.
Geld für Eintritt fehlte gar nicht selten.
Und „Nein“ sagen fiel auch oft schwer.
Habe also auf unsere Kleinsten aufgepasst,
Dass immerhin ihr Fußball gucken könnt.
Schön is anders.

Gestern war es anders.
Es sollte wieder sein.
Fußball.
Karli bei Flutlicht.
Nordkurve.
Singen.
Schön.

Hinfahrt: „Gegen wen spielt ihr?“
„Keine Ahnung.
Is doch egal.“
Alles, wie immer. 😉

Eintrittskarte verriet:
Budissa Bautzen.

Ich gebe zu: Aufgeregt war ich.
Viel hat sich verändert.
Bei mir.
In der Kurve.

Irgendwie leicht fremd.
Irgendwie doch zuhause.
Selten gewordene Gesichter wieder gesehen.
Endlich.
Wurde ja auch mal wieder Zeit.

„Sachma – schreibste Spielbericht?“
„Aber is doch keen Auswärtsspiel.
Najut, wer weeß, wann ick wieder komme.“
Irgendwie Zuhause.
Schön.

Und dann?
Gähnen…
Nicht, dass ich je über Fußballsachverstand verfügt hätte.
Aber das Spiel war langweilig.
Gähnend langweilig.
Und Torlos.
Schön is anders.

Support?
Ausbaufähig.
Wirklich jetzt!
Mich einmal alleine singen lassen.
Meine Stimme will doch gar nicht unbegleitet erklingen.
Aber noch schlimmer:
Mein Lieblingslied verkackt.
Mitmachquote nicht messbar.
Zu gering.
Schön is anders.

Aber auch was zum Schmunzeln war dabei:
„Das Konfetti werft ihr dann, wenn…“
„Hat er Konfetti gesagt?“
Alle werfen unkoordiniert Konfetti in die Luft.
Haha – also doch alles, wie immer.
Dafür mag ich euch so.

Ich komme wieder.
Versprochen.
Alles andere wäre nicht schön.