Hopping in Slow-Motion

Busen, Bier und Ballermann……ist was für Ultras Leverkusen, wir entschieden uns für Burgen, Bier und Berge in der Slowakei, respektive (bedeutet „beziehungsweise“, ihr Prollos) Slowenien.
Da dies ja ein Hopping – und kein Reisebericht darstellen soll, lege ich den Fokus auf die von uns besuchten Spiele. Das erste fand im von Ungarn bewohnten Teil der Slowakei statt und lautete

Dunajska Streda : Spartak Trnava

In der hässlichen Stadt hatte vieles einen ungarischen Flair, welches sich auch im und ums schicke Stadion fortsetzte.Vor einigen Jahren gab es bei einem Heimspiel gegen Slovan Bratislava schwerste Krawalle zwischen Slowaken und Ungarn, auch dieses mal war eine aggressive Stimmung unter den niemals erwarteten 5500 Zusehern auszumachen. Untermalt von der ungarischen Hymne wehten ungarische Fahnen im circa mit ca. 400 Supportern besetzten Heimblock, die 300 Gästefans schwenkten die slowakische Flagge. Letztere legten, im Vergleich zu den Heimfans sowie den 30 Nazi-Ferencvarosfans (standen zwischen uns und der Wurst), welche sich auf bekannte Schlachtrufe und Pöbeleien beschränkten, einen astreinen Auftritt hin. Hohe Mitmachquote, kollektives Ausrasten nach dem einzigen Tor des Abends, hohe Lautstärke und eine geile Fahnenklauaktion (2-3 Minuten geplanten Stress mit Ordnern und Polizei suchen, währenddessen eine kleine Abordnung eine Fahne im Heimbereich zog) bestätigten den Eindruck, hier und heute die klare Nummer 1 in der Slowakei gesehen zu haben.
Beim nächsten Kick Spisska Nova Ves: Irgendwas Nova Ves stand ausschließlich das Stadion (schöne große Haupttribüne) sowie das Bier im Vordergrund,wenigstens sahen wir vor 300 Leutchen ein torreiches 4:2.
Nach Besichtigung der „Zipser Burg“ (geil) führte uns der Weg nach Bratislava (wenig überzeugend) und abends zum Spiel

Slovan Bratislava: AS Trencin

Auf der Haupttribüne gab es legga Hopperauflauf, uns verschlug es aufgrund zarter Kontakte in den Gästeblock. Dies bedurfte jedoch zurecht so einiger Überredungskunst und dem Vorzeigen von Aufklebern, E-Mails usw. Das erste Mal seit 6 Jahren fuhren die Gäste, welche die einzigen in der Slowakei mit einer antirassistischen Grundeinstellung sind, zu diesem Spiel und hatten berechtige Sorge ob eines in der Nähe stattfindenden Hoolturniers der Faschoheimfans. Im Block des Tabellenführers supporteten circa 80 Leute sehr konstant, kreativ und politisch das ganze Spiel hinüber durch und ließen sich weder durch eine Pfefferwolke (die mich selbst in 20 Metern Entfernung noch Schachmatt setzte) eines der Faschoordner nach einem Torjubel, noch durch lange hinausgezögerte Festnahmen seitens der Bullen davon abhalten. Durchaus beeindruckend und zurecht mit einem 3:1-Sieg gegen Slovan belohnt, die mit nur 70 Leuten in ihrem Bereich (insgesamt so 1000 Zuschauer) eine in jeglicher Hinsicht erbärmliche Vorstellung boten. Nach dem Spiel führten wir noch einige interessante Gespräche mit den auf einen Verletzten wartenden Trencinern, denen ich für den Rest der Saison alles Glück wünsche -> die Meisterschaft ist greifbar!!!

Auch der Länderpunkt (zumindest für 3 der 4 Mitfahrer) Slowenien (was für ein endgeiles Land!!!!) sollte fallen (Hoppersprache!). Hierzu wählten wir das beste Duell des Landes:

Olimpija Ljubljana: NK Maribor

Erster Nackenschlag: Das grottenhäßliche Stadion am Rande der Stadt. Zweiter Nackenschlag: Kein Bier im Stadion. Dritter Nackenschlag: Keine Wurst im Stadion.Vierter Nackenschlag: Die Heimgruppe „Green Dragons“ boykottieren seit geraumer Zeit. Die Gästefans rund um „Viole Maribor“ verbreiteten gute Stimmung und hatten sichtlich Spaß am Verarschen des Popcornheimpublikums, ein längerer Aufenthalt als 45 Minuten rechtfertigte dies jedoch nicht. Ganz, ganz düster.

King Banik versus Slavia Prag

Ein insbesondere dank meiner Mitfahrer unvergesslicher Tschechien und Slowakei – Ausflug wurde durch dieses Spiel abgerundet. Während bei den weiteren 5 unterklassigen Spielen in Tschechien das „Übliche“ (Klobasa, Pivo, alte Holztribünen, die liebenswerte omnipräsente tschechische Nappel – und Gemütlichkeit, die Entdeckung der Langsamkeit etc.) und in der Slowakei (welche, Achtung Futur2, definitiv noch einmal von mir bereist werden wird) ausschließlich Burgen und Natur (ok, 1-2 Pivo auch) im Vordergrund standen, sollte bei oben genannter Begegnung auch das Fangeschehen im Fokus stehen.

Das altehrwürdige Stadion „Bazaly“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_Bazaly#mediaviewer/Datei:Ostrawa_7176.jpg) ist natürlich definitiv ein sehenswertes, zumal es heute mit 12.500 Zusehern gut gefüllt werden sollte. Wie der Überschrift zu vernehmen ist, gilt Banik Ostrava (abgefuckte, authentische, nach Ruß stinkende Stadt) ja als „Supportking“ in Tschechien, da sie zum einen „polnischen“ Support abliefern (sehen sich als Schlesier und haben eine auch an diesem Tag stark sichtbare Freundschaft zu Katowice) und zum anderen als die bestorganiserte Szene gelten, die auch auswärts regelmäßig auftrumpft. Die, im Gegensatz zu den von mir 2-mal gesehenen und als schlecht bewerteten Spartaner, Gäste von Slavia fahren die „Ultraschiene“, weshalb dieses Spiel als das stimmungsvollste im Land gilt; aufgewertet durch die Tatsache, dass es bei den Gästen darum ging, den Abstieg zu vermeiden und die Heimseite sich und den Klassenerhalt feiern wollte. Eine aufgrund falscher Berechnungen mäßige Choreo, eine halbwegs gelungene Choreo und jede Menge Schlachtrufe später gehe ich zwar mit, dass Ostrava in jedem Fall der „King“ in Tschechien ist, richtig gut oder gar überragend war das beileibe nicht. In meinen Augen kein Vergleich zu den (als mittelmäßig geltenden) polnischen Szenen, die ich schon sah. Die in schwacher Zahl angereisten Gäste (200…möööp) überzeugten zwar anfangs mit einer guten Mitmachquote und 1-2 optischen Aktionen, das Katastrophenspiel ihrer Mannschaft (2:0 für Banik, Slavia schaffte dennoch den Klassenerhalt), welche danach mit einer Bierbecherarmada eingedeckt wurde, sorgte jedoch alsbald für relative Ruhe. Die Banikfans feierten den gelungenen Saisonabschluss und wir nahmen die Gästefans etwas genauer unter die Lupe um hernach festzustellen, dass wir sowohl die ältesten, als auch die breitesten Menschen im Gästeblock gewesen wären. Zurück an die ausgeschlossenen Anstalten.

Nordhausen, Harzrigi

Bereits einen Tag vor dem Spiel ging es für mich los zur drittletzten Auswärtsfahrt dieser seltsamen Regionalligasaison. Der Grund war die Bildungsfahrt des Fanprojekts zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Über Magdeburg und Sangerhausen erreichten wir Nordhausen pünktlich auf die Minute und nach kurzer Fahrt mit der Straßenbahn und einem Fußmarsch durch eine Kleingartenanlage auch bald unsere Unterkunft. Idyllisch inmitten von grünen Wiesen und kleinen Bergen gelegen, Ziegen und Schafe inklusive, durfte uns das Schullandheim Harzrigi beehren.

Schnell die Zimmer bezogen und dann war der Kleinbus auch schon zur Abfahrt gen Gedenkstätte bereit. Dort empfing uns Johannes, der uns die kommende Stunden durch Mittelbau-Dora führte. Nach kurzer Begrüßung und einem Gespräch über Fußballfanszenen im Allgemeinen und die Babelsberger im Besonderen (auch Fangruppen aus Jena und München hatten unlängst die Gedenkstätte besucht) ging es zu einer großen Runde über das Gelände. Inhaltlich kann und möchte ich gar nicht auf das Erfahrene eingehen, wer möchte kann sich gerne im Netz oder mit Hilfe von diversen Veröffentlichungen informieren. Nur kurz dazu, es war eine sehr gute Führung. Johannes konnte jede, aber auch wirklich jede Frage der Teilnehmer_innen beantworten und die Diskussionen waren anregend. Nach kurzer Pause ging es in die Stollenanlage und zum Schluß sahen wir noch einen Film über die Befreiung des Konzentrationslagers. Insgesamt waren wir 5 Stunden in der Gedenkstätte. Die folgenden Programmpunkte dann Einkaufen, Feuer machen, Kartoffeln und Würstchen grillen, über den Tag und das Erfahrene quatschen, aber auch viel Lachen und irgendwann dann ins Bett fallen.

Am Spieltag noch Frühstück im Schullandheim und dann per Straßenbahn zum Bahnhof wo der kleine Zugmob, eher ein Möbchen, und der Shuttlebus schon auf uns warteten. Vorm Stadion dann ein völlig überzogener Einsatz der Ordnungsmacht. Es war wohl – welch Verbrechen! – der Bus durch einen Aufkleber verschönert worden. Daraufhin kam zu Durchsuchungen und bei einigen Reisenden  wurden Personalien festgestellt – pure Provokation! Anscheinend hatte die Staatsmacht dadurch Gefallen an willkürlichen Aktionen gefunden, denn auch während des Spiels wurden Zuschauer_innen belästigt und mussten Körper- und Personenkontrollen über sich ergehen lasse.

Es ist an dringend an der Zeit die Aktion „Fußballfans beobachten Polizei“ wieder zu beleben!

Das Spiel unseres Teams in der ersten Halbzeit unterirdisch und es ging torlos in die Kabine. In der 2ten Halbzeit ein viel besseres und engagierteres Auftreten von Nulldrei, Chancen waren vorhanden und mit ein wenig Glück hätten wir dort punkten können. Schade drum, aber es geht weiter!

Schon am Freitag gegen Viktoria Berlin. Da gibt es dann endlich den lang ersehnten Sieg.

Per Auto ging es für mich nach dem Spiel zurück nach Potsdam.

Kein Bock auf Lok!

Am 2.4. werden sich Babelsberger im Gästeblock von Lokomotive Leipzig einfinden und unsere Equipe nach vorne treiben…..Wir nicht! Eine Erklärung:

Vorausgestellt gilt es zu sagen, dass wir im Folgenden auch Freunden unsererseits argumentativ entgegentreten werden. Dessen sind wir uns bewusst, aber diese Auswärtsfahrt unkommentiert im Raum stehen zu lassen, stellt für uns keinerlei Option dar.

Bereits das Hinspiel lieferte eigentlich mehr als genug Argumente unserem Beispiel bezüglich des Rückspieles zu folgen: Bagatellisierung, Negierung und Vertuschung massenhafter rechtsextremer Äußerungen und Gesten seitens der Fanszene und(!) der Vereinsverantwortlichen von Lok Leipzig waren während und insbesondere nach dem Spiel zu konstatieren. „Diesem Verein werde ich keinen Cent in den Rachen werfen“ hörte man (damals noch) allenthalben.

Doch nicht nur der Verein blieb ein Ärgernis, bezüglich des ersten Rückspielansetzungstermins (8. Dezember) packte nun der NOFV seine Repressionskeule aus: Mit Bannmeilen, Sicherheitszuschlägen, Karten nur für den Vorverkauf und diversen weiteren Einschränkungen wurde der Bock zum Gärtner gemacht und darüber hinaus auch unsere Vereinsführung, welche leider bisweilen sehr zahnlos auftrat, seitens des Verbandes unter Druck gesetzt. Die angedachte Demonstration gegen faschistische Strömungen in Fußballstadien (Sächsischer Einsatzleiter der Polizei: „Wenn Babelsberg Ärger macht, werden sie den auch kriegen. Da fackeln wir nicht lange!“), welche Verband und Polizei mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln torpedierten, war demzufolge obsolet.

Ohne dass (logischerweise) zu viele Internas (die gibt es schon zuhauf bei „Facebook“) aus der Fanszene breitgetreten werden, beschlich uns als Gruppe bereits während der Winterpause das ungute Gefühl, dass die Bereitschaft für eine Fahrt nach Probstheida in der „aktiven“ Fanszene stetig wuchs.
Es folgte der Termin für das Rückspiel-> natürlich Mittwoch, 17 Uhr-> Eine groß angelegte Demonstration ist aufgrund dessen enorm erschwert worden, aber dennoch nicht völlig unrealistisch. Auch blieb es erwartungsgemäß bei den bekannten Repressionen (Karten nur im Vorverkauf, Sicherheitszuschlag ….); kurzum hatte sich an der Ausganslage nichts geändert.

Für uns persönlich unfassbar geschah nun eine bis zum heutigen Zeitpunkt anhaltende Mobilisierung eines Großteils der „aktiven“ Fanszene plus Umfeld für dieses Spiel am 2.4., welches sogar eine Gegenaktion für diesen Tag mangels Zuspruch unmöglich macht. Die Babelsberger Szene fiel in der Vergangenheit immer wieder dadurch auf, dass sie sich gegen, aus ihrer Sicht ungerechtfertigte, Zustände rund um Fußballspiele vehement wehrte, wie beispielsweise nicht nachvollziehbaren Ticketerhöhungen und Repressionen seitens der Polizei („Fußballfans beobachten die Polizei“) oder der ausrichtenden Vereine. Dass sich nun ein Großteil jener Menschen, die mit uns gemeinsam diese Zeiten erlebten und guthießen, zu diesem Spiel bei Lok Leipzig im Gästeblock einfinden werden, lässt uns mit einer Melange aus Fassungslosigkeit und Wut zurück. Die viel(z)(s)eitig ausgetauschten Argumente diesbezüglich sind allesamt gesagt und gehören nicht an die Öffentlichkeit, die Folgen des Spielbesuchs und der bittere Beigeschmack desselben, wird jedoch nicht ausgeklammert: Obgleich seitens der Babelsberger Fans allerhöchstens marginale(!) Verfehlungen im Hinspiel begangen wurden, treffen die repressiven Maßnahmen des Verbandes eben jene.

Dass IHR, liebe Lokfahrer, dem NOFV mit eurer Bereitschaft diese Fahrt auf euch zu nehmen für zukünftige Maßnahmen Tür und Tor öffnet, muss euch doch bewusst sein??? Dass IHR einem Verein, dessen Vereinsverantwortliche (obgleich der momentanen, allerdings strikt repressiven, Versuche der Eindämmung rechter Strömungen) sich auch hernach des Hinspiels lügenreich und schlichtweg respektlos über unseren Verein äußerten, das dringend benötigte Geld zuschustert, muss euch doch bewusst sein??? Dass IHR, liebe Lokfahrer, ohne klares politisches Statement (eine Antifafahne im Gästeblock gehört nicht dazu!) ein Stadion betretet, in welchem Symboliken gegen Rassismus mit „Masterrace“ gleichgesetzt werden, muss euch doch bewusst sein???

Wer da von einer „Weiterentwicklung der Szene“ spricht, spricht in Wahrheit von einer Tendenz der Szene, wie sie deutschlandweit fast überall Einzug gehalten hat: Der Anspruch und die Bereitschaft etwas zu tun, verblassen zugunsten eines „sich Zeigens“, eines erlebnisorienierten und partiell hedonistischen Habitus`, welcher nur mühsam von halbgaren Argumenten verdeckt werden kann.

Da viele Menschen zu diesem Spiel fahren werden, welche uns sehr nahestehen, wissen wir, dass wir ihnen niemals den Anspruch absprechen können, den die Babelsberger Szene ausmacht(e?). Für dieses eine Spiel sprechen wir ihn euch ab.

Ball paradox

Das berühmte Wort des französischen Aufklärers Jean-Jacques Rousseau, nach dem das Ganze mehr als die Summe seiner Teile sei, hat immer dann Hochkonjunktur, wenn etwas durch mathematische oder statistische Operationen nicht mehr erfasst, erklärt oder gar begriffen kann. Solch Wunderliches nun geschah auch am vergangenen Sonntag in Halberstadt, als unsere Jungs beim VfB Germania Halberstadt antreten mussten (bei allem Respekt gegenüber Vereinsnamen, wie kann man eine Stadionzeitung bloß „Germanenecho“ nennen? Das hört sich nach Brüllen im Wald an, und da schallt es dann bekanntlich genau so raus. Also schon blöd. In dem dann gar nicht großmäuligen Heft, das sie aus Anlass unseres Gastspiels gedruckt haben, kamen wir übrigens außer in einem Pennälerwitz und mit der Mannschaftsaufstellung kaum vor. Na gut.)
Aber zurück zur rätselhaften Arithmetik dieses Tages. Zerlegt man das Ereignis Auswärtsfahrt in die klassischen vier Bestandteile, dann ergibt sich folgendes Ergebnis: Wurst = fad, Bier = fad, Spiel = fad, Support = fad. Ohne zwischen diesen Elementen voreilig irgendwelche Kausalitätsbeziehungen aufmachen zu wollen, so scheint doch – nimmt man alles zusammen – in summa gar nichts anderes herauskommen zu können als ein eindeutiges, ja geradezu fettes „fad“. Letzteres geht natürlich nicht, schon allein wegen der Contradictio in adiecto (fett und fad wollen nicht zueinander passen), aber da klingt schon ein wenig Überschuss an, hier quasi Sehnsuchtsfaktor (wenn ich beispielsweise an die tschechischen Würste vom Wochenende zuvor denke: da kannste dir, wie ein Freund treffend bemerkte, das Gesicht gleich nach dem ersten Biss waschen – nix fad). Stattdessen also Halberstädter Würstchen, genauer: Brühwürstchen! Kann man sofort und ohne Ende Witze drüber machen. Das haben die Halberstädter wohl auch geahnt und protzig ein „Weltmeister“ davor gesetzt, „Weltmeister Bockwurst“. Ich sag nur: „Germanenecho“.
Fett oder nicht, mathematisch kommt man jedenfalls nicht von der Stelle, fad+fad+fad+fad oder 4 x fad – das bleibt einfach: fad. Theoretisch. Praktisch: fröhliche Gesichter bei Spielschluss! Zum Staunen. Man sage jetzt nicht vorschnell: Bei dem Ergebnis, kein Wunder! Nein, das Resultat allein macht es nicht, macht es nie, eher schon, wie es gemacht ist. Und da bleibe ich dabei: Das war eine ganz und gar fade Angelegenheit, von uns und von den Halberstädtern auch, wie da 20 Spieler nach dem Ball hüpften, planlos über den Platz säckelten und Pässe (?) ins Nichts schlugen. (Wollen mal nicht hoffen, dass das mit „Fußball unplugged“ gemeint ist.) Das sah doch alles sehr nach Zufall aus. Und jetzt kommt man der Sache schon näher.
Dass Eigenartiges in der Luft liegen würde, konnte man bereits auf der Anreise ahnen, als man(n) beim Austreten darauf achten musste, sich nicht zu blamieren (apropos Bedürfnisse: drei Klos im Gästeblock, das ist frech – wir sind doch nicht der BAK), und die Bahnfahrer wegen umgestürzter Bäume länger brauchten (jetzt mal was Positives über die Gastgeber: feine Geste, deswegen das Spiel später anzupfeifen!). Der Wind, der Wind also. Der machte von Anbeginn an klar, wer der Herr im Stadion sein würde. Er nahm einen langen Anlauf aus den Bergen und pfiff uns an der Gegengerade giftig ins Gesicht, fegte den Schaum vom Bier und riss unsere Gesänge in Fetzen, die nicht einmal bis zur Außenlinie vordrangen. Vielleicht hätten die Spieler mit energischen Pässen, flach gespielt, dem Wind ein Schnippchen schlagen können. Aber sie ergaben sich ihm, gehorchten seinen Einfällen.
Zu was der Wind in der Lage sein würde, zeigte er Mitte der ersten Halbzeit. In der 26. Minute segelte ein Schuss an unser Lattenkreuz, und wir wussten nicht, was das bedeuten sollte: ein Schreckschuss, der Schlimmeres ankündigte, oder eine Vorahnung unseres Glücks. Fünfzehn Minuten banges Warten. Und dann: Kurz vor und bald nach der Pause offenbarte der Wind, wem er an diesem Tage seine Gunst zuteil werden lassen würde – ein Freistoß (von Zimmer) und ein Fernschuss (oder Flanke? oder was auch immer) lenkten die Halberstädter ins eigene Tor. Ungeschick oder Strafe? Wer kennt schon das Wesen des Windes. Aber dass er auf unserer Seite war, das konnte auch ein Gegentor eine Viertelstunde vor Schluss nicht verhehlen. Es war, als wollte er uns provozieren, mit aller Kraft (und Angst) noch einmal gegen ihn anzusingen. Und wir ließen uns nicht lumpen (von wegen „Germanenecho“: die Ultras Halberstadt standen etwas verloren hinter ihrem zu groß geratenen Banner).
Am Ende fasste das paradoxe Geschehen dieses Nachmittags unser dieses Mal stiller, vom Wind zerzauster Stadionsprecher in die Worte: „Halberstadt hat drei Tore geschossen, und wir haben 2:1 gewonnen“, und grinste über beide Ohren. Wir alle wussten, es hätte auch anders kommen können, und wir wussten, wir hätten uns darüber auch nicht beschweren können. Aber so ist es nicht gekommen. Und das wussten wir auch. Und genossen es, vom Wind gestreichelt worden zu sein. Und lachten leise von Herzen. Und bestätigten fröhlich Rousseaus Weisheit.
Kommenden Freitag gegen Union werden wir wieder nüchtern sein. Der Wind wird schlafen, und wir werden umso lauter singen, wenn es gilt, wieder ohne Beistand das Schicksal – wie der Volksmund sagt – „in die eigenen Hände“ zu nehmen.

Ich will ja schreiben, ABER …

So oder so ähnlich könnte ich anfangen. Ich könnte von außergewöhnlichen, alles entschuldigenden Ereignissen bereichten. Ich könnte aber auch sagen es ist einfach untergegangen in den letzten 2 Wochen (heut ist der 27.10). Das ändert aber nix daran dass ich schreiben muss und sowieso schon viel zu spät dran bin.

Morgens zur S-Bahn gehetzt nur um dort doch die Bahn später zu nehmen. So lieb ich das. Nach einer schier endlosen Fahrt und ein paar Kontrollettis die überlegten ob sie jetzt wirklich sollten, erreichten wir das andere Ende von Berlin und kurz danach dann auch Zeuthen. Der Angeblich fahrende Bus war schon ne halbe Stunde weg und fuhr im schnellen 2 Stunden Takt (danke doofes #Neuland für die falsch geweckten Hoffnungen), also laufen. Das dafür ohne Begleitung, denn die war den Ultras hinterher gerannt. Was die immer an denen finden?

Der Sportplatz gefiel mir sehr gut. Ein einfaches Rohr als Feldbegrenzung 2 Bierstände und ein schönes Sportlerheim mit echten Toiletten. Dazu BFC-ler die früher mal sportlich unterwegs waren und einige Unioner aus der Nachbarschaft. Ich durfte lernen das es sich beim SC um einen neutralen Ground handelt. Wieder was neues, Mensch lernt ja nie aus. Am Besten gefielen mir jedoch die Sitzplätze. Alte ausrangierte Sitze aus der S-Bahn. Großartig! Das Spiel startete auch so. Nulldrei ging in Führung. Super dann nochmal. Eigentlich alles klar. Und was geschah? Der geneigte Nulldreier denkt sichs – Gegentor. Das Tore – Ping-Pong möchte ich nicht nachstellen. Ich kriegs eh nicht mehr zusammen. Nulldrei schaltete nach jedem 3 Tore Vorsprung einen Gang zurück und der SC versenkte die Kugel. Nulldrei schaltete hoch und stellte den 3 Tore Abstand wieder her. So kam am ende 3 zu 6 für die „Blauen“ raus. Die Abwehr der Guten hatte jedenfalls eine Menge zu tun und schwamm ein ums andere Mal. Aber ne runde weiter.

Der Rückweg in den Kiez dauert gefühlt noch länger als die Hinfahrt. Das kann aber auch an einem Bier-Kauf-Stop in der Kaufhalle und dem Verpassen der S-Bahn geschuldet sein. Da möchte ich mich aber nicht festlegen. Auf jeden Fall wars ne schöne entspannte Reise und der Überschrift Landespokal wurde der Tag voll und ganz gerecht.

Nie wieder Preussen!

Eberswalde…..das hieß früher: 6 Leute, 7 Fahnen, 8 Banner und Pyrostrafen von 65 Euro. Konsequenterweise war hiervon gestern nichts mehr zu sehen, da die „aktive Fanszene“ den „neuen“ Verein boykottiert (muss das eigentlich genderlike „girlkottiert“ heißen?). Etwa 80 Nulldreier hatten sich auf den Weg gemacht. Manche davon mit Zug, der Großteil mit Auto, wovon so einige gut und gerne 60 Kilometer Umweg fuhren (Panketal!!).

Das Stadion fand ich jetzt nicht so  pralle, aber die Verpflegung stimmte und die Ordner waren entspannt. Erwartet schwer das Spiel, in welchem, und das kann ich wirklich abkürzen, 98% der Bälle auf Koc gespielt wurden. In der 1. Hälfte spielte er auf rechts, also alles dahin. In der 2. Hälfte auf links, also………….wenigstens konnten wir, auf eben jener Seite stehend, so gut und gerne 80% des Spiels aus 5 Metern Entfernung sehen. Koc war es auch, der den eigentlichen Klassenunterschied verkörperte. Supportmäßig war es Dorfplatz (oder Regio in 4 Jahren-> Angst!), weshalb verschiedene Sufflieder und sportplatztypische Ausrufe („Ey, der muss morgen noch arbeiten“ oder einfach „Öööaoeeeyaaaaaaaooooooo“) nicht weniger Fehl am Platz waren, als die Ausführungen Oeses bezüglich seines erotischen Verhätnisses zu seinen beiden Hunden. Als an der Bushaltstelle in unserem Rücken der gefühlt 37. Bus nach Eberswalde-Ostend abfuhr, pfiff der Schiri die eher langweilige Partie ab und wir machten uns auf den Heimweg. Letzterer wurde nur unterbrochen durch einen Kurzstopp bei der Tuningszenen-Tanke („Wieder da! Riesenschaumküsse!!!“) und so mancher „feiner“ Konversation“.

Über Köln nach Saarbrücken und zurück

Aus der längsten Auswärtsfahrt mal eben die kürzeste gemacht, dank Kurzurlaub in der Domstadt. Im Trio machten wir uns via PKW auf, Richtung Saarland.

Treffpunkt 10 Uhr, Bahnhof Deutz. Dort packten wir den Exil-Zujezogenen Ferris Jr. ein, welcher mit der Bahn aus irgendeinem Kaff angereist kam. Noch nicht ganz auf der Autobahn angekommen, war das Motto klar: Tödder, du kannst fahren, ich muss trinken“. Aus Ermangelung an Kaltgetränken, zeigte sich auch Ferris Jr. sichtlich erfreut über meine erlesene Bierauswahl, so trank auch er das Kölsch mit HochgenussJ

Mit der passenden musikalischen Untermalung des von mir ausgerufenen Mottos, rasten wir Richtung Südwesten. Kurz vor Saarbrücken dann die Hiobsbotschaft: Der Bus aus Potsdam wird bis zu einer halben Stunden Verspätung haben; großartig!

Vor einem der letzten richtig schönen Stadien der 3.Liga angekommen, zeigten sich uns dann doch ein paar 03er_innen, welche allesamt aus den südlichen Regionen der Republik angereist waren. Noch schnell ein günstiges Bierchen gezischt, an dem sehr sympathischen Imbisswagen vor dem Gäste Block und rin ins charmante Ludwigparkstadion.

Im Block ca. 50 03er_innen und noch keine Spur des Potsdamer Partydampfers. Anpfiff. Der Support zu Anfang schleppend aber in Anbetracht der Umstände mitunter recht akzeptabel. Gegen Mitte der ersten Halbzeit trudelte dann endlich die ersehnte Verstärkung aus Potsdam ein, was dem Support sichtlich gut tat. Schöne Stimmung, viele Fahnen, selbst die Doppelhalter störten mich diesmal nicht. Mittlerweile vielleicht 80-90 Personen im Gästeblock.

Nun wurde es Zeit für Spieler und Fans den Pausentee einzunehmen. Nach den obligatorischen 15 Minuten Pause ging es weiter. Die Stimmung im Block immer noch recht gut, es wurde gesungen und getrunken. Dann war auch recht pünktlich Schluss, Abpfiff.

Warum ich nichts zu dem Spielgeschehen auf dem Platz berichte? Ganz einfach, der Ausflug war viel zu schön, als das dieses Spiel noch lange in Erinnerung bleiben sollte.

Was aber unbedingt in Erinnerung bleiben sollte, sind die vielen Gäste aus Trier+ Umland und natürlich aus Hamburg, welche sich wieder einmal im Gästeblock eingefunden haben. Dank dafür.

Nun ging es für die „Reisegruppe Schäl Sick“ wieder nach Köln. Schön wars, trotz  Fußball…