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03 vs. Zwigge

Die Vorfreude – sie war groß. Endlich wieder Fußball im Karli, endlich mal wieder, nach einer gefühlten Ewigkeit, die Hoffnung auf einen gut gefüllten Gästeblock. Zudem hatte die Partie gegen Zwickau einen Hauch von Spitzenspiel, zumindest auf dem Papier. Die Vorzeichen standen also gut.
Zum Einlauf unserer Equipe warteten das FI mit einer beachtlichen Choreo zu ihrem 15. Geburtstag auf, flankiert mit ein bisschen Rauch und ein paar Kerzen, welche den grauen November Himmel erhellten. Der Rauch verzog sich Richtung Babelsberg Park und das Spiel konnte beginnen.
Der Gästeblock war verhältnismäßig gut gefüllt, zumindest im Vergleich zu den letzten Partien gegen die Zuschauermagneten Auerbach und Plauen. Die Stimmung auf dem Rängen, hüben wie drüben, war, naja, sagen wir durchschnittlich. Red Kaos war nicht besonders laut, brachten aber durchgängigen Support zustanden. Die Nordkurve, wie schon bei den letzten Auftritten, sehr durchwachsen. Da ist deutlich Luft nach oben.
Zum Spiel: Zwickau spielte aus einer sicheren Defensive heraus einen schnellen Ball Richtung Babelsberger Tor. Unsere Equipe geriet von Anfang an unter Druck, konnte nur selten Entlastungsangriffe starten, der Führungstreffer für Zwigge demnach folgerichtig und verdient. Gleichermaßen verdient, das 0:2 in Durchgang zwei. Hoher Ball in den Rücken der Abwehr und mit dem Kopf vollendet. Das sah nicht gut aus. Nach dem abermaligen Rückstand machten unsere Blauen mehr nach vorne, wurden sicherer und spielten weniger ängstlich. Es gelang der Anschlusstreffer durch Laurin. Trotz deutlich mehr Zug zum Tor, blieb es letztlich beim 1:2.
Und was ist diese Niederlage unterm Strich? Scheißegal! Denn, die Mannschaft macht Spaß, kämpft, zeigt Einsatz, Wille und, wer hätte das vor dieser Spielzeit zu erhoffen gewagt, schöne Spielzüge! All das, was wir letzte Saison so bitterlich vermissten. Vor dem Hintergrund ist es auch mehr als bitter, das das Karli immer leerer zu werden scheint. 1800 Zahlende gegen Zwickau sind deutlich zu wenig.
Keineswegs scheißegal ist allerdings, dass der Assifaktor im Gästeblock relativ hoch war. Block A braucht kein Mensch, genauso wenig wie „Gott mit uns“ Banner!
Wir sehen uns Freitag!

Treuenbrietzen hat die Bombe

Das letzte Auswärtsspiel des Jahres stand an: Die Frauen im Viertelfinale des Kreispokals in Treuenbrietzen.
Doch schon einen Tag vorher ging es mal wieder nach Zipsendorf. Die Nacht davor war für einige vielleicht etwas kurz, trotzdem waren alle erstaunlich pünktlich am Lutherplatz. Die Anfahrt dann so entspannt wie unspektakulär. Angekommen in der lächerlichsten “Arena” der Liga kam das erste wirklich Erfreuliche des Tages – 7 Euro Eintritt für Vollzahler. Sehr schön. Auch die staatliche Ordnungsmacht war soweit entspannt, wenn auch sehr zahlreich vertreten. Im Stadion konnte heute nicht die gewohnte Versorgungsstelle angesteuert werden, da dieses wegen Umbaumaßnahmen zur Zeit geschlossen ist. Ebenfalls waren die Toiletten nicht zugänglich, weshalb Dixis aufgestellt wurden. Für sowas hab ich ja an sich Verständnis. Aber wer kam denn bitteschön auf die Idee, gerademal 2 (in Worten: zwei!) von den Teilen hinzustellen?! Anstellen war also angesagt. Leicht angefressen ging es zur zweiten Fressbude, die nicht von der Baustelle betroffen ist. Auf Grund der letztjährigen Vorfälle beschlich mit die ungute Vorahnung, dass es nur Leicht- oder sogar alkoholfreies Bier geben könnte. Die Nachfrage wurde vom Versorgungsmenschen freundlich und bestimmt mit einem “Wiar veroarschn doch de Leude nisch!” beantwortet. Daumen hoch dafür! Auch der Glühwein hat später sehr gemundet…
Zu Beginn des Spiels dann ein Spruchband vom kleinen Support-Haufen gegenüber. Irgendwas mit “Zipsendorfer Sturm gegen Rassismus und Extremismus…”. Das erste unterschreibe ich sofort. Aber das mit diesem “Extremismus” ist unkommentiert ja immer so eine Sache. “Was genau meinen die wohl damit?” ging es kurz durch meinen Kopf…immerhin wurde dann fleißig locker 20 Minuten eine rote Fahne geschwenkt. Das lasse ich jetzt mal unkommentiert. Unser Support war ganz ok für meinen Geschmack, aber irgendwie wollte mal wieder der Funken nicht ganz überspringen. Keine Ahnung, was da zur Zeit los ist. Am Spiel kann es nicht gelegen haben. 03 dominierte den Großteil des Spiels und nahm völlig zu Recht die 3 Punkte mit ins schöne Nowawes. Bewegte Bilder wie so oft auf MDR und sogar der RBB hat mal mitbekommen, dass es uns noch gibt.
Die Rückfahrt war entsprechend kurzweilig und der Abend wurde von der ein oder anderen Gerstenkaltschale begleitet. Mich zog es dennoch vor dem Morgengrauen nach Hause, denn…
Sonntag früh sollte es ja noch nach Treuenbrietzen gehen! Da mein Taxi in Werder wartete, klingelte der Wecker etwas früher als sonst. Fast pünktlich dort aufgeschlagen, ging es geschwind in die Sabinchenstadt, die nebenbei wirklich hübsch anzusehen ist. Genauso wie das im Wald gelegene Stadion. Trotzdem wurden die ersten Minuten des Spiels verpasst, was uns nicht daran hinderte, zunächste die Versorgungslage zu checken. Was soll ich sagen? 4 Euro für 1 Liter leckeres Bier (auch andere Getränke fanden wohl ihren Weg in die großen Becher…) und Bockwürste als feste Nahrung. (Nicht vegetarisches) Fußballfanherz, wat willste mehr?! Da kann sich auch unser Verein für das nächste Heimspiel der Frauen mal eine Scheibe von abschneiden! Am Spielfeldrand angekommen, zunächst mal “Hallo!” in die Runde und nach dem Spielstand erkundigt. Ok, wir hatten also die ersten 2 Tore für uns verpasst. Da wir aber davon ausgehen konnten, dass noch mehr folgen würden, war das aber nicht so wild. Etwas überrascht war ich dann doch von den anderen Angereisten. Ganz mondän wurde es sich da auf Gartenstühlen gemütlich gemacht. Support und Banner gab es nicht. Lag es an dem schönen Wetter? An der Fahrt vom Tag davor? An den großen Bierbechern? Ich weiß es nicht. Aber egal, immerhin wurde sich zu jedem Tor erhoben. Von denen kamen noch so einige. Bis es irgendwann wieder zweistellig wurde, was die bereits in Rathenow eingeübte Feier-Choreo zur Folge hatte. Wer sich jetzt fragt, was das wohl ist, muss eben mal mitkommen. Aber auch die Treuenbrietzenerinnen musste sich mit ihrem Torjubel nicht verstecken, als nach Konter irgendwann das 11(+/-1):1 fiel. Die Präsentation einer formvollendete “Bombe” wurde völlig zu Recht mit Szenenapplaus honoriert. Danach war wieder 03 am Zug, bis es schlussendlich 13:1 stand. Sehr geil! Anschließend kurz die Mannschaft abgefeiert und in die Winterpause verabschiedet. Ich freu mich, wenn es weitergeht. Besonders auf das Rückspiel in Treuenbrietzen.

Nennhausen und Babelsberg – Die Freundschaft!

Was für ein lustiger Abend im Fanladen! Weniger lustig war es denn, sich Sonntag morgen zum Lutherplatz zu schleppen. Aber egal, der Bus wartet nicht auf jede_n und es sollte zu den Frauen nach Rathenow gehen. So stand ein kleines sympathisches Möbchen am altbekannten Treffpunkt, noch bevor beim Fahrland die Bio-Brötchen ausverkauft waren. Und dann bog auch noch der Bus pünktlich auf die Minute um die Ecke – gute Voraussetzungen also!
Die Fahrt noch genutzt, um ein wenig Schlaf nachzuholen, waren wir relativ schnell fast am Ziel. Allerdings stand eine Baustelle im Weg, was uns zu einer “kleinen” Extra-Runde zwang. Aber alles kein Ding, rechtzeitig am Stadiongelände angekommen, verwunderte Blicke der anwesenden Zuschauer kassiert und erstmal was zu essen suchen…denkste! Nix da – weiter hungern.
Da der Anstoß nach hinten geschoben wurde (nachdem ja erst einen Tag zuvor nach vorne verlegt), blieb noch Zeit, sich die D-Jugend von BSC Rathenow gegen Rot Weiß Nennhausen anzusehen und zu klären, ob eine Halbzeit davon ausreicht, den “Ground zu machen”. Die Sympathien waren schnell verteilt, auch wenn Nennhausen schon vor dem Seitenwechsel 1:3 zurücklag. Doch zeigte sich mal wieder, was eine gute Kurve ausmacht! Unermüdlich wurden die Spieler_innen (Ja, die hatten auch ein Mädchen dabei, das gefälligst mal von Nulldrei verpflichtet werden sollte!) nach vorne getrieben und drehten das Ergebnis auf 4:3. Ganz großer Sport!
Gut gelaunt fieberte die Kurve nun dem Highlight des Tages entgegen. Inzwischen war auch klar, wer die wichtigste Pfeife des Tages sein sollte: Der Imperator vom letzten Spiel! Da konnte nix mehr schief gehen. Die Kurve, ausgestattet mit Schwenker und geölten Stimmbändern, legte gut los und konnte den Support auch fast durchgängig halten. Trotzdem stand es zur Halbzeit “nur” 1:0. Da ging noch was. Also, erstmal rüber zum Restaurant und für neuen Gerstensaft gesorgt. Der Rest versuchte auf dem Platz sein fußballerisches Können unter Beweis zu stellen, kritisch beäugt von der ImperaTine. Wenig überraschend wurde wieder klar, warum die meisten von denen eben doch lieber in der Kurve stehen. Jedenfalls ging es irgendwann weiter mit richtigem Ballsport. Nulldrei erhöhte jetzt den Druck. So sehr, dass dem Imperator auch mal die Pfeife aus dem Mund flog und es zum Schluss 7:1 für uns stand. Rathenow wusste sich nicht weiter zu helfen, als ordentlich in die Knochen zu gehen. Ergebnis: 2 verletzte Lisas. Hoffentlich nix ernstes.
Schnell noch die Mannschaft abgefeiert, Möbchen-Foto mit selbiger und den verbliebenen Nennhausernern (Nennhäuser?) und ab in den Bus. Rückfahrt kurzweilig und…naja…lassen wir ein Beweisvideo sprechen.

Blau + Weiß = Bunt

Blau der Himmel

Gelb die Sonne

Schwarz die Kurve

Blau das Team

Gelb der Gegner

Grau die Stimmung

Weiß der Ball

Grün der Rasen

Weiß der Torwart

Grau der Schiri

Schwarz die Schatten

Gelb das Bier

Grün der Geruch

Gelb die Karten

Schwarz die Gläser der Sonnenbrillen

Grau das Ergebnis

Bunt der SVB 03

Dankeschön!

Die erste Tor gleich zu Beginn im Estadio Archiv: Ein langer Ball auf den Flügel, kurzer Rückpass an die Strafraumkante und von dort butterweich geflankt. Flugkopfball von Ichsucht, direkt in den Winkel. Hurra! Kaum Zeit zum Durchatmen. Die Notgemeinschaft Peter Pan erobert souverän das Leder, feines Kurzpassspiel durch das Mittelfeld und dann aus der Distanz abgezogen. 2:0 für die Guten! Ekstase pur! Contra Real nun auf dem Spielfeld. Dribbling an der Außenbahn, die halbe Abwehr wird ausgetanzt und mit einem schönen Flachschuss den Torwart getunnelt. 3:0. So geht Fussi! Und schon die nächste Offensivaktion. Traumpass aus dem eigenen Strafraum, per Direktabnahme weitergeleitet und Fallrückzieher von Loser Youth. Das war das vierte Ding! Das sachkundige Publikum liegt sich in den Armen. Vier Tore sind eins zu wenig denken sich BEATE X OUZO und starten kurz vor Ende nochmal durch: Eine sehenswerte Kombination wird durch einen mindestens genau so sehenswerten Dropkick hinein ins Glück abgeschlossen. 5:0! Was für eine Glanzleistung! Sämtliche Angriffe natürlich konsequent über links. Danke an alle Beteiligten!

Den allerliebsten Dank auch an unsere Lieblingsskinheads! Merci RASH! Ihr seid die Größten, nicht nur bei der Veranstaltung von Konzerten. Politisch sowieso.

Danke auch an Nulldrei. Zuhause immer noch ungeschlagen. Das fetzt!

Spielbericht 03-Union II

Die Offenbarung des Torwarts

 Es gibt Momente, da muss man kein religiöser Mensch sein, um eine Offenbarung zu haben. Um in einem einzigen Augenblick zu verstehen, was man jahrelang nicht begriffen hat. Etwa was es mit der Behauptung von Marx auf sich hat, dass der Mensch sich gegenüber dem Tier durch seine Antizipationsfähigkeit in der Arbeit auszeichne. Zwar, sagt Marx in seinem berühmten Biene-Baumeister-Beispiel, könnten viele Architekten der Biene beim Bau von Behausungen nicht das Wasser reichen, aber eines hätte selbst der dusseligste Baumeister noch der geschicktesten Biene voraus (und zwar im Wortsinne): Er weiß um das Arbeitsergebnis, weil er noch vor Beginn der Arbeit eine Vorstellung des Resultats im Kopf hat.

Wie vertrackt das ist, konnte man im Karli am vergangenen Samstag in der letzten Minute des Spiels gegen die Eisernen sehen. Ja, es offenbarte sich, als ein Unionist den Ball bienengleich auf der rechten Seite nach vorne trieb und aus dem Halbfeld hoch in Richtung Strafraum drosch. Also bienengleich jetzt nicht tierisch (diffamierend), sondern emsig. Fleißig wie die Bienen. Und das hatten sie ja auch nötig, die Roten, fleißig sein, nachdem sie zwischenzeitlich null zu drei zurückgelegen hatten.

Nun, zu diesem Zeitpunkt hätte es der rechte Läufer durchaus ruhiger angehen können. Denn da hatten sie schon zwei Tore aufgeholt. Aber er war gierig, und also wuchtete er den Ball Richtung Elfmeter.

Und während die Flugbahn noch ansteigend ist, scheint unser Keeper die Marxsche Theorie der Arbeit verstanden zu haben. Anders ist sein sekundenbruchteiliges Zögern nach dem Schuss des übereifrigen Berliners gar nicht zu erklären. Und die Kurve sieht es, sie fühlt, was das Zögern bedeutet. Man kennt das ja vom Esszimmer, wenn man den Tisch abräumt. Da hat man die Teller so schräg aufeinander getürmt, dass es ein Grausen ist. Und alles wackelt, und man stellt noch ein Schälchen drauf, und man weiß, dass man keine fünf Schritt weit kommen wird, und dann wird alles in Scherben liegen und das Geschrei wird groß sein. Und man geht trotzdem los.

Und während der Ball höher steigt und der Keeper zögert, spürt die Kurve genau, was er durchmacht. Dass er das Resultat seiner Handlung antizipiert und weiß, dass er ins Leere greifen wird, obwohl noch nichts ausgemacht scheint. Die Kurve versteht und schweigt.

Nicht so der Fußballexperte, den würde das jetzt gar nicht kümmern. Für ihn gilt: Wenn der Torwart rausgeht, muss er den Ball haben. Das ist die ewige Wahrheit des Experten, der nur noch Zwecke, aber keinen Sinn mehr kennt. Aber unsern Keeper schert dieser Neoliberalismus nicht, ihm sind die Zwecke einerlei. Er strafft sich, und während die Flugbahn des Balles ihren Scheitelpunkt erreicht, macht er erste Schritte Richtung Elfmeterpunkt, wo sich schon ein Knäuel erwartungsfreudiger Spieler gebildet hat.

Unser Keeper scheint regelrecht froh über diese Zusammenrottung, denn in den vorangegangenen fünfzehn Minuten hat er erleben müssen, wie seine zuvor so souverän aufgetretenen Kameraden nach den beiden Gegentreffern ganz fahrig wurden. Angst essen Viererkette auf. Und so standen sie zu sechst auf einer Linie und konnten doch die Pässe in die Schnittstellen nicht verhindern.

Der Ball senkt sich. Die Kurve schwitzt. Sie weiß, dass unser Keeper danebengreifen wird, und weiß, dass der Keeper das auch weiß. Aber der Keeper weiß auch, dass er sich dem Schicksal nicht entziehen kann, dass er springen muss, auch wenn er danebengreift. Und die Kurve begreift die Tragödie und formt schon die Lippen zum Chor.

Der Keeper springt. Er greift ins Leere. Das war klar.

Aber jetzt die Überraschung. Der Ball plumpst auf den Kopf eines Unionisten. Doch die haben kein Goldköpfchen dabei, sondern nur einen blanken Arsch. Und der taugt gar nichts, nicht nur in dieser Situation (und belegt wieder einmal, dass nicht alle Vereine die Fans haben, die sie verdienen). Sie bräuchten einen wie Jule Prochnow oder Seve Mihm, die das Leder kühl zum eins und zwei null eingenickt haben, oder einen wie Tobias Grundler, der sich für Torwartgeschenke wenigstens anständig bedankt. Aber die geben die Blauen nicht her. Und schon gar nicht jetzt für das tragische Fallobst. So hält ein Roter seine Birne hin, und der Ball fliegt aufs Tor. Und um Zentimeter vorbei.

Wer hätte das gedacht. Der Keeper nicht, die Kurve nicht und auch der Marx nicht. Der hätte gesagt, dass das mit seiner Theorie gar nichts zu tun hat und auf die Theorie der unbeabsichtigten Nebenfolgen des Handelns verwiesen. Aber das ist uns jetzt wurscht. Ganz egal. Und wir feiern auch nicht die Sieger, sondern den, der das Schicksal herausgefordert hat – und bitten den Keeper auf den Zaun. Unvergessen: 3:2!

Aktionstag zum Thema Asyl- & Flüchtlingspolitik

BABELSBERG 03 und seine aktive Fanszene zeigen, dass beim Verein Integration nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch wirklich gelebt wird. Als erster aktiver Profifußballverein in Deutschland gibt es seit Juli diesen Jahres ein vereinseigenes Team, bestehend aus Flüchtlingen mit dem Namen „Welcome United Nulldrei“.

Um auf die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam zu machen, veranstaltet BABELSBERG 03, zusammen mit dem FC Lampedusa (Flüchtlingsteam aus Hamburg), dem Fanprojekt des FC St. Pauli und dem Fanprojekt Babelsberg sowie in Kooperation mit Viva con Agua St. Pauli (Local Crew Potsdam & Zelle Berlin), am 18. Oktober 2014 einen Aktionstag im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg.

Neben dem sportlichen Vergleich wollen wir an diesem Tag auch über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland informieren. Eingeladen sind Vereine wie Amnesty International, Pro Asyl, Kein Mensch ist illegal, Flüchtlingsräte und Projekte aus Berlin und Brandenburg sowie weitere Initiativen die sich gegen Rassismus und Homophobie sowie für Toleranz und ein buntes Miteinander engagieren. An Infoständen werden unsere Partner über ihre Arbeit informieren.


Der Aktionstag flankiert den kommenden Heimspieltag unserer Equipe gegen die Reservemannschaft des 1.FC Union Berlin. Die Regionalligapartie markiert somit auch den Startpunkt des Programms.

Im Anschluss an das Spiel der Blau-Weißen hat unser Welcome-United-Nulldrei-Team seinen Auftritt. Unsere Mannschaft tritt gegen den FC Lampedusa aus Hamburg an. Spielort wird der Kunstrasenplatz im KarLi sein. Beide Mannschaften trainieren seit längerer Zeit und werden einen sehenswerten Fußball präsentieren.

Die Verbindung von Nulldrei zum FC St. Pauli ist kein Geheimnis. Zum Ende des sportlichen Teils werden daher schlussendlich Fanvertretungen des FC St. Pauli und von BABELSBERG 03 im freundschaftlichen Vergleich auf Torejagd gehen. Die Partie wird ebenfalls auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen.

Damit ist der Abend jedoch noch nicht beendet. Neben dem oberen Trainingsplatz wartet ein tolles Bühnenprogramm auf die Gäste. Den Anfang macht der Berliner Rapper -PyroOne-. Nach einer kleinen Umbaupause ist dann Punk angesagt. Die nicht ganz unbekannten -Radio Havanna- werden die Bühne rocken. Als Highlight des Abends wird das Irie Révoltés Soundsystem die Bühne entern. Wir danken allen Künstlern für die Unterstützung unseres Projekts!


Allgemeines: Es wird an diesem Tag verschiedene Soliaktionen geben. Wir wollen mit dem Geld unter anderem unser -Welcome-United-Team- unterstützen. Während des ganzen Tages findet eine Pfandbecheraktion statt. Jeder Becher wird mit einem Euro Pfand versehen. Als Pfandmarke bekommt der Besucher einen Button. Da es verschiedene Buttons geben wird, können diese gesammelt oder inkl. Becher zurückgegeben werden. In zweitem Fall erhält man natürlich seinen Pfand zurück.

Zudem werden überall Spendenboxen und Büchsen postiert. Wer möchte, kann auch Geld spenden.

Wer den Eintritt für die Regionalliga-Partie Babelsberg 03 vs. Union Berlin II entrichtet oder eine Dauerkarte besitzt, hat freien Eintritt zu den Konzerten am Abend. Wer ausschließlich die Konzerte besuchen möchte, bezahlt am Abend an der Kasse 5 Euro + Solibeitrag. Der Solibeitrag ist selbstverständllich frei wählbar.

Ab 23:00 Uhr startet dann die Aftershowparty im Archiv Potsdam. Hier erwartet den Besucher Musik aus den goldenen 80er und 90er Jahren.

Alle Flüchtlinge haben an diesem Tag freien Eintritt!


Der aktuelle Ablaufplan sieht folgendes Programm vor:

13:30 – 15:15 Uhr SV Babelsberg 03 gegen 1. FC Union Berlin II 15:45 – 17:30 Uhr Welcome United Nulldrei gegen FC Lampedusa Hamburg 18:00 – 19:00 Uhr Fanteam Babelsberg 03 gegen Fanteam FC St. Pauli

Bühne im Stadion

18:30 – 19:15 PyroOne 19:45 – 20:30  Radio Havanna 21:00 – 22:00 Irie Révoltés Soundsystem

Sattes Grün, auffälliges Schwarz

So, da sind wir wieder in Lichterfelde, beim FC Viktoria Berlin. Diese Saison einmal nicht zum fanfreundlichen Flutlichtereignis, sondern zum familienfreundlichen Nachmittagsgekicke bei wärmender Oktober-Sonne. Ich bin in dieser Sache ja selbst sehr uneins, aber aufgrund der optimalen Bedingungen am gestrigen Tag doch hocherfreut über die familiäre Begleitung.

Apropos perfekte Bedingungen. Diese galten augenscheinlich lediglich für meine selbst gewählte Anreise und alles, was noch vor dem Stadiontor war. Mit Betreten des durchaus charmanten Rundes konnte umgehend mit dem Abhaken der Meckerliste begonnen werden:

Wo sind denn die Toilettencontainer der Vorsaison hin? Wieso stehen da viel zu wenig Dixis herum, an der sich regelmäßig eine Schlange bildete, garniert und scharf bewacht von penetrant herumstehenden, schwarz gekleideten, staatlichem Sicherheitspersonal? Wieso gilt dieses Spiel überhaupt als Sicherheitsrisiko? Wer ist dieser sog. „Sicherheitsrisiko“ und wo kommt der her? Warum braut der „Sicherheitsrisiko“ nur halbprozentiges Bier? Und wieso spart man hier an sanitären Einrichtungen zugunsten eines sichtachsenbehindernden Zauns, der hübsch hässlich um den gesamten Gästebereich gezogen ist – natürlich im schönen schwarz?

Und das Schärfste noch zum Schluss: Wieso geht der Greenkeeper nicht seiner eigentlichen Berufung nach und mäht das Geläuf auf fußballübliche, sondern auf spielverderberische, knietiefe Höhe? Von Mahd kann hier keine Rede mehr sein! Klarer Fall von Wuchs. Wohlgemerkt: Gut sah er ja aus, der Rasen. Schön satt und grün. So manch Kleingärtner erstarrte vor Neid. Unser Team dagegen bekam mit fortschreitendem Spielverlauf eher schwere Beine. AHA! Klares, hinterhältiges, aber gewieft taktisches Vorgehen seitens der Gastgeber, um unser leichtfüßiges, auf dominanten Ballbesitz ausgelegtes Spiel zu unterbinden – oder mindestens, um das eigene Unvermögen zu kaschieren. Gar nicht mal so dumm…

Hätte ja auch fast geklappt. Die 1:0 Führung für Viktoria resultierend aus einer Standardsituation, die Ümit gekonnt ins Netz des ehemaligen Arbeitgebers nickte. Naja, seine Zeit bei Nulldrei ist ja auch schon länger her. Und so bemühte sich unser Team redlich, mit dem Platz Freundschaft zu schließen, um das eigene Spiel besser in den Griff zu bekommen. Gelang dann auch etwas stocherhaft nach Ecke von rechts durch Lukas Albrecht. 1:1. Das war dann auch der Endstand.

Eigentlich hätte ich noch etwas auf meiner Meckerliste, aber ich verwende hier einmal lieber ein viel schöneres Stilmittel. Kommen wir also zur fanseitigen Unterstützung – dem Support: Leute! Was für ein Knaller! An die 800 Nulldreier_innen, gefühltes Heimspiel. Die Emotionen und Begeisterung sprudelten nur so heraus. Ich war nach der ersten Hälfte von der Vielzahl an Hüpf- und Klatscheinlagen so fertig, dass ich mir die zweite Hälfte in großer Vorfreude am Rund hinterm Tor anschaute. Außerdem klingelten meine Ohren von dieser derben Lautstärke in Halbzeit eins. Und was soll ich sagen? Halbzeit zwei überzeugte noch mehr! Chorische Gesangseinlagen, Wippen, Hüpfen, Klatschen – einfach super!
OK… Ironie off. Satz mit X: Das war scheiße! Es kann doch nicht sein, dass das Team und die Kurve nur an Freitagabenden unter Flutlicht funktionieren. Das nächste Mal bitte Kopf an, Augen auf, Mund auf, Arme hoch, auch wenn Sonntag ist!

Achso. Noch einen kleinen Gruß an Mister Amore: Eisdielen-Hopping ist keine Entschuldigung für das Fernbleiben eines Nulldrei-Auswärtsspiels direkt vor den Toren Babelsbergs!!!

Meckerliste abarbeiten: Check.

Freitag, 10.10.2014, 19.30 Uhr – Landespokal in Luckenwalde rocken!
Achtet auf die Nordkurven-Mobi!

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