Schön is anders…

Es sollte wieder sein.
Ich sollte endlich wieder ins Karli können.
Endlich wieder in die Nordkurve.

Ziemlich raus bin ich.
Nie Zeit für das,
Was mir mal das Wichtigste war.
Geld für Eintritt fehlte gar nicht selten.
Und „Nein“ sagen fiel auch oft schwer.
Habe also auf unsere Kleinsten aufgepasst,
Dass immerhin ihr Fußball gucken könnt.
Schön is anders.

Gestern war es anders.
Es sollte wieder sein.
Fußball.
Karli bei Flutlicht.
Nordkurve.
Singen.
Schön.

Hinfahrt: „Gegen wen spielt ihr?“
„Keine Ahnung.
Is doch egal.“
Alles, wie immer. 😉

Eintrittskarte verriet:
Budissa Bautzen.

Ich gebe zu: Aufgeregt war ich.
Viel hat sich verändert.
Bei mir.
In der Kurve.

Irgendwie leicht fremd.
Irgendwie doch zuhause.
Selten gewordene Gesichter wieder gesehen.
Endlich.
Wurde ja auch mal wieder Zeit.

„Sachma – schreibste Spielbericht?“
„Aber is doch keen Auswärtsspiel.
Najut, wer weeß, wann ick wieder komme.“
Irgendwie Zuhause.
Schön.

Und dann?
Gähnen…
Nicht, dass ich je über Fußballsachverstand verfügt hätte.
Aber das Spiel war langweilig.
Gähnend langweilig.
Und Torlos.
Schön is anders.

Support?
Ausbaufähig.
Wirklich jetzt!
Mich einmal alleine singen lassen.
Meine Stimme will doch gar nicht unbegleitet erklingen.
Aber noch schlimmer:
Mein Lieblingslied verkackt.
Mitmachquote nicht messbar.
Zu gering.
Schön is anders.

Aber auch was zum Schmunzeln war dabei:
„Das Konfetti werft ihr dann, wenn…“
„Hat er Konfetti gesagt?“
Alle werfen unkoordiniert Konfetti in die Luft.
Haha – also doch alles, wie immer.
Dafür mag ich euch so.

Ich komme wieder.
Versprochen.
Alles andere wäre nicht schön.

1 Chance, 1 Tor, 2 Gegentore

Direkt im Anschluss an die 1:2 Niederlage des SV Babelsberg 03 gegen die TSG Neustrelitz begab sich die ra(s)tlose Reporterin in die niedergeschlagene Menge und fragte zufällig ausgewählte Personen nach ihrem aktuellen Befinden und ihrer Meinung zum Spiel.
Hier das für die Nachwelt dokumentierte Stimmungsbild:

„Hmm… Schade…“

„Man muss auch mal verlieren können“

„Spiel nach vorne muss besser werden. Hinten nicht so schnell rausrücken.“

„Scheiße!!!“

„Es ist echt furchtbar, dass man erst Hoffnung hat auf ’nen Sieg und dann unverhofft verliert. Umgekehrt wär schöner.“

„Nordkurve in der 1. Halbzeit total mau, 2. Halbzeit besser.“

„Müdigkeit vor Anpfiff, Müdigkeit in 1. Halbzeit, dann ein Bier, kurzes wach werden während 2. Halbzeit, Müdigkeit nach Abpfiff.“

„Scheiße!!!“

„Ich war heut 16:45 zu Hause und hatte mit Betreten des Stadions mein 5. Bier“ (Anm.d.R.: Zum Interviewzeitpunkt war es dann Bier Nummer 9)

„Ich bin kein Neu-Irgendwas-Fan“

„Bier im Schuh – Wat sachst du dazu?“

„Ich muss mir irgendwie das Trikot von der Nummer 2 von Neustrelitz besorgen.“

„Merde!“

„Wenn man 1:0 Zuhause führt, sollte man die Spielweise einfach mal umstellen, hinten dicht machen, Konter spielen und das Ergebnis halten.“

„Scheiße!!!“

„Ick geh heut noch saufen – Alle in die Datscha.“

„Kein Kommentar.“

„Für mich war’s ein tolles Spiel. Ich hab die Nordkurve von oben gesehen.“

„Dat Spiel hättense nicht verlieren müssen.“

„Scheiße!!!“

„Neustrelitz ist ein unnötiger Verein.“

„Leider verdiente Niederlage, weil kein Zug nach vorne.“

„Warum müssen wir St. Pauli immer alles nachmachen?“

„Scheiße!!!“

Ob Auswärts oder Zuhause… (Oder auch: Der schlechteste Spielbericht seit Anbeginn der Zeit)

War es denn nun ein Auswärtsspiel oder ein Heimspiel?
Das zweite unser 4 S-Bahn-Liga-Spielen ist absolviert.
Es stellte sich mir die Frage, was unattraktiver ist:
Ein Kick gegen die U23 der Köpenicker oder das Stadion in welchem dies vollzogen wurde?

Ob des Auswärtsspiels der Ersten von Union war die Haupttribühne so gut gefüllt, wie damals zu unseren Spielen gegen Türkiyemspor im selben Rund.
In den Gästeblock verirrten sich vielleicht 500-600 Gestalten und konnten – wenn sie denn wollten – ordentlich Laut sein.
In Sachen Stimmung war von durchwachsen bis ziemlich gut alles dabei…

Spiel… Ach ja – das Spiel…
Erste Halbzeit grausig. Gegentor.
Zweite Halbzeit besser. Ausgleich.
Und Koc hatte dann noch das Siegtor auf dem Fuß – hatte dann wohl aber nicht sollen sein.
1 Punkt ist auch durchaus angemessen für dieses Spiel.
3 wären natürlich schöner gewesen.

Und die „schönsten“ Impressionen:

Für'n Arsch...
Für’n Arsch…

Die sanitären Anlagen ließen zu wünschen übrig... Der größte Wunsch: trockene Füße...
Die sanitären Anlagen ließen zu wünschen übrig. Der größte Wunsch: trockene Füße…

Alemannia Aachen – SV Babelsberg 03 1:2 (1:0)

+++ Morgens um 4 verlässt eine illustre Reisegruppe Babelsberg. +++ Lustige Fahrt, gute Musik, einiges an Alkohol, Scrabble mit 13 Buchstaben, Tippspiel +++ 12:15 sehen den neuen Tivoli – von Heimseite aus. +++ Wenige Menschen vor verschlossenen Ticketschaltern. +++ Stadtrundfahrt durch Aachen, Karlsbande gesucht und nicht gefunden. Vielleicht auch an den falschen Stellen gesucht: An Altenheim und Krötenwanderung vorbei nach Soest gebracht. +++ Einsicht: die Busfahrer haben keine Ahnung. +++ Wendemanöver unter kritischer Beobachtung von Plastikhund. +++ Wieder vorbei an Krötenwanderung, Altenheim und nun etwas vollerem Heimeingang. +++ Blau-weiße Fremdenführer geleiten Bus zum Gästeeingang. +++ Diskutieren und Warten im Eingangsbereich. Grund: fehlende Information über Ticketpreise und VVK-Möglichkeit. +++ Karte zum günstigeren VVK-Preis erwerben. +++ Gerangel beim Einlass. Einige Doppelhalter sollen ausgegrenzt werden. Wir grenzen Karl aber nicht aus. +++ Spiel gucken. +++ Trotz Verbot von Spruchbändern: „KBU NAZIBAUERN“ im Gästeblock zu lesen. +++ Leider in dieser Zeit Gegentor kassiert. +++ Spruchband „FI99 hat so viel Interesse an Fußball, wie der DFB an den Fans.“ und Blockfahne von den Nazibauern: „Euer Karl ist unser Liebesknecht“ eine Ultra-Gruppe, die zu ihrer offenkundigen Homosexualität steht – es scheint wohl doch noch nen Funken Hoffnung zu geben 😉 +++ Was für ein Zauber: Tor für Nulldrei zu Beginn von Halbzeit 2. +++ Bangen, Ärgern, Hoffen, Zittern: Abseitstore und andere brenzlige Situationen. +++ Die Erlösung: zum Ende des Spiels: 2. Tor für Nulldrei. +++ AUSRASTEN!!! +++ Rückfahrt beginnt mit VOKÜ, Düren beschmieren und Strafe für gleichzeitiges Parken ohne Parkschein auf 6 Parkplätzen. +++ 18:03 Abfahrt aus Düren. +++ 18:04 Die Vögelchen zwitschern ein „Es ist vorbei, bye bye Brüggemann“ – Nochmaliges Ausrasten +++ Schalke gewinnt Derby. +++ Eierlikör. +++ Treff auf Mannschaft an Raste – singen, freuen feiern. +++ Irgendwann nach 1: Ankunft am heimischen Kreisverkehr. +++ Sektempfang +++

Ein + kann gut und gerne durch Bier ersetzt werden 😉
Nach langer Auswärtsabstinenz war diese Fahrt Balsam für mein Herz.

Danke an alle, die dran beteiligt waren – vor Allem an diejenigen, die deswegen sogar nicht zum Spiel konnten.

Und Klaus? Der is Raus! YES

Pfeffer, Mexikaner und Bockwürste…

Gleich zu Beginn: Es ist immer wieder kurios, dass ein Spiel unter der Woche für einen restlos ausverkauften Bus sorgt, während bei Spielen am Wochenende viel zu viele leere Plätze im Bus bleiben. Böse Zungen behaupten, dass das an der hohen Arbeitslosenquote läge. Aber wir wissens besser. Also mal schnell 2 Urlaubstage eingereicht und ab geht’s…

Ausgeschlafen und voller Vorfreude ging es zu allererst in unsere Lieblingskneipe am Kreisel. Dort wurden mit vielen fleißigen Händen und noch mehr Pfeffer die Brote und Brötchen für Unterwegs geschmiert. Mit diesen im Schlepptau dann zum ehemaligen Schnabelreh-Platz und dann in den Bus.

Die Besatzung war wieder einmal famos und versprach viel Freude. Nachdem alle einen Platz gefunden haben und unsere Busfahrer uns informierten, dass der Bus neu sei und das es Bier und Bockwurst zu kaufen gäbe fuhren wir dann auch fast pünktlich los.

2 Pausen, 2,5 Liter Mexikaner, jede Menge hohe literarische Kost (Bravo), 4 mal Pfeffer schnupfen und 37 Ansagen, dass es Bockwürste zu kaufen gäbe, später erreichten wir dann tatsache eine dreiviertel Stunde vor Anpfiff das Stadion. Mein erstes Mal Rote Erde. Ein sehr schönes altes Stadion mit der Arena dirket im Hintergrund.

Dann ging alles ganz schnell: kein Regen (obwohl angesagt), keine Niederlage, kein Sieg, kein ermäßigter Eintritt für alle, die volljährig waren – es sei denn sie wären schwerbehindert gewesen.

Ja – das habt ihr sicher aus dem einen oder anderen Spielbericht (ein solcher, der sich mehr aufs Spiel konzentriert) entnommen: wir haben unseren ersten Auswärtspunkt nach Hause geholt. Viel vom Spiel habe ich nicht mitbekommen. In der ersten Halbzeit habe ich mehr gesungen, als auf den Platz geschaut und in der zweiten Halbzeit habe ich mich viel nebenher unterhalten. Außerdem wollte ich den Moment nicht verpassen, in dem die Riesenspinne (alias Signal Iduna Park) aufsteht und wegrennt. Der Moment kam nicht. Riesenspinne ist zu faul und verharrt da immernoch. Aber Spinne überleg es dir: du hast Beine, dass du laufen kannst…

Nach dem Spiel dann lecker VoKü. Nudelsalat mit Spinat – haben dank der Dunkelheit auch viele Spinat-Hasser gegessen und so lange für Gut befunden, bis sie die Zutatenliste erfuhren.

Zur Rückfahrt gab es weniger Rahmenprogrammpunkte: eine spannende wie auch aufregende Synchronisation von „Space Balls“, ein schon wieder nicht funktionierender „Superstau“, ein schräger Film mit 3 Männern, einem Auto und einem Kind, 1 Liter Mexikaner und nur 15 Ansagen, dass wir Bockwürste erwerben können.

Und dann kamen wir an. Keine Ahnung wann. Aber wir kamen an. Sicher und müde.

Als wir nach Osnabrück fuhren, um Soljanka zu essen…

Osterwochenenden sind ja bekanntermaßen Reisewochenenden. Also verschlug es für mich am Samstag gleich nach dem Heimspiel nach Hamburg. Dort konnten wir uns erfolgreich vor dem Osterfest drücken und sahen stattdessen 2 Fußballspiele: Sonntag die zweite Mannschaft von St. Pauli gegen Leipziger Dosenkicker (leider traf der Herr Kutschke gleich zwei Mal – das hätte er mal damals für uns machen können) und Montag dann das Oberligaspiel Altona gegen Vorwärts Wacker. Sonntag ein 1:2 und Montag ein 3:1.
Dienstag bekamen wir dann Hunger. Es sollte aber etwas leckeres sein, was unsere Bäuche füllen sollte. Wir verabschiedeten uns also von unseren Freunden am Fanladen im Kiez und fuhren nach Osnabrück, denn dort sollte ein Reisebus mit VoKü eintreffen.
Gerüchten zufolge sollte es Soljanka geben.
Also wir nun aber dort angekommen waren, war keine Spur von besagtem Reisebus. Dann aber kamen gleich 2. Nahezu ausgehungert waren wir, als uns erklärt wurde, dass es erst nach einem an diesem Tag dort stattfindenden Fußballspiel das erhoffte Essen geben würde. Was also machen? Warten? Ohne Essen nach Hause?
Naja – wir entschiedeen, mit der illustren Reisegruppe mitzugehen und sahen uns also schon wieder ein Fußballspiel an: Osnabrück gegen Babelsberg. Der Favorit war vorher klar und bestätigte sich im Spiel. Nur der Herr Schiedsrichter wollte wen anders siegen sehen.
Also verlor 03 0:1. Wissenswertes vom Spiel: Es war eine Leistungssteigerung zu sehen – man wollte wirklich gewinnen, sehr guter Support und nette Pyroeinlage im Gästeblock, Stimmungsboykott auf Heimseite, Raucher hielt aber einen unberechtigten Elfer und wir protesierten vergeblich, als ein Elfer für 03 nicht gegeben wurde.
Was solls. Mit diesem Schiri kann mensch der Mannschaft nu wirklich keine Vorwürfe machen – zumal es schon Vögelchen gab, die zwitscherten, dass irgendwelche griechischen Gelder mit von der Partie gewesen seien…
Die Szenen nach dem Spiel fasse ich mal kurz zusammen: #!Ҥ$%#
Und dann… Ja dann gab es endlich was zu essen.
Oh du liebenswerte Soljanka.
Danke an Koch und/oder Köchin!!!

Ach und eines noch: Demuth bleibt und soll auch bleiben! BASTA!

Werdet zu Legende, kämpfen bis zum Ende….

für die Zweite Liga
Sportverein

Wie schlecht der Auftritt der Sandhausen-Anhänger war, beschreibt eigentlich die Übernahme des Aufstiegslied von Braunschweig.
Noch schlechter war eigentlich dort nur eines: der Auftritt unserer Mannschaft.

Aber von vorn, denn Auswärtsspielberichte beginnen bei mir glücklicherweise nie im Stadion.
Morgens, halb acht in Leipzig: ein FI-ler und eine Zujezogene haben soeben gefrühstückt und machen sich auf den Weg zum altbekannten Treffpunkt, wo scheinbar schon ein Bus voller Charlottenburger auf die beiden wartete 😉
Glücklicherweise kam dann aber doch noch ein Auto mit gemischter Zujezogen-FI-Besatzung und sackte die beiden ein. Eine lustige Fahrt mit viel guter Musik, vieler lustiger Gespräche und noch mehr Sonnenschein begann. Interessant war die Feststellung, wie riesig die Heimat des vor mir sitzenden Zujezogenen denn in Wirklichkeit ist und wie sehr dort die Industrie sprießt. Wir erfuhren, dass er auf einem Berg in einer Höhle aufgewachsen ist, oder so ähnlich zumindest…
Dieser Zujezogene arrangierte dann auch ein Treffen für uns: wir gingen aufgrund der vielen Zeit, die wir am Stadion vor dem Spiel hatten, mit seinen Eltern essen. Sehr angenehme Eltern sind das.
Anschließend also zusammen zum Gästeblock. Dort gaben wir dann unser Banner aus der Hand. Banner nur im Nebenblock? Ne danke… Also eben kein Banner. Doch woher die vielen Klebebandreste im Block stammen, konnten uns die Ordner nicht sagen… Im Block waren erstaunlich viele. Man hörte so Schätzungen à la „80 Gäste – davon 30 aus Potsdam“ und ich würde mich dieser auch anschließen.
Das Spiel ist nicht erwähnenswert. Anfangs ging es noch – so die ersten 10 Minuten. Aber was war dann los? Was ist mit der Mannschaft los? Ist das Drittliganiveau? Da stimme ich einmal dem Sandhausen-Singsang zu: „Wir steigen auf und ihr steigt ab.“ Denn so werden wir absteigen.
4 Tore haben wir in den 90 Minuten kassiert, keines geschossen. Alles in allem frustrierend.
Gleich zu Beginn der Rückfahrt besserte sich unsere Laune glücklicherweise. Zum Einen konnten wir sehr günstig tanken, zum Anderen machte sich unser am Steuer sitzender Sachse voll zum Klops: Die Dame neben uns bekam erst aus unserem Auto heraus ein Rennen angeboten, anschließend meinte besagter Sachse, dass wir aus dem Osten kämen. Ihr zugegebenermaßen obercooler Konter war, dass sie aus Russland sei. Der Punkt ging klar an sie 😀
Erschreckend war auf der sehr lustigen Rückfahrt, dass alle Autoinsassen so textsicher bei den Liedern der Kellys, Vengaboys, von Echt oder ähnlichen Interpreten sind. Wie lange wir gefahren sind, weiß ich nicht – aber definitiv kam es mir nicht so lange vor.

Ich kann also leider wieder einmal damit abschließen, dass es eine tolle Fahrt gewesen wäre, wenn da nicht die knapp 2 Stunden im Gästeblock gewesen wären…

Waren denn nur Zujezogene im Gästeblock?

„Ich habe absolut keinen akzeptablen Grund dafür, dass ich zu spät bin.
Es tut mir ein bisschen leid, aber ich werde deshalb nicht schlecht schlafen.“

Dieses Zitat vom kommunistischen Kanguru, welches sich bei Marc-Uwe Kling eingenistet hat, trifft es so ziemlich genau.

Es heißt mal wieder Spielbericht schreiben für mich – oder eben auch Reisebericht…
Premiere in dieser Saison. Ich habe es tatsache geschafft, mich die ersten 6 Spieltage vom Berichtschreiben zu drücken. Nu isser fällig. Machen wir’s kurz und schmerzvoll:

Eine äußerst angenehme Reisetruppe machte sich mit dem CoolK-Reiseexpress viel zu früh am Morgen des 27.08.2011 gemeinsam auf den Weg nach Offenbach. Nein – wir wollten nicht die blühende Stadt besichtigen. Wir wollten einfach nur zum Fußball. Das blühende Leben herrschte auch nicht im Bus. Der Uhrzeit geschuldet sahen einige aus, als seien sie erst aus eine Kneipe getorkelt – andere haben genau dies gemacht. Ein Zujezogener hat beides miteinander vereint…

Mit wenigen Stops und bei gutem Verkehr kamen wir überpünktlich am Bieberer Berg an. Dort gabs Vokü und eine anschließende Waldwanderung zum Stadion.
Die Exekutive schien mit der guten Laune, die wir mitbrachten überfordert, das Ordnungspersonal im Stadion gab uns widerum alles an Freundlichkeit zurück, was ihnen entgegengebracht wurde. Selten wird mir so ehrlich viel Spaß beim Spiel gewünscht, wie es dort beim Einlass der Fall war.

Rein, Banner aufhängen, warten, eine schlechte Botschaft (aufgrund der Exekutiven) erhalten, Banner umgedreht. Frustration machte sich breit.
Bis zur 2. Halbzeit sollten wir einer weniger auf den Rängen sein.
Es gab nahezu keinen Support und auf dem Platz keine Tore. Dafür 4 gelbe Karten – 3 davon für uns. Ok – keine Tore stimmt nicht. Eines sahen wir und freuten uns schon. Aber es war wohl Abseits – meinte zumindest der Linienrichter.
Zur 2. Halbzeit wurde dann streckenweise richtig gut (für die kleine Masse) supportet. Kids haben statt wie vorher zum Spielfeld nun nach hinten geschaut. Sie waren begeistert von den Liedern, versuchten mitzusingen, sammelten und warfen eifrig Schnipsel. Wären nicht dauernd englische Texte gewesen, hätten sie sicherlich immernoch Ohrwürmer.
Auf dem Platz passierte unbeschreibliches. Marian Unger ziemlich weit draußen. Dann Gegentor. Verdammte Sch****
Kurz vor Schluss sollte alles noch ausgebügelt werden. Elfmeter für uns. Die Frage danach: berechtigt oder nicht. Keine Ahnung, ich habs nicht sehen können. Wir freuten uns, Dominik Stroh-Engel schoss und netzte ein, wir freuten uns noch mehr. Danach hätten wir noch beinahe das 2:1 kassiert – doch Marian Unger war diesmal zur richtigen Zeit mit den richtigen Reflexen am richtigen Ort.

Abfiff – 1:1 Endstand – ein typisches Auswärtsspiel also.

Zurück ging es wieder rasant schnell und sehr angenehm.

In Potsdam hörte ich vermehrt die Frage, ob denn nur Zujezogen in Offenbach gewesen sei. Die Begründung der Frage musste ich selbst auch unter die Lupe nehmen und ich geb zu: ein bisschen schmunzeln musste ich schon…
Wer dies nachempfinden möchte, sollte sich den Bericht des hässli… äh Pardon: Hessischen Rundfunkes ansehen.
In den Sekunden 26 bis 30 ist im Hintergrund der Gästebereich zu sehen. Und wirklich: das einzige Banner dass das bloße Auge dort erblickt ist jenes mit dem Umzugskarton.

Lustig.