Nachdem unser Gast ein wenig für den Spielbericht Zeit brauchte und Zack in gewohnt (Achtung Wortwitz!) zackiger ( 😀 ) Manier vorgelegt hat, soll euch der Bericht mit dem nicaraguanischem Blickwinkel von vilson auf das Geschehen nicht vorenthalten bleiben.

Con mi primera visita en el Karli, yo recibo el honor a escribir un pequeño informe del último partido. Y tenia suerte, vino Meuselwitz y cada vez en los últimos años – este oponente significa goles y más goles. Y así podríamos celebrar goles y nuestro equipo y las cervezas y las salchichas y más y más…

Pero por orden, aquí el informe:

El partido de Futbol inició! La gente  super simpática, genial.

El ambiente estaba un poco flojo, pues ha faltado un poco más de animación. Tal vez; porque estaban jugando en casa contra Meuselwitz … no era necesario.

El Juego en sí en los primeros 20 minutos un poco violento; hasta tarjetas incluidas. Estas pudieron  haber cambiado de amarillas a rojas.

Los tres goles…bien para el equipo!

A  celebrar!!!

El primer Gol inesperado, un poco antes de la pausa, ha hecho emoción en las gradas del estadio. Claro! Con una pequeña ayuda del portero turingio; así como el segundo.

La barra pidiendo un tercero y logrando este su último Gol.

Me ha gustado!

También la buena acción , en apoyo al pueblo  Griego en un pequeño estadio; espero que haya llegado de alguna manera el mensaje.

 

Y al fin solamente celebración. Por mi primera vez en la curva no se podría recibir más.

Una lástima que he visto muy pocos fanáticos del equipo contrario.

 

Suerte este  domingo 9 contra el Lindower SV en la copa!!!

Stadt für Alle – Demo!

 

Unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden?
Wohncontainer am Rand der Stadt?
Kein Platz für selbstverwaltete Kultur in preußisch Disneyland?

Am 13.06.2015 demonstrieren wir gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum in einer lebendigen Stadt. Wir stehen ein gegen Ausgrenzung und Verdrängung. Die Stadt gehört uns allen!
Die Unterbringung von Menschen in Containern ist trauriger Tiefpunkt der seit Jahren asozialen Wohnpolitik im Interesse des Profits. Es gibt immer mehr Luxusdomizile und weniger bezahlbaren Wohnraum. Bald gehen wir nur noch für die Miete arbeiten. Wer da nicht mithält, muss wegziehen. Wir brauchen eine radikale Änderung der Wohnpolitik. Daher gehen wir auf die Straße und kämpfen gemeinsam – Geflüchtete, Zugezogene, Hiergeborene, Junge und Alte, Familien, Arbeitslose und Beschäftigte – für eine lebendige und solidarische Stadt.

Wohnraum ist existenziell und keine Ware!
Wir fordern:

  • Wohnungsneubau der ProPotsdam nur mit bezahlbaren Mieten
  • Bedarfsgerechte Modernisierung statt Luxussanierung
  • Keine staatlichen Subventionen für teure Wohnungen
  • Wohnungen für Geflüchtete schaffen! Keine Container!
  • Keinen Cent mehr für die Umgestaltung der Innenstadt zum barocken Luxusquartier
  • Einkommensorientierte Mietpreissenkung
  • Übernahme aller Wohnkosten für finanziell Bedürftige – unabhängig von der Wohnlage
  • Wohnungsbaugesellschaften unter demokratische Kontrolle der Mieter*innen
  • Häuser denen, die drin wohnen

Die Stadt gehört uns allen – Vielfalt statt Verdrängung und Ausgrenzung!
Wir fordern:

  • Willkommenskultur leben: Abschiebungen stoppen – Bleiberecht für alle
  • Sondergesetze für MigrantInnen abschaffen: unbürokratische Gesundheitsversorgung und Arbeitserlaubnis für alle
  • Kein Abriss der Fachhochschule und des Rechenzentrums: Erhalt und Schaffung von selbstverwalteten Kulturzentren und öffentlichen Begegnungsräumen ohne ökonomische, bürokratische und rassistische Hürden

#scheissenergie #scheissbullen

Boah, erstmal im Kopf ordnen das ganze Geschehen von gestern. Wenn das hier nun etwas wirr und eher weniger, wie ein Spielbericht daher kommt, seht es mir bitte nach. Ich versuche nur alle Aspekte, die mir gerade genauso wirr im Kopf umherschwirren, nun irgendwie lesbar zur Tastatur zu bringen.

Begonnen hat der Tag ja, wie jeder gewöhnliche Mittwoch. Augen auf, raus aus den Federn. Aber da waren schon das Kribbeln und die Nervosität deutlich spürbar. „Heute geht’s um alles!“ Dieses Halbfinale ist einfach in jeder Hinsicht anders, als der übliche Trott über die brandenburgischen Dörfer. Nicht, dass ich das nicht auch mag, aber endlich mal ein höherklassiger Gegner und vor allem zu Hause im geliebten Karli. Dazu hieß der Gegner noch #scheissenergie und bestätigte fanseitig alles, was an Hass in meinem vorgenannten Hashtag zu finden ist.

Zurück zur Kausalkette: Gut, nur noch ein paar Stunden der Pflicht nachgehen, dann folgt mit verfrühtem Feierabend endlich die Kür. Ab nach Hause, alles einpacken, Tür zu, los! Mal locker am Treffpunkt vorbeigefahren. Ca. 120 Leute machten sich dann auch lautstark auf den Weg die Karl-Liebknecht-Straße hinunter. Rein in die Nordkurve und dann endlich Spannungsabbau. „Im Nudeltopp, da bin ich uffjewachsen…“ so laut, wie nie. Die Nordkurve war motiviert und bestens drauf. Logisch, dass solch ein Spiel auch mit etwas Beleuchtung gestartet werden darf. Da mein Sichtfeld leider nur bis zur Blockfahne reichte, kann ich mich nur auf Fotos berufen: Sah gut aus, die Pyro. Stimmungstechnisch war die erste Hälfte auch sehr, sehr ordentlich. Allerdings möchte ich nicht ganz verstehen, warum es dazu gefühlte 100 Mal „Cottbusser Arschlöcher“ benötigte. Die Pöbelquote wurde in Halbzeit eins klar von uns dominiert. Das halte ich aber für leicht unnötig, da die Kurve sicher auch ohne richtig gut drauf gewesen wäre. So trübte das schon den Wohlfühlfaktor bei einigen Leuten, die unmittelbar in meiner Nähe standen ungemein, was sie auch klar zum Besten gaben. Ich selbst finde das Pöbeln insbesondere gegen #scheissenergie ok, nur das ein oder andere Mal wäre die Konzentration auf den Support bedeutend wichtiger gewesen.

Jedenfalls spulten beide Fanlager bis dahin eher ihr „business as usual“ runter. Erstaunlich ruhig bis dahin. Bis dahin…

Und dann kam die Halbzeit. Plötzlich, drei Kanonenschläge seitens #scheissenergie und sofort steigen etliche völlig sinnbefreit ein. Das übliche Hin- und Hergebrülle. Nazischeiße bei #scheissenergie – wie zu erwarten. Ein verunglimpfendes Banner wurde ja relativ schnell wieder entfernt. Gesehen hat trotzdem jeder. Bestätigungs-Punkt, yeah!!!

„Ok, gehe ich nun endlich mal pissen.“ Das dachte sich wohl auch der Ultra, der von den #scheissbullen direkt vorm #scheisshaus rausgezogen wurde und somit die Situation völlig eskalieren ließ. Angeblich weil eben jener bei der erwähnten Pyro-Aktion dabei gewesen sein soll. Auf einmal 30 #scheissbullen, die versuchen, irgendwelche Leute zu fangen. Zwei weitere Festnahmen. Kette und Spalier, Bedrohungsszenario. Da das Spiel wieder lief, ließ sich die Situation dann doch recht schnell wieder auflösen. Nichts desto trotz:

 

Lieber Verein,

du hast hier Hausrecht und es war bisher Grundkonsens, dass sich die #scheissbullen innerhalb des Stadions auch nach Pyroaktionen mit Personalienfeststellungen zurückhalten. Das war gestern ein Tritt in den Arsch!

 

Liebe #scheissbullen,

ihr habt gestern diesen Tritt in den Arsch willkürlich ausgelöst. Ihr habt euch wider des gelebten Vorgehens (Stichwort „Babelsberger Weg“ – Na, fällt der Groschen?) und mit eurem Handeln über den Verein gestellt, obwohl ihr keinerlei Legitimation dafür hattet! Nicht nur das. Wenn euch dann Vereinsoffizielle (Fanbeauftragter, der) dazu befragen, reagiert ihr mit Arroganz und Ignoranz („Mit Ihnen rede ich nicht!“). Fickt euch ins Knie!

 

Ok, zurück in die Nordkurve. Dort wurden aufgrund der eben beschriebenen Ereignisse die Zaunfahnen abgehangen. Die bisherige Stimmung war tot. Wer hat´s verursacht? Keiner wusste so richtig, wie nun weiter. Zu allem Überfluss drehte die Nazischwein-Ecke von #scheissenergie nun auch noch einmal richtig auf und erneut kam es zu Böllern, Feuern, verbrannten Devotionalien der jeweils gegenerischen Seite. Ganz toll, wie sich Einige austobten – auch wieder und vor allem LEIDER unsererseits. Applaus!  Worin sich unsere Fanszene in ihrer einst gelebten Kreativität und Pfiffigkeit nun noch von anderen Szenen unterscheiden soll, erschließt sich mir seit geraumer Zeit leider nicht mehr wirklich. Der politische Aspekt vielleicht, aber der scheint offensichtlich auch eher als Deckmantel zu dienen.

Dann gab es noch die Sache mit dem Abhängen des Banners „NAZISCHWEINE“ durch den eigenen Ordnungsdienst. Geht natürlich auch überhaupt nicht klar und war absolut unnötig.

So, was habe ich noch vergessen? Ach ja. Nachdem dann alle Scharmützel soweit abgegessen waren – bis auf den gelben Asteroiden, der später noch aus dem #scheissenergie-Block auf die Nordkurve geschossen wurde – konnte die zweite Halbzeit supporttechnisch auch wieder ein gutes Niveau erreichen. Das hatten wir sicher auch dem Team zu verdanken, was ab Mitte der zweiten Hälfte wirklich starken Fußball zeigte und nur leider knapp verpasste, sich auch endlich mal dafür zu belohnen. Klare Torchancen bis zur 90. Minute. Dann der Todesstoß. 2:0 für #scheissenergie. Ende.

Die Wartezeiten an der Tränke waren gestern auch kritikwürdig und die Kommunikation, dass neuerdings Schlüsselketten oder Nietengürtel im Stadion verboten sein sollen – alternativ nur bei Abgabe des Personalausweises – unter aller Sau! Unabhängig davon, was das Ganze für einen Sinn machen soll.

Dem Team will ich keinen Vorwurf machen in meinem Bericht. Nein, ich will ihm sogar danken für das aufopferungsvolle, sehr sehenswerte Spiel. Ihr habt alles gegeben und hättet das Ding fast rocken können. Kopf hoch! Weiter geht´s! Gruß an Rafael Makangu: Verbrenn das scheiß Ding!

Was vom Tag und der Saison übrig bleibt sind völlig gemischte Gefühle. Wir haben das wichtigste Spiel der Spielzeit verloren und die Liga strotzt nur noch vor Langeweile. Vielleicht können wir sportlich, aber auch supporttechnisch das Ganze doch recht angenehm und vernünftig zu Ende bringen. Eine Reflektion der gestrigen Geschehnisse muss jedoch nun ALLERORTS (Gruß an den PP) erfolgen!

Wir sehen uns am Sonntag in der Alten Försterei.

Die Bande holen wir uns!

Die Bande holen wir uns!
Eine Spendenaktion der Fans des SV Babelsberg 03

Einst genügte uns noch das Trikot, jetzt wollen wir die (freie) Werbebande!

Ja liebe Nulldreier_innen, wir,
engagierte Fans aus der Nordkurve Babelsberg, haben uns etwas überlegt: Wie allseits bekannt sein dürfte, sind die Bemühungen um eine Konsolidierung des Vereins bisher erfolgreich, doch ist unser geliebter SV Babelsberg 03 finanziell noch immer nicht auf Rosen gebettet. Die finanzielle Lage ist weiterhin immens schwierig. Das haben auch die Gespräche in der kürzeren Vergangenheit mit Vereinsverantwortlichen gezeigt.

Um einen kleinen, aber dafür mehr als ehrlich gemeinten Teil dazu beizutragen, dass sich dies ändert und darüber hinaus auch Impulse an potenzielle Sponsoren gesendet werden, die sich aufgrund der Lage noch abwartend verhalten, wollen wir dem Verein nun aktiv finanziell unter die Arme greifen und für eine Saison mindestens eine Werbebande mit dem Slogan WE ♥ NULLDREI versehen, der „Weiterentwicklung“ des bekannten I ♥ NULLDREI-Slogan aus den Tagen im Mai 2011.

Um eine Werbebande im Regionalbereich mit einer Länge von 5 Metern erwerben zu können, benötigen wir genau 2.000 – in Worten: Zweitausend – Euro! Bei 4.000 Euro, kaufen wir einfach zwei, bei 6.000 Euro, drei. Dies machen wir so lange, bis kein freier Platz mehr im Stadion ist, treten sie bis auf eine aber gern wieder ab, wenn sich ein Sponsor anstelle unserer Banden findet.

Ihr ALLE, Fans und Fanclubs aus allen Bereichen des Stadions, seid also gefordert: Öffnet eure Herzen und eure Geldbeutel und lasst ein paar Taler springen (Hier gilt natürlich das Motto „Klotzen statt Kleckern!“ – Kleinvieh macht allerdings auch Mist.).

Eure Spenden für die WE ♥ NULLDREI-Werbebande könnt ihr ab sofort an jedem Spieltag in die Spendeneimer der fleißigen Spendensammler_innen werfen, oder auch ganz entspannt per Überweisung an:

Kontoinhaber: SV Babelsberg 03 e.V.
Bank: Commerzbank Potsdam
IBAN: DE 26 1604 0000 0131 1422 00
BIC: COBADEFFXXX

mit dem Verwendungszweck „Die Bande holen wir uns“ tätigen.

Wir und sicherlich auch der Verein sagen euch jetzt schon Danke für eure Unterstützung!

Engagierte Fans aus der Nordkurve Babelsberg
Babelsberg, 15.04.2014

Kein Bock auf Lok!

Am 2.4. werden sich Babelsberger im Gästeblock von Lokomotive Leipzig einfinden und unsere Equipe nach vorne treiben…..Wir nicht! Eine Erklärung:

Vorausgestellt gilt es zu sagen, dass wir im Folgenden auch Freunden unsererseits argumentativ entgegentreten werden. Dessen sind wir uns bewusst, aber diese Auswärtsfahrt unkommentiert im Raum stehen zu lassen, stellt für uns keinerlei Option dar.

Bereits das Hinspiel lieferte eigentlich mehr als genug Argumente unserem Beispiel bezüglich des Rückspieles zu folgen: Bagatellisierung, Negierung und Vertuschung massenhafter rechtsextremer Äußerungen und Gesten seitens der Fanszene und(!) der Vereinsverantwortlichen von Lok Leipzig waren während und insbesondere nach dem Spiel zu konstatieren. „Diesem Verein werde ich keinen Cent in den Rachen werfen“ hörte man (damals noch) allenthalben.

Doch nicht nur der Verein blieb ein Ärgernis, bezüglich des ersten Rückspielansetzungstermins (8. Dezember) packte nun der NOFV seine Repressionskeule aus: Mit Bannmeilen, Sicherheitszuschlägen, Karten nur für den Vorverkauf und diversen weiteren Einschränkungen wurde der Bock zum Gärtner gemacht und darüber hinaus auch unsere Vereinsführung, welche leider bisweilen sehr zahnlos auftrat, seitens des Verbandes unter Druck gesetzt. Die angedachte Demonstration gegen faschistische Strömungen in Fußballstadien (Sächsischer Einsatzleiter der Polizei: „Wenn Babelsberg Ärger macht, werden sie den auch kriegen. Da fackeln wir nicht lange!“), welche Verband und Polizei mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln torpedierten, war demzufolge obsolet.

Ohne dass (logischerweise) zu viele Internas (die gibt es schon zuhauf bei „Facebook“) aus der Fanszene breitgetreten werden, beschlich uns als Gruppe bereits während der Winterpause das ungute Gefühl, dass die Bereitschaft für eine Fahrt nach Probstheida in der „aktiven“ Fanszene stetig wuchs.
Es folgte der Termin für das Rückspiel-> natürlich Mittwoch, 17 Uhr-> Eine groß angelegte Demonstration ist aufgrund dessen enorm erschwert worden, aber dennoch nicht völlig unrealistisch. Auch blieb es erwartungsgemäß bei den bekannten Repressionen (Karten nur im Vorverkauf, Sicherheitszuschlag ….); kurzum hatte sich an der Ausganslage nichts geändert.

Für uns persönlich unfassbar geschah nun eine bis zum heutigen Zeitpunkt anhaltende Mobilisierung eines Großteils der „aktiven“ Fanszene plus Umfeld für dieses Spiel am 2.4., welches sogar eine Gegenaktion für diesen Tag mangels Zuspruch unmöglich macht. Die Babelsberger Szene fiel in der Vergangenheit immer wieder dadurch auf, dass sie sich gegen, aus ihrer Sicht ungerechtfertigte, Zustände rund um Fußballspiele vehement wehrte, wie beispielsweise nicht nachvollziehbaren Ticketerhöhungen und Repressionen seitens der Polizei („Fußballfans beobachten die Polizei“) oder der ausrichtenden Vereine. Dass sich nun ein Großteil jener Menschen, die mit uns gemeinsam diese Zeiten erlebten und guthießen, zu diesem Spiel bei Lok Leipzig im Gästeblock einfinden werden, lässt uns mit einer Melange aus Fassungslosigkeit und Wut zurück. Die viel(z)(s)eitig ausgetauschten Argumente diesbezüglich sind allesamt gesagt und gehören nicht an die Öffentlichkeit, die Folgen des Spielbesuchs und der bittere Beigeschmack desselben, wird jedoch nicht ausgeklammert: Obgleich seitens der Babelsberger Fans allerhöchstens marginale(!) Verfehlungen im Hinspiel begangen wurden, treffen die repressiven Maßnahmen des Verbandes eben jene.

Dass IHR, liebe Lokfahrer, dem NOFV mit eurer Bereitschaft diese Fahrt auf euch zu nehmen für zukünftige Maßnahmen Tür und Tor öffnet, muss euch doch bewusst sein??? Dass IHR einem Verein, dessen Vereinsverantwortliche (obgleich der momentanen, allerdings strikt repressiven, Versuche der Eindämmung rechter Strömungen) sich auch hernach des Hinspiels lügenreich und schlichtweg respektlos über unseren Verein äußerten, das dringend benötigte Geld zuschustert, muss euch doch bewusst sein??? Dass IHR, liebe Lokfahrer, ohne klares politisches Statement (eine Antifafahne im Gästeblock gehört nicht dazu!) ein Stadion betretet, in welchem Symboliken gegen Rassismus mit „Masterrace“ gleichgesetzt werden, muss euch doch bewusst sein???

Wer da von einer „Weiterentwicklung der Szene“ spricht, spricht in Wahrheit von einer Tendenz der Szene, wie sie deutschlandweit fast überall Einzug gehalten hat: Der Anspruch und die Bereitschaft etwas zu tun, verblassen zugunsten eines „sich Zeigens“, eines erlebnisorienierten und partiell hedonistischen Habitus`, welcher nur mühsam von halbgaren Argumenten verdeckt werden kann.

Da viele Menschen zu diesem Spiel fahren werden, welche uns sehr nahestehen, wissen wir, dass wir ihnen niemals den Anspruch absprechen können, den die Babelsberger Szene ausmacht(e?). Für dieses eine Spiel sprechen wir ihn euch ab.

Blauweißbunt in Leipzig

Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten

Am 8. De­zember spielt der SV Ba­bels­berg 03 im Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on gegen den 1. FC Lok Leip­zig. Es ist der erste Spiel­tag der Rück­run­de in der Re­gio­nal­li­ga-​Sai­son 2013 / 2014. An die­sem Tag geht es aber um weit mehr als um drei Punk­te in der Meis­ter­schaft.

Als der 1. FC Lok Leip­zig am 3. Au­gust 2013 im Karl-​Lieb­knecht-​Sta­di­on zu Gast war, hat­ten die an­ge­reis­ten Leip­zi­ger of­fen­sicht­lich wenig In­ter­es­se daran, ihren Ver­ein zu un­ter­stüt­zen. Meh­re­re Dut­zend stürm­ten nach ihrer An­kunft den Gäs­te­block. Beim Ein­zug hul­dig­ten ei­ni­ge in Ge­sän­gen den mi­li­tan­ten Nazis vom Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU), der Bom­ben­an­schlä­ge ver­übt und min­des­tens zehn Men­schen er­mor­det hat. Noch vor dem An­pfiff grif­fen ei­ni­ge Lok-​Hoo­li­gans den Heim­block an. Wäh­rend des Spiels skan­dier­te ein nicht un­er­heb­li­cher Teil der Gäs­te­kur­ve immer wie­der an­ti-​an­ti­fa­schis­ti­sche, ras­sis­ti­sche, an­ti­zi­ga­nis­ti­sche, ho­mo­pho­be und se­xis­ti­sche Pa­ro­len, die im Schlacht­ruf „Wir sind Lo­kis­ten – Mör­der und Fa­schis­ten“ kul­mi­nier­ten. Au­ßer­dem stürm­ten ei­ni­ge Gäste den Platz und sorg­ten für eine Spiel­un­ter­bre­chung.

Nach dem Spiel wurde der Ba­bels­ber­ger Fan­sze­ne vor­ge­wor­fen, das Spiel un­nö­tig po­li­ti­siert zu haben. Ver­ein­s­of­fi­zi­el­le des säch­si­schen Fuß­ball­clubs woll­ten Pro­vo­ka­tio­nen von Sei­ten der Gast­ge­ber er­kannt haben, die zu den men­schen­ver­ach­ten­den und dis­kri­mi­nie­ren­den Ge­sän­gen sowie der Ge­walt der Gäste ge­führt haben sol­len. In einer Zeit, in der en­ga­gier­te Fuß­ball­fans wie die Aa­chen Ul­tras, die Ul­tras Braun­schweig oder die Ko­hor­te Du­is­burg auf­grund ihrer an­ti­ras­sis­ti­schen Po­si­tio­nen an­ge­grif­fen wer­den oder ihre Kurve ver­las­sen müs­sen, ist eine der­ar­ti­ge Po­si­tio­nie­rung eines Fuß­ball­ver­eins un­er­träg­lich. Auch an­ge­sichts ge­sell­schaft­lich be­denk­li­cher Ten­den­zen, wie zum Bei­spiel die Pro­tes­te rech­ter Rat­ten­fän­ger gegen die Schaf­fung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten in ganz Deutsch­land, wer­den wir be­son­ders darin be­stärkt, unser En­ga­ge­ment für die Grund­wer­te un­se­rer Ge­sell­schaft auch im Um­feld des Fuß­balls fort­zu­füh­ren und of­fen­siv zu ver­tre­ten.

Trotz des Ver­hal­tens der Fans sowie der Ver­ein­s­of­fi­zi­el­len des 1. FC Lok Leip­zig im Au­gust wer­den wir Fans des SV Ba­bels­berg am 16. Spiel­tag nach Leip­zig fah­ren – nicht nur um unser Team laut­stark und krea­tiv zu un­ter­stüt­zen, son­dern auch um ein kla­res Zei­chen für mehr Re­spekt und Men­schen­ver­stand sowie gegen Dis­kri­mi­nie­rung und die Ver­herr­li­chung rech­ten Ge­dan­ken­guts im und au­ßer­halb des Sta­di­ons zu set­zen.

Wir laden des­halb alle Fans des SV Ba­bels­berg 03 und Freun­de ein, uns nach Leip­zig zu be­glei­ten. Wir rufen au­ßer­dem alle en­ga­gier­ten Leip­zi­ger*innen, die kei­nen Bock auf Na­zi-​Schei­ße haben, dazu auf, sich un­se­rer De­mons­tra­ti­on vor dem Spiel an­zu­schlie­ßen. Wir tref­fen uns am 8. De­zember um 10 Uhr zur Auf­takt­kund­ge­bung am Bahn­hof Con­ne­witz und zie­hen von dort zum Bru­no-​Pla­che-​Sta­di­on.

Unter dem Motto „Blau­weiß­bunt in Leip­zig“ möch­ten wir zei­gen, dass Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, An­ti­zi­ga­nis­mus, Homo- und Trans*pho­bie sowie Se­xis­mus keine Chan­ce haben – weder in un­se­ren Kur­ven, noch au­ßer­halb des Sta­di­ons!

En­ga­giert und cou­ra­giert für eine bunte Ge­sell­schaft! Kein Fuß­ball den Fa­schis­ten!

Nord­kur­ve Ba­bels­berg