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Diesem Statement schließen sich die Zujezogenen selbstverständlich an.

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Rollerta Antifascista!

Stellungnahme der Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam zur Ablehnung des Aufnahmeantrages des SV Babelsberg 03 in den Brandenburgischen Rollsport- und Inline-Verband BBRIV

Was bisher geschah…
Vor einem Jahr entschied der „Brandenburgische Rollsport- und Inline-Verband“ (BBRIV), uns als Abteilung Roller Derby des SV Babelsberg 03 nicht in ihren Verband aufzunehmen. Auf dem diesjährigen Verbandstag in zwei Monaten steht dies erneut zur Abstimmung.

Seit nunmehr zwei Jahren rollern wir, das Roller Derby Team Prussian Fat Cats, in immer größerer Zahl durch Potsdam. Roller Derby ist eine Vollkontaktsportart aus den USA. Sie wird von, für und mit Frauen*Mädchen*Trans-Personen auf Rollschuhen ausgeübt. Entstanden bereits in den 70er Jahren, erfuhr der Sport mit der Riot Grrrl-Bewegung Ende der 90er/00er Jahre ein Revival. Roller Derby ist also sowohl vom Ursprung als auch von der Ausübung her eine stark politisch konnotierte Sportart. Dessen sind wir uns bewusst und das ist einer der Gründe, warum wir uns für diese Sportart entschieden haben.

Wir als Team entwickeln uns zusammen sportlich wie persönlich immer weiter. Unser momentanes Ziel war und ist die Teilnahme an der Roller Derby Bundesliga. Dafür ist eine Mitgliedschaft im zuständigen Verband notwendig, in unserem Fall besagter BBRIV. Die Aufnahme des SV Babelsberg 03, unseres Vereins, ist jedoch auf dem Verbandstag im Februar 2016 abgelehnt worden, hauptsächlich aufgrund unseres politischen Engagements. Durch diesen juristisch, politisch und menschlich unhaltbaren Ausschluss wird uns die Partizipation in der Bundesliga verwehrt. Wir weigern uns, eine solche Entscheidung hinzunehmen.

Dies ist unsere Antwort:

Roller Derby ist und bleibt für uns ein Sport, der mit einer politischen Vergangenheit und Gegenwart verknüpft ist.
Das Verbot von politischer Meinungsäußerung zur Zugangsvoraussetzung zu machen, sollte für einen öffentlich geförderten Verband indiskutabel sein. Dennoch fordert der BBRIV:
„Um eine spätere Aufnahme zu ermöglichen, müssen zukünftig und ab sofort die politischen Äußerungen bzw. Darstellungen auf Facebook und im Internet durch die „Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam“ entfallen.“
Außerdem findet sich in der Begründung der Ablehnung folgende Passage:
„Der Internet- und Facebook-Auftritt der „Prussian Fat Cats – Roller Derby Potsdam“ sind grundsätzlich politisch. […] Im Vordergrund steht die Politik und nicht der Sport.“
Die damit einhergehende Unterstellung, es ginge uns primär um die Politik und nicht um den Sport, leugnet die vielen Stunden, die wir schwitzend in Turnhallen, bei Kraft- und Ausdauerübungen und zusätzlichen Trainingseinheiten verbringen – nur um danach noch wendiger, ausdauernder, kräftiger auf dem Track stehen zu können. Frustration, Ärger und Schmerz haben uns genauso angetrieben wie der Rückhalt, den wir uns als Team und innerhalb der Derby-Community geben. Das sind die gemeinsamen Erlebnisse, aus denen wir Kraft schöpfen.
Die meisten von uns haben in den letzten 2 Jahren jede freie Minute und jeden übrigen Euro in den Sport und das Team investiert, haben sich um Organisationsaufbau, Nachwuchsgewinnung, Hallenzeiten, Trainingsgestaltung, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr gekümmert. Dadurch haben wir, neben der persönlichen sportlichen Entwicklung, auch eine neue Sportart in Potsdam und Brandenburg etabliert.
Die Nicht-Aufnahme in den Verband bremst nicht nur unser sportliches Vorankommen durch den damit verbundenen Ausschluss aus der Bundesliga, sondern verhindert auch unsere Beteiligung in uns betreffenden Angelegenheiten in entscheidungsbefugten Gremien des Landes und auf Bundesebene.

Die Ansicht, dass sich „sportliche und politische Aktivitäten nicht vermischen dürfen“, halten wir für falsch.
Sport ist Teil der Gesellschaft. Gesellschaftliche Zustände spiegeln sich somit auch im Sport wider. Sich dessen bewusst zu sein ist uns wichtig, um Sport nicht sinnentleert und unkritisch zu betreiben. Sport kann noch weitaus mehr Politik und Gesellschaftskritik vertragen.
Diesen Zusammenhang betonen auch andere Vereine, sowohl in ihrer internen Arbeit als auch in ihrer Außendarstellung. Wie sich politisches Engagement, klare Statements und sportliche Leistungen miteinander vereinbaren lassen, zeigen unter anderem der SV Babelsberg 03, der FC Sankt Pauli, der SV Concordia und Tennis Borussia Berlin (TeBe) oder eben unzählige Roller Derby Teams auf der ganzen Welt. Dass Sportvereine zivilgesellschaftliche Beteiligung fördern sollen, wird von allen Landessportbünden und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gefordert. Engagement gegen Rassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen gehört explizit dazu.

Wie sehr Sport und Politik miteinander verknüpft sind, sehen wir u.a. an Namen wie Caster Semenya und Zlatan Ibrahimovic in der täglichen Presse, oder Billy Jean King, Muhammad Ali und Jesse Owens in unseren Geschichtsbüchern. Ob wir das nun wollen oder nicht, hält uns dies auch die Präsenz von EMs, WMs, Olympischen Spielen und anderen Großveranstaltungen vor Augen, die immer wieder Proteste und politische Auseinandersetzungen um Menschenrechte, Korruption, Verfolgung von Minderheiten und Meinungsfreiheit auslösen.

Auch wir schauen nicht einfach nur zu, sondern verhalten uns dazu.

In Zeiten, in denen Flüchtlingsunterkünfte brennen, das Straßenpflaster im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer untergeht und People of Color in den „Fanmeilen“ nicht mehr sicher sind, LGBTIQ im Netz, im Stadion und auf der Straße angefeindet und in der Gesellschaft strukturell diskriminiert werden, eine weibliche Fußballkommentatorin eine Welle von Hass und Verachtung auslöst, wo linke Jugendliche und Homosexuelle Opfer von Attentaten werden, in diesen Zeiten werden wir ganz sicher nicht den Mund halten.

Gentrifizierung und MitteSchön-Initiativen lassen nicht nur in ganz Europa und weltweit die Zahl der Obdachlosen radikal steigen, sondern bedrohen uns auch in Potsdam ganz konkret in unseren aktuellen Wohn- und Lebensbedingungen. Der Verkauf und das Verschenken kommunalen Eigentums (wie im Fall der Garnisonkirche) wirkt sich auch auf die ohnehin schlechte Hallensituation in der Stadt negativ aus. Öffentliche Mittel fließen zusehends in Vorzeigeprojekte für Tourist*innen und altpreußischen „Adel“ als allgemeinen Interessen wie der Förderung von Sport und lebensnaher Kultur zugute zu kommen.

Roller Derby ist für uns mehr als nur die körperliche Betätigung. Roller Derby (wie einige andere Sportarten natürlich auch) gibt Menschen neue Räume sich auszudrücken, die eigenen Grenzen kennenzulernen und darüber hinaus zu gehen, sich miteinander solidarisch zu verhalten und gegen eine Welt der Ausgrenzung und Diskriminierung einzutreten.

Frauen*, Trans*, Inter*, Genderfluide, CrossDresser und alle anderen nicht-zweigeschlechtlichen Identitäten sind in diesem Sport willkommen und diese Solidarität drücken wir offen aus. Damit einher geht zwangsläufig eine kritische Betrachtung bestehender sozialer Verhältnisse, die uns nicht selten in ihren sexistischen, rassistischen, patriarchalen und diskriminierenden Ausdrucksformen ins Gesicht springen.

Und nun?
Wir machen weiter wie bisher, lassen uns unsere Meinung nicht verbieten und springen im Apex über die uns in den Weg gelegten Steine. Dabei würden wir uns natürlich wahnsinnig über Zuspruch und Unterstützung freuen. Wie? Da ist für jede*n was dabei: kommt zu unseren Spielen und feuert an, spielt mit uns, spielt gegen uns, malt Banner und lasst eurem Ärg- eurer Kreativität freien Lauf, helft uns in dieser Stadt endlich eine derby-taugliche Halle für unsere Trainings, kommende Scrimmages & Bouts zu finden, besucht uns bald wieder am letzten Freitag im Monat im KuZe, schaut mal auf Facebook vorbei, teilt diese Stellungnahme und und und… Bleibt unbequem & support your local roller derby! Die fatten Zeiten fangen grade erst an!

2 spiele – 27 tore

nein, in der überschrift hat sich kein schreibfehler eingeschlichen. das letzte wochenende bot die möglichkeit entspannt drei spiele mitzunehmen. allerdings hat der spätsommer gesiegt und die begegnung in prötzel am samstag wurde kurzerhand vom plan gestrichen. am see rumgammeln hat ja auch was. zum glück wurde das freitagsspiel in seelow erst um zwanzig uhr angepfiffen, womit es keine ausreden mehr gab – endlich mal oberliga im oderbruchstadion sehen! zu gast war der aktuelle tabellenprimus aus altglienicke und immerhin dreihundertachtundachtzig leute fanden sich ein. neben den (verständlicherweise) gestiegenden eintrittspreisen, kann man zwei neuerungen bewundern. zum einen ein halbwegs abgetrennter gästeblock, der sogar von zwei älteren ordnern bewacht wurde. des weiteren, zu meiner freude, ein deutlich gesteigertes angebot der verpflegung. nur die unter dem tresen lagernden schnäpse standen aus unerfindlichen gründen nicht auf der offiziellen karte.
das spiel begann dann mit einem kleinem kuriosum. alglienicke musste innerhalb der ersten sieben minuten gleich zweimal wechseln, weil zwei spieler sich ohne einwirkung eines gegners zerrungen oder ähnliches holten. pech oder doch schlecht erwärmt? ich weiß es nicht. trotzdem zeigten die gäste in den ersten fünfundzwanzig minuten, warum sie an der spitze der tabelle stehen und konnten nach seelower abwehrfehlern zweimal einnetzen. seelow steckte aber nicht auf und verkürzte noch vor der pause. von dort an entwickelte sich ein spiel mit gegnern auf augenhöhe. nicht immer schön – aber auf jeden fall spannend. zehn minuten vor schluss klinglte es ein zweites mal im altglienicker kasten, womit auch der endstand markiert war.
nach der pause am samstag ging es sonntag sehr früh weiter, da die erste frauen in eberswalde schon um ölf uhr antreten mussten. da meine anreise mit dem zug stattfand, wurde der barnimer boden bereits über zwei stunden vor anpfiff betreten. machte aber nichts. es stand eh noch ein längerer spaziergang zum stadion an und ein leckeres getränk fand sich auch im beutel. walking class hero! am ziel angekommen, schoss sofort ein gedanke in den kopf: „geiler ground!“. idyllisch am waldrand gelegen, kleines vereinsheim und catering. die sonne war auch immer besser drauf – einem angenehmen sonntagskick stand nichts mehr im weg.
eberswalde hatte es in der woche zuvor geschafft, in gießmannsdorf mit null zu dreiundzwanzig unterzugehen. gießmannsdorf? ja, genau, die gießmannsdorferinnen, die in der gesamten letzten saison fünfundzwanzig treffer auf der habenseite hatten. allerdings muss auch erwähnt werden, dass eberswalde nur mit neun spielerinnen antreten konnte. jedenfalls ging nulldrei favorisiert ins spiel. um es mal vorsichtig auszudrücken. vor dem anpfiff noch schnelle faire einsfuffzich für eine schnieke eintrittskarte gelöhnt, einen gerstensaft geordert und der dinge geharrt, die folgen sollten. nach zwei minuten musste die esc-torfrau auch das erste mal dank sandra hinter sich greifen. doch die führung währte nicht lange, da bereits ein paar minuten später eberswalde die nulldrei-abwehrreihe überlief und zum ersten saisontor kam. wer an dieser stelle auf ein spannendes spiel hoffte, wurde aber (zum glück) enttäuscht. in der reihenfolge pauline, sandraW, nikki, annaK, maria, nikki, jaqui, annaK, jenny, maria konnte bis zur halbzeit auf ölf zu eins erhöht und das spiel bereits entschieden werden. auf gästeseite durfte ab der zweiten hälfte konni für jaqui ran und später ersetzte noch clara michi. bei eberswalde musste verletzungsbedingt die torfrau herausgenommen werden und wieder machte sich die dünne personaldecke bemerkbar, da niemand mehr zum wechseln auf der bank saß. somit stand ab dem zweiten durchgang eine feldspielerin im tor. diese machte ihre sache allerdings teilweise besser, als so mache stamm-torfrau in der landesliga! trotzdem konnte sie nicht verhindern, dass die torschützinnenliste am ende um jenny, sandraW, jenny, nikki, annaK, nikki, annaK, sandraW, annaK, nikki und annaK erweitert wurde. für alle, die zu faul zum zählen sind oder mit ihren fingern nur bis zehn kommen: zweiundzwanzig zu eins am ende. schönes ding! und noch ein lob an die eberswalderinnen, die zu keinem zeitpunkt aufgegeben haben und weiter versuchten tore zu machen – soviel moral muss man erstmal haben! hoffentlich kann die saison zu ende gespielt werden und der abmeldeteufel schlägt nicht zu.

jetzt noch warten, bis der kuchen fertig ist und dann ab zum fanladen!

>> und am sonntag alle ab zur scholle – spitzenspiel gegen miersdorf/zeuthen um fuffzehn uhr! <<

wie früher // ab nach vorne

eigentlich wollte ich viel früher was zum spiel gegen neugersdorf schreiben. aber den donnerstag zum erholen genutzt, am wochenende unterwegs, montag ist halt montag und gestern wieder ein spiel…ausreden liegen also genug parat. der mittwoch abend stand schnell unter dem motto „wie früher“. ja ok, nicht „wie ganz früher“, sondern wie früher in der regio vor dem aufstieg in die dritte. am fanladen uns im stadion verdammt wenig leute. im block wird zusammengerückt. und trotzdem, oder gerade deshalb, wird das beste aus der situation gemacht und eine verhältnismäßig gute leistung abgeliefert. die schlachtrufe schallen sowieso viel besser, wenn die leeren sitzschalen das echo zurückwerfen. das team dankt, spielt furios und hat am ende fünf tore auf der haben- und zwei auf der hätten-nicht-sein-müssen-seite. sehr schön! ebenfalls sehr ansehnlich, war das testspiel der frauen gestern abend gegen die allianz und ihre freunde. immerhin ein herren-team, das erfolgreich in der betriebssport-liga(?) spielt. die körperliche unterlegenheit machte unser team immerwieder mit schnelligkeit und spielsystem wett. schon bezeichnend, wenn der allianz-trainer in der halbzeit einzig das ziel ausgibt „die 7 und die 28 aus dem spiel“ zu nehmen. gelang aber nicht und besagte 28 machte das tor zum 1:1 endstand. mit der gezeigten leistung kann die kommende saison gar nicht früh genug beginnen. und auch hier: sehr schön!

Abriss (der letzten Wochen)

Irgendwie kommt es ja immerwieder vor, dass man Spielberichte schreiben soll/muss/will. Blöd nur, wenn dieses Vorhaben auch immerwieder geschoben wird – frei nach dem Motto „Schreibst du eben beim nächsten ein wenig mehr“. Am Sonntag ging es nun zum zweiten Mal mit der 1. Frauen nach Branne zur ortansässigen Borussia und es soll endlich mal wieder ein Bericht folgen.
Die Wochen davor freute man sich letztendlich über ein 1:1 im Kiezduell gegen die 74innen bei bestem Wetter und zwei Phantom-Toren, die zum Glück nur den FSV-Anhang narren konnten. Es folgte ein eigentlich lustiger Ausflug nach Fredersdorf – mit super Catering, einem deutlich entspannteren Publikum als beim letzten Gastspiel und der genialen Reaktion eines Mitfahrers auf die Aufforderung „Bell mal!“ – „Buuhu!“. Leider lieferte die Mannschaft auch das bisher schlechteste Spiel der Saison ab und konnte dem Tabellenzehnten nur ein mühsames 1:1 abringen. Dazu gab es auch noch eine gebrochene Nase bei Louisa. Gute Besserung! Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, sollte in der Reihenfolge das Spiel der ersten Männer gegen Neugersdorf stattgefunden haben. Schlechte erste Hälfte, gute zweite. Im Mittel also ein mittelmäßiges Spiel und mit 2:2 ein weiteres Unentschieden. Endlich wieder drei überzeugende Punkte dann am Sonntag des selben Wochenendes von den Frauen gegen die Spielgemeinschaft aus Ladeburg und Wandlitz. Ein Nicki-Pullover-Anorak-Moment und gleich zwei Werwolf-Buden führten zum nie gefährdeten 3:0-Erfolg. Besonders das 3:0 – gegnerische Spielerin wird eingewechselt, bekommt den Ball, spielt einen Fehlpass, Konter für 03, Tor – sorgte für Heiterkeit. Außer vielleicht bei der Wechselspielerin.
Im Nachhinein bin ich nicht traurig, die Sachsen-Auswärts-Tage verpasst zu haben. Somit wurde sich am vergangenen Sonntag viel zu früh getroffen, um, wie schon erwähnt, mal wieder nach Branne zu fahren. Selbst zwei Ausfälle und ein alles andere als guter Wetterbericht konnten uns nicht stoppen und der Borussia-Platz wurde (ebenfalls) viel zu früh geentert. Gut, dass ich meine lange Unterhose rausgekramt hatte, denn der Wind bließ ordentlich über die schmucke Anlage. Immerhin konnte der Regenschirm im Beutel bleiben. Irgendwann öffnete endlich die Versorgungseinheit und nach kurzer Diskussion mit den örtlichen Aufpassern wurde auch für die Banner und Bännerchen ein stilsicherer Platz gefunden.
Nulldrei war nach dem Anpfiff überlegen und spielte zielsicher nach vorne. So dauerte es auch keine Viertelstunde, bis LauraM eine Flanke in den Strafraum ins gegnerische Netz nickte. Man könnte sagen „Wie einst Horst Hrubesch!“ und 5 Euro ins Doppelpass-Phrasenschwein stopfen. Danach ließ der Druck etwas nach, ohne jedoch das Spiel aus der Hand zu geben. Wirklich viel passierte bis zum Pausentee auch nicht mehr, außer, dass Branne gekonnt einen Ölfer deutlich übers Tor setzte. Kurz nach Anpfiff zog es mich zunächst zum Klo und anschließend zum Erwerb einer Bocki. Wieder in der Kurve angekommen wurde mir mitgeteilt, dass AnnaS soeben einen Ölfer für uns verwandelt hatte. Toll…immerhin war die Bocki geschmacklich gut. Dafür leider etwas wässerig und ohne Toast. Nulldrei stand in der Folge weiter sicher. Branne kam zwar einige Male bis etwa 25 Meter vors Tor, wusste dann aber nicht so richtig weiter, was wiederum unserer Abwehr Zeit gab, sich zu sortieren. Nur einmal sollte es gefährlich werden, aber El Capitana war zur Stelle. AnnaS war es auch, die sich um die 80. Minute den Ball zum Freistoß im Mittelfeld zurechtlegte und einfach Richtung gegnerisches Tor abzog. Die Törhüterin von Branne war davon überrascht oder einfach überfordert und das Runde landete das dritte Mal im Eckigen. Schönes Ding! Der Tag wäre ohne Abzüge gewesen, wenn sich Lisa2.0 nicht noch kurz vor Ultimo schwer verletzt hätte. Im Verdacht war das Außenband. Besonders bitter, nach der ebenfalls schweren Verletzung beim ersten Besuch in Fredersdorf im Pokal. Alles Gute auch von dieser Stelle! Die verbleibenen Minuten wurden anschließend nur noch heruntergespielt.
Wie es der Zufall wollte, spielten die Mädels der E-Jugend kurze Zeit später ebenfalls in Branne gegen den FFC im Pokal. Der Doppler an diesem Tag war also sicher. Umrandet von Plattenbauten wurden die zwei mal 25 Minuten gespannt verfolgt. Technisch war das teilweise bereits ganz ansehnlich. Leider hat es nicht zum Sieg gereicht und man musste sich 2:4 geschlagen geben. Selbstverständlich wurden die Mädels noch kurz abgefeiert. Dann war es aber dringend Zeit, sich im Auto aufzuwärmen.

Doppler

Wie geneigten Leser_innen sicher schon aufgefallen ist, ist auch das Frauen-Team aus der Winterpause zurück. Es wurden sogar schon ein Pokal- und zwei Ligaspiele bestritten. Über das Pokal-Aus gegen die Spargeltruppe zu schreiben, hab ich keinen Bock. Aber die Ligaspiele waren doch wieder zu schön, um nicht auch an dieser Stelle davon zu berichten…
Los ging es am vorletzten Wochenende auswärts gegen die SG Sieversdorf. Damit stand auch gleich eine der weitestens Fahrten in dieser Liga an und ein Sieg für die Guten war beim Blick auf das Tableau fast schon Pflicht.
Da es praktisch unmöglich ist, dort vernünftig mit den Öffentlichen hinzukommen, wurden Autoplätze gesucht und gefunden. Am Sonntagmorgen hat es dann auch nur läppische dreißig Minuten gedauert, bis mein Fahrer alle drei Mitfahrer an drei verschiedenen Treffpunkten eingesammelt hatte. „#läuft“ sagt man da wohl neuerdings. Die ungefähre Richtung war klar, dennoch wurde irgendwann das Navi angeworfen und es ging unaufhaltsam in Richtung OPR. Irgendwie wurden die Straßen immer leerer und als an einem Ortsausgangsschild der nächste Ort in schlanken 28 Kilometern folgen sollte, kamen leichte Zweifel auf, ob denn das Ziel noch rechtzeitig erreicht wird. Vorbei an Wald…sehr viel Wald…kam aber doch ein Dorf in Sicht und das Handy-Navi meldete alsbald „Ziel erreicht“. Blöd nur, dass man vor einer alten LPG-Anlage mit Seuchenwarnschild stand. Also, zurück zur Straße und erstmal Empfang suchen (-> Notiz fürs nächste Mal: Offline-Karten runterladen!). Nach kurzer Pause war eine neue Adresse gefunden und die Route berechnet. Es hieß: Ein Dorf weiter! Dort angekommen fehlte aber weiterhin der Platz. Deshalb musste der letzte Joker gezogen und die Vorhut angerufen werden. Aufgrund des miesen Empfangs dürfte sie nicht viel von unseren Problemen verstanden haben, wir konnten aber zwei Wortfetzen vernehmen – „weiter“ und „dann rechts“. Somit war der Platz im nächsten Dorf gefunden!
Als erstes wurde selbstverständlich die Versorgung gecheckt. Onkel Leiti bot Bier, Glühwein und Bocki zu vernünftigen Preisen an – joar, passt. Ich entschied mich für einen Glühwein mit doppeltem Schnellhärter und der Onkel nahm das durchaus ernst. Beim Blick auf den Platz wurde der vorgereiste Pöbel entdeckt, der bereits ein paar Lappen neben der Gästebank angebracht hatte. Soweit ganz schick, aber, wie schon zu oft, auch mal wieder verbunden mit dem längstmöglichen Weg zum Versorgungsstand. Der Weg führte uns quer über das Spielfeld. Der Platz hat durchaus Charme, allerdings fühlte er sich nach dem vorangegangenen Regen an, als ob man durch ein Moor läuft.
Schnell noch das Zujezogen-Ersatz-Bännerchen angeknotet und schon konnte das Spiel starten. Tat es aber nicht. Der Schiri fehlte nämlich noch. Irgendwann kam dieser dann doch und hatte genau einen sehr jungen Liri dabei. Auch sonst war der Pfeifenmensch einer der Sorte, die du weder als Spieler_in noch als Fan haben willst. Selten soviel Blödsinn vor und während einer Partie von einem „Unparteiischen“ gesehen und gehört. Aber egal, angepfiffen wurde trotzdem.
Leider konnte das Team die erwartete Überlegenheit anfangs nicht zeigen und Sieversdorf hielt mehr als nur gut mit. Es kam natürlich wie es kommen musste und es fiel das 0:1 aus Gästesicht. Aber die erste Hälfte lief noch und Nulldrei wachte langsam auf. Ein paar Minuten vor dem Pausentee konnte Konni dann endlich ausgleichen. Die Ansprache in der Halbzeit schien gewirkt zu haben, denn das Team spielte nach Wiederanpfiff besser auf und nach ca. zwanzig Minuten markierte Anna K. die Führung. Unser Möbchen wurde aber noch nicht wirklich euphorisch, denn durch war das Spiel noch lange nicht. Als aber Anna S. ihren Kasten überzeugend sauber hielt und Jenny in der Schlussphase zum 3:1 traf, war klar, dass die drei Punkte mit zum Babelsberger Park kamen. Glückwunsch!

– Zeitsprung –

Genau eine Woche später stand das wichtige Heimspiel gegen die Eintracht aus Miersdorf/Zeuthen an. Die hatten in der Hinrunde genau eine Niederlage kassiert – gegen unser Team – und am vorherigen Wochenende nur unglücklich durch mehrere Eigentore gegen die Drittvertretung von Turbine verloren. Mit einem Wort also: Spitzenspiel!
Dem geneigten Frühaufsteher bot der Verein an diesem Tag sogar die Option eines Dopplers, da Welcome United bereits um 11 Uhr gegen die Potsdamer Sportunion antrat. Eine etwas längere Nacht in Berlin verwehrte mir aber den Besuch des Spiels. Erfreulich zu hören war es dann aber, dass 3:2 gewonnen wurde. Damit steht das Team weiterhin sehr gut in der Tabelle da und der Aufstieg ist sehr gut möglich.
Weiterhin war es sehr schön, dass es endlich mal zu einem normalen Ligaspiel der Frauen ein vernünftiges Catering gab. Die Zigeunerköche schwangen Kochlöffel und Grillzange und verkauften Gerstenbrause vom Fass. An einem anderen Stand wurde günstig Glühwein gegen die Kälte kredenzt. So lob ich mir das. Und obwohl die Entscheidung bei der Auswahl nicht leicht viel, wählte ich das leckere Chili zum Frühstück. Wie war das gleich…?…ach ja: „#läuft“. Was auch lief, waren Zuschauer zum Platz, deren Anzahl sich nach offiziellen Angaben auf 100 summierte. So kann es gerne weitergehen!
Das Spiel begann recht ausgewogen, aber keinesfalls langweilig. Beide Teams mit Zug zum Tor, aber ohne die entscheidende Aktion. Bis kurz vor der Pause ein Pfiff ertönte. Anna K., heute mal in der Abwehr aufgestellt, legte im Strafraum eine Eintracht-Spielerin und der Schiri zeigte, meiner Meinung nach zu Recht, auf der Ölfer-Punkt. Dazu sei aber noch gesagt, dass Anna im Verlauf des Spiel so einige gefährliche Torchancen von Miersdorf/Zeuthen zu verhindern wusste. Mehrmals tauchten Eintrachtlerinnen alleine vorm Tor von Anna S. auf, als plötzlich von der Seite etwas Kleines, sehr schnell in Richtung Ball gerannt kam und die Situation entschärfte. Chapeau! Aber zurück zum Strafstoß. Die Spielerin mit der stärksten Pieke seit Langem trat an und verwandelte sicher. Es hieß also wie vor einer Woche, einem Rückstand hinterher zu laufen. Allerdings wehrte dieser Zustand nur kurz. Nur zwei Minuten später legte sich Anna S. einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie zurecht und ballerte einfach mal Richtung gegnerisches Tor. Der Ball flog, senkte sich…und war auf einmal drin! Offiziell als Eigentor gewertet, wissen wir es natürlich besser. Damit ging es auch in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff schien unser Team noch etwas zu schlafen, denn recht schnell markierte Miersdorf/Zeuthen das 1:2. Zum Glück wurde nicht aufgegeben. Knappe zehn Minuten später stand Laura M. frei an der Strafraumgrenze und zog ab. Der Schuss war nicht sonderlich platziert, aber für die Torhüterin völlig ausreichend – Ausgleich! Dabei sollte es auch bis zum Ende bleiben, obwohl Nulldrei noch einige Male versuchte, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Schade, aber was solls!
Wer nächstes Wochenende (zu Recht) keinen Bock auf Erna hat, kann sich auf in Richtung Branne machen. Dort treten die Frauen gegen Stahl im Stadion am Quenz um 13 Uhr an. Allez!

Gebrauchter Tag…

Sonntagmorgen, 11 Uhr. Der Blick wandert aus dem Fenster. Shit…Regen. Dabei sollte es doch kurz darauf in Richtung Borgsdorf gehen. Die 1. Frauen trat nämlich dort beim ansässigen FSV Forst an, was wiederum das letzte Spiel der Vorrunde gegen eine Mannschaft der Spitzengruppe war. Aber hilft ja nüscht, raus aus den Federn!
Schnell nochmal checken, ob alles dabei ist…Lange Unterhosen? Regenschirm? N paar Blechraketen für die Fahrt? Kleingeld? Und zur Sicherheit noch die Sonnenbrille? Alles da und ab dafür! Am Bahn-Treffpunkt dann das kleine Grüppchen erster Reisewilliger gefunden, welches beim ersten Zwischenstopp immerhin fast verdoppelt werden konnte. Leider zeigte sich das Wetter nicht ganz so erfreulich und es war klar, dass es an der Seitenlinie recht ungemütlich werden wird. Vor Ort wurde noch eine Autocrew begrüßt und der Platz neben der Wechselbank eingenommen. Leider fand das Spiel auf dem Kunstrasen-Nebenplatz statt. Der Hauptplatz durfte wohl nicht bespielt werden. Sehr schnell stellte sich auch heraus, dass die Platzwahl des blauweißschwarzbunten Möbchens einen großen Nachteil mit sich brachte: Die weitestmögliche Entfernung zum Versorgungsstand. Der hatte neben Bier, Süßigkeiten und Würsten zum Glück Glühwein im Angebot. Und das alles zu annehmbaren Preisen. Nach Eintritt wurde später auch noch gefragt. Immerhin nur als Spende. Der Knaller vorm Spiel folgte aber erst kurz vorm Anstoß. Es gab ne Runde vom lange versprochenen Kuchen für die Vielfahrer! Und der war auch noch sehr lecker! Die Bäckerin hat sich damit auf jeden Fall für weitere Verköstigungen qualifiziert 😉
Doch nun mal zum Spiel. Das war leider gar nicht schön. Wie erwartet konnte Nicole nach dem letzten Spiel nicht auflaufen und trug sich auf der Verletzenliste ein. Dazu erwischten die Försterinnen noch einen recht guten Tag und spielten munter auf das Tor von Anna S. Die erste halbe Stunde wurde nur mit Dusel überstanden und leider muss gesagt werden, dass das größtenteils daran lag, dass sich die gegnerischen Stürmerinnen zu glatt anstellten. Irgendwann lag der Ball dann aber doch im falschen Netz und bis zur Pause stand es sogar 0:2. Dazu noch ein nicht gegebener 11er an Anna K. Es lief einfach nicht und die Hoffnung auf eine Aufholjagd in Durchgang zwo schwanden. Immerhin hatte es inzwischen aufgehört zu regnen. Nach Wiederanpfiff leider das selbe Bild. Immerwieder wurde unsere Abwehr vom schnellen FSV-Sturm überlaufen. Daran muss dringend gearbeitet werden, denn sonderlich kreativ waren die Angriffe nicht. Allerdings reichte es, dass es am Ende 0:4 stand womit 03 noch gut bedient war. Tja, das war mal nix, aber passiert halt.
Anscheinend war dann auch wieder das Wetter gegen uns, denn auf dem Weg zur Bahn wurden alle noch einmal komplett durchnässt. Wenigstens folgte eine entspannte Rückfahrt. Zurück in Babelsberg noch ein Abstecher zum Dönerdealer des Vertrauens und den Rest des Abend damit verbracht, auf der Couch die durchgefrorenen Knochen wieder aufzutauen.

Freitag: 1. Männer gegen Jena!
Sonntag: 1. Frauen in Wandlitz!

Oohhh…Babelsberg!

Wiedermal ein Wochenende mit der Option problemlos mehrere Spiele von 03 mitzunehmen. Los ging der ganze Spaß am Freitag am Lutherplatz. Ein mehr als gut gefüllter Bus machte sich auf in Richtung Halberstadt. Mit zwei kurzen Pausen (-> Bus-Klo kaputt vs. enger Zeitplan) konnte das Stadion rechtzeitig geentert werden. Ich fand es, trotz Laufbahn, gar nicht so schlecht und auch die Bockis konnten, entgegen den Geschichten aus vergangenen Jahren, überzeugen. Zumindest die erste, die war größer. Der Support unsererseits war gut, auch wenn einigen die arg hohen Stufen im Gästeblock fast zum ernsthaften Verhängnis wurden. Halberstadt begann zumindest optisch gut mit Einklatschen, allerdings ohne akustisch bei uns anzukommen. Lag vielleicht auch an der ungünstigen Bauweise des Stadions, war im Verlauf des Spiels allerdings aber egal, da der Heimsupport irgendwann komplett eingestellt wurde. Schade eigentlich, denn es waren nicht wenig Sangeswillige. Die Mannschaft selbst konnte ebenfalls überzeugen. Von einem Pflichtsieg zu sprechen, wäre sicherlich übertrieben. Trotzdem sehr schön zu sehen, dass die Spieler in der Lage waren, ihre Favoritenrollen auszufüllen. Die Rückfahrt war dann fast ein Spiegelbild der Hintour – gute Laune, „interessante“ Musik und das ein oder andere Getränk. Ein kurzes Absacken in der Stadtteilkneipe rundete den Tag ab und motivierte für…Sonntag!
Die Frauen mussten zum zweiten Derby der Saison bei der Drittvertretung der Turbinen ran. Stilecht wurde mit der Straßenbahn angereist und nach kurzem Fußmarsch und Eintritt abdrücken…erstmal ran den Versorgungsstand. Und der konnte sich bei Preisen und Auswahl durchaus sehen lassen – inklusive Kuchenbasar. Unser Möbchen postierte sich am Rand der Hauptgeraden. Auf dem Weg dahin fiel mal wieder die aktuell dünne Personaldecke unserer 1. Frauen auf. Gerademal zwei Spielerinnen machten es sich auf und neben der Wechselbank gemütlich. Immerhin konnte Denise nach längerer Verletzung in der Abwehr wieder auflaufen. Zum Intro dann etwas blau-weißer Rauch, Luftballons und ein Krümelmonster mit Appetit auf blau-weiß-rote Kekse. Support gabs auch, allerdings nicht so gut wie beim Spiel gegen den FSV. Das wahre Derby gibts meiner Meinung nach eh nur babelsbergintern. Trotzdem konnte ein neues Schunkellied präsentiert werden, was auch einigen Spielerinnen ein Grinsen ins Gesicht zauberte, und eine Mini-Capine riss die Kurve mit ihrem „Oohhh…Babelsberg!“ mit. Das Spiel selbst schwankte zwischen den Teams hin und her, wobei Turbine am Anfang mehr zum Zug kam. Immerwieder war deren technische und athletische Ausbildung zu sehen und unsere Abwehr musste mehrmals hinterher laufen. Folgerichtig auch das 0:1 durch einen (etwas glücklichen) Fernschuss. Die 03er_innen gaben aber nicht auf und konnten nun wieder mehr Druck nach vorne aufbauen, was mit dem 1:1 durch Anna K. belohnt wurde. Damit ging es auch in die Halbzeit. Tore fielen im zweiten Druchgang nicht mehr. Für Aufregung sorgte anschließend Nicole, die verletzt vom Platz getragen werden musste. Sie kam zwar nochmal wieder, aber nach ein paar Minuten war Schluss. Hoffentlich nichts ernstes, leider sah es wirklich nicht gut aus. Zu allem Überfluss hatte der Trainer schon die möglichen zweimal gewechselt, weshalb die letzten Mitnuten zu zehnt bestritten werden mussten. Turbine jetzt mit ordentlich Druck, allerdings konnte Schlimmeres verhindert und der Punkt gerettet werden. Zum Abschluss noch ein Gruppenfoto mit der Mannschaft und dem Krümelmonster – und schönem Gruß an Leute, die aus ner Mücke auch mal nen Elefanten machen.

Nächstes Wochenende zweimal S-Bahn fahren – die Männer am Samstag in Strausberg und die Frauen am Sonntag in Borgsdorf!

Die Nummer 1 im Kiez sind wir!

Genau so klang es am letzten Sonntag durch das Stadion am Grienbnitzsee. Doch da lag den geneigten 03_erinnen nicht erst das erste Spiel des Wochenendes in den Knochen. Deshalb der Reihe nach….
Freitag, ca. 17 Uhr. Das Konzert vom Donnerstag (Schöne Grüße an Dominik…) war viel zu kurz her und schon ging es mit einem Abstecher zum Altglas-Container in Richtung Fanladen. Ich habe ja nicht mit all zu vielen Menschen vor Ort gerechnet, aber diese Anzahl hat mich dann doch erstaunt. Nagut, könnte am Gegner oder an allgemeiner Lethargie liegen. Trotzdem irgendwie enttäuschend. Im Rund selbst, konnten dann zum Glück doch die gewohnten Gesichter begrüßt werden. Dazu gab es zu diesem Zeitpunkt noch 1 (in Worten: einen) angereisten Sympathisaten des Brauseclubs. OK, später kam noch eine Autobesatzung dazu. Trotzdem…lächerlich.
Genauso lächerlich begann der Support der Kurve, trotz des Einsatzes der Capos. Mitmachquote und Motivation waren leider wirklich schlecht. Aber wer will es den Leuten angesichts eines solchen Kontrahenten verübeln?
Im Spiel selber zeigten sich die Gegner zumindest in der ersten halben Stunde deutlich besser, als es der Tabellenplatz vemuten ließ. Sehr schön zu sehen, dass 03 trotzdem nicht aufsteckte und durch Andis zum Ende dieser Phase an 1:0 markieren konnte. Nach der Halbzeit konnten die Guten deutlich besser aufspielen und die Kurve kam gleichzeitig immer besser in Fahrt. Die Vorentscheidung fiel in der 64. Minute du Matze. Die Überlegenheit hielt auch bis zum Ende, wodurch ein großartiger Start ins Wochenende festgemacht wurde. Zeit zum Feiern in der Kurve blieb mir leider nicht viel, denn es wurde spontan entschlossen nach Berlin zum nächsten Konzi zu tingeln. Sehr lustig mal wieder. Und nach abgestaubtem 45 Grad-Heftchen, „einem“ Absacker-Bierchen in der besten Kiezkneipe zwichen Görli und Kotti, verbunden mit sehr netten Gesprächen, ging es im Morgengrauen zurück Richtung Babelsberg. Während einige Freund_innen den Feund_innen im Hamburg einen Besuch abstatteten, nutzte ich den Tag zum erholen, denn …
… Sonntag war Derbytag! Unsere Frauen mussten „auswärts“ bei den 74erinnen ran. Die Vorfreunde war groß. Immerhin trennt uns nur eine S-Bahn-Station. Trotzdem und glücklicherweise ist es weder ein „Hass-Derby“ noch ein „Dörby of Love“, sondern einfach ein Spiel zwischen benachbarten Vereinen, um die Frage zu klären, wer denn nun die Nummer 1 im Kiez ist. Entsprechend konnten dieses Mal nicht nur die üblichen 10 Hanseln am Treffpunkt begrüßt werden und es ging im netten Möbchen vom Rathaus die gefühlten 2 km in Richtung Osten. Vor Ort gab es nicht nur meinerseits kurz Empörung über die aufgerufenen 4 bzw. 2 Euro Eintritt. Liebe 74er, das ist Landesliga….Immerhin haben die Verpflegungspreise einiges wieder rausgeholt (z.B. die 1,70 Euro für die 0,4er Pilsette). Dennoch wurde von allen die klein Tribüne geentert und die Choreo vorbreitet. Fotos davon sind auf den bekannten Seiten zu bestaunen. Leider lahmte der Support zum zweiten Mal an diesem Wochenende anfangs ein wenig, was aber eher dem Anstoßtermin, denn dem Gegner zuzuschreiben war. Trotzdem konnte auch hier wieder eine deutliche Steigerung im Spielverlauf verzeichnet werden. Das sah auch Hauptsponsor (böse Zungen nahmen gar das Wort mit M. in den Mund) Lutz so, kam kurzerhand in der Halbzeit rüber und schob einen netten Betrag in die Bierkasse. Danke dafür! Geilomat….Bier umsonst!…so der einhellige Kommentar! Also, nich lang schnacken, ab zum Bierstand und mal eben so viel Gerstensaft geordert, dass der Rest der Schlange mal richtig abkotzte. Ach ja…es stand übrigens noch 0:0.
In Halbzeit zwoo waren dann die 03er_innen deutlich mehr am Zug und krönten das durch ein Tor von Lisa M. zur Führung. Kollektives Ausrasten war angesagt. Zu schade, dass die Grün-Weißen nur wenig später ausgleichen konnten. Die Jästekurve nun fast durchgänig am lautstarken Singen, doch es sollte alles nichts mehr helfen. Firebrook und meine Wenigkeit haben versucht zu analysieren und festgestellt, dass bei uns nach vorne zu wenig ging. Anna machte wie immer ordentlich Alarm vorne, doch aus der zweiten Reihe kam zu oft zu wenig. Es fehlten die gezielten Pässe in die Spitze und der ein oder andere Fernschuss jenseits des 16ers hätte auch nicht schaden können. An fehlendem Einsatz unserer Spielerinnen mangelte es sicherlich nicht, das konnte man beim Blick in die Gesichter festellen.
So stand am Ende ein leistungsgerechtes 1:1 gegen die Meisterinnen der letzten Saison und die Mannschaft wurde zu Recht abgefeiert. Und warum sind wir nun die Nummer 1 im Kiez? Wir waren mehr, wir waren lauter, wir waren bunter. Bämm!

Samstag alle ab nach Brieselang im Pokal der 1. Männer!
Sonntag alle ab nach Fredersdorf/Vogelsdorf im Pokal der 1. Frauen!