zero zero deluxe

null zu nulls sind ja oft wenig erbaulich anzusehen und mit vielen vorurteilen behaftet: offensiv findet nichts bis wenig statt, die abwehrreihen dominieren
und die kreativspieler können sich nicht in szene setzen oder haben keinen bock. erblicke ich beispielsweise in einem fachmagazin einen spielbericht mit solch einem ergebnis,
habe ich gar keine lust mehr den text weiterzulesen. ich weiß ja was mich erwartet.
gestern im heimischen karli gab es allerdings ein torloses remis der ganz anderen art zu bestaunen. das spiel rasant, die pässe oft riskant, die torchancen vorhanden,
die härte fühlbar und der siegeswillen beider teams spürbar. lediglich die tore fehlten, aber gestern hat mich das nicht wirklich gestört.
ok, ein eins zu null für die guten hätte ich natürlich gerne mitgenommen, aber im vergleich zum spiel in luckenwalde (in dem derer tore zwei fielen) war ich gestern sehr viel zufriedener nach den neunzig minuten.
übrigens auch mit dem bisherigen saisonverlauf. 6 spiele, 10 punkte , nur ein gegentor.
wer hätte das gedacht? ich nicht.

Dankeschön!

Die erste Tor gleich zu Beginn im Estadio Archiv: Ein langer Ball auf den Flügel, kurzer Rückpass an die Strafraumkante und von dort butterweich geflankt. Flugkopfball von Ichsucht, direkt in den Winkel. Hurra! Kaum Zeit zum Durchatmen. Die Notgemeinschaft Peter Pan erobert souverän das Leder, feines Kurzpassspiel durch das Mittelfeld und dann aus der Distanz abgezogen. 2:0 für die Guten! Ekstase pur! Contra Real nun auf dem Spielfeld. Dribbling an der Außenbahn, die halbe Abwehr wird ausgetanzt und mit einem schönen Flachschuss den Torwart getunnelt. 3:0. So geht Fussi! Und schon die nächste Offensivaktion. Traumpass aus dem eigenen Strafraum, per Direktabnahme weitergeleitet und Fallrückzieher von Loser Youth. Das war das vierte Ding! Das sachkundige Publikum liegt sich in den Armen. Vier Tore sind eins zu wenig denken sich BEATE X OUZO und starten kurz vor Ende nochmal durch: Eine sehenswerte Kombination wird durch einen mindestens genau so sehenswerten Dropkick hinein ins Glück abgeschlossen. 5:0! Was für eine Glanzleistung! Sämtliche Angriffe natürlich konsequent über links. Danke an alle Beteiligten!

Den allerliebsten Dank auch an unsere Lieblingsskinheads! Merci RASH! Ihr seid die Größten, nicht nur bei der Veranstaltung von Konzerten. Politisch sowieso.

Danke auch an Nulldrei. Zuhause immer noch ungeschlagen. Das fetzt!

Nordhausen, Harzrigi

Bereits einen Tag vor dem Spiel ging es für mich los zur drittletzten Auswärtsfahrt dieser seltsamen Regionalligasaison. Der Grund war die Bildungsfahrt des Fanprojekts zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Über Magdeburg und Sangerhausen erreichten wir Nordhausen pünktlich auf die Minute und nach kurzer Fahrt mit der Straßenbahn und einem Fußmarsch durch eine Kleingartenanlage auch bald unsere Unterkunft. Idyllisch inmitten von grünen Wiesen und kleinen Bergen gelegen, Ziegen und Schafe inklusive, durfte uns das Schullandheim Harzrigi beehren.

Schnell die Zimmer bezogen und dann war der Kleinbus auch schon zur Abfahrt gen Gedenkstätte bereit. Dort empfing uns Johannes, der uns die kommende Stunden durch Mittelbau-Dora führte. Nach kurzer Begrüßung und einem Gespräch über Fußballfanszenen im Allgemeinen und die Babelsberger im Besonderen (auch Fangruppen aus Jena und München hatten unlängst die Gedenkstätte besucht) ging es zu einer großen Runde über das Gelände. Inhaltlich kann und möchte ich gar nicht auf das Erfahrene eingehen, wer möchte kann sich gerne im Netz oder mit Hilfe von diversen Veröffentlichungen informieren. Nur kurz dazu, es war eine sehr gute Führung. Johannes konnte jede, aber auch wirklich jede Frage der Teilnehmer_innen beantworten und die Diskussionen waren anregend. Nach kurzer Pause ging es in die Stollenanlage und zum Schluß sahen wir noch einen Film über die Befreiung des Konzentrationslagers. Insgesamt waren wir 5 Stunden in der Gedenkstätte. Die folgenden Programmpunkte dann Einkaufen, Feuer machen, Kartoffeln und Würstchen grillen, über den Tag und das Erfahrene quatschen, aber auch viel Lachen und irgendwann dann ins Bett fallen.

Am Spieltag noch Frühstück im Schullandheim und dann per Straßenbahn zum Bahnhof wo der kleine Zugmob, eher ein Möbchen, und der Shuttlebus schon auf uns warteten. Vorm Stadion dann ein völlig überzogener Einsatz der Ordnungsmacht. Es war wohl – welch Verbrechen! – der Bus durch einen Aufkleber verschönert worden. Daraufhin kam zu Durchsuchungen und bei einigen Reisenden  wurden Personalien festgestellt – pure Provokation! Anscheinend hatte die Staatsmacht dadurch Gefallen an willkürlichen Aktionen gefunden, denn auch während des Spiels wurden Zuschauer_innen belästigt und mussten Körper- und Personenkontrollen über sich ergehen lasse.

Es ist an dringend an der Zeit die Aktion „Fußballfans beobachten Polizei“ wieder zu beleben!

Das Spiel unseres Teams in der ersten Halbzeit unterirdisch und es ging torlos in die Kabine. In der 2ten Halbzeit ein viel besseres und engagierteres Auftreten von Nulldrei, Chancen waren vorhanden und mit ein wenig Glück hätten wir dort punkten können. Schade drum, aber es geht weiter!

Schon am Freitag gegen Viktoria Berlin. Da gibt es dann endlich den lang ersehnten Sieg.

Per Auto ging es für mich nach dem Spiel zurück nach Potsdam.

Eigentlich ein schöner Tag

war der erste Heimspielsamstag im Jahr 2014. Vormittags wie immer mit der Meute aus Berlin angereist, die Vorfreude auf endlich wieder Fußball und auf Sonnenstrahlen im Gesicht war bei Allen zu spüren.
First Stop Späti, dann Fanladen und dann ab zum Merch verticken hinter die Curva Nord. Ihr habt Euch ja hoffentlich alle so ein schickes Shirt geholt. Oder zumindest die nicht minder schicken Sticker.
Eine unbedeutende Ultragruppe versuchte nebenan noch Sonnenbrillen unters Volk zu bringen, der Kapitalismuspunkt ging aber eindeutig an Zujezogen03.
Irgendwann begann auch das Spiel und jetzt wurde es langweilig. Die meisten werden es ja gesehen haben deshalb schreib ich hier auch nix dazu.
Nur soviel: Im Hinblick auf eine entspannte Frühjahrsrunde darf auch mal wieder gepunktet werden. Gerne auch dreifach.
Nach dem Kick konnte der gemütliche Teil des Tages beginnen. Über die Umwege Fanladen und Kuze irgendwann in der Datscha gelandet um die großartigen Eastie Rois zu sehen.
Das war schön und mehr fällt mir zu diesem ersten Heimspielsamstag im Jahr 2014 auch nicht mehr ein.

Indian Summer in Rathenow

Kurz zum Spiel: Auch wenn es kein ganz großer Fußballsport war am Sonntag bei Optik, die drei Punkte beim Stolz Brandenburgs haben wir gerne mitgenommen.
Durch die tolle „Solidarität ist eine Jacke“-Aktion der Nordkurve war ich zeitiger als sonst am Ground und so war noch genügend Zeit die Sonne und die schön gefärbten Blätter der Bäume rund um das Stadion am Vogelgesang zu genießen. Zuvor allerdings die oben genannte Aktion: Erfreulich die Spendenbereitschaft der Babelsberger Fangemeinde und interessant der Redebeitrag vor der Flüchtlingsunterkunft.
Refugees welcome!
Im Stadion hat es mir ausgesprochen gut gefallen, das Catering konnte überzeugen, die Leute waren freundlich, die Toiletten sauber und die Curva Nord recht gut aufgelegt. „Keine Eintracht mit Nazis“ wurde auf nem Spruchband gefordert und nach dem Schlusspfiff hatten sich alle lieb. So kann es weitergehen, am besten schon am Freitagabend beim Heimspiel gegen Neustrelitz.
Zuvor aber noch am Mittwochabend in die Bunte Kuh nach Weißensee und am Donnerstag auf die Antira-Demo nach Hellersdorf!

Solidarität ist eine Jacke!

Aufbruch – Alme – Pyro

Vorfreude – Aufregung- Treffpunkt-  Alex – S Bahn – Bierchen – Quatschen – Lachen- Ankommen – Späti – Kiezgefühl – Loslaufen – Fanladen – Freundinnen – Freunde – Karli – Merch – Stadionheft –  Nordkurve – Banner –Supporter – Ultras- Vorsänger – Alme – Mannschaft – Schiedsrichter –   Spielbeginn – Pyro –  Choreo  – Trommel – Fahnen – Singen – Klatschen – Anfeuern – Leiden – Lieben – Engagement – Roar – Halbzeitpause – Torwand – Karlicharts – Catering – Zweiter Durchgang – Nervosität – Kippe – Hoffen – Support – Schlusspfiff – Ratlosigkeit – Sammeln – Fanladen –S-Bahn – Umsteigen – U-Bahn –Gute Nacht!

 

Video vom Filmstadt Inferno 99:

 

Filmstadt Inferno 1999 – Always with you! from Filmstadt Inferno 1999 on Vimeo.

Nulldrei vs. Stadtreinigung Darmstadt

Nach einer viel zu kurzen Sommerpause und diversen Testspielen, von denen besonders der Ausflug in den Alfred-Kunze-Sportpark und die Begegnung mit St. Pauli sehr viel Laune gemacht haben,gings nun wieder los: Darmstadt 98 zum ersten Heimspiel der Saison im Karli, dazu relativ ordentliches Wetter, sollte doch ein guter Tag werden und der wurde es auch. Trotzdem gab es wieder einige Nervereien in Person von Nazi-Grill-Walkern, Nazi-Ordnern und erlebnisorientierten Darmstädtern, die wohl den Gästeeingang nicht fanden. Wurde aber wohl alles geklärt und das Spiel konnte beginnen. Ohne allzu große Erwartungen im Bezug auf den sportlichen Bereich nahm ich meinen Platz in der Kurve ein und war erstmal erstaunt über die großen Lücken in der Nord. Noch mehr Erstaunen dann allerdings über die Auswärtstrikots der Darmstädter, über Geschmack lässt sich ja angeblich nicht streiten…Nun gut, der Kick konnte beginnnen, aber erstmal passierte lange Zeit nicht viel. Viel Geplänkel, kein Team irgendwie zwingend, Abstimmungsschwierigkeiten überall und keine Chancen. Dann nach einer guten halben Stunde das erste Tor für Nulldrei durch einen sehenswerten Kopfball von Berzel, die vorangegangene Freistoßflanke war nicht minder sehenswert. Dann erstmal Pause und wieder dauerte es etwas bis das nächste Tor das Stadion verzückte. Diesmal was es Koc, der nach einer schönen Hereingabe von Müller den Ball ins Netz beförderte. Dann noch ein drittes Tor, das nicht anerkannt wurde und noch ne Rote für Essig, die keine war. Gelungener Heimauftakt also, wobei zu erwähnen wäre, das Darmstadt äußerst schwach aufgetreten ist. Äußerst schwach war auch der Auftritt der Curva Nord, vermutlich waren wir alle noch in der Sommerpause, aber egal, dann singen wir am nächsten Spieltag halt Hansa an die Wand.

Alle hin da!

Irreversibel

Samstag früher Morgen, so gegen 03:00 Uhr, Berlin Alexanderplatz: Ein weiterer dieser Awaydays steht auf dem Programm. Mit dem obligatorischen Fieber im Blut die Bahn geentert und ab zum Treffpunkt. Dort schon Die üblichen Verdächtigen. Freue mich auf Vierzig Wagen westwärts, die die unzähligen Nulldreier_innen gen Heidenheim transportieren. Ist dann aber doch nur ein Bus. Sitzplatz belegt. Für die Bar und mich. Die Abfahrt nahezu pünktlich. Wirt Z. und Der Fuhrmann des Todes melden sich zu Wort: Wir dürfen nicht kotzen, sollen aber wie blöd saufen. Ich bin verwirrt. Ein Mann sucht sich selbst. Dann wird es nett. Schuld daran ist die Schubidu-Bar. Für einige ein Verhängnis. Ansonsten wieder mal ordentliche Musik an Bord. Swing Time, yeah! Der Eissturm bleibt aus. Zwölf Uhr mittags: Ziemlich zeitig am Stadion, Vokü baut sich auf. Zwar Kein Picknick am Valentinstag, aber Das große Fressen kann beginnen. Suppe ist lecker und kalt. Einige besichtigen Das Schloss. Hunger und Durst treibt Die fünf Vogelfreien in ein Sportheim. Schön ist es da, lauter Rasenplätze außenrum. Die Uhr ist abgelaufen und wir müssen los. Das Stadion ist nicht so schön wie die Rasenplätze am Sportheim. Die 39 Stufen hoch in den Block werden rasch bewältigt. Innen sieht der Ground etwas freundlicher aus. Das Spiel des Lebens kann beginnen. Und es beginnt. Ich will nicht darüber schreiben. Erste Halbzeit ging noch so halbwegs, die zweite nur noch Das Grauen. Surma verhält sich Wie ein wilder Stier. Die Abwehr wie Donnie Darko auf Speed. Aber das ganze Team ist von der Rolle. Nix mit Brazil heute, eher wie Botschafter der Angst.  Im Gästeblock Männer und Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Es wird spaßig, die Stimmung ist Stranger than Paradise. Das Spiel ist aus. Nur vier Spieler kommen zu den Fans. Der Rest ist Spurlos verschwunden. Nun ja. Auf der Stadiontoilette aufwärmen, dann ab in  den Bus. Mich überkommt Der große Schlaf. Bekomme nur noch vereinzelt mit was los ist. Der König der Löwen ist nun auch mit dabei, interessant. Es wird immer noch getrunken. Dann sind wir da. Wir verlassen die Reisegruppe am Hauptbahnhof Potsdam. Dort rein in die Bahn und bald hat uns Der Himmel über Berlin wieder.