03 vs. Zwigge

Die Vorfreude – sie war groß. Endlich wieder Fußball im Karli, endlich mal wieder, nach einer gefühlten Ewigkeit, die Hoffnung auf einen gut gefüllten Gästeblock. Zudem hatte die Partie gegen Zwickau einen Hauch von Spitzenspiel, zumindest auf dem Papier. Die Vorzeichen standen also gut.
Zum Einlauf unserer Equipe warteten das FI mit einer beachtlichen Choreo zu ihrem 15. Geburtstag auf, flankiert mit ein bisschen Rauch und ein paar Kerzen, welche den grauen November Himmel erhellten. Der Rauch verzog sich Richtung Babelsberg Park und das Spiel konnte beginnen.
Der Gästeblock war verhältnismäßig gut gefüllt, zumindest im Vergleich zu den letzten Partien gegen die Zuschauermagneten Auerbach und Plauen. Die Stimmung auf dem Rängen, hüben wie drüben, war, naja, sagen wir durchschnittlich. Red Kaos war nicht besonders laut, brachten aber durchgängigen Support zustanden. Die Nordkurve, wie schon bei den letzten Auftritten, sehr durchwachsen. Da ist deutlich Luft nach oben.
Zum Spiel: Zwickau spielte aus einer sicheren Defensive heraus einen schnellen Ball Richtung Babelsberger Tor. Unsere Equipe geriet von Anfang an unter Druck, konnte nur selten Entlastungsangriffe starten, der Führungstreffer für Zwigge demnach folgerichtig und verdient. Gleichermaßen verdient, das 0:2 in Durchgang zwei. Hoher Ball in den Rücken der Abwehr und mit dem Kopf vollendet. Das sah nicht gut aus. Nach dem abermaligen Rückstand machten unsere Blauen mehr nach vorne, wurden sicherer und spielten weniger ängstlich. Es gelang der Anschlusstreffer durch Laurin. Trotz deutlich mehr Zug zum Tor, blieb es letztlich beim 1:2.
Und was ist diese Niederlage unterm Strich? Scheißegal! Denn, die Mannschaft macht Spaß, kämpft, zeigt Einsatz, Wille und, wer hätte das vor dieser Spielzeit zu erhoffen gewagt, schöne Spielzüge! All das, was wir letzte Saison so bitterlich vermissten. Vor dem Hintergrund ist es auch mehr als bitter, das das Karli immer leerer zu werden scheint. 1800 Zahlende gegen Zwickau sind deutlich zu wenig.
Keineswegs scheißegal ist allerdings, dass der Assifaktor im Gästeblock relativ hoch war. Block A braucht kein Mensch, genauso wenig wie „Gott mit uns“ Banner!
Wir sehen uns Freitag!

Bonjour Tristesse – Willkommen in der Regionalliga

Ein grauer Sonntag, man quält sich aus dem Bett, noch angezählt von der letzten Schlacht am Vorabend und macht sich auf Richtung Babelsberg. Das erste Bier tut noch ein bisschen weh, aber was soll man machen. Im Stadion angekommen, eigentlich alles wie immer. Doch scheint nicht alles wie gewohnt. Es ist nämlich Sonntag! Fußball am Sonntag, was für eine Scheißidee!
Eine Mischung aus Melancholie, Suff und Karterstimmung liegen in der Luft. In der Nordkurve überkommt mich ein Gefühl, das mir sagt, dass das Spiel heute wohl an mir vorüberziehen wird. Mein Blick schweift über die Traverse, ich bin mit diesem Gefühl in guter Gesellschaft.
Trotz einer schönen, kleinen Choreo zum Einlaufen unserer Equipe war die Stimmung vom Anpfiff an nicht sonderlich berauschend. Ein schwer zu motivierender Haufen in der Nordkurve wollte nicht so recht in Fahrt kommen. Unser Team tat es der Nordkurve gleich, es war nicht schön anzusehen.
Zum Spiel: Wir waren spielerisch den Thüringern klar unterlegen und es war lediglich der Unfähigkeit der Jenenser geschuldet, dass wir nicht schon in der ersten Halbzeit zwei Buden kassierten. In der 61. Minute war es dann so weit. Jena ging nach einer Ecke verdientermaßen in Führung. Danach war der Drops gelutscht. Unterm Strich ein Spiel ohne Höhepunkte. Spannung wollte nicht aufkommen. Dementsprechend blieben die Nordkurve, wie auch der Gästeblock, stimmungstechnisch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. So richtig dolle war das alles nicht an diesem Sonntagnachmittag.
Der graue Regionalligaalltag hat uns wieder…

Über Köln nach Saarbrücken und zurück

Aus der längsten Auswärtsfahrt mal eben die kürzeste gemacht, dank Kurzurlaub in der Domstadt. Im Trio machten wir uns via PKW auf, Richtung Saarland.

Treffpunkt 10 Uhr, Bahnhof Deutz. Dort packten wir den Exil-Zujezogenen Ferris Jr. ein, welcher mit der Bahn aus irgendeinem Kaff angereist kam. Noch nicht ganz auf der Autobahn angekommen, war das Motto klar: Tödder, du kannst fahren, ich muss trinken“. Aus Ermangelung an Kaltgetränken, zeigte sich auch Ferris Jr. sichtlich erfreut über meine erlesene Bierauswahl, so trank auch er das Kölsch mit HochgenussJ

Mit der passenden musikalischen Untermalung des von mir ausgerufenen Mottos, rasten wir Richtung Südwesten. Kurz vor Saarbrücken dann die Hiobsbotschaft: Der Bus aus Potsdam wird bis zu einer halben Stunden Verspätung haben; großartig!

Vor einem der letzten richtig schönen Stadien der 3.Liga angekommen, zeigten sich uns dann doch ein paar 03er_innen, welche allesamt aus den südlichen Regionen der Republik angereist waren. Noch schnell ein günstiges Bierchen gezischt, an dem sehr sympathischen Imbisswagen vor dem Gäste Block und rin ins charmante Ludwigparkstadion.

Im Block ca. 50 03er_innen und noch keine Spur des Potsdamer Partydampfers. Anpfiff. Der Support zu Anfang schleppend aber in Anbetracht der Umstände mitunter recht akzeptabel. Gegen Mitte der ersten Halbzeit trudelte dann endlich die ersehnte Verstärkung aus Potsdam ein, was dem Support sichtlich gut tat. Schöne Stimmung, viele Fahnen, selbst die Doppelhalter störten mich diesmal nicht. Mittlerweile vielleicht 80-90 Personen im Gästeblock.

Nun wurde es Zeit für Spieler und Fans den Pausentee einzunehmen. Nach den obligatorischen 15 Minuten Pause ging es weiter. Die Stimmung im Block immer noch recht gut, es wurde gesungen und getrunken. Dann war auch recht pünktlich Schluss, Abpfiff.

Warum ich nichts zu dem Spielgeschehen auf dem Platz berichte? Ganz einfach, der Ausflug war viel zu schön, als das dieses Spiel noch lange in Erinnerung bleiben sollte.

Was aber unbedingt in Erinnerung bleiben sollte, sind die vielen Gäste aus Trier+ Umland und natürlich aus Hamburg, welche sich wieder einmal im Gästeblock eingefunden haben. Dank dafür.

Nun ging es für die „Reisegruppe Schäl Sick“ wieder nach Köln. Schön wars, trotz  Fußball…

Hach ja…Wiesbaden..

Das erste Rückrundenspiel stand auf dem Plan. Am Samstag ging es Auswärts und zwar nach Wiesbaden. Wem schon mal die zweifelhafte Ehre zuteil kam dort gastieren zu dürfen, der oder die weiß, es gibt wahrlich attraktivere Gastgeber. Das Stadion eine Katastrophe, der Stadionsprecher ähnelt einem Losbudenverkäufer auf dem Rummel und die Fans … na lassen wir das..
Alles gute Argumente gegen eine Fahrt in die Landeshauptstadt Hessens. Allerdings ließ mich das Bild, dass wir an diesem Spieltag hinterließen mit einem nicht enden wollenden Kopfschütteln zurück. Ja, wir sind eine kleine überschaubare Szene und ja, wir können keine Massen mobilisieren, schon gar nicht nach Wiesbaden! Aber die Tatsache, dass sich lediglich eine Neunerbesetzung und eine Handvoll Zugfahrer auf den Weg machten, kann einem schon die Tränen in die Augen schießen lassen. Aber das nur vorweg.
Also, los ging’s mit besagtem Neuner um 5.30 Uhr, diesmal von Berlin aus. In Potsdam wurde die Buscrew komplettiert und die Tour konnte beginnen. Wie so oft, war die Fahrt das eigentliche Highlight des Tages. Immer neue Kreationen von Tebe-Witzen versüßten uns die kurzweilige Fahrt in Richtung Westen. In Wiesbaden angekommen, schien augenscheinlich nichts darauf hinzuweisen, dass an diesem Samstag ein Fussballspiel stattfinden sollte. Alles sehr unaufgeregt. Bis auf einen Ordner, der uns einfach nicht parken lassen wollte, da er die Anweisung hatte, den Parkplatz für die Fanbusse frei zu halten, was allseits lautes Gelächter nach sich zog. Vorm Stadion dann doch auch ein paar Polizisten, die eine eins-zu-eins Betreuung gewährleisten konnten.
Im Stadion bot uns dann ein erfreuliches Bild, viele junge „supportwillige“ Leute, wohl zumeist aus dem Südwesten der Republik, fanden sich im Gästeblock ein. Offensichtlich scheint man sich dort für 03 zu interessieren. So war der Block, wider erwarten, mit 60-70 Leuten überraschend gut gefüllt. Das schürte die Hoffnung, auf annehmbare Unterstützung. Da die Ultras streikten oder Besseres zu tun hatten, wurde daraus leider nichts. Trotzdem gab es einen unorganisierten, mitunter auch recht lauten Support. Allerdings ist lauter Support in Wiesbaden auch keine riesen Herausforderung, da das Stadion praktisch leer war. Auch die frisierte Zuschauerzahl von 2100, konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass sich an diesem Samstag vielleicht gerade mal die Hälfte im Stadion einfanden.

Zum Spielverlauf will ich gar nicht viel schreiben, denn es war wieder wie so oft in dieser Saison:

• Innenverteidigung wackelig (resultierend daraus die 1:0 Führung Wiesbadens).
• Eklatante Verwertung von Standartsituationen vorm gegnerischen Tor (mit Ausnahme eines Freistoßes kurz vor Abpfiff).
• Riesen Probleme auf der Stürmerposition sowie der Verwertung von Großchancen, bis auf den Lattenschuss Anfang der 2. Halbzeit nichts Zählbares.

Es war mal wieder so ein déjà-vu Erlebnis mit 03. Es bleibt die Erkenntnis, das nach Spiel Eins der Rückrunde, die Hauptbaustellen immer noch vorhanden sind, kriegen wir die nicht in den Griff, haben wir in der Liga nichts zu suchen.

Nicht zuletzt, gehen noch lila-weiße Grüße nach Charlottenburg. Einen riesen Danke an Tennis Borussia Berlin! Ohne euren Bus, wäre die Auswärtstour nicht möglich gewesen, vielen Dank.

WELCOME BACK M.

Um 9:45 traf sich ein kleines Grüppchen Zujezogener am Alex, um bei strahlendem Sonnenschein die Auswärtsfahrt zum Heimspiel anzutreten. In Babelsberg angekommen hieß es erst mal: raus aus der Bahn, rein in die Bar! Lecker Soli-Brunch für die in den letzten Wochen doch stark gebeutelte Buskasse. Ein riesen Dank an meinen Lieblingswirt und seine fleißigen Helfer_innen!

Im Stadion dann ein zu erwartendes Bild: Ein gut gefühlter Gästeblock, würde mal schätzen 60% Berlin, 40% Karlsruhe. Die Reihen in der Nordkurve dagegen füllten sich, wie nicht anders zu erwarten, langsam aber stetig. Zum Anpfiff ein gelungenes Intro mit Fahneneinsatz und naja, sagen wir einer Minichoreo.

Die ersten 15 Minuten des Spiels verliefen so wie schon so oft in dieser Saison, die Mannschaft verpennt die Anfangsphase, der KSC machte das Spiel. Zu unserem Glück fehlte dem Badenern der abschließende Drang zum Tor. So plätscherte die erste Halbzeit so dahin, ohne größere Highlights auf beiden Seiten. In der Zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild, Torchancen auf beiden Seiten Mangelware.

Positiv zu bewährten ist der kämpferische Auftritt der Mannschaft, der das Eis zwischen Mannschaft und Fans, zumindest augenscheinlich, hat schmelzen lassen. Darauf kann man aufbauen.

Negativ: Ein couragiertes Auftreten alleine ist zu wenig für Liga 3. Unser Problem im Spielaufbau nach vorne bricht uns über kurz oder lang das Genick. Um die Klasse zuhalten, muss das ein oder andere Tor auch mal geschossen werden.

Das erfreulichste an diesem Tag hatte mit dem Spielgeschehen allerdings rein gar nichts zu tun: M. IS BACK! Schön das du wieder dabei sein kannst!