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Aufruf zur Demonstration »Mietenstopp jetzt!«

Mietenstopp jetzt!

Wohnraum darf keine Ware sein!

Die Nachfrage nach Wohnungen in Potsdam steigt seit zwölf Jahren. Davon profitieren die großen Immobilienfirmen, ob privat oder städtisch. Für uns gilt: immer mehr vom eigenen Einkommen für die Wohnung abdrücken, in kleinere Wohnungen ziehen, am Ende sogar Potsdam verlassen – in der Hoffnung, woanders noch was Bezahlbares zu finden. Und während sich unser Denken mehr und mehr um die Frage dreht »Wie lange kann ich mir meine Wohnung noch leisten?«, bauen sich Stadt und Preußenfreaks Schlösser und gestalten die Stadt mit öffentlichen Geldern zu einem barock – militaristischen Freiluftmuseum um.

Die GEWOBA – städtische Verwertungslogik statt Gemeinnützigkeit

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GEWOBA) tritt seit einiger Zeit lieber als »Pro Potsdam« auf. Vermutlich um sich die Leute vom Leibe zu halten, die glauben, »gemeinnützig« hätte was mit niedrigen Mieten zu tun. Das städtische Immobilienunternehmen ist die größte Vermieterin in Potsdam. Wer nun denkt, super, da hat die Stadt ja ein feines Instrument in der Hand, um sozial regulierend in den Wohnungsmarkt einzugreifen, hat zwar einen nachvollziehbaren Gedanken und eine auf der Hand liegende Idee – die aber nichts mit der Potsdamer Realität zu tun hat. Stattdessen gehört die Gewoba zu den großen Miet-treiber_innen der Stadt, bedacht aus den Wohnungen möglichst hohe Profite zu ziehen. Das Leitbild dahinter heißt »Unternehmen Stadt«: In den 80ern Jahren, im Osten 10 Jahre später, gab es einen Paradigmenwechsel: die Kommunen sollten nun nicht mehr der allgemeinen Daseinsfürsorge dienen, sondern sich zueinander in Standort-Konkurrenz setzen und wirtschaftlich kalkulieren.

Der »Gewinner« kann dann »seiner« Bevölkerung auch mal ein schönes Schwimmbad bauen oder ein paar Almosen verteilen.

Verdeckte Wohnunglosigkeit und Sofahopping

Die verdeckte, nicht sichtbare Wohnungslosigkeit, gerade von jungen Menschen, hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Da bleibt man gezwungenermaßen bei den Eltern wohnen oder kriecht für einige Zeit bei Freund_innen unter – Sofahopping wird das mittlerweile genannt.

Besonders schlechte Chancen, sich eine eigene Wohnung und damit ein eigenes Leben aufzubauen, haben arbeitslose Menschen unter 25 Jahren, denn das Jobcenter bezahlt diesen nur in Ausnahmefällen die Kosten der Unterkunft. So werden sie über die Bedarfsgemeinschaft auf Gedeih und Verderb an die Eltern gefesselt.

Aber auch viele arbeitende Jugendliche können keine Kaution, hohe Warmmieten oder Genossenschaftsanteile zahlen, da sie nur über ein geringes (Ausbildungs-)Gehalt verfügen. Und statt ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu kritisieren, dass diesen Jugendlichen wenig Chancen gibt, wird ihnen oft genug selbst die Schuld gegeben.

Studieren in Potsdam – Wohnen in Berlin

Wer an einer der Potsdamer Hochschulen studiert und auch in der Stadt wohnen will, hat ein Problem. Es gibt nicht genug Studierendenwohnheime. Und die, die es gibt, werden abgerissen, wie gerade in Golm geschehen. Die Wohnheime am Neuen Palais sollen zumindest verkleinert werden – an deren Existenz stört sich die Stiftung »Preußische Schlösser und Gärten«.

Eine eigene Wohnung zu finden, ist bei Potsdamer Preisen oft illusorisch und selbst WG-Zimmer sind knapp. Bleibt die Wohnungssuche in Berlin oder im Umland, wo die Mieten noch billiger sind. Zwei Drittel der Potsdamer Studierenden wohnen, meist unfreiwillig, außerhalb.

Staudenhof

Der Staudenhof ist in den 70er Jahren als Architekturensemble am Platz der Einheit errichtet worden. Er bietet, was in dieser Stadt fehlt: kleine und preiswerte Wohnungen in günstiger Lage. 2009 wurde beschlossen, den Staudenhof abzureißen, steht dieser doch dem »Wiederaufbau der historischen Innenstadt« im Weg. »Mitteschön« und Co. schreien »weg damit«, dass der Pöbel im unhistorischen Ensemble neben dem Schloss wohnt, wo hat es das beim alten Fritzen gegeben? Der Widerstand der Bewohner_innen des Staudenhofes hat mittlerweile dazu geführt, dass der Abrissbeschluss »überdacht« werden soll.

Wir sagen: Der Staudenhof bleibt!

Horrortrip Sanierung

In jeder typischen Potsdamer Mieter_in-Biographie kommt dieses Ereignis mindestens einmal vor: die Sanierung. Danach hat man zwar dichte Fenster, eine neue Heizung und abgeschliffene Dielen – muss aber angestrengt überlegen, wie man die deutlich gestiegene Miete zusammen bekommt. Oder wegziehen in eine noch unsanierte Wohnung, in der alsbald der gleiche Zirkus losgeht. Wer dann auf die Idee kommt, sich gegen die Sanierung zu wehren, um ein übermäßiges Steigen der Miete zu verhindern, kann sich leicht in einem Horrorfilm wiederfinden.

Zu einer gewissen Berühmtheit hat es hier der Babelsberger Immobilienunternehmer Wolfhardt Kirsch (ehemals SPD, jetzt Abgeordneter des Bürgerbündnisses) gebracht. Dessen Mieter_innen berichten immer wieder von Drohungen und Einschüchterung.

Das Wohnen in einer Sanierungsbaustelle kann zum Horrortrip geraten. Klos oder ganze Wände werden herausgerissen, Schlösser ausgetauscht und mitunter häufen sich Wohnungsbrände. Alle legalen und illegalen Mittel sind manche_r Vermieter_in recht, um renitente Mieter_innen los zu werden.

Kirsch und Drechsler stehen hier nur stellvertretend, sie stellen nur die Spitze des Eisberges dar. Nichts spricht dagegen, Wohnungen zu sanieren. Schöne Wohnungen, warm und bequem, stehen allen Menschen zu. Doch die Sanierungen, die hier stattfinden, dienen in erster Linie der Profitmaximierung und finden ohne jede Beteiligung der betroffenen Bewohner_innen statt.

Wir bleiben alle!

Die Potsdamer Hausbesetzungsbewegung hat immer wieder die politische Frage nach erschwinglichem Wohnraum auf den Tisch gebracht. Denn wo Wohnungen und Häuser besetzt werden können, kann niemand unbezahlbare Mieten verlangen. Auch wenn 2011 das letzte besetzte Wohnhaus in Potsdam legalisiert wurde, bleibt die Erfahrung, dass uns nur gemeinsame, solidarische Kämpfe weiterbringen.

Immer wieder mussten und müssen Projekte, die der Potsdamer Preußenseligkeit oder dem kapitalistischen Verwertungszwang im Wege stehen, um ihre Existenz kämpfen. Aktuell soll die »Wagenhausburg« auf Hermannswerder verschwinden, um dort Stadtvillen für das »gehobene Wohnen« zu errichten.

Vier Hausprojekten, die von der Gewoba ihre Häuser gepachtet haben, in die die Gewoba nie auch nur einen Cent gesteckt hat, soll die Pacht drastisch erhöht werden. Das Wohn- und Kulturprojekt »Archiv« schleppt sich immer noch von Jahresvertrag zu Jahresvertrag, während es von der Verwaltung mit Auflagen drangsaliert wird, die jahrzehntelange Investitionen erfordern.

Und immer noch fehlt eine verbindliche Zusage der Stadt, dass das besetzte Kulturprojekt La Datscha zwischen Babelsberg und Zentrum Ost nicht angetastet wird.

Die Situation ist also ernst. Aber: wenn wir nie kämpfen gelernt hätten, dann wären wir heute schon lange nicht mehr hier!

Es reicht!

Diese Beispiele ließen sich noch endlos fortführen. Wenn man nicht selbst betroffen ist, dann kennt man zumindest aus dem eigenen Bekanntenkreis genug Beispiele. Doch bei alldem handelt es sich nicht um eine schicksalhafte Entwicklung, die wir hinzunehmen und zu erdulden haben.

Seit die Bewohner_innen des Staudenhofs den Kampf um den Erhalt ihres Wohnraums aufgenommen haben und verstärkt durch die Hausbesetzung in der Stiftstraße am 26. Dezember 2011 entsteht in Potsdam eine Bewegung, die sich gegen das oben beschriebene Elend wehrt. Gewoba-Mieter_innen und von Kirsch aus ihren Wohnungen gemobbte Menschen, Staudenhofbewohner_innen und ehemalige Hausbesetzer_innen, alte und junge, in Potsdam Geborene und Zugezogene finden sich zusammen, um für ein menschenwürdiges Potsdam zu kämpfen, in dem Wohnungen der Befriedigung eines menschlichen Grundbedürfnisses und nicht der Profitmaximierung dienen. Mit Bürger_inneninitiativen, Demonstrationen, Hausbesetzungen, öffentlichen Diskussionen und vielem mehr fordern wir die Möglichkeit ein, in dieser Stadt wohnen und leben zu können.

Und weil es diese Probleme nicht nur in Potsdam, sondern auch – in unterschiedlichen Formen – in Hamburg, Berlin und Dresden gibt, entsteht unter dem Motto »Recht auf Stadt« eine Bewegung, die sich gegen die ökonomische Verwertungslogik und die daraus resultierende Wohnungsnot wendet.

Unsere Ausgangslagen sind zwar unterschiedliche, das Grundproblem ist für alle gleich. Es ist notwendig, dass wir uns als Betroffene in den Häusern und Wohngebieten zusammenschließen und dort wehren. Weil wir alle vor den gleichen Problemen stehen, wollen wir unsere Wut über Wohnungsnot, hohe Mieten und Vermieter_innenterror, unsere Forderungen nach einem lebenswerten Potsdam, gemeinsam mit einer großen, lauten, bunten Demonstration auf die Straße tragen.

Wir wollen keine Nummer in der Gewinnkalkulation der Vermieter_innen sein. Unsere Wohnungen sind keine Ware.

Deshalb:»Mietenstopp jetzt!«
Demostration Samstag 02.06.2012
Treffpunkt Ost: 13 Uhr S-Bhf. Babelsberg
Treffpunkt West: 13 Uhr Kastanienallee/Geschwister-Scholl-Straße
Zusammenschluss: 15 Uhr Alter Markt
Abschluss: 15:30 Bassinplatz

Wir ziehen in zwei Demonstrationszügen von Potsdam-West über die Innenstadt bzw. von Babelsberg über Zentrum-Ost zum Alten Markt. Von dort geht es gemeinsam zur Abschlusskundgebung auf dem Bassinplatz.

 

Ein Sinnbild für Ungarn-> Ultras ESMTK aufgelöst

Seit mehreren Jahren hielten wir regelmäßigen Kontakt zu einer kleinen Fanszene vor den Toren Budapests, welche sich, allerdings erst nach dem Zusammenschluss zweier Gruppen im Jahre 2002, als einzige ungarische Szene antifaschistisch und antirassistisch positionierte. Obgleich nur in den Niederungen des ungarischen Fußballs unterwegs, fuhren die Ultras ESMTK geschlossen zu den Spielen und supporteten dort kreativ ihre Farben. Eben jene Unterklassigkeit verhinderte es, dass die rechtsextremen Ultras der großen Budapester Vereine einen Fokus auf die Gruppe richteten, bis zu einem Spiel bei der Zweitvertretung von Ferencvaros vor einigen Jahren, als die Ultras ESMTK sich auch dort zu ihrer Einstellung bekannten. Seitdem gab es immer wieder Drohungen, kleinere Übergriffe und nunmehr auch Auseinandersetzungen mit Nazis bei Auswärtsspielen. Parallel dazu nahm auch der Repressionsdruck seitens der Polizei zu und im letzten Sommer löste sich die Gruppe auf. Erst nach einigen Monaten wurden uns die Hintergründe dafür offenbart und diese sind ausschließlich politischer Natur, ich zitiere: „Es ist hierzulande einfach “in”, Antisemit, Rassist und rechtsextrem zu sein, ordentlich denkende Leute findet man kaum, und das ist für die gesamte Gesellschaft charakteristisch. Der Druck einiger rechter Gruppen an uns nahm zu. Da wir immer weniger wurden und wir zu dem fallenden Niveau unserseits nicht unseren Namen geben wollten, haben wir uns geeinigt, uns aufzulösen.“ Die aktuelle Situation kann wie folgt beschrieben werden. Nur noch wenige Mitglieder besuchen unorganisiert die Spiele des Vereines und das Stadion wurde wiederholt mit rechtsextremen Parolen beschmiert. Die letzten Worte überlasse ich unserer Kontaktperson: „Typisch für Ungarn in diesen Zeiten.“

R.i.P: Ultras ESMTK (2001-2011)

die letzte fahrt zum letzten spiel…

schnapslicht : an – dann trinken / aus: dann getrunken

mit eichhörnchen ins museum : bringt parktisch gar nix … die sind doch so vergeßlich die armen

„sitzt du auf meiner mate ?“  „warum  sollte ich ?!“

wem gehört der  müll? – wenn ich hier sitzte, dann mir – punkt

kleine lakritzkatzen schmatzen / happy schokokuchen : nun  sind gewisse noch schläfriger als sonst ;-)

der „neue“ von felix  hat heute nen probetag ;-) und kuckt morgen union ;-) ))))

„alle“ zerstören unser leben – gesang von drei nicht zu bremsenden…rette sich wer kann

schlafende fi-kinder an bord des inzwischen gewohnten angenehmen busunternehmen mit echtholzparkett

wieder leckerste vokü schlechthin zum abschluß im stadion nebenan

FUßBALL : dafür braucht es nicht immer profis…..das können einige schon selbst incl kleinem malheur

die in grüner sicherer einheitskleidung dürfen mal wieder erfahren wie schön das leben ist, wenn

mensch nicht in grüner sicherer einheitskleidung gepackt wird/ist…steckt

LIEBE MENSCHEN — SCHUBIDUBAR –  BIER –ORDENTLICHE MUSIK

ankunft : teile der vorständlercrew - die einen übten sich in wandern/ die anderen in regionalen spezialitäten verputzen/ einen müden, weil er hundebabies hat, hatten sie auch dabeiund alle kamen sie gut gelaunt passend zur vokü

kein dach : regen  /   dach: fast kein regen

enger platzangstblechblock / üble beschallung durch politiker – stadionsprecheranimation über übel viele boxen

amaranto bricht unter scortesi zusammen ;-) ))

hauptsächlich spaß- und ganz klein wenig ernst-support

3 vorm komischen stadion mit efes vom real / eine ire singt /

langweilig: gleiche raststellen

makarenko schwer verletzt – gute besserung !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

in x-wochen geht’s weiter

ach ja 2: 2 und uns ist das nicht egal .

Das war ein Satz mit X

Mit dem gesicherten Klassenerhalt im Rücken ging die Mannschaft selbstbewusst ins Finale des Brandenburger Landespokals gegen den SV Falkensee-Finkenkrug. Das Spiel im Stadion an der Leistikowstraße begann mit einer 10-minütigen Verzögerung, weil noch zahlreiche Babelsberger Fans vor dem Stadion auf Eintritt warteten. Was sie dann und die ca. 400 weiteren angereisten Fans von Nulldrei geboten bekamen, ließ zunächst zu wünschen übrig. Das vor sich hinplätschernde Spiel hatte seinen ersten Höhepunkt in einem von Dominik Stroh-Engel verschossenen Elfmeter in der 16. Spielminute. Dennoch konnte der SVB mit einer 1:0-Führung in die Pause gehen, denn Mirko Rücker köpfte einen Freistoß von Anton Makarenko ins eigene Tor. Dem internationalsten aller zujereisten Fans schmeckte die Bratwurst und das Bier, aber sicherlich nicht der Ausgleich der Falkenseer durch Sezer Seymen in der 60-ten Spielminute. Aber es kam noch bitterer. Trotz zweier Platzverweise der gastgebenen Mannschaft nach einem Foul an Markus Müller (S. Seymen) und einer anschließenden Schlägerei (Saldanha-Salves) gelang es unserer Mannschaft in Überzahl nicht, daraus Kapital in Form eines Führungstores zu schlagen. Stattdessen traf der klare Außenseiter in der 72-ten Spielminute zur Führung im heimischen Stadion. Oh my goodness! Unbelievable! Alle hofften auf ein Last-Minute-Tor wie am vergangenen Samstag. Doch auch zwei Groß-Chancen reichten nicht aus, um den Ausgleich und damit die Verlängerung zu erzielen. Sehr schade, denn gerne hätte ich unserem zujereisten Fan aus Kanada eine siegreiche Babelsberger Mannschaft präsentiert. Herzlichen Glückwunsch an den Gewinner des Brandenburger Landespokals SV Falkensee-Finkenkrug.

Amaranto und die UFFTA

Die gestrigen Ereignisse in unserem geliebten Karli führten dazu, dass wir uns zu einer Neuauflage eines gemeinsamen Zujezogen-Spielberichtes entschieden haben.

 

Den Anfang macht Kueken:

Voller Hoffnung machte ich mich gemeinsam mit hans_m. auf den Weg zum Stadion. Die Hoffnung bezog sich zum Einen auf den Klassenerhalt der Mannschaft, zum Anderen auf das Wetter (ich wollte mal nicht frieren oder ertrinken im Stadion und auch keinen Sonnenbrand bekommen). Das Wetter bombastisch, die Stimmung in der Kurve super, Gästefans, die mit dem Wort „Support“ etwas anfangen konnten, eine Babelsberger Mannschaft auf dem Feld, die tollen Fußball spielte – das musste doch was werden. Nach unzähligen Versuchen der Guten, den Ball im Tor zu versenken, nach etlichen Fouls (nicht nur an DSE) und einigen schwer nachvollziehbaren Entscheidungen des Schiedrichters, in der Nachspielzeit dann die Erlösung: TOOOOOOOOOOOOOR!!!!!  KLASSENERHALT!!!!! Freudentaumel, Feierstimmung, Bier und …
Sonnenbrand!

 

ferris:

Der Tag begann früh, nachdem am Vorabend gegrillt wurde, konnte ich in der Nacht kaum schlafen. Diagnose: Nervosität! So ging es mir schon lange nicht. Daher war ich also schon um 8 auf und nahm zu 11 mein erstes Beruhigungs-Bier. Nachdem ich am blauen und grünen Laden meine Nervosität teilen konnte und alle Fragen nach einem Tip kategorisch ablehnte, machte ich mich mit hack auf zum Fanladen und von dort zum Stadion. An das Spiel bei bestem Sonnenbrandwetter kann ich mich kaum erinnern. Ich zitterte die ganze Partie und schielte zwischendurch auf den Zwischenstand bei RWO vs. Jahn Regensburg. Die Hoffnung auf den vorzeitigen Klassenerhalt hatte ich aufgegeben, als der Schiri zum Freistoß kurz vorm 16er Pfiff. Jetzt ein Patti Moritz, das wär`s. Ich konnte kaum hingucken und dann zappelte der Ball im Netz. Unbeschreiblicher Jubel! Großartig! Und zudem ein schöner Abschluss für Almes letztes Heimspiel. Einem der auf ewig unvergessenen Nulldreier. Der Tag klang mit Bier im Schatten aus, denn solch Momente genieße ich persönlich gern still für mich. Auf eine weitere Saison in der 3. Liga und auf nach Wiesbaden zum letzten Spiel. Allez les bleus!

 

zack:

28.4.2012, 15.18 Uhr….in Zeitlupentempo folge ich dem von Makarenko gestreichelten Ball, wie er in die Lüfte steigt, sich langsam senkt, die Lattenunterkante liebkost und hinter der Linie seinen Flugweg beendet. Ich explodiere, die Kurve explodiert, ein Stadion explodiert……ein nicht zu toppender Torjubel. In den 93 Minuten zuvor gab es halbgelungene Choreos, Lobhudeleien an unseren Alme, teilweise bracchial-laute Sprechchöre und SE in all der ihnen eigenen Intelligenz. Danach einfach nur noch feiern, tanzen, trinken->Klassenerhalt!

 

firebrook:

1. Anton und Ball in der 90.+4. Minute
2. Bielefelder Mauer (in diesem Fall Statisten)
3. der Ball tropft an die Unterkante der Latte
4. Drin!!!
5. Kollektives Ausrasten!!! K L A S S E N E R H A L T!!!

 

hans_m.:

Samstag halb ölf…das Telefon klingelt und ferris ist am anderen Ende: “Ick hab Frühstück und Bier im Beutel. Kommste raus zum Bier-Frühstück?” Dank einer wenig erholsamen Nacht (verdammten Birken!) erstmal dankend abgelehnt und nur langsam den Aufsteh-Prozess eingeleitet. Irgendwann gings dann doch mit Kueken zum Fanlanden und ins Stadion. Wetter großartig. Nur Zählbares auf Seiten der Guten kam nicht zu stande. Oberhausen macht das 1:0. Bei uns weiter 0:0. Oberhausen – Regensburg 1:1. Hier 0:0. Oberhausen – Regensburg 1:2. Unser 0:0 hat weiter Bestand. Beim Abpfiff hätte in Wiesbaden beiden Mannschaften ein Untenschieden gereicht, um die Klasse zu halten. Erinnerungen an die WM 1982 kamen hoch. 4 Minuten Nachspielzeit. Letzter Freistoß für 03. Maka tritt an….Tor! TOR! TOOOOR!!!

 

jolly jumper:

die anspannung fällt ab……..nach gefühlten unendlich vielen torchancen !!!
gedanken wie und ob nach diesem tag alles in der tabelle am richtigen platz steht – nein, erst gar nicht darüber nachdenken…..
hitze, keine erdbienchen, zu großen teilen tollster support – wurde durch vibrierende getränkebecher, pochendes trommelfell und das echo unseres gesangs bestätigt.
brenzlige situationen, schieber-schiri und sonnenbrand (wer legt schon klebrige sonnencreme auf ?) legten einiges drauf.
SCHEISZ SE ! schmetterte es gen ostblock – nicht nur einmal. eine längst überfällige mitteilung, die wohl vielen auf den lippen lag und nun aus großen
teilen der nordkurvenkehlen gebrüllt wurde.
wirklich ne superaktion von 5 jährigen!
nun wieder zum schönen teil : mein lieblingsspieler (und das nicht erst seit dem vorletzten spieltag !) makarenko …. ging in die knie…schnürte sich seine schuhe… atmete  sichtbar tief ein …und…..schoß!!!!!!
eine sekundenlanges fast stilles stadion, auch als das ding schon im netz war….endlich das tor ist unser und euer! DANKE !
nach gigantischem befreiendem torjubel durfte unser jubellied wie schon lange nicht mehr genoßen werden…selbst ein paar bielefelder nahmen mit daran teil.
klassenerhalt.VV auf der tribüne.ein neuer strategisch bester ort der nahrungs- und getränkeaufnahme gefunden und zu unserem mediterranen stammplatz erkoren.
indengeburtstaghineinfeiernfeier.
müde und erschöpft gings heim nach heim.

 

rantanplan:

schön, schöner, am schönsten, noch schöner, allerschönst, einfach nur schön der torjubel einer entfesselten kurve.
danke maka, danke alme, danke nulldrei, danke nordkurve!
macht spaß hier zu stehen zu singen, jubeln, bangen, hoffen, trinken, schreien, schwitzen, frieren usw.
ich hab’ euch alle lieb!

 

blackarzt:

Ausgeschlafen und frisch geduscht stellte sich morgens die Klamottenfrage. Ich entschied: für mich ne kurze Hose, fürs Kind ein Kleid – wir haben Sommer (Frühling kommt vielleicht später) :)
Dieses schöne Sommerwetter veranlasste nicht nur mich dazu, die Gegengerade zu meiden. Diese intensive Sonne ist nun wirklich nichts für Kinderhaut.
Ich überlegte: K-Block oder Tribühne? Vor dem Stadionumbau wäre meine entscheidung 100 pro auf K-Block gefallen: schön im Schatten der Bäume und trotzdem auf einem Stehplatz.
Ein Glück entschied ich mich aber mit meiner Begleitung für den Sitzplatz auf der Tribühne. Bei dem, was im K-Block abging, will ich mir nicht vorstellen, was die Folgeschäden für unsere 4-Monatigen gewesen wären.
Ein weiterer Vorteil des Sitzplatzes: Wir hatten eine perfekte Sicht auf das Geschehen in der 94. Spielminute. Wir zitterten und bangten. Schon beim nicht gewerteten Tor von Alme kam mir Gänsehaut – wäre das geil gewesen: ein Tor im letzten Heimspiel. Sollte nicht sein. In besagter Spielminute war er schon nicht mehr auf dem Platz. Wir alle standen auf, als er ausgewechselt wurde – alle klatschten Beifall für einen großartigen Fußballspieler und einen noch großartigeren Menschen.
Der Mann der 94. Minute war Anton. Wir wünschten uns an seiner Stelle Sven Hartwig oder Patti Moritz. Brauchten wir nicht – Anton konnte es genauso gut.
Geile Sache – KLASSENERHALT – Ausrasten war angesagt.
Anschließend noch Freunde getroffen. 3 Leute – 3 Vereine: Stuttgarter Kickers, St. Pauli, Tennis Borussia. Und alle waren sie da und freuten sich.

Für unsere Sioner Seitenbesucher…..

schreibe ich nun fix den Bericht über das eigentlich vergessenswerte Spiel in Darmstadt. Die Anreise folgte für mich nach einer durchzechten Nacht mit dem Coolk-Bus und war hernach äußerst amüsant. Zumindest das letzte Drittel des Busses hatte sichtlich Spaß beim Dummlabern (“Hack, Hack, Hack wie noch nie….”) und Imitiieren der Perlen der Ultras-Chemnitz-Trailer (“Önnnd die tüdden die göhnsö, önnnd die tüdden die göhnsö….”).

Auch die Ankunft unerwartet spaßdurchsetzt (“Hey, wer A sagt, muss auch C.A.B sagen”). Das Stadion ist natürlich eine Perle, unsere Hymne wurde gespielt (cool), der Gästeblock jedoch der stimmungsfeindlichste überhaupt. So waren die circa 150 Gäste (darunter Partyneuner aus`m Ostblock, Partyfünfundzwanziger Rhombus mit seeeeeeeeeeeehr durch aussehenden Gestalten, 3 Hoppelhäschen, nen paar St.Paulianern und 2 netten Personen aus Sion, die extra wegen uns diesen Weg auf sich nahmen und jeden Montag Morgen pflichtbewußt auf die Seite klicken) wohl nur 3 Meter Luftlinie zu hören und stellten, aufgrund des grandiosen Spiels (auf dieses werde ich nicht eingehen, könnt ihr beim “Kicker” nachlesen) der Mannschaft, das Supporten alsbald ein. Reagiert wurde nur noch auf schlechte Späße der Darmstädter, auf`s Wetter (“Regen, fick dich!”) und die obligatorische Laola.

Ergänzend werde ich die Geschehnisse nach dem Spiel noch in gewohnter Vollhonksprache (Ultras.ws, 90% aller deutschen Ultraszenen) zusammenfassen: Da nach`m Spiel zum Gästeblock hin, bisschen Gepöbel, beide Seiten zu wenig motiviert und Team Green hatte schon Stellung bezogen. Punkt geht an Da für den Versuch……

Samstag ins Karli, Klassenerhalt feiern! Los jetzt hier, los mehr Bier!

“Meine ERSTE Banane!”

Mittwoch. Feierabend. Ab zum Landespokal! Vorher noch schnell auf der Seite vom RSV Eintracht schlau gemacht, wo man denn genau hin muss. Blöd nur, dass die Plätze in Teltow und Stahnsdorf an sehr ähnlich klingenden Straßen liegen. Ganz toll!
Nachdem ich den richtigen Platz gefunden hatte, lief das Spiel leider schon. Später anpfeifen wäre schön gewesen, da an der einzigen Kasse noch eine ordentliche Schlange stand. Allerdings hätte dann wahrscheinlich Flutlich angeschaltet werden müssen. Gabs aber nicht am Platz, dafür hingegen eine Laufbahn. Das Stadion in Teltow hat übrigens Flutlicht. Und keine Laufbahn.
Im Rund gab es eine ordentliche Anzahl 03er_innen zu sehen. Wenig sehenswert war dagegen das Spiel, obwohl DD mit das Beste auf den Platz schickte, was der Kader zur Zeit hergibt. Die in Rot spielenden Guten machten nicht mehr als nötig und die erste Halbzeit plätscherte so vor sich hin. Einziges Highlight waren leckere rote Früchte aus dem Erdbeer-Wedding, die einigen Zuschauern noch nicht ganz geläufig sind. Wird aber bestimmt noch.
Halbzeit zwo. Plätscherte genauso vor sich hin, wie die erste. Immerhin fasste Jule sich ein Herz, zog ab und netzte sehenswert ins gegnerische Tor ein. Danach wieder das alte Bild: 03 weiter im Testspiel-Modus und der RSV versucht dagegen (teilweise überhart) anzurennen.
Passiert ist nicht mehr viel, es blieb beim 1:0. Pokalfinale, Pokalfinale, wir fahren jedes Jahr zum Pokalfinale…
Mit einer Weisheit des lokalen (teltower? stahnsdorfer?) Dorf-Horsts (“Ick bin keen Skinhead! Ick bin Hooligan!”) gings nach Hause. Wir sehen uns in Falkensee.

Das sieht ja nach Fussball aus!

Was für ein Tag. Erwartet hab ich am Morgen, als mich meine Schritte zum Fanladen trugen, nicht viel. Ich gab mich sogar ganz ketzerisch zur Höhe der zu erwartenden Niederlage. Auf dem Weg die Karli hoch traf man auf allerlei bekannte Gesichter und ich war positiv überrascht, dass sich doch so viele bei schönstem Fußballwetter auf dem Weg zum Karli fanden. Den Fanladen erreicht, wurde erstmal eine Gerstenkaltschale geleert. Im Block angekommen, galt es zunächst sich der aufgeregten Erdbienen zu erwehren. Beim fröhlichen Einsingen schmetterte die ganze Nordkurve ein “im Nudeltopp …”, naja abgesehen vom Ultra’ Nachwuchs, der demotiviert dreinschaute.

Nulldrei machte von Beginn an Druck und versuchte zu verhindern, dass auch nur ein Ball in Richtung des Rauchers gelangt. Aber nicht nur das, es wurde kombiniert und Richtung schwarz-weißes Tor gespielt. Und es passierte etwas, was in der letzten Zeit zu den seltenen Ereignissen im Karli zählte: Es fiel ein Tor für die Guten. DSE verwandelte einen Strafstoß sicher zur 1 zu 0 Führung. Jubel allenthalben.  Und in mir keimte die Hoffnung, dass der Nachmittag positiv ausgehen könnte. Meine Zuversicht steigerte sich noch, als die Guten ihr Fußballspiel fortsetzten und sich nicht zurückzogen.

Nach dem Tee zur Pause setzte sich der Trend weiter fort. Und immer mehr um mich herum ließen sich zu Aussagen wie im Titel hinreißen. Es dauerte auch nicht lange, da legte DSE nach einem Sprint (ich glaubs immer noch nicht) über den halben Platz das Runde nochmals in das Eckige der Aalener. Jubel! Extase! Bierdusche! Freude überall. Nun das ganze nur noch über die Zeit bringen. Während das Spiel so weiter lief, ließen vereinzelte Zujezogene ihr poetisches Talent aufblitzen. Und die Aalener und ihr Bussponsor wurden von der Kurve in die Gesänge eingeschlossen. Dann war es endlich soweit: Der Schiri pfiff ab und Nulldrei siegte endlich wieder im eigenen Haus. Das letzte Mal wars wohl im Dezember, munkelt man. Die Freude kannte nun kein Halten mehr. Sogar der Trainer ließ von der Stimmung anstecken und stieg zum Feiern auf den Zaun.

Nun gilt es am Mittwoch in Teltow den Finaleinzug zum Landespokal klar zu machen und am Wochenende 3 Punkte aus Darmstadt zu entführen. Nach dem Spiel gestern bin ich jedoch wieder sehr zuversichtlich, das die Aktion Klassenerhalt gelingt.

In diesem Sinne: “.. allez les bleus!”

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