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+++REKLAME+++ Soli-CD für Welcome United 03

notgemeinschaft (2)

Unsere Freunde von der Notgemeinschaft Peter Pan hatten eine Idee, Tatendrang und letztlich eine supertolle D.I.Y.-Solipladde mit superschönem Booklet für unsere Dritte. Wir sagen Danke für eurer Engagement und diese tolle Scheibe!

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir zitieren einfach den Bandtext für diese Reklame:

Die Notjemeinschaft Peter Pan bringt in Kooperation
mit den Babelsberger_innen von Zujezogen 03 eine
kleine DIY-Maxi-CD für Welcome United 03 raus!
Drauf enthalten sein werden 4 Songs, inklusive
einer „Pro KarLi Version“ des NPP-Songs „Genie
& Wahnsinn“. Die „Solipladde“ enthält zudem ein
8-seitiges Textheft und ein blau-weißes Siebdruck-
pappcover. Wir zitieren aus dem Vorwort…

„(…)Die Idee zu dieser Maxi-CD hatte ihren
Ursprung vor gut zwei Jahren, im Frühsommer 2014,
als wir mit der Notgemeinschaft zur fünften
Geburtstagsfete des Fanclubs „Zujezogen 03“ nach
Potsdam eingeladen wurden. Im Vorfeld unseres
Auftritts in der wunderschönen „La Datscha“ am
Havelstrand gab es bandintern den Vorschlag,
unseren Song „Genie & Wahnsinn“ zu einer Art
nachträglichen Hymne auf die erfolgreiche „Pro
KarLi“ Initivative der Babelsberger Fanszene
umzudichten. Der Grund dafür war eigentlich
ziemlich simple: unser alter Sänger Sibbe hatte
den Originalsong einst für seinen besten Freund
Charly Traktor geschrieben. Da lag es nahe aus
jenem „für Charly“, wie es in den Linernotes
unserer ersten LP „…mit Herzblut & Narrenhand“
stand, ein „Pro KarLi“ zu machen. Gesagt, getan.
(…) Als im Herbst 2015 dann die TV-Doku über
„Welcome United 03“ in der ARD lief, entstand
beim Schauen die Idee zu einer Solipladde, welche
zusammen mit den Zujezogenen nun wirklich in die
Tat umgesetzt wurde (…)“

www.babelsberg03.de/mannschaften/welcome-united-03/
www.daserste.de/…/welcome-united-fussball-verein-fluechtlin…

Die „Solipladde“ erscheint am Sa.20.August 2016
beim DFB-Pokalspiel im Karl-Liebknecht-Stadion
gegen den SC Freiburg (Anstoss: 15:30 Uhr) und
ist dann gegen eine freiwillige Spende zu haben.
Außerdem wird das gute Stück dann auch als
Download gegen Spende auf unsere Bandcamp-Seite
erhältlich sein.
Sämtliche Einnahmen gehen direkt an Welcome United 03,
zahlt dafür also auch ruhig mal mehr als 03 Euro!
Wir sagen schon jetzt vielen, lieben Dank!

Eure Notjemeinschaft & Zujezogenen

Notgemeinschaft Peter Pan auf facebook

KAUFEN, KAUFEN, KAUFEN!

2 spiele – 27 tore

nein, in der überschrift hat sich kein schreibfehler eingeschlichen. das letzte wochenende bot die möglichkeit entspannt drei spiele mitzunehmen. allerdings hat der spätsommer gesiegt und die begegnung in prötzel am samstag wurde kurzerhand vom plan gestrichen. am see rumgammeln hat ja auch was. zum glück wurde das freitagsspiel in seelow erst um zwanzig uhr angepfiffen, womit es keine ausreden mehr gab – endlich mal oberliga im oderbruchstadion sehen! zu gast war der aktuelle tabellenprimus aus altglienicke und immerhin dreihundertachtundachtzig leute fanden sich ein. neben den (verständlicherweise) gestiegenden eintrittspreisen, kann man zwei neuerungen bewundern. zum einen ein halbwegs abgetrennter gästeblock, der sogar von zwei älteren ordnern bewacht wurde. des weiteren, zu meiner freude, ein deutlich gesteigertes angebot der verpflegung. nur die unter dem tresen lagernden schnäpse standen aus unerfindlichen gründen nicht auf der offiziellen karte.
das spiel begann dann mit einem kleinem kuriosum. alglienicke musste innerhalb der ersten sieben minuten gleich zweimal wechseln, weil zwei spieler sich ohne einwirkung eines gegners zerrungen oder ähnliches holten. pech oder doch schlecht erwärmt? ich weiß es nicht. trotzdem zeigten die gäste in den ersten fünfundzwanzig minuten, warum sie an der spitze der tabelle stehen und konnten nach seelower abwehrfehlern zweimal einnetzen. seelow steckte aber nicht auf und verkürzte noch vor der pause. von dort an entwickelte sich ein spiel mit gegnern auf augenhöhe. nicht immer schön – aber auf jeden fall spannend. zehn minuten vor schluss klinglte es ein zweites mal im altglienicker kasten, womit auch der endstand markiert war.
nach der pause am samstag ging es sonntag sehr früh weiter, da die erste frauen in eberswalde schon um ölf uhr antreten mussten. da meine anreise mit dem zug stattfand, wurde der barnimer boden bereits über zwei stunden vor anpfiff betreten. machte aber nichts. es stand eh noch ein längerer spaziergang zum stadion an und ein leckeres getränk fand sich auch im beutel. walking class hero! am ziel angekommen, schoss sofort ein gedanke in den kopf: „geiler ground!“. idyllisch am waldrand gelegen, kleines vereinsheim und catering. die sonne war auch immer besser drauf – einem angenehmen sonntagskick stand nichts mehr im weg.
eberswalde hatte es in der woche zuvor geschafft, in gießmannsdorf mit null zu dreiundzwanzig unterzugehen. gießmannsdorf? ja, genau, die gießmannsdorferinnen, die in der gesamten letzten saison fünfundzwanzig treffer auf der habenseite hatten. allerdings muss auch erwähnt werden, dass eberswalde nur mit neun spielerinnen antreten konnte. jedenfalls ging nulldrei favorisiert ins spiel. um es mal vorsichtig auszudrücken. vor dem anpfiff noch schnelle faire einsfuffzich für eine schnieke eintrittskarte gelöhnt, einen gerstensaft geordert und der dinge geharrt, die folgen sollten. nach zwei minuten musste die esc-torfrau auch das erste mal dank sandra hinter sich greifen. doch die führung währte nicht lange, da bereits ein paar minuten später eberswalde die nulldrei-abwehrreihe überlief und zum ersten saisontor kam. wer an dieser stelle auf ein spannendes spiel hoffte, wurde aber (zum glück) enttäuscht. in der reihenfolge pauline, sandraW, nikki, annaK, maria, nikki, jaqui, annaK, jenny, maria konnte bis zur halbzeit auf ölf zu eins erhöht und das spiel bereits entschieden werden. auf gästeseite durfte ab der zweiten hälfte konni für jaqui ran und später ersetzte noch clara michi. bei eberswalde musste verletzungsbedingt die torfrau herausgenommen werden und wieder machte sich die dünne personaldecke bemerkbar, da niemand mehr zum wechseln auf der bank saß. somit stand ab dem zweiten durchgang eine feldspielerin im tor. diese machte ihre sache allerdings teilweise besser, als so mache stamm-torfrau in der landesliga! trotzdem konnte sie nicht verhindern, dass die torschützinnenliste am ende um jenny, sandraW, jenny, nikki, annaK, nikki, annaK, sandraW, annaK, nikki und annaK erweitert wurde. für alle, die zu faul zum zählen sind oder mit ihren fingern nur bis zehn kommen: zweiundzwanzig zu eins am ende. schönes ding! und noch ein lob an die eberswalderinnen, die zu keinem zeitpunkt aufgegeben haben und weiter versuchten tore zu machen – soviel moral muss man erstmal haben! hoffentlich kann die saison zu ende gespielt werden und der abmeldeteufel schlägt nicht zu.

jetzt noch warten, bis der kuchen fertig ist und dann ab zum fanladen!

>> und am sonntag alle ab zur scholle – spitzenspiel gegen miersdorf/zeuthen um fuffzehn uhr! <<

LOK-STOP

Halten wir die Sache kurz: Keine besonderen Vorkommnisse an diesem Tag. Das Battle of the year blieb aus, das Stadion mit knapp 2.000 Besuchern auch erstaunlich leer, was wohl eher an der Hitze mit ca. 35 Grad Celsius und am beinahe leeren Gästeblock lag. Hatte man in der Fanszene von LOK zu einem Spielboykott aufgrund der Kartenvergabe an Mitglieder und Dauerkarten-Inhaber aufgerufen, wurde diesem auch erstaunlich klar gefolgt.

Dass seltsame Kartenvergabeverfahren nicht immer besonders zielführend sind, durften wir vor 3 Jahren beim Gastspiel im Bruno-Plache-Stadion erleben, wo die Karten auf lediglich 300 Stück beschränkt wurden. Auch damals entschieden sich viele gegen einen Besuch – allerdings nicht so eindeutig, wie die Gäste beim hiesigen Heimspiel der laufenden Saison. Nun die Entscheidung seitens der LOKschen Geschäftsführung, die der Partie auf den Rängen natürlich einiges an Brisanz nahm, allerdings auch erheblich Atmosphäre für einen schönen Sommerkick.

Dieser gestaltete sich auch wegen einiger sehr freundlicher Schiedrichterentscheidungen insbesondere in Halbzeit eins zugunsten des guten Vereins erstaunlich einseitig. Nicht die LOK machte hier mächtig Dampf, sondern Nulldrei. Und so konnte ein in seiner Höhe allerdings völlig untertriebenes 2:0 erspielt werden. Die Chancenauswertung war eher grauenhaft. Allerdings sah man den Spielern auch deutlich an, dass die Hitze erhebliche Ermüdungserscheinungen vor allem in den Beinen von Andis Shala und Matze „Kann alles“ Steinborn auslösten. Na, wenigstens belohnte sich letzterer mit seinem ersten Saisontor und mit einem starken Auftritt auf dem Zaun der Nordkurve. „DARUM FEIERN WIR!“ brüllte er, mittlerweile völlig textsicher, ins Rund. Kann eben alles, der Steini. Und unser Team: das stoppt die Lok nach sage und schreibe 34 Pflichtspielen ohne Niederlage. Well done, Nulldrei!

Apropos Brüllen. Eine ziemlich niederträchtige Situation durfte ich dann noch auf der Haupttribüne kurz nach Pausenpfiff erleben. Der eingangs beschriebene Boykott wird in der LOKschen Fanszene hauptsächlich dem Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft und gleichzeitiger Sicherheitsbeauftragter Martin Mieth zugeschrieben. Wie emotional, aber auch niveaulos das geführt wird, konnte der geneigte Babelsberg-Fan anhand einer Brüllattacke einer kleinen Gruppe LOK-Fans gegen eben jenen erleben. Irgendwelches sächsisches Kauderwelsch mit skurrilen Vorwürfen, wer hier wirklich LOK sei, garniert mit „Du Fotze!“ umso glaubwürdiger vorgetragen. Einfach erbärmlich.

wie früher // ab nach vorne

eigentlich wollte ich viel früher was zum spiel gegen neugersdorf schreiben. aber den donnerstag zum erholen genutzt, am wochenende unterwegs, montag ist halt montag und gestern wieder ein spiel…ausreden liegen also genug parat. der mittwoch abend stand schnell unter dem motto „wie früher“. ja ok, nicht „wie ganz früher“, sondern wie früher in der regio vor dem aufstieg in die dritte. am fanladen uns im stadion verdammt wenig leute. im block wird zusammengerückt. und trotzdem, oder gerade deshalb, wird das beste aus der situation gemacht und eine verhältnismäßig gute leistung abgeliefert. die schlachtrufe schallen sowieso viel besser, wenn die leeren sitzschalen das echo zurückwerfen. das team dankt, spielt furios und hat am ende fünf tore auf der haben- und zwei auf der hätten-nicht-sein-müssen-seite. sehr schön! ebenfalls sehr ansehnlich, war das testspiel der frauen gestern abend gegen die allianz und ihre freunde. immerhin ein herren-team, das erfolgreich in der betriebssport-liga(?) spielt. die körperliche unterlegenheit machte unser team immerwieder mit schnelligkeit und spielsystem wett. schon bezeichnend, wenn der allianz-trainer in der halbzeit einzig das ziel ausgibt „die 7 und die 28 aus dem spiel“ zu nehmen. gelang aber nicht und besagte 28 machte das tor zum 1:1 endstand. mit der gezeigten leistung kann die kommende saison gar nicht früh genug beginnen. und auch hier: sehr schön!

Bautzen auswärts

„Nazizone! Linken Spasten in die Fresse treten!“ Ja, Bautzen präsentierte sich erneut weltoffen, das „halt`s Maul und geh` Flüchtlingsheime anzünden“ an die Adresse der daraufhin beleidigten Thor Steinar Ordnerschaft war durchaus angemessen. Ebenso angemessen das Spiel unseres Teams mit einem starken Knechtel und einem noch stärkeren Sindik. Die Stimmung im 30er Supportmob (vor dem großen Banner der einzig wahren Gruppe) konnte sich das ganze Spiel hinüber hören lassen. Ebenso hören lassen konnte sich die „Vereinslieder-CD“ (Highlights: Schweinfurt, Meppen und natürlich der Wehen-Wiesbaden Rap), welche nach dem Spiel den Alte Säcke-Neuner erfreuen konnte. Mehr Buchstaben sollte man für so ein Spiel aber nicht verschw

Legia Wolfsburg:Schlonzk Frozzlaff (15000 Zuschauer, 0:0)

Pärchenurlaub: Altstadt, Shoppen, Hotel mit Blick auf den Stalinpalast, Cupcakes für sie, Gezapftes für mich…..Warschau kann mehr als man glauben mag. Im Zusammenhang mit dem Kurztrip wollte ich mir zwar die etwas sympathischeren Polonia-Kibicie im schöneren Stadion zu Gemüte führen, die spielten schlichtweg nicht. Also wurde es Legia, rund um ihre berühmte Fankurve, „Zyleta“ genannt. Während das Nationalstadion mitten in der Stadt liegt, muss man zur „Pepsi Arena“ (kotz) etwas außerhalb gondeln. Entgegen des Klischees (in Polen keine besoffenen Picknickfans) teilte ich mir den Bus mit rotzevollen Kutten, ehe ich, mit der Maßgabe nicht aufzufallen, mich dem Stadion näherte. Das klappte auch ganz hervorragend: In Erwartung mangelhafter Verpflegung im Stadion schnappte ich mir bei einem vollbesetzten Biergarten 2 Würste vom Grill, die ich, in Ermangelung an freien Plätzen, auf dem Bordstein oral einführen wollte. Der Lokalitätsbesitzer jedoch, rannte zu nahezu jedem Tisch um für mich einen passenden Sitzplatz zu suchen, das natürlich mit dem lautstarken Verweis auf meine nichtpolnische Herkunft. Mich hätten wohl nicht weniger Augenpaare anstarren können, wenn ich Klarinette spielend nackt auf einem gelb-blauen, furzenden Einhorn mit Schlaganfall-Folgeschäden eingeritten wäre. Die Würste noch schneller als bei tschechischen Dorfkicks inhaliert und mithilfe der „Touricard“ (gibt es nur bei Legia) ab in die Arena. Hier gab es in einem Zelt natürlich lecker Bigos, aaaaaaaaaahhhhhh. Seitlich auf der Gegentribüne Platz genommen, hatte ich einen hervorragenden Blick auf die mit schätzungsweise 7000 Kibicen besetzte Heimkurve. Hundert ältere Kanten lehnten auf den Zäunen und den daran befestigten Bannern und beteiligten sich nicht einmal bei den Gesängen. Der bekannte Capoglatzkopf animierte mit Mikroanlage jedoch den Rest der Kurve (darunter viele Frauen und Jungsche) und große Teile meiner Tribüne zu Lautstärkehöchstleistungen. Ich hatte auch zweimal aufgrund eben jener Lautstärke Gänsehaut…..ABER: Das war jetzt mein 13. Spiel in Polen und ich habe jedes einzelne Lied der Gastgeber gekannt und mich ab der 60. Minute tierisch gelangweilt. Das wirkte teilweise wie eine Volksmusikveranstaltung, bei der jeder, auch die 70-Jährigen auf der Tribüne, mitgröhlen – und schunkeln konnten und so der Geräuschpegel, unterstützt durch eine überragende Akkustik, permanent hoch gehalten werden konnte. Die „Zyleta“ hatte sich den Weg des geringsten Widerstandes herausgesucht, quasi als wenn Wolfsburg „Du hast die Haare schön“ u.Ä. im Stadion singen würde und Inge Kirschkowski auf der Tribüne begeistert mitklatschen würde. Die Mitmachquote ist zweifelsohne beeindruckend, dennoch wirkt das alles steril, langweilig, monoton, kurzum: enttäuschend, trotz unglaublicher Lautstärke. Das Verbot für die Gäste bestärkte mich in meinem Vorhaben, in der 85. Minute das erstbeste Taxi zu meinem Stammbiergarten in der Nähe des Hauptbahnhofes zu nehmen.

+++UPDATE +++ Mit der Nordkurve in den Sommer

+++Leider ist uns am Spieltag eine kleine organisatorische Panne passiert, die dazu führte, dass wir keine Gürtel verkaufen konnten. Sorry vielmals! Wir werden nun den „Ball ist bunt“ am kommenden Samstag für den Verkauf nutzen. Spätestens zum ersten Heimspiel der neuen Saison dann auch am Stand eures Vertrauens hinter der Nordkurve.+++

Am kommenden Sonntag (15.05., 13.30 Uhr) bestreitet unsere Equipe das finale Heimspiel gegen den FC Schönberg einer letztlich in vielerlei Hinsicht eher durchschnittlichen Saison in der Regionalliga Nordost.

Wir werden zum Saisonfinale die Gelegenheit aber nutzen, um euch noch ein unverzichtbares Accessoire für den kommenden Sommer mit auf den Weg an die Strände, Wiesen, Berge, Wüsten, … dieser Welt zu geben. Vielen Dank an dieser Stelle an die Leute von deviate-industries.de für die Umsetzung!

Den Gürtel bekommt ihr selbstverständlich vorm Spiel am Stand eures Vertrauens hinter der Nordkurve für 15 Euro.

USE IT!

 

Unauffälliges aus Jena

Einige Steinwürfe nördlich des traditionsreichen Ernst-Abbe-Sportfeldes, auf einer Anhöhe nahe Jena, befindet sich ein sogenannter Napoleonstein. Dieses Denkmal erinnert an den historischen Sieg der napoleonischen Armee über den preußischen Heeresverband am 14. Oktober 1806. Da die Franzosen zeitgleich den zahlenmäßig überlegenen preußischen Truppen auch im nahen Auerstedt eine vernichtende Niederlage beibrachten, konnte die preußische Bevölkerung ein paar Jahre lang davon träumen, dass in Deutschland die bürgerliche Gesellschaft über den Feudalismus gesiegt habe.

Knapp 210 Jahre später geschah im Stadion des FC Carl Zeiss Jena beim Spiel gegen den SV Babelsberg 03 nichts Historisches. Am Abend des 6. Mai 2016 bemühten sich beide Teams vielmehr redlich darum, einigermaßen unauffällig zu agieren. In der ersten Hälfte gelang das unserer Equipe deutlich besser. Das ersparte uns, die Hälse zu recken, um die Strafraumszenen vor dem fernen gegnerischen Tor zu verfolgen. Da gab es nichts zu sehen. Dafür war hin und wieder ein gedämpftes Ah! und Oh! zu vernehmen, wenn der Ball gelegentlich am Tor des wackeren Rückkehrers Marvin Gladrow vorbeistrich oder gegen das Aluminium klatschte.

Im zweiten Abschnitt gelang es der Heimelf, sich dem Babelsberger Spiel anzupassen. So war es unausweichlich, dass sich auch unseren in Rot gewandeten Blauweißen ein paar Chancen boten, von denen sie, das muss man ihnen lassen, zwei ziemlich schön und konsequent nutzten. Die Torschützen in der 66. bzw. 75. Minute waren – guter Rat muss nicht teuer sein – wieder einmal Andis Shala und Matthias Steinborn. Gar nicht auszumalen, was passieren würde, wenn diese beiden in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot von Nulldrei tragen sollten. Aber statt überflüssiger Unkenrufe gab es bei den Fans fröhlichen und – wie eigentlich fast das ganze Spiel über – ordentlichen Support.

Trotz eines durchaus seltenen Auswärtssieges in Jena hielt sich die Ausgelassenheit bei Team und Anhang danach in Grenzen. Das galt selbst noch für die Heimfahrt im Bus, wo statt bierseliger Euphorie phasenweise das Programm des MDR Sachsen zu vernehmen war. Vielleicht ist das die Erschöpfung kurz vor Ende einer Saison, in der unsere Elf seit geraumer Zeit im gepflegten Niemandsland spielt. Vielleicht ist das aber auch einem stillen Einvernehmen zwischen Mannschaft und den Treuesten der Treuen geschuldet, äußerst unauffällig alle Kräfte für das bevorstehende Pokalfinale zu sammeln. Um dann doch noch Historisches zu schaffen und sich wieder in den (Fußball-)Geschichtsbüchern zu verewigen. Dann wird es heißen: Ganz Ausgebuffte, diese Babelsberger.